Ich will ein eBike kaufen – auf der Cyclingworld Europe 2026
Lesedauer: 14 MinutenDie Angebote für eBikes sind nicht mehr überschaubar. Wir wollen auf der Cyclingworld Europe unsere Traum-eBikes finden.
Vom 20. bis 22. März 2026 fand die Cyclingworld Europe 2026 in Düsseldorf statt. Nur wenige Gehminuten von unserem Zuhause entfernt auf dem Areal Böhler. Das Areal Böhler ist ein Industrieareal der ehemaligen Böhlerwerke, was eine österreichische Stahlfirma war. Mittlerweile ist Böhler ein Teil des österreichischen Konzerns voestalpine. Auf die alten Industriehallen verteilten sich die Aussteller der Fahrradindustrie und zogen an den Publikumstagen am 21. und 22. März viele Fahrradenthusiasten an. Auch mich und meine Frau. Wir haben uns schon letztes Jahr diesen Termin vorgemerkt, weil wir die neueste Generation von eBikes suchen, die wir bald fahren wollen. Ich bin sehr gespannt, ob ich mein Traum-eBike finde.

Mein Traumbike
Wie ich schon vor einem Jahr in meinem Beitrag über das Yamaha CrossCore RC geschrieben habe, suche ich einen ganz speziellen Typ eBike. Es soll kein Trekking- und auch kein City-eBike sein. Ich suche ein eBike, was zu der Klasse der leichten (light) eBikes gehört. Die meisten eBikes sind schwerer als 20kg. Also sollte es idealerweise ein eBike unter diesem Gewicht sein. Ich kann auch gut auf Schutzbleche und Gepäckträger verzichten. Es sollte dünne Reifen wie ein Gravelbike haben und damit nicht nur gut in der Stadt, sondern auch offroad zu bewegen sein. Und ich suche eine klassische Geometrie mit Diamantrahmen.
Fahrräder dieser Art waren nicht häufig auf der Messe vertreten. Dort fand man überraschend häufig sehr teure Rennmaschinen oder Gravelbikes, die ich nicht haben will. Ich liebe doch eine etwas aufrechtere, aber immer noch sportliche Sitzhaltung. Früher hieß die Klasse dieser Fahrräder Cross Bikes. Weil sie eine Kreuzung zwischen sportlicher Geometrie, aber doch Praxistauglichkeit im täglichen Einsatz boten. Mein Scott Atacama gehört zu dieser Klasse. Ein solches Bike hätte ich gerne wieder, diesmal aber mit Elektromotor. Ich will sportlich fahren ohne Elektrounterstützung mit Geschwindigkeiten weit über 25 km/h. Nur bei Gegenwind und leichten Steigerungen möchte ich den Elektromotor einsetzen. Das ist mein Einsatzszenario als Schönwetter-Freizeitfahrer.

Das war meine Aufgabenstellung in den beiden Tagen auf der Cyclingworld Europe. Ich wollte dieses Traumbike finden.
Das Traumbike meiner Frau

Meine Frau ist eine eher gemütliche Fahrradfahrerin. Seit Jahren möchte ich meine Frau davon überzeugen, dass ein eBike sie schneller machen kann. Vor kurzem haben wir die Gazelle-Niederlassung in Mönchengladbach besucht und sie hat einige eBikes dieser Marke testen können. Die Unterstützung durch den Elektromotor hat meiner Frau gut gefallen. Aber sie hat eine ganz spezielle weitere Herausforderung. Sie nutzt die Schaltung selten und kämpft an Steigungen, weil sie nicht in den passenden Gang schaltet. Eine Automatik wäre dann genau das richtige für sie.
Am Samstag besuchten wir die Halle von Shimano und lernten QAuto kennen. Sie boten an, dass meine Frau ein Fahrrad mit dieser automatischen Schaltung testfahren konnte. Am Sonntag schrieb sich meine Frau ein und fuhr ein Fahrrad von Storck mit QAuto. Die automatische Schaltung hat meine Frau überzeugt.



Shimano und Bosch bieten für eBikes ein ähnliches Automatik-Konzept namens eShift an. Es basiert auf dem smarten Bosch-System und der Shimano DI2-Technik. Das konnten wir nicht auf der Messe testen. Also war die Aufgabe ein Bosch-eBike mit dieser Technik zu finden. Und auch bei ihr haben wir als Zusatzanforderung, dass das Fahrrad weniger als 20kg wiegen sollte.
Kandidaten für unsere Traum-eBikes auf der Cyclingworld Europe 2026
Auf der Cyclingworld Europe haben wir einige light eBikes gefunden. Das besondere Merkmal dieser Klasse ist, dass der Elektromotor meistens in der Nabe des hinteren Rades eingebaut ist. Kandidaten und Beispiele dieser Klasse sind Beispiele wie:
- Rose Sneak Plus EQ Shift: hier verbaut der Hersteller einen Mahle X30 Elektromotor mit 45 Nm. Rose bietet es für 3300€ an.
- Tenways CGO600 Pro: der Elektromotor sitzt auch hier in der Hinterradnabe. Es ist ein Mivice M070 und nutzt einen Riemen anstatt einer Kette für die Kraftübertragung. Für 1799€ ist es günstig.
- Ampler Curt: mit Hecknabenmotor von Ampler und 45Nm. Knapp 3700€ möchte der estnische Anbieter. Wiegt 16,9 kg.
- Deruiz Turmali: mit Hecknabenmotor Mivice M080 und Schaltung ist das eBike für knapp 1699€ zu erhalten. Leider ist es mit knapp 26 kg (Bruttogewicht mit Akku) kein light eBike mehr.
Rose Sneak Plus EQ

Das Rose Sneak Plus EQ Shift war auf der Messe als ein Award 2026 Gewinner in der Kategorie Urban eBike ausgezeichnet. Aber als ich es mit seiner Vollausstattung (Schutzbleche, Gepäckträger) sah, fand ich es nicht mehr so interessant. Es muss schon naked sein (O.K., Fahrradständer benötige ich schon), oder wenigstens als naked Option angeboten werden. Gibt es aber nicht. Und für 3300 € ist es viel teurer als die Konkurrenz mit Hinterradnaben-Motor.
Tenways CGO600 Pro
Dieses eBike ist mir in den letzten Monat wiederholt aufgefallen. Tenways macht auf allen Social Media Plattformen auf sich aufmerksam. Und in den Hochglanzvideos wirkte es auch immer recht attraktiv. Vor allem der Preis ist fair. Aber es ist ein reines Singlespeed-Bike und fällt deshalb aus meinem Raster. Ich habe es auch gleich in der ersten Halle auf der Cyclingworld vorgefunden und fand es dann nicht mehr so schön bezüglich des Designs.
Ampler Curt
Das Ampler Curt habe ich am Stand von Ampler gesehen und habe mich dort direkt für eine Probefahrt eingetragen. Der Mitarbeiter wollte mir aber das ausgestellte Curt nicht anbieten für die Probefahrt, da es für meine Körpergröße zu klein war. Und das Curt hatten sie in meiner Größe nicht im Angebot.



Stattdessen hat er mir ein anderes Ampler eBike in passender Rahmengröße zur Probefahrt angeboten. Es war derselbe Antrieb verbaut und hat mir bei der Probefahrt gut gefallen. Aber das Curt gibt es nicht mehr. Ausverkauft!
Schade, dieses eBike hätte mir sehr gefallen. Auch wenn der Preis schon mächtig ist.
Deruiz Turmali


Ein super eBike, aber das vorgestellte Fahrrad war wieder nur ein Singlespeed-eBike. Das Turmali gibt es aber auch mit Schaltung. Wenn es doch nur nicht so schwer wäre. Damit gilt es leider nicht mehr als light eBike.
KTM Macina
Seit Jahren gefallen mir einige eBikes aus der Macina Cross-Reihe sehr gut. Bereits bei meinem ersten Beitrag über eBikes zum Yamaha CrossCore RC hatte ich schon einige KTM eBike aus dem 2025er Jahrgang als attraktiv designte Alternativen aufgelistet.
Dieses Jahr stellte KTM auf der Cyclingworld Europe seine neuen light eBikes des Jahrgangs 2026 vor. Und da stand das KTM Macina Cross SX Elite vor mir. Ein geiles eBike, das genau meinen Anforderungen entspricht. Leider konnte ich dieses eBike nicht probefahren.

Es hat interessanterweise einen Bosch SX Mittelmotor und ist durch den Carbonrahmen sehr leicht. Dieses eBike sollte es für mich werden.



Und für meine Frau fand ich dann später auf der KTM Website das passende eBike. Es ist das KTM Macina Sport SX Elite DI2. Auch hier deutet der Zusatz Elite auf den Carbonrahmen hin. Ebenfalls ist das Sport mit dem Bosch SX Mittelmotor ausgestattet. Die Bezeichnung DI2 weist auf die automatische Schaltung hin. Meine Frau zieht den Tiefeinsteiger vor, den es auch als Rahmenalternative gibt.

Nach der Messe ist vor dem Kauf
Beide eBikes kosten zusammen 8700€. Mächtig, aber relativ normal für zwei eBikes eines Top-Herstellers wie KTM. Da so ein Schritt schon sehr gut überlegt sein will habe ich noch nach weiteren Alternativen recherchiert. Aber ich bin doch immer bei den beiden Produkten von KTM gelandet.
Aber etwas machte mich stutzig bei meiner digitalen Marktanalyse im März und April. Auf den Websites der unterschiedlichen Fahrradketten wie Stadler und Luckybikes wurden die Produkte in unseren Größen immer als ausverkauft und nicht mehr bestellbar angezeigt.
Apropos Größen. Die Rahmengrösse will gut auf die eigene Körpergeometrie (Körpergröße, Beinlänge, Armlänge) angepasst sein. Erst dann macht das Fahrraderlebnis richtig Spaß.
Unsere Rahmengrössen wären nach meiner Analyse:
- KTM Macina Cross SX Elite Hocheinstieg 2026 in Rahmengrösse 56 und
- KTM Macina Sport SX Elite DI2 Tiefeinstieg 2026 in Rahmengrösse 51.
Keine Wunsch-eBikes verfügbar?
Diese Fahrräder gibt es nur bei anderen Händlern entfernt von unserer Lokation zur Ansicht und Probefahrt. Oder nur bei Online-Anbietern ohne jede Probefahrtmöglichkeiten. Die großen Fahrradhändler vor Ort ließen mich wissen, dass beide eBikes nicht verfügbar sind und nicht von ihnen bei KTM bestellt werden können.
Bei Stadler erläuterte mir der freundliche Verkäufer, dass KTM nur eine eingeschränkte Anzahl von eBikes produziere, die von den Fachhändlern bestellt werden und meistens schon einen Tag nach Bestellbeginn vergriffen sind. Dann können die Bikes nicht mehr bei KTM bestellt werden, sondern sind nur bei den Fachhändlern verfügbar.
Der Eindruck, den ich in meiner Internetrecherche gewonnen habe, wurde durch meinen Besuch bei Stadler und später auch Luckybike bestätigt. Es gibt viele KTM eBikes zu kaufen, aber kein einziges light eBike. Und über andere Filialen sind diese Fahrräder auch nicht mehr lieferbar.
Das bedeutet aber nicht, dass der 2026 Bestand der beiden eBikes nicht mehr verfügbar ist. Mir wurde von einem KTM-Händler erläutert, wie der Handel mit KTM-Produkten funktioniert. Die großen Fahrradketten wie Stadler kaufen über die ZEG ein. Diese verhandelt mit KTM spezielle Kontingente an Bikes, die speziell für ZEG-Kunden gebaut werden. Darüber lassen sich günstigere Konditionen und größere Mengen vereinbaren. Aber dafür haben Stadler und andere ZEG-Kunden keine Möglichkeit bei KTM spezielle Modelle auf Kundenwunsch zu bestellen.
Dafür muss man dann erstmal einen KTM-Händler finden, der diese Bestellmöglichkeiten direkt bei KTM hat. Und bei meiner Recherche nach solchen KTM-Händlern führte ich viele Gespräche, um einen zu finden. Der signalisierte mir dann aber auch, dass er bestellen kann, solange die Produkte noch von KTM gebaut werden.
Fazit: der Neugeräte-Markt bietet nicht das, was die Kunden wirklich wollen. Man muss sich mit dem zufrieden geben, was die lokalen Händler in ihrem Bestand haben. Oder man muss einen KTM-Händler finden, der direkt bei KTM bestellen darf.
Ist die Fahrradindustrie „kaputt“?
Wie kann es sein, dass Kunden nicht die Wunschprodukte bekommen? Was ist mit der Fahrradindustrie los?
Nein – „kaputt“ ist die Fahrradindustrie nicht. Aber sie steckt seit einigen Jahren in einer ziemlich chaotischen Übergangsphase, und genau das erleben wir gerade.
Wahrscheinlich sind das die Ursachen:
- Hersteller produzieren heute viel vorsichtiger als im Corona-Boom.
- Händler bestellen deutlich weniger Lagerware, weil viele 2023–2025 auf teuren Überbeständen sitzen geblieben sind.
- Gerade hochwertige light eBikes werden oft in kleinen Chargen produziert.
- Viele Händler wollen oder können keine Sonderbestellungen mehr machen, wenn Lieferzeiten unsicher sind oder Margen klein sind.
- Bosch-, Akku- und Komponentenketten sind zwar besser geworden, aber einzelne Modelle bleiben trotzdem knapp. Die jüngste Insolvenz des Akkuzulieferers BMZ zeigt, wie fragil die Branche weiterhin ist.
Keine Produkte bestellbar
Das Ergebnis ist absurd: der Hersteller bewirbt ein Rad groß auf der Website, aber der lokale Händler hat weder Bestand noch Zugriff auf das Zentrallager. Für Kunden wirkt das wie „Die wollen nichts verkaufen“.
Tatsächlich ist das Problem oft eher das Vertriebsmodell:

- KTM verkauft primär über Händlernetzwerke und nicht direkt an Endkunden. Die Händlersuche auf der KTM-Seite verweist deshalb nur auf Partnerbetriebe. Allerdings ohne einen Hinweis darauf, ob dies Händler sind, die Produkte direkt bei ihnen bestellen können.
- Wenn ein Händler das Modell nicht aktiv geordert hat oder seine Einkaufsquote ausgeschöpft ist, kann er manchmal wirklich nicht mehr nachbestellen.
Das Frustrierende daran: Online sieht man teilweise noch verfügbare Exemplare bei weit entfernten Händlern oder Plattformen wie Bikes.de. Beispielsweise werden einzelne aktuelle KTM-Modelle dort noch mit Versand angeboten.
Darum wirkt die Branche momentan paradox:
- Es gibt insgesamt eher zu viele Fahrräder im Markt.
- Aber genau bestimmte Wunschmodelle sind kaum erhältlich.
- Händler reduzieren Risiko.
- Hersteller halten Produktion knapp.
- Kunden suchen gezielt ein konkretes Modell und laufen ins Leere.
Wir sind mit dem Eindruck nicht allein. Auch in KTM-Foren und Reddit-Threads berichten Käufer über fehlende Verfügbarkeit, desinteressierte Händler oder nicht lieferbare Modelle.
Ärger beim Kunden und Konsequenzen
Es ist verständlich, dass der Kunde verärgert ist. Für ein 4.000–7.000€-Produkt erwarten Kunden heute zu Recht dieselbe Transparenz und Verfügbarkeit wie bei Unterhaltungselektronik. Die Fahrradbranche arbeitet aber vielerorts noch mit Strukturen aus den 1990ern.
Die Konsequenz ist, dass die Kunden sich nicht mehr auf dem Markt der Neu-eBikes umschauen, sondern auf dem Gebrauchtmarkt die Vorjahresmodelle suchen. Mehr als 50% günstigere Preise als bei Neumodellen kann man da realisieren. Für meine Frau und mich kann das bedeuten, dass wir uns auch diesen Sommer noch mit unseren guten alten analogen Bikes in der Natur bewegen werden.
Sicht der eBike-Produzenten
Doch wie sehen das die eBike-Produzenten, wenn sie es nicht mehr schaffen, Neukunden über die sowieso geplanten Kapazitäten hinaus zu bedienen?
Die eBike-Produzenten sehen derzeit zu wenige Käufer, nicht zu wenig Ware. Die Lager sind voll. Die Ausstellungsräume bei Stadler und Luckybike waren voll mit KTM eBikes, als ich diese besucht habe.
Die Nische der hochwertigen light eBikes spricht nur eine kleine Gruppe von Interessenten an. Solche, die sportlich sind und für die ein geringes Gesamtgewicht wichtig ist, um schnell zu fahren und einen natürlichen Flow zu erleben. Sie sind bereit angemessenes Geld auszugeben. Bosch hat mit seinem leichten SX Elektromotor diese Nische erkannt und hat Konkurrenten von Fazua und ZF verdrängt. Die Zielgruppe ist groß genug, um Produktentwicklung zu rechtfertigen, aber zu preissensibel und zu fragmentiert, um genug Motorlieferanten wirtschaftlich zu tragen.
Diese kleine Nische wird also von den eBike-Produzenten nicht ausreichend bedient, da es immer noch größere Nachfragegruppen gibt, die nicht abgeholt worden sind. Diese sind:
- Pendler ohne Fahrrad-Erfahrung:
viele aktuelle Premium-eBikes sind ihnen zu technisch oder zu teuer. - Ältere Autofahrer für Kurzstrecken: wenn eBikes einfacher und vertrauenswürdiger würden, könnte man viele Autofahrer gewinnen.
- Cargo- und Utility-Nutzer: Cargo-eBikes gelten als einer der größten Zukunftsmärkte.
- Und natürlich: preisbewusste Käufer
Zusammengefasst: Die nicht bedienten Interessenten sind aktuell weniger ein Problem der Produktionskapazität, sondern vielmehr der Marktkorrektur nach einer Phase der Überproduktion und sinkender Nachfrage.
Was bedeutet das für unseren eBike-Wunsch?
Bei einem dieser KTM-Händler mit Bestellmöglichkeit bei KTM werden wir nachfragen, ob sie unsere Wunsch-eBikes noch bestellen können.
Wenn KTM nicht liefern kann, dann sind es vielleicht die oben genannten eBike-Hersteller, die wir doch wieder in unsere Betrachtung aufnehmen sollten. Rose, Tenways und Ampler haben Produkte, die gut auf unser Nutzungsszenario passen.
Oder wir sind bereit zu warten und bedienen uns des Marktes für Gebraucht-eBikes. Natürlich mit der Herausforderung verbunden, genau unsere Rahmengrößen zu finden.
Fazit
eBikes sind für mein digitales Leben die nächste große Herausforderung. Ich habe mir schon angeschaut, wie ich mein Smartphone mit der Elektronik des eBikes verbinden kann, damit ich Komoot für Routenplanung nutzen, auf die Fahrdaten des eBikes zugreifen und mein iPhone kabellos aufladen kann. Von Bosch gibt es dafür gutes Zubehör, das ich gerne dafür nutzen würde. Deswegen waren die KTM eBikes mit ihren Bosch SX Elektromotoren die erste Wahl. KTM hat sich aber entschieden, das Risiko zu minimieren und nur eine geringe Anzahl von light eBikes zu produzieren, da sie den Markt (berechtigterweise) als eher klein einstufen.
Das Überangebot an eBikes einerseits und die Preissensibilität der meisten potentiellen Käufer andererseits führen dazu, dass Hersteller in 2026 ihr Angebot an Premiumfahrrädern herunterfahren. In den nächsten Jahren werden wir mehr preiswertere eBikes am Markt vorfinden. Grundsätzlich ist das eine gute Entwicklung, da eBikes immer mehr Commodity werden und nicht mehr technische Avantgarde sind.
Für meinen persönlichen eBike-Traum bedeutet es dann doch: Wunsch-eBike kaufen ist gar nicht so einfach in 2026. Also entweder einen KTM-Händler finden, der bei KTM bestellen darf, oder weiter warten und Geld sparen.
Ich habe KTM angeschrieben und um eine Stellungnahme gebeten, ob sie doch nachproduzieren, um weiteren Bedarf zu erfüllen.




Nachtrag 17.5.2026 – Ampler hat Konkurs angemeldet
In meinem Beitrag hatte ich mich noch gewundert, dass das Ampler Curt als ausverkauft auf der Website aufgeführt wird. Nach nochmaliger Überprüfung der eBike-Angebote ist mir aufgefallen, dass alle Produkte offenbar ausverkauft sind. Eine kurze Recherche ergab, dass Berlin Lease Dispute Triggers Ampler Bikes Bancruptcy.
Traurig: offenbar trifft der Rückgang der eBike-Nachfrage vor allem Direct-to-Consumer-eBike-Startups wie VanMoof, Rad Power Bikes oder Sushi Bikes, die in den letzten Jahren massive Finanzprobleme hatten. Zu schnelles Wachstum, hohe Marketing- und Ladenkosten sowie schwächerer Markt sind offenbar die Gründe.
Nachtrag 23.5.2026 – der Wunsch kann wahr werden
Nach einigen Telefonaten habe ich in unserer Nähe einen KTM-Händler gefunden, der unsere Wunsch-eBikes bei KTM bestellen kann. Zum Glück bot er uns an, dass wir die Rahmengrössen 51 und 56 im Laden ausprobieren konnten. So konnten wir nachvollziehen, dass meine Frau trotz 1,80 m Körpergröße nicht die 56er Rahmengrösse bestellen sollte, sondern die 51er genau richtig für sie ist.
Das war eine sehr wichtige Bestätigung, bevor sie viel Geld ausgibt. Sie wird das Bike jetzt als Geschenk an sich für 20 Jahre Aufenthalt in Deutschland kaufen. Auch ich freue mich, dass ich genau das Wunsch-eBike bekommen kann.
Am Dienstag nach Pfingsten werden wir mit dem Händler die Bestellungen starten. Wir müssen wahrscheinlich sechs bis acht Wochen auf die eBikes warten, bevor sie KTM an uns ausliefern wird. Ein Ergebnis, das ich in dieser Sommersaison nicht mehr erwartet hätte.
Ich werde berichten, wenn ich den ersten Spaß, aber auch die ersten Stimmungsdämpfer erlebt habe. Das werden vor allem die zusätzlichen Kosten für Versicherung, Schlösser, Beleuchtung und Handyhalterung sein.

