Fotographie

Foto-Leidenschaft

Ein Geschenk von meinem Vater: Minolta Dynax 7000i

Nichts hat mich in der Adventszeit und der Weihnachtszeit mehr begeistert, als meine neue Kamera: die Sony RX10 (im Bild oben links). Und wie ĂŒberrascht war ich, als mir mein Vater seine alte Minolta Dynax 7000i (im Bild oben rechts) zu Weihnachten fĂŒr mein Museum von alten technischen “SahnestĂŒckchen” schenkte. Die Minolta ist knapp 25 Jahre Ă€lter und hatte als eine der ersten Spiegelreflexkameras einen funktionierenden Autofokus. Mein Vater hat sie 1989 gekauft und viele Jahre intensiv genutzt. Die Dynax hatte mit ihrer modernen Form und ihrem ungewöhnlichen Bedienkonzept meine Leidenschaft fĂŒr moderne Photographie geweckt. Ich bin begeistert von beiden GerĂ€ten: die alte, weil sie ein StĂŒck Geschichte in der Phototechnik und Geschichte meiner Familie bedeutet; die neue, weil sie ein Powerhouse ist und ich seit ĂŒber einem Jahr nach einem Nachfolger fĂŒr meine Sony HX1 gesucht habe.

The new king – RX10

Ich habe diesen Nachfolger gefunden. In den letzten Wochen habe ich so viel Spass gehabt meine neue Kamera ausgiebig zu testen und seine StĂ€rken und SchwĂ€chen kennenzulernen. Immerhin wird mich diese Kamera die nĂ€chsten Jahre rund um die Welt begleiten und da musste sie schon in diesen Tagen beweisen, daß sie dies leisten kann.

Und wie eindrucksvoll hat sie das bewiesen. Low Light Bedingungen sind fĂŒr diese Kamera ein Klacks. Ein Blitz ist nicht mehr erforderlich und die belichtungsunterstĂŒtzende Leuchtdiode muss nicht aktiviert werden, um auch in dunklen RĂ€umen noch ein scharfes Bild zu erhalten. Das macht das photographieren so viel intimer und stört weniger die Menschen, die ich anfokussiere.

Der elektronische Sucher ist unglaublich hell und schnell. Ich nutze den Monitor ĂŒberhaupt nicht mehr und fĂŒhre die Kamera direkt an das Auge. Was auch fĂŒr die StabilitĂ€t wichtig ist, da die Kamera mit ĂŒber 800 Gramm kein Leichtgewicht ist. Der elektronische Bildstabilisator ist phantastisch und ermöglicht scharfe Bilder aus der Hand geschossen bis 1/8”.

Die Bedienung ist fĂŒr einen Sony-Fan leicht gelernt und die Möglichkeit Funktionen auf frei definierbare Tasten zu legen habe ich gleich genutzt. Das Function-MenĂŒ ist sehr ĂŒbersichtlich und ermöglicht schnellen Wechsel zwischen den wichtigsten Einstellungen.

Neue Features wie das Focus Peaking bei manueller Fokussierung ist phantastisch umgesetzt, obwohl ich am Autofokus aber auch gar nichts auszusetzen habe. Allerdings musste ich die SchĂ€rfe im Standard-Modus um zwei Stufen verstĂ€rken. Die Bilder wirkten doch etwas weich. Aber mit dieser Einstellung sind die Bilder sehr scharf und springen einem auf einem 27” direkt ins Gesicht, so unmittelbar wirken die Bilder. 

ISO 6400: bei einer normalen Bridge-Kamera nicht daran zu denken. Der 1”-Sensor und die tolle Optik sorgen fĂŒr viel Licht und die Bildnachbearbeitung in der Kamera sorgt selbst bei dieser ISO-Stufe fĂŒr brauchbare Bilder. Unglaublich vielseitig ist diese Kamera damit. Jetzt kann ich APS-C- oder Vollformat-Kamerabesitzer verstehen, wenn sie unter solchen Lichtbedingungen noch nicht tricksen mĂŒssen. Der helle OLED-Sucher macht das Photographieren unter diesen Bedingungen zum VergnĂŒgen. Eher gibt der Autofokus auf, als daß ich nichts erkennen kann.

Gutes Glas

Das Objektiv scheint unglaublich gut zu sein, wenn man all den Reviews in den unterschiedlichsten Internet-Foren glauben mag. Bei SLRs scheint eine vergleichbare Optik dieser LichtstĂ€rke (f/2,8 ĂŒber den ganzen Brennweiten-Bereich als grĂ¶ĂŸte Blende) mindestens so viel wie die ganze Kamera zu kosten. Der Blendenring mit seiner einerseits diskreten und andererseits flĂŒssigen Einstellung ist ein tolles Komfortmerkmal, vor allem beim Filmen. Ich bin schon auf die ersten Filme gespannt, in dem ich den SchĂ€rfentiefe-Effekt durch die Einstellung der Blende austeste.

Apropos SchĂ€rfentiefe: Brennweite auf 200mm und Blende auf 2,8 und man hat mit dieser Kamera endlich eine gute Freistellung mit einem schönen Bokeh. NatĂŒrlich können die “Grossen” das besser, aber diesen Effekt konnte ich mit meinem bisherigen Equipment nicht erreichen und deshalb bin ich begeistert.

Viele Features

Auch die Möglichkeit den Exposure Value ĂŒber einen zusĂ€tzlichen Drehregler zu Ă€ndern möchte ich bald mal austesten. Die DRO-Einstellung, um aus den Bildern mehr Dynamik zu holen, ist bei mir standardmĂ€ĂŸig eingestellt. Die Bilder profitieren sehr davon. Weder dunkle noch helle Stellen saufen ab und ich erhalte schön durchgezeichnete Bilder. Auch HDR konnte ich austesten und ich finde Sonys Implementierung sehr gelungen.

Ein weiteres Feature sorgt dafĂŒr, dass ich damit geschossene Photos direkt ĂŒber Facebook oder WhatsApp an die Welt verteilen kann: die WLAN-Übertragung an das Smartphone. Gerade beim letzten Urlaub habe ich immer das iPhone genommen, um eine gewisse Situation zusĂ€tzlich zu dokumentieren. Weil ich dieses Photo spĂ€ter im Hotel dann auf meine Facebook Wall ĂŒbertragen wollte. Und ich habe mich natĂŒrlich immer geĂ€rgert, da die Smartphone-Kamera nie die QualitĂ€t einer Standalone-Kamera haben kann. Das ist mit der RX10 völlig anders. Photo gemacht, per WLAN an das Smartphone ĂŒbertragen und fertig: SpitzenqualitĂ€t kommt spĂ€ter auf Facebook. So muss es sein. Ich hĂ€tte dieses Feature vorher als “nicht so wichtig” eingestuft. Aber nach der ersten Benutzung habe ich sofort verstanden, was diese FunktionalitĂ€t bedeutet.

Genug Zoom?

Ob die maximale Brennweite von 200mm eine EinschrĂ€nkung fĂŒr mich darstellen wird, muss der nĂ€chste Urlaub zeigen. Ich denke schon, da hier ein StĂŒck FlexibilitĂ€t verloren geht. Das Fly-by-Wire-Zooming bin ich gewöhnt und dies stellt im Gegensatz zu vielen anderen Rezensenten kein Problem fĂŒr mich dar. Langsam ist der Zoom, aber es hat sich in der ersten Testzeit nicht nachteilig gezeigt. 

Rundherum ein tolles Paket. Nun zum Preis. Unglaublich, was Sony hier aufruft. Aber ich persönlich muss sagen, daß ich dies ausgeblendet habe, weil ich einfach nur auf ein solches GerĂ€t gewartet habe. Wenn Sony dieses GerĂ€t nicht gebaut hĂ€tte, dann hĂ€tte ich mich zwischen Panasonic FZ200 und Fujifilm X-S1 entscheiden mĂŒssen. Die Entscheidung fĂŒr die Sony ist unmittelbar unter Ausblendung des Preises gefallen. Ich habe es nicht bereut und freue mich auf die nĂ€chsten Urlaube mit der Sony RX10.

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