Unser Umzug in eine neue Wohnung war die Inspiration vieler Beiträge in meinem Blog. Ich war überrascht, wieviele Geschichten aus dem täglichen Leben doch auch mein digitales Leben bereichern. Diesmal ist es unser neuer Robotstaubsauger, der die Wohnung sauber hält. Bei diesem Roboter zu Hause fällt mir dann sofort dieser Spruch ein 😉
Es saugt und bläst der Heinzelmann, wo Mutti sonst nur blasen kann
Loriot
Es handelt sich dabei um den Roborock Q5 Pro, den wir zu unserem Familienmitglied gemacht haben. Er heißt jetzt Fritz, und Fritz ist fleißig dabei die Wohnung zu saugen und auch zu wischen.

Warum braucht man einen Robotstaubsauger?
Keiner braucht einen Robotstaubsauger. Mit einem normalen Staubsauger, einem Wassereimer und Wischmopp hält man die Wohnung viel günstiger und besser sauber. Aber wir haben seit unserem Einzug in die neue Wohnung keinen einzigen Teppich auf das Parkett gelegt und wenig Möbel gestellt. Deshalb haben wir eine einheitliche Fläche, die sich wunderbar automatisiert von einem Robotstaubsauger saugen und nass wischen lässt. Außerdem ist die Luft sehr trocken und staubig, so dass schon nach wenigen Tagen wieder Staubmäuse durch unsere Wohnung laufen.
Auswahl des richtigen Modells
Wer die Wahl hat, hat die Qual. Der Markt von Robotstaubsaugern ist groß und unübersichtlich. Vor kurzem bin ich an einem Vorwerk-Laden vorbeigegangen. Selbst Vorwerk hat einen Robotstaubsauger und dieser hat den klingenden Namen Kobold VR7. Er ist Ende 2023 sogar Testsieger bei der Stiftung Warentest geworden.
In diesem Test wird auch erwähnt, dass die meisten getesteten Robotstaubsauger auf Hartböden wie bei uns gut saugen. Also könnten wir ja den Testsieger nehmen. Der Preis von knapp 1000€ ist aber eher abschreckend.
Also fragte ich meinen lieben Kollegen Sotto, der schon seit Jahren diese Geräte in seiner Wohnung einsetzt. Er ist genau wie ich Technikfreak und setzt immer die modernste Technik ein. Er empfahl mir den Roborock S8 MaxV Ultra, das neueste Modell eines der Marktführer in dieser Klasse von Geräten. Aber zum Zeitpunkt unserer Kaufentscheidung gab es dieses Modell noch nicht zu kaufen. Es ist der Mercedes unter den Robotstaubsaugern und soll alles können. Mit seiner Absaugstation ist er teuer und benötigt viel Platz in der Wohnung.
Wir haben uns schließlich für ein Gerät von Roborock entschieden, der die neueste Technik der Topgeräte enthält, aber weniger Features bietet. Es ist der Roborock Q5 Pro geworden. Ohne Absaugstation, nur mit Ladestation. Und das für einen akzeptablen Preis von 299€.




Wer einen ausführlichen Test zu diesem Robotstaubsauger lesen will, dem empfehle ich die Seite smarthomeassistant.de. Dort gibt es den Saugroboter Finder, der einem den passenden Robotstaubsauger nach Eingabe der eigenen Vorgaben vorschlägt.
Inbetriebnahme von Fritz
Nach dem Auspacken findet man neben dem Robotstaubsauger auch die Ladestation mit einem sehr kurzen Netzkabel. Deshalb muss man eine Position für die Ladestation in der Nähe einer Steckdose finden. Das war zum Glück einfach bei uns. Außerdem ist eine Feuchtigkeitsschutzmatte mit fünf Klebestreifen enthalten. Die klebt man direkt an die Ladestation auf den Boden. Auf unserem Parkett ist das ein guter Schutz gegen die Feuchtigkeit des Wischtuchs.

Apropos Wischtuch. Dieses ist zusammen mit einem Wassertank auch enthalten. Beide zusammen machen das Wischmodul aus. Das Wischmodul soll man allerdings erst später einsetzen, nachdem die Wohnung vorher mehrmals gesaugt wurde von Fritz.

Dann lädt man die Roborock App herunter und setzt beim Saugroboter das WLAN zurück. Dazu werden die Tasten für Punktreinigung und Power solange gedrückt, bis eine Sprachmeldung von Fritz kommt. Es ist eine Frauenstimme und die Standardsprache ist englisch.
Man nutzt nun die App für die weitere Inbetriebnahme. Dazu legt man einen Account bei Roborock an und fügt den Roborock Q5 Pro aus der Liste der angezeigten Staubsaugerroboter hinzu.

Ein paar persönliche Konfigurationen noch und schon ist er betriebsfähig.
Erste Raumerfassung durch den Robotstaubsauger
Wir haben Fritz dann an die Ladestation gesetzt und er quittiert das mit einem fröhlichen „Wird geladen“. Mittlerweile haben wir die Sprache auf Deutsch geändert. Ein Druck auf die Power-Taste startet die erste Raumerfassung.
Mit seinem LIDAR scannt er den Raum. Dabei schaut er auch in Spiegel und durch Fenster und glaubt, dass der Raum viel größer ist. Aber sein Bumper mit den drei Infrarotsensoren zeigt ihm Hindernisse auf, die er dann versucht zu umfahren. Das funktioniert aber nicht bei kleinen Hindernissen, die auf dem Boden liegen. Diese verschiebt er entweder, saugt sie ein, oder versucht sie zu überfahren. Manchmal scheitert er auch daran und definiert dann eigenständig Sperrzonen in seiner erfassten Karte, die er dann nie wieder befährt. Nach ca. 80 Minuten ist die initiale Säuberung und die Karte erstellt.




Diese Kartendetails und seine gefahrenen Wege werden sauber von der App erfasst. Man hat dann die Möglichkeit in der App noch die Räume zu definieren, Möbel zu stellen und eigene Sperrzonen zu definieren. Danach werden all diese Informationen in den lokalen Speicher des Robotstaubsaugers gespeichert. Damit ist Fritz bereit für Reinigungpläne.

Reinigungspläne und Programme
Man könnte nun regelmäßige Reinigungspläne konfigurieren. Z.B. jeden Montag um 10 Uhr Bad und WC saugen. Oder jeden Tag nach 14 Uhr die Küche und das Esszimmer saugen. Aber diese Regelmäßigkeit haben wir noch nicht für Fritz eingestellt. Vor allem, da wir die Türen zu den Räumen manchmal geschlossen haben.
Stattdessen benötigen wir ein wenig Flexibilität bei den Saugvorgängen. Dafür haben wir Programme wie „Vollreinigung“, „Küche und Esszimmer“ oder „Bad und WC“ eingestellt, die man individuell über die App aufrufen kann. Nach Auswahl des Programms startet Fritz seine Aufgabe und kommt nach erledigter Arbeit wieder zurück zu seiner Ladestation. So soll es sein.
Saugleistung des Roborock Q5 Pro
Unsere ersten Erfahrungen mit dem Roborock Q5 Pro sind positiv. Die Parkettböden werden strukturiert abgefahren. Die Seitenbürste bewegt Schmutz in den Bereich der Doppelbürsten. Dieser Schmutz wird sauber weggesaugt. Am Rand bleiben manchmal Schmutzpartikel liegen. Dies ist aber wirklich selten. Also kann man ihm auch gute Randsaugleistungen bescheinigen.
Mit über 5000 PA hat er eine für einen günstigen Robotstaubsauger schon beeindruckende Saugleistung. Diese maximale Saugleistung wird aber nicht standardmäßig genutzt. Stattdessen ist die Standardeinstellung „Normal“ und nicht „Max“. Damit ist die Geräuschentwicklung auch akzeptabel. Mehr als diese Saugleistungsstufe haben wir noch nicht angewendet. Die einzelnen Stufen kann man nur über die App auswählen. Auch für die Reinigungspläne und Programme kann man die Saugleistungsstufe komfortabel einstellen.

Der eingesaugte Staub landet im durchsichtigen Staubbehälter. Dieser ist mit über 700 ml sehr groß. Deshalb benötigt man auch nicht zwingend eine Absaugstation. Der Staubbehälter muss nur alle drei Vollreinigungen geleert werden. Wenn man den Staubbehälter leert, dann kann man diesen und den Filter auch mit Wasser reinigen. Nachdem beide gut getrocknet sind, können sie wieder in den Robotstaugsauber eingesetzt werden.
Wie ist die Wischfunktion des Roborock Q5 Pro?
Einfach gesagt: rudimentär. Aber irgendwo muss dieser günstige Premium Roboterstaubsauger Abstriche bei der Ausstattung machen. Es ist ein flacher Wassertank vorhanden unter dem ein vorher befeuchtetes Wischtuch festgemacht wird. Aus dem Wassertank tropft über zwei Ausgänge Wasser auf dieses Wischtuch. Die Ausflussmenge kann in zwei Stärken am Wassertank eingestellt werden. Der Wassertank und das Wischtuch werden unter dem Robotstaubsauger befestigt. Auf seinem Weg durch die Wohnung zieht Fritz das Wischtuch über den Boden. Man kann also eher von einem Befeuchten sprechen und nicht wirklich von einem Wischen.

Das ist aber eine nette Zusatzfunktion, die man nicht wirklich nutzen muss. Um die Wohnung wirklich sauber zu wischen, ist immer noch ehrliche Handarbeit mit einem Wassereimer, Putzmittel und einem Wischmopp unerlässlich. Die Wohnung riecht danach auch viel besser 😉
Die App von Roborock
In unserem digitalen Leben läuft ohne spezielle App nichts mehr. Auch der Roborock Q5 Pro benötigt eine App, um sein volles Potential auszuspielen. Fertig eingerichtet hat man viele Steuerungsmöglichkeiten für Fritz, unseren Robotstaubsauger.
Cool sind auf jeden Fall die Fernsteuerung über Richtungstasten und Joystick. Habe ich noch nie benutzt. Ob es mal ein Einsatzszenario dafür gibt?


Oder man kann Fritz an eine spezielle Stelle steuern und dort ein Quadrat von 1,5 m Kantenlänge behandeln lassen (Pin and Go).


Die drei Darstellungsarten der Karte sind auch cool. Mit dem Smartphone kann man eine 3D-Erfassung der Wohnung machen und dann in der App darstellen. Aber ohne spezielle Nacharbeit und Glättung der erfassten Flächen ist diese Darstellung nicht wirklich hilfreich. Nettes Feature, aber erstmal sinnlos für den Nutzer. Tatsächlich nutzt man meistens nur die 2D-Karte. Immerhin bewegt sich der Robotstaubsauger auch nur in zwei Dimensionen in unserer Wohnung. Dort ist halt alles flach.


Man bekommt Statusmeldungen von der App angezeigt. Außerdem kann man man auf die komplette Reinigungshistorie zugreifen. Und dies mit allen von Fritz gelaufenen Strecken durch die Räume.




Und zum Schluss bekommt man auch über die App angezeigt, ob der Roborock Q5 Pro Wartung an speziellen Teilen benötigt. Im Internet habe ich schon Quellen gefunden, wo ich Ersatzteile für den Robotstaubsauger erhalten kann. Ein Set von Hauptbürste, Seitenbürste, Filter und Wischtuch kostet knapp 35,99€.
Fazit
Fritz ist uns ein willkommener Mitbewohner geworden. Er leistet gute Staubsaugarbeiten in unserer Wohnung. Es macht Spaß ihn auf seinem Weg durch die Wohnung zu beobachten. Er kriecht unter Sofa, Schränke, Tisch und Stühle. Auch über Siri können wir ihn fernsteuern und nicht nur über die App. Darüberhinaus hört er über sein eingebautes Mikrofon auch auf den Namen Rocky. Das haben wir bisher noch nicht versucht. Die Steuerung über Siri ist uns lieber.

Um ehrlich zu sein würde ich gerne das Mikrofon von Fritz zukleben, damit der Hersteller nicht mithören kann, was in der Nähe des Robotstaubsaugers gesprochen wird. Über den Umgang mit den digitalen persönlichen Daten durch Roborock gibt es keine Klarheit. Roborock ist ein chinesischer Hersteller, dessen Produkte international verkauft werden. Die Produkte telefonieren natürlich nach Hause. Dann dürften neben den Raumdaten und Benutzungsdaten des Robotstaubsaugers natürlich auch Sprachaufnahmen aus dem Wohnraum übertragen werden. Wahrscheinlich funktioniert die Spracherkennung nicht lokal auf dem Gerät, sondern auf den fernen Servern in der chinesischen Heimat.
Aber alles in allem ist dieses Gerät eine wichtige neue Komponente meines digitalen Lebens. Und für den Preis auch sehr ausgereift. Auf jeden Fall ist die Wohnung seit seiner Auskunft regelmäßig sauber. Und wir fühlen uns wirklich wohler ohne Staubmäuse. Was für ein Tausch: Fritz gegen Staubmäuse 😉


Wow, dieser Beitrag hat mir echt ein Lächeln ins Gesicht gezaubert! 😊 Du beschreibst so wunderbar, wie der Robotstaubsauger nicht nur den Haushalt erleichtert, sondern auch irgendwie Teil der Familie wird. Dank dir werde ich mir jetzt ernsthaft überlegen, selbst einen kleinen Helfer zu holen.👾🚀
Roboter sind auch nur Menschen 😉