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MQA – DER neue HighRes-Audio Standard?

Lesedauer: 3 Minuten MQA wird als neuer HighRes Standard am Markt angepriesen. Aber ist das nur Marketing? Ist das Format wirklich Lossless? Es bestehen Zweifel

Seit einigen Jahren versucht sich ein neuer Player im Bereich der Bereitstellung von hochwertigen Musikinhalten zu platzieren. Es ist die Firma Meridian mit ihrem Vordenker Bob Stuart. Ihre Lösung zu einem Problem heisst MQA. Aber für welches Problem ist MQA die Lösung? Und ist MQA wirklich ein HighRes-Audio Standard?

MQA und Tidal. Aber ist MQA wirklich ein Lossless HighRes-Standard?
MQA ist vor allem gutes Marketing (Quelle: MQA)

Was ist MQA?

MQA soll dem Musikliebhaber von der Musikaufnahme bis zur Wiedergabe die höchste Qualität garantieren. Dafür ist das A im Namen MQA zuständig, was Authentication bedeuten soll. Diese Authentication soll dem Hörer garantieren, daß er tatsächlich die vom Künstler freigegebene Aufnahme in der von ihm und dem an der Aufnahme beteiligten Personen definierten Qualität erhält.

Wie wird das durch MQA sichergestellt? Bob Stuart sieht dies durch eine Vielzahl von Massnahmen an allen Stellen zwischen Musikaufnahme und Musikwiedergabe erreicht. 

Zuerst ist bei der Aufnahme jede eingesetzte Technologie (Software, Hardware) nach speziellen Anforderungen zertifiziert worden. 

Dabei wird die Aufnahme in ein vorhandenes komprimiertes Containerformat gespeichert und erhält eine spezielle Verschlüsselung des hochfrequenten Musikanteils in einen nicht benötigten Teil dieses Containers. Diese Verschlüsselung ist eine der MQA-Spezialitäten. Dadurch ist die Value Proposition, daß MQA-verschlüsselte Files weniger grosse Dateigrößen liefert, als andere HighRes-Formate. 

Dabei kann dieses Format ohne spezielle Entschlüsselung des hochauflösenden Musik-Teils abgespielt werden und liefert mindestens CD (44kHz/16bit) Qualität. Wer auch den hochauflösenden Teil mit abspielen will und damit das komplette Potential des Musikinhalts erzielen möchte, benötigt ein MQA zertifiziertes Abspiel-Gerät oder -Software. 

Erst damit erhält der Kunde über ein optisches Signal (eine blaue Lampe) vermittelt, daß dieses Musikstück genau so, wie es abgespielt wird, vom Musiker freigegeben worden ist. 

Diese Authentication ist meiner Meinung nach für den End-User der Value Add gegenüber allen anderen Verfahren auf dem Markt.

Dies wird allerdings mit sehr viel Kosten und viel Aufwand von allen beteiligten Personen erkauft. Alle anderen produktspezifischen Eigenschaften sind meiner Meinung nach nicht wirklich ein Unique Selling Point.

Brauche ich MQA?

Meine persönliche Einschätzung ist: das Produkt MQA ist ein Rohrkrepierer. Es ist schwer zu erläutern, warum es erforderlich sein soll. Es kostet viel mehr und liefert kaum Mehrwert. Der Grossteil derjenigen, die Musik in hoher Qualität geniessen wollen, wird sich nicht schon wieder an ein neues Format binden wollen, mit all seinen Zusatzanforderungen an Hardware, Software und damit verbundenen Kosten.

Überraschend ist aber doch, daß es sich so lange hält, so lange und intensiv darüber gesprochen und geschrieben wird. Und das peu a peu immer mehr auf diesen Zug aufspringen. Von Streaming Services wie Tidal, aber natürlich auch Künstlern, Aufnahmestudios, Labels und auch Geräte- und Software-Hersteller.

Faszinierend was so eine Idee in unserem sehr esoterisch geprägten Musik-Umfeld auslöst.

Nachtrag 27.5.2021

Der Zweifel an MQA und seinen zugesagten Eigenschaften (z.B. Lossless mit MQA zertifiziertem Decoder) besteht auch weiterhin. Hier sind zwei beeindruckende YouTube-Berichte von GoldenSound, die versuchen Licht in die Zweifel um MQA zu bringen:

  1. I published music on Tidal to test MQA – MQA review
  2. MQA Deep Dive Part 2 – MQA‘s response

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