Das Digitale Leben in Zeiten der Corona-Pandemie

Ich habe mich sehr schwer damit getan einen Artikel ĂŒber die Corona-Pandemie zu schreiben. Der Corona-Virus ist ein Angriff auf unsere liebgewonnenen Gewohnheiten und unser Leben. Etwas was nicht zu greifen, zu fĂŒhlen und aufgrund unserer Erfahrungen zu verarbeiten ist. Social Distancing ist das Gebot der Stunde. Die im Home Office arbeiten dĂŒrfen und können, fĂŒhlen sich bereits nach kurzer Zeit eingesperrt und ihnen fehlen direkte Kontakte. Diejenigen, die wegen ihrer Berufe nicht zu Hause bleiben dĂŒrfen oder können sind gefĂ€hrdeter dafĂŒr sich anzustecken und den Virus weiter zu verbreiten.

Sicherstellung der Versorgung

Und doch kommen alle diese Menschen immer noch zusammen im Supermarkt, den DrogeriemĂ€rkten und den Apotheken und stehen dicht auf dicht gedrĂ€ngt in den Schlangen vor den Kassen. Auch hier ist natĂŒrlich eine Ansteckung möglich. Aber wie soll man sich sonst versorgen? Die nunmehr systemrelevanten (auch ein Wort, was frĂŒher eher fĂŒr Banken galt) SupermĂ€rkte haben sich auf diese Situation eingestellt und haben ihre Kassierer vor direktem Kontakt mit dem (möglicherweise infizierten) Kunden geschĂŒtzt.

Die Corona-Pandemie im Netz

Wir informieren uns ĂŒber das Internet und bleiben mit unseren Freunden ĂŒber Soziale Medien in Kontakt. Sehr hĂ€ufig werden Witze gemacht ĂŒber die gefĂ€hrliche und surreale Situation. Wir alle können nicht begreifen, was da gerade passiert. Wir bekommen regelmĂ€ĂŸig die Statistiken prĂ€sentiert, die aufzeigen, dass es immer schlimmer wird. Die Zahlen infizierter Menschen und am Virus gestorbener Menschen steigen immer noch an. Ich persönlich mache jeden Morgen einen Screenshot vom Bing Corona-Virus Tracker von Microsoft (Link) und verfolge die Entwicklung fĂŒr Deutschland. Gerade die Entwicklung der Todeszahlen ist sehr verstörend. Nachdem die Rate an einigen Tagen im zwanziger-Bereich war ist diese gestern auf 44 gestiegen und war heute morgen bei 68 TodesfĂ€llen angekommen.

Gestern habe ich auch einen Link auf ein Dashboard des Robert Koch Instituts (RKI) bekommen, das Stand heute nur 47 TodesfÀlle anzeigt. Sie bieten ein Dashboard (Link) an, das die Zahlen der Infizierten und an COVID19 Verstorbenen bis auf Landkreisebene aufzeigt. Eventuell sind die Zahlen doch vergleichbar, aber nur zu verschiedenen Zeitpunkten genommen.

Arbeiten von zu Hause aus

Als IT-Berater bin ich gewöhnt mit Remote-Techniken wie Skype und Teams zu arbeiten. Zum GlĂŒck sind die technischen Kommunikationsplattformen meiner Firma und meines Kunden aufs Remote-Arbeiten ausgerichtet.

Neu fĂŒr diese Firmen ist, daß die Anzahl der Heimarbeiter die Daten-Bandbreiten und die technischen Grenzen der Zugangsserver (z.B. VPN-Server) fordern. Sehr hĂ€ufig sind beim Telekommunikationsanbieter klar definierte Bandbreiten bestellt worden, die sehr hĂ€ufig von Annahmen ausgehen, die in der aktuellen Situation ĂŒberschritten werden. Auch bei den Servern sind gewisse Annahmen getroffen worden, wie diese gesized sein mĂŒssen und wieviele Lizenzen man fĂŒr die Kommunikationssoftware benötigt. All diese Annahmen sind nun nur noch Makulatur und werden neu angepasst. VertrĂ€ge mĂŒssen neu verhandelt werden, um sich auf diese neue Situation einzustellen.

Die ersten Tage zeigen, dass die Netzwerke ausreichend dimensioniert sind. Digitale Business-Kommunikation ist ohne EinschrĂ€nkung möglich. Kleinere technische Probleme gibt es immer, aber die gab es frĂŒher auch.

Die Kommunikation funktioniert hervorragend. Es ist zwar immer noch sehr verwirrend, wenn man mehrere Menschen gleichzeitig in Telefonkonferenzen reden hört, aber wir werden bessere Regeln entwickeln, damit jeder sagen kann, was er zu sagen hat und auch gehört wird.

Screensharing ist immer noch die einfachste Möglichkeit einen Konsens ĂŒber Inhalte herbeizufĂŒhren und gemeinsame, abgestimmte Ergebnisse zu produzieren.

Allerdings stellt man fest, daß die Arbeitsumgebung zu Hause ĂŒberhaupt nicht so ergonomisch ist, wie dies im BĂŒro umgesetzt wurde. Es fehlen ergonomische BĂŒrostĂŒhle und Schreibtische. Man arbeitet nur noch mit kleinen Laptop-Screens, anstatt mehrere 24“-Screens nebeneinander verwenden zu können. Das wird in der Folge zu HaltungsschĂ€den fĂŒhren, wenn man sich nicht regelmĂ€ĂŸig in den kleinen Wohnungen bewegt.

RegelmĂ€ĂŸige Bewegung ist ĂŒberhaupt das Problem im Home Office. Ich merke das sehr genau anhand der AktivitĂ€tsanzeige meiner Apple Watch. Vor dem Home Office hatte ich tĂ€glich mehr als 8000 Schritte gemacht und war mehr als 12 Stunden fĂŒr jede Stunde in Bewegung. Das schaffe ich nicht mehr. An den beiden letzten Arbeitstagen bin ich nicht mehr ĂŒber 3500 Schritte und 9 Stunden Stehen gekommen. Nicht gut fĂŒr die Gesundheit đŸ€§

HeimQuarantÀne gestalten

Ich persönlich könnte ja gemĂ€ĂŸ des Mottos dieses Blogs immer nur digitale Inhalte konsumieren. Meine persönliche Film-Library ist groß und auf einigen Festplatten sicher gelagert. Aber ich habe mich zur Heim-QuarantĂ€ne mit meiner Freundin Katja entschlossen und das erfordert natĂŒrlich eine gemeinsame Gestaltung der Zeit in der Wohnung. Und sie hat einige Ideen, die wenig mit dem digitalen Leben zu tun haben.

Es beginnt mit gemeinsamen Kochen. Sie ist der Chef und ich bin der Sous Chef in der KĂŒche. Schneiden, schĂ€len, reiben und umrĂŒhren sind meine Aufgabe. Ja und ich bin fĂŒr Fleisch zustĂ€ndig. Damit komme ich klar. Sie hat tolle und kreative Ideen, was die Gestaltung unserer MenĂŒs angeht. Ich bin ganz besonders stolz auf unseren ersten selbstgemachten DĂŒsseldorfer Senfrostbraten 😀

Dann kommt Fitness in der Wohnung dran. Sie hat ein Fitnessprogramm fĂŒr Skigymnastik mit Felix Neureuther ausgepackt und in den DVD-Player geschoben. Nach 30 Minuten und einem Spitzen-Puls von 172 habe ich abbrechen mĂŒssen. Mal sehen, ob ich die nĂ€chsten Tage ĂŒber die volle Distanz von 47 Minuten kommen werde.

Dann kommt aber doch noch die BeschĂ€ftigung mit meinen Digitalen Medien dran. Ich informiere mich vor allem ĂŒber Quellen, zu denen ich ein großes Vertrauen habe. Das sind vor allem:

  • Die Tagesschau (Link): die öffentlich-rechtlichen Nachrichten haben sich bei mir einen guten Ruf erarbeitet. Die Nachrichten-Sendungen der privaten Sender habe ich inhaltlich nie gemocht
  • Der Spiegel Online (Link): auch wenn die Online-Redaktion in vielen FĂ€llen reißerischer berichtet als die Print-Redaktion, so schĂ€tze ich doch sehr die inhaltliche Aufbereitung. Auch die App unter iOS nutze ich gerne
  • Flipboard: eine App unter iOS, die ich auf dem iPhone und dem iPad hervorragend nutzen kann. Die Nachrichten-Streams sind von mir persönlich ausgewĂ€hlt und an meine BedĂŒrfnisse angepasst. Obwohl mehrheitlich technisch ausgerichtet, so bekomme ich doch qualitativ gute und vertrauenswĂŒrdige Inhalte ĂŒber die Corona-Pandemie
  • Facebook: ja, auch Facebook gehört dazu. Wichtig ist natĂŒrlich, daß man ĂŒber die Jahre a) einen privaten Kreis von Personen sorgfĂ€ltig ausgewĂ€hlt hat und b) auch nur bei vertrauenswĂŒrdigen Seiten oder Personen geliked hat. Ich bekomme zwar auch viel inhaltlichen Mist und alle möglichen Verschwörungstheorien serviert, aber das ganze hĂ€lt sich auch in Grenzen
  • YouTube: auch da sind die KanĂ€le ĂŒber Jahre von mir handselektiert worden. Zwar gleitet die automatische Vorschlagfunktion neuer und Ă€hnlicher Inhalte auch immer mal wieder in merkwĂŒrdige KanĂ€le ab. Aber es werden mir auch immer großartige Perlen serviert. Dazu gehört der folgende
  • NDR-Ratgeber-Podcast: das Corona-Virus-Update (Link) mit Anja Martini, Korinna Hennig und dem Virologen Professor Christoph Drosten von der CharitĂ© in Berlin. Einfach großartig wie sachlich hier informiert und beraten wird
  • WhatsApp: DAS zentrale Medium, um mit allen wichtigen Menschen in unserem Leben weiter in Kontakt zu bleiben. Es ist immer schön zu sehen, welche Erfahrungen diese wĂ€hrend der Selbst-QuarantĂ€ne machen. Leute: bleibt alle gesund! Wir brauchen euch noch alle

Wie geht es weiter?

Ich hatte bereits letzte Woche von Samstag bis Mittwoch Gelegenheit die QuarantĂ€ne mit meiner Freundin zu ĂŒben. Wir hatten eigentlich Urlaub in Obertauern geplant, sind aber durch die Sperrung der österreichischen Skigebiete rechtzeitig gestoppt worden.

Es ist nicht so einfach den Tag zu gestalten, wenn man vorher sozial sehr aktiv war und sich gerne unter Menschen oder in der Natur aufgehalten hat. Es ist ein massiver Einschnitt.

Ich hoffe wirklich instĂ€ndig, dass durch das Social Distancing die Ausbreitung des Corona-Virus verlangsamt wird und dann zurĂŒckgeht. Ich sehne diesen Tag herbei und werde die Statistiken weiter beobachten.

Positive Signale gibt es aus China und SĂŒdkorea.

Ein ganz positiver Artikel ist von Matthias Horx „Die Welt nach Corona“. Absolut lesenswert und macht sehr Hoffnung (Link).

Bis es soweit ist werde ich die Zeit nutzen, um zu lesen, Portugiesisch zu lernen, weitere Artikel fĂŒr meinen Blog zu schreiben und neben meiner Remote-Arbeit auch die gemeinsame Zeit mit meiner Freundin genießen.

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