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Heimfinder NRW App – Pflegeplatz für Angehörige finden

Lesedauer: 10 MinutenPflege eines Angehörigen fordert die pflegeleistenden Familien. Die Suche nach einem Heimplatz unterstützt die Heimfinder NRW App.

Manchmal gibt es Überschneidungen des normalen Lebens mit dem Digitalen Leben, die man so nicht erwartet. Digitalisierung findet wirklich auf allen Ebenen statt. Auch wenn es darum geht Pflegeplätze für Angehörige zu finden. Ich persönlich würde uns allen wünschen, dass uns diese Aufgabe erspart bleiben würde. Aber das gehört auch zum Leben dazu, wenn die Elterngeneration pflegebedürftig wird. Die Heimfinder NRW App soll dabei helfen, einen Überblick zu bekommen, wo Kurzzeit- oder Dauerpflegeplätze in der Nähe verfügbar sind. Die Kontaktdaten der Pflegeplatzanbieter werden den Pflegeplatzsuchenden vermittelt. Und es wird aufgezeigt, ob es Einzel- oder Doppelzimmer zur Nutzung von Damen und/oder Herren gibt. Nicht mehr und nicht weniger. Die weitere Verhandlung und Abwicklung führen dann die Familienangehörigen ohne App-Unterstützung durch.

Logo der Heimfinder NRW App
Logo der Heimfinder NRW App

Die Pflegeheime inserieren täglich ihre Verfügbarkeiten. Damit ist die Heimfinder NRW App die am besten gepflegte Quelle, wenn man einen Kurzzeit- oder Dauerpflegeplatz in Nordrhein-Westfalen finden will

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In Würde altern (Photo by Monica Silvestre on Pexels.com)

In diesem Beitrag möchte ich ein Szenario beschreiben, das in vielen Familien möglich ist. Wünschenswert ist, dass die Eltern in Würde alt werden und ihren Lebensabend selbstbestimmt und gesund erleben können. Aber die Realität zeigt sehr häufig, dass die letzten Lebensjahre für den alten Menschen und seine Angehörigen herausfordernd sein können. Nämlich dann, wenn der alte Mensch krank und pflegebedürftig wird. Und wenn die Elterngeneration nicht selbst vorgesorgt hat, dann sind die Kinder in der Pflicht, Lösungen zu finden.

Pflege belastet die nächsten Familienangehörigen

In meinem heutigen Beitrag möchte ich davon ausgehen, dass die Kinder des Pflegebedürftigen alles in ihrer Kraft mögliche getan haben, um dem Elternteil das Leben in den eigenen vier Wänden so angenehm wie möglich zu gestalten. Aber es kommt der Moment, dass das Krankheitsbild einfach zu schlimm wird. Als berufstätiger Mensch ist man völlig überfordert, einen lieben Menschen Tag und Nacht zu pflegen. Das ist auch nicht seine Pflicht, wenn man noch ein eigenes Leben selbstbestimmt führen will und soll.

Neben der reinen Pflegeleistung ist auch die gesamte administrative Abwicklung der Vorgänge über Kranken- und Pflegekassen zu berücksichtigen. Viel mehr Zeit als normal ist aufzuwenden für Arztbesuche. Ein pflegebedürftiger Mensch ist nicht mehr selbst in der Lage Arztbesuche zu koordinieren und wahrzunehmen. Die An- und Abfahrt zur Praxis ist eine logistische Herausforderung für die Familienangehörigen.

Und man darf nicht vergessen, dass der pflegebedürftige Mensch immer weniger selbst machen kann. Das beginnt bei der Hygiene und geht über Einkauf, Speisenzubereitung bis hin zum Wäschewaschen. All das übernehmen die Familienangehörigen noch zusätzlich.

Unterstützung durch die Gesellschaft

Die Gesellschaft sieht zum Glück viel Unterstützung für derart belastete Familien vor. Das ist einerseits finanzielle Unterstützung, aber auch Pflegedienste und Pflegeheime können von den Angehörigen der zu pflegenden Person in Anspruch genommen werden. Man kann auch selbst seinen Job pausieren, um seine Angehörigen zu pflegen. Von zehn Tagen Arbeitsverhinderung bis zur Pflegezeit-Freistellung für bis zu sechs Monate gibt es Möglichkeiten zur Pflege von Angehörigen in häuslicher Umgebung. Auch eine Familienpflegezeit bis zu 24 Monate ist denkbar. Für diesen persönlichen Einsatz bekommt man eine finanzielle Entlastung über öffentliche Geldtöpfe bezahlt. Natürlich ist das viel weniger, als man normalerweise über seinen Job bekommen würde. Pflegeleistung wird halt nicht wirklich gut bezahlt.

Finanzielle Entlastung

Auch gibt es weitere Geldtöpfe, die man als belastete Familienangehörige in Anspruch nehmen kann, um finanziell entlastet zu werden. Man kann diese finanzielle Unterstützung für Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege in unterschiedlichen Einrichtungen einsetzen. Damit bekommt man dringend benötigte Zeit zur Erholung und zum Durchatmen.

Weitere finanzielle Unterstützung erhält man für den Umbau der eigenen Wohnung zur Verbesserung der Pflegesituation im eigenen Heim. Zum Beispiel empfiehlt es sich, das Bad des pflegebedürftigen Angehörigen so umzubauen, damit dieser ebenerdig in die Dusche gehen oder rollen kann. Alte Duschtassen sind so gebaut, dass ein großer Schritt über eine Schwelle gemacht werden muss. Das kann beim Krankheitsbild einer pflegebedürftigen Person nicht mehr möglich sein.

Unterstützung durch den Pflegebedürftigen

Aber der Pflegebedürftige muss Hilfe auch annehmen können. Dies ist für viele Familien die aufreibendste Belastung. Der Pflegebedürftige will häufig nicht einsehen, wie wenig er noch selbst leisten kann, und wie abhängig er bereits von anderen Menschen geworden ist. Und so werden naheliegende Lösungen wie Unterstützung durch Pflegebett, Rollator und Rollstuhl, Umbau der Wohnung z.B. mit Handläufen entlang der Wände, Nutzung von Dusch- und Toilettenstühlen durchweg abgelehnt. Auch der Einsatz von Pflegediensten für das morgendliche Anziehen und die Medikamentengabe wird heftig bekämpft.

Die größte Herausforderung für die pflegenden Familienangehörigen ist aber die Verantwortung für den Pflegebedürftigen. Jederzeit kann bei gewissen Krankheitsbildern ein Sturz schon zu schweren Verletzungen führen. Also muss der Pflegebedürftige rund um die Uhr begleitet werden, auch Nachts. Wenn man einmal miterlebt hat, wie die pflegenden Angehörigen nicht mehr schlafen können, weil sie jederzeit auf ein dumpfes Fallgeräusch des Pflegebedürftigen hören, dann weiß man, dass man etwas ändern muss.

Um dieses Gefühl der Hilflosigkeit zu überkommen sollte man die Möglichkeiten einer Vollzeitpflegekraft im häuslichen Umfeld in Betracht ziehen. Es gibt viele Dienstleister, die diesen Service anbieten. Man muss dann einen Wohnbereich für die Pflegekraft vorbereiten. Aber auch hier hängt es davon ab, ob der Pflegebedürftige diese Art der Hilfe annimmt.

Suche nach Pflegeplätzen

Wenn der Pflegebedürftige alle Maßnahmen zu Hause abgelehnt hat, geht man auf die Suche nach Pflegeplätzen. Natürlich konzentriert man die Suche auf Pflegeheime in der Nähe des eigenen Wohnortes. Der Hausarzt kann Empfehlungen aussprechen. Idealerweise setzt man den Pflegebedürftigen auf die Warteliste des Pflegeheims seiner Wahl. Bis man dann einen Dauerpflegeplatz erhält ist eine Frage der Zeit. Diesen Schritt sollte man schon sehr früh im Prozess machen.

Von der Kranken- und Pflegekasse erhält man Hinweise für die Suche nach Pflegeheimen. Auch das Pflegetelefon des Bundesfamilienministeriums (030-20179131) hilft einem mit Ratschlägen. Eine Website des Ministeriums namens Wege zur Pflege soll den Familien helfen, die Spannbreite der Möglichkeiten kennenzulernen, die es mittlerweile in der Pflege kranker und alter Menschen gibt.

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Pflegealltag (Photo by Jsme MILA on Pexels.com)

Die Rechte der Pflegebedürftigen beschreibt die Pflegecharta. Diese wurde geschaffen, um die Lebenssituation hilfe- und pflegebedürftiger Menschen in Deutschland zu verbessern.

Auch die Stadt Düsseldorf hat ein Pflegebüro und gibt auf seiner Website Ratschläge zur Pflege oder über Hilfe im Alltag von Familien, die in dieser Situation sind.

Der BKK-Dachverband bietet auch auf seiner Website eine gut gepflegte Übersicht zu Pflegeangeboten.

Die Empfehlung, die man immer wieder erhält, ist die Heimfinder NRW App zu nutzen.

Erfahrungen mit der Heimfinder NRW App

Startscreen der Heimfinder NRW App
Startscreen der Heimfinder NRW App

Für die Angehörigen eines Pflegebedürftigen ist es sehr hilfreich eine Information über freie Kurzzeit- oder Dauerpflegeplätze zu erhalten. Die vom BKK-Dachverband erstellte Liste mit Anbietern für einen vorgegebenen Postleitzahlbereich gibt einem zwar einen Überblick, aber man muss dann doch jeden dieser Anbieter abtelefonieren. Man wird aufgefordert einen Antragsbogen auszufüllen. Jeder Anbieter hat sein eigenes Design für diese Anträge, von einfach bis aufwändig ist alles dabei.

Impressum der Heimfinder NRW App
Impressum der Heimfinder NRW App

Die Erfahrung zeigt, dass die Anbieter per E-Mail oder Post eingeschickte Antragsbögen nicht weiter beachten. Wichtig ist nur die persönliche Vorsprache. Das alleine zeigt auf, wie zeitaufwändig die Suche nach einem Pflegeplatz ist. Und mit einem Hilfsmittel wie der Heimfinder NRW App kann man die Anfragen dann genau auf die Anbieter konzentrieren, die freie Plätze ausweisen.

Das ist eine der Kernfunktionalitäten dieser App. Die Anbieter mit freien Heimplätzen werden in einer Listendarstellung und in einer Kartendarstellung präsentiert.

Ansonsten ist bei jedem Anbieter ausgewiesen, ob es sich bei den freien Plätzen um Einzel- oder Doppelzimmer für Damen oder Herren handelt. Die Anbieter zeigen auch auf, ob diese Plätze für jeden Pflegebedürftigen möglich sind, oder nur für spezielle Zielgruppen wie Demenzkranke, Wachkomapatienten oder beatmungspflichtige Personen.

Auf der Karte sind Anbieter entweder in Gelb oder Grün markiert. Hinter diesem Farbcode steckt, dass bei gelb maximal ein Heimplatz und bei grün mehrere Heimplätze verfügbar sind. In der Listendarstellung würde ich mir wünschen, dass schon auf dieser Ebene die Anzahl der Dauerpflegeplätze angezeigt wird. Das würde die Ansicht stark verbessern.

Die Realität abseits der App

Viele der offenen Dauerpflegeplätze werden nicht angezeigt. Das oben genannte Werkzeug der Wartelisten verhindert, dass freie Plätze in einem Pflegeheim mit Warteliste in dieser App angekündigt werden. Deshalb ist diese App nicht immer wirklich aussagekräftig und liefert keinen vollständigen Überblick.

Darüberhinaus führt eine erfolgreiche Suche in der App nach einem Dauerpflegeplatz nicht automatisch zu einem Vertragsabschluss. Nach dem Erstgespräch und der Übergabe des ausgefüllten Antragsbogens mit zusätzlichen Informationen (z. B. Nachweis der Pflegestufe, Krankheitsbild, finanzielle Übersicht) werden die Unterlagen durch die Heimleitung geprüft. Die Entscheidung teilt einem der Anbieter dann mit. Eine Ablehnung ist jederzeit möglich. In den seltensten Fällen wird man als Angehöriger über die Ablehnungsgründe informiert.

Abwägungen und Entscheidungen für Pflegeplätze

Wenn der Pflegebedürftige nicht mehr selbst in der Lage ist für sich und seinen weiteren Weg zu entscheiden, dann verbleibt diese Entscheidung bei den nächsten Angehörigen. Es ist dann immer eine Abwägung zwischen schnellem Finden eines Pflegeheimplatzes und den Wunschvorstellungen der Angehörigen und des Pflegebedürftigen. Natürlich möchte man ein Pflegeheim in der Nähe finden. In der Umgebung, die alle Beteiligten kennen. Idealerweise auch, wo der langjährige Hausarzt ins Pflegeheim zur Visite kommt.

Die Enfernung und die dafür benötigte Anfahrtzeit ist auch ein wichtiger Faktor für die Entscheidung. Je weiter das Pflegeheim entfernt ist, desto zeitaufwändiger und seltener wird der Besuch der Angehörigen.

Viele Pflegeheime bieten Doppelzimmer an. Der Sinn dieser Räume ist es für Ehepaare gemeinsame Räumlichkeiten in einer Pflegeumgebung zu ermöglichen. Relativ viele Doppelzimmer für Damen werden angeboten. Auch hier gilt es abzuwägen, ob man seinem pflegebedürftigen Angehörigen diese Wohn- und Lebenssituation anbieten möchte. Für die Pflege-suchenden Kinder ist es natürlich eine große Hilfe, dass es diese Möglichkeit gibt. Aber jedem Pflegebedürftigen steht ein Einzelzimmer zu, auch wenn die Pflege-Charta das nicht so explizit formuliert. Da wird nur auf die Möglichkeit der Privatheit hingewiesen. Aber dies und den Rückzug in einen eigenen Raum möchte man seinem Elternteil auch ermöglichen und lehnt sehr häufig diese Angebote ab.

Die Kosten eines Dauerpflegeplatzes sind im Vergleich zu einem Kurzzeitpflegeplatz geringer. Man kann pro Kurzzeitpflegetag von 200€ Kosten ausgehen. Das ist für die Familien eine große Belastung, wenn man diese Pflege über einen längeren Zeitraum in Anspruch nehmen muss. Deshalb ist es wichtig so schnell wie möglich einen Dauerpflegeplatz zu bekommen. Dankenswerterweise gibt es in Nordrhein-Westfalen eine Lösung wie die Heimfinder NRW App, die einem die Suche erleichtert.

Beobachtungen bezüglich freier Heimplätze

Ich habe über mehrere Tage die Entwicklung der verfügbaren Dauerpflegeplätze in Pflegeheimen in meiner Umgebung beobachtet. Daraus ist folgende Statistik entstanden.

Datum / KategorieAngezeigte PflegeheimDauerpflegeplätzeDoppelzimmerDavon Zimmer für BeatmungspatientenMögliche Einzelzimmer für Damen
28.5.202415269611
29.5.202413257612
30.5.202415317618
31.5.202416357622
4.6.202417399624
Suche nach Pflegeplätzen in Pflegeheimen in der Heimfinder NRW App im Umkreis von 20 km

Man kann also erkennen, dass die Anzahl der Heimplätze dynamisch ist. Heimplätze werden recht schnell auch wieder belegt. Die Nachfrage ist hoch. Außerdem sorgen die Pflegeheim-Verantwortlichen dafür, dass neben der Freigabe der Heimplätze in der Heimfinder NRW App auch direkt die Pflegeplatzsuchenden angesprochen werden. Dabei werden innerhalb von wenigen Tagen freie Dauerpflegeplätze wieder neu belegt.

Und manchmal muss man auch Glück haben. Die Heimfinder NRW App ist ein Weg der Ansprache. Ein anderer Weg ist die direkte Ansprache der Pflegeheime in der Nähe. Beide Wege zusammen angewendet erhöhen die Chancen massiv, schließlich einen Dauerpflegeplatz für seinen Angehörigen zu bekommen.

Fazit

Die Digitalisierung bei der Suche nach Dauerpflegeplätzen mit der Heimfinder NRW App ist ein gutes Beispiel für viele der Lösungen, die auf dem Community-Prinzip basieren. Sei es AirBnb mit Unterkünften, Lieferando mit Restaurants oder Uber mit Fahrtdiensten. Immer ist eine zentrale Software der Vermittler von Services, die viele Partner in diese App einstellen. Und damit gibt es für einen Kundenkreis die Möglichkeit auf einen Blick viele der Angebote zentral finden und vergleichen zu können.

Die Heimfinder NRW App leistet seinen Beitrag dabei in Nordrhein-Westfalen eine Übersicht darüber zu bekommen, wo in der Nähe verfügbare Heimplätze zu finden sind. Eine begrüßenswerte Initiative des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. Aber erst in Verbindung mit persönlicher Ansprache der Pflegeheime vor Ort und Aufnahme in Wartelisten erreicht man mit viel Glück dann das Ziel einen Dauerpflegeplatz für seinen pflegebedürftigen Angehörigen zu finden.

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