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Zwanzig Jahre Geocaching

Mit GPS durch die Natur laufen und kleine Verstecke suchen. Geocaching machen wir seit zwanzig Jahren. Nerds lernen die Welt kennen.

Dieses Wochenende war ich mal wieder mit meinem Freund Elmar Geocachen rund um den Altenberger Dom. Dabei habe ich festgestellt, daß ich noch nie einen Beitrag ĂŒber das Geocaching geschrieben habe. Obwohl es unser Digitales Leben schon so sehr bereichert hat. Und dieses Hobby Geocaching ist zwanzig Jahre alt geworden – Happy Birthday.

Geocaching rund um den Altenberger Dom.
Das Geocaching-Logo ist ein registriertes Markenzeichen von Groundspeak, Inc., das mit freundlicher Genehmigung verwendet wird

Diesen Mangel möchte ich heute beheben. Ich möchte darstellen, warum gerade das Geocaching ein hervorragendes Beispiel fĂŒr unser Digitales Leben ist. Ich möchte mich bei Elmar bedanken fĂŒr die Informationen, die ich einer seiner SchulungsprĂ€sentationen entnommen habe.

Was ist Geocaching?

Geocaching ist eine Initiative, die dafĂŒr sorgte, daß viele Computernerds endlich vom Computer in ihren BĂŒros und Wohnungen weggezogen wurden. Sie sind mit einem GPS-fĂ€higen GerĂ€t in die freie Natur gegangen, um eine Art moderne Schnitzeljagd zu machen. Aber auch viele “normale” Menschen fĂŒhlten sich von dieser Art neuem digitalen Hobby sehr angesprochen. So ist die Geocacher-Community ein Querschnitt unserer Gesellschaft.

Einfach gesagt, ist Geocaching die Suche von Verstecken, welche bei einer Wanderung im GrĂŒnen oder in der Stadt gesucht werden können. Die Information, wo sich solch ein Versteck/Cache befindet, erhĂ€lt man im Internet. Im Internet sind die populĂ€rsten Seiten:

  • geocaching.com: das Original von Groundspeak
  • geoplaner.de: hilft bei der Planung von Routen, die sich als GPX-Datei herunterladen lassen.

Nutzung von GerÀten mit eingebautem GPS

Damit man mobil im Wald auf diese Versteck-Daten zugreifen kann, und sich zu den Koordinaten navigieren lassen kann, benötigt man GPS-fĂ€hige GerĂ€te. Jedes Smartphone bietet sich da an, aber auch SpezialgerĂ€te, wie solche von Garmin. Der Vorteil bei den SpezialgerĂ€ten ist, daß der Akku viel lĂ€nger und zuverlĂ€ssiger hĂ€lt als der von Smartphones.

Eine Auswahl von GPS-GerÀten von Garmin
Garmin GPS-GerÀte: auf gehts zum Geocaching

Der Vorteil von Smartphones ist, daß man Geocache-Daten direkt von der Servern von Geocaching.com herunterladen kann und damit immer den neuesten Stand hat. Voraussetzung ist allerdings, daß man auch Empfang hat. Dieser Vorteil geht hĂ€ufig durch die schlechte Abdeckung der Mobilfunknetze verloren. Gerade in TĂ€lern z.B. des Bergischen Landes hat man weder mit Telekom noch mit Vodafone Empfang und kann damit in vielen FĂ€llen keine aktuellen Daten beziehen. Gut, wenn man dann im Team unterwegs ist und ein Kollege eines dieser SpezialgerĂ€te mit vorbereiteten Kartendaten nutzt.

Trotzdem ziehe ich persönlich die Smartphone-Lösung vor. Mit Apps wie den folgenden hat man alle Hilfsmittel in seinem Smartphone, mit denen man erfolgreich geocachen kann.

  • Geocaching: das Original von Groundspeak fĂŒr iOS und Android.
  • Looking4Cache Pro: mein Favorit auf iOS
  • GCDroid: eine Lösung auf Android
  • GCTools: eine Geocaching-Tool-Sammlung
  • Geocaching Toolkit iGCT: wie der Name schon sagt, eine weitere Geocaching-Tool-Sammlung.

Hintergrund zu Geocaching und Groundspeak

Geocaching in seiner heutigen Form entstand 2000 mit der Freigabe und erweiterten Genauigkeit fĂŒr die zivile Nutzung von GPS Satelliten. Vorher war dies vorwiegend dem amerikanischen MilitĂ€r vorbehalten. Am 3. Mai 2000 wurde der erste Geocache versteckt. Im September 2000 ist mit der Firma Groundspeak ein gewinnorientiertes Unternehmen gegrĂŒndet worden, das Betreiber der grĂ¶ĂŸten Geocaching-Plattform in Internet, Geocaching.com, geworden ist.

Darstellung des Geocache GC8AJ7Q in der Geocaching App

Mehr als 15 Millionen User sind Benutzer dieses Services. Der Service ist grundsĂ€tzlich kostenfrei, aber es gibt auch einen kostenpflichtigen Premium-Service, der einen vollstĂ€ndigen Blick auf alle gelisteten Geocaches bietet. Wenn man sich anmeldet, dann wĂ€hlt man auch seinen Geocacher-Namen aus, der fĂŒr die zukĂŒnftige Kommunikation verwendet wird. Dieser ist weltweit einmalig. Übrigens werden Nicht-Geocacher als Muggel bezeichnet, nach dem Begriff Muggel aus Harry Potter. Bei Joanne K. Rowling sind es die Nicht-Magischen, beim Geocachen sind es die Nicht-Wissenden 😉

Weltweit gibt es mittlerweile mehr als 2.800.000 Caches. Diese Caches sind rund um uns herum versteckt und idealerweise findet man diese mit den oben genannten Werkzeugen an den im Internet gespeicherten GPS-Positionen. Sie werden in der Geocaching-Datenbank mit einem GC-Code angegeben und dieser ist weltweit eindeutig. So sieht der Geocache GC8AJ7Q Der letzte Abt von Altenberg in der offiziellen Geocaching-App aus.

Die Regeln zum Cachen sind recht einfach. Im Einklang mit der Natur und nicht gegen Gesetze oder geltendes Recht verstoßen. Nicht andere oder sich gefĂ€hrden und Spaß bei der Suche haben.

Wie sehen Geocaches aus?

Geocaches sind BehĂ€lter von unterschiedlicher GrĂ¶ĂŸe. In diesen ist mindestens immer ein Logbuch in entsprechender GrĂ¶ĂŸe enthalten. In dieses trĂ€gt man seinen Geocacher Code und die Zeit ein, zu der man diesen gefunden hat. Neben den LogbĂŒchern findet man noch andere Artikel in den Geocaches, z.B. Geocoins. Folgende GrĂ¶ĂŸen von Geocaches unterscheidet man.

Nano

Geocache in Nano-GrĂ¶ĂŸe

Dies ist die kleinste GrĂ¶ĂŸe eines Geocaches. In den meisten FĂ€llen ist es ein kleiner magnetischer BehĂ€lter, der ein zusammengerolltes Papier als Logbuch enthĂ€lt. Sehr hĂ€ufig findet man sie an metallischen GelĂ€ndern oder Straßenschildern. NatĂŒrlich an eher wenig einsehbaren Stellen, wie z.B. auf der RĂŒckseite eines Verkehrsschildes.

Micro

Geocache in Micro-GrĂ¶ĂŸe

ein wenig grĂ¶ĂŸer als der Nano und meistens wird dafĂŒr eine alte Film-Dose verwendet. Ich wundere mich, daß es diese Dosen heute noch gibt, da fast keiner mehr analoge Fotos macht. Eventuell hat sich da ein neuer Markt rund um das Geocaching entwickelt und diese Filmdosen werden extra fĂŒr diesen Zweck hergestellt.

Small

Geocache in Small-GrĂ¶ĂŸe

sehr hĂ€ufig werden hier kleine Tupperboxen oder Ă€hnliches eingesetzt. Wichtig ist, daß diese fest verschlossen werden können, damit keine Feuchtigkeit eindringen kann. Diese Boxen sind dann schon so groß, daß dort kleinere NotizbĂŒcher als Logbuch abgelegt sind. Auch Geocoins und andere Artikel findet man hier zum Tauschen.

Regular

Geocache in Regular-GrĂ¶ĂŸe

Normal große Tupperboxen oder Ă€hnliches werden verwendet. Auch diese mĂŒssen wasserdicht verschlossen werden können. Hier findet man schon grĂ¶ĂŸere LogbĂŒcher, Stifte, Geocoins und andere Artikel zum Tauschen. Je grĂ¶ĂŸer die Geocaches werden, um so schwieriger wird es sie zu verstecken.

Large

Geocache in Large-GrĂ¶ĂŸe

Sehr große Boxen, z.B. Munitionsboxen der Nato-Staaten werden hier gerne verwendet. Der Phantasie ist hier keine Grenze gesetzt. Der FĂŒllmenge aber auch nicht. Was sich manchmal in solchen Boxen findet ist schon sehr interessant.

DarĂŒber hinaus gibt es dann manchmal auch richtige XXL-GrĂ¶ĂŸen. Von Schatztruhen, StreusalzbehĂ€ltern bis zu ganzen GartenhĂ€uschen haben wir schon alles erlebt.

Welche Cachetypen gibt es?

Warum gibt es verschiedene Cachetypen, werde ihr jetzt fragen? Nun ja, wie bei jedem Spiel entwickelt sich auch das Geocaching weiter. Die Nutzer und Macher haben dieses Spiel immer weitereintwickelt. Die nun folgenden Beschreibungen der unterschiedlichen Cachetypen habe ich von der offiziellen Geocaching-Seite ĂŒbernommen.

  • Der am weitesten verbreitete Geocache ist der Traditional-Cache. Dies war der Standard-Geocache, bis es fĂŒr einige Nutzer dieses Spiel zu langweilig geworden ist, einfach nur an einer vorgegebenen GPS-Position zu suchen und diesen zu finden. RĂ€tsel oder mehrere Stationen sind hierbei nicht erlaubt
  • Der Multi-Cache macht mir persönlich am meisten Spaß. Von einer Anfangsposition ausgehend muß man die Stationen finden oder ermitteln, um abschließend den Final zu finden. Hier kann man mehrere Stunden in der Natur unterwegs sein, wobei mein Erfahrungswert zeigt, daß maximal 500 Meter Strecke zwischen den einzelnen Stationen zurĂŒckgelegt werden muß. Oft werden mit den einzelnen Zwischenstationen zum Teil recht trickreiche Aufgaben verbunden, die vor Ort zu bewĂ€ltigen sind. Auch das EinfĂŒgen eines Micro-Caches als Zwischenstation kann vorkommen
  • Mystery- oder RĂ€tsel-Caches erfordern meist einige Vorarbeit zu Hause. Die hier gestellten Aufgaben können in der Regel nicht vor Ort gelöst werden. Bei den in der Geocache-Beschreibung angegebenen Koordinaten handelt es sich nur um ungefĂ€hre Geocache-Koordinaten. Die endgĂŒltigen Koordinaten erhĂ€lt man erst nach dem Lösen des RĂ€tsels. Ein Geochecker ist bei solchen Caches auch direkt auf der Geocaching.com-Seite eingebaut und hilft bei der ÜberprĂŒfung der Lösung
  • Der Earth-Cache soll den Geocacher zu einem geologisch besonders interessanten Ort auf dieser Welt fĂŒhren. An diesem Ort soll Wissen ĂŒber die Erdgeschichte vermittelt werden. Daher werden Earth-Caches auf einer separaten Seite eingestellt und von anerkannten Geologen zunĂ€chst ĂŒberprĂŒft, ob sie die Anforderungen an einen Earth-Cache erfĂŒllen.

Was gibt es noch fĂŒr Konzepte?

Übersicht der Souvenirs in der Geocaching-App

Neben diesen Cachetypen gibt es noch weitere interessante Konzepte, wie z.B. Geocoins oder Travelbugs, die dieses Spiel weiterentwickelt haben. Ich empfehle jedem auf der zentralen Webseite von Geocaching.com vorbeizuschauen und sich die aktuellen Ideen und Konzepte anzulesen. Ich denke, fĂŒr jeden ist was dabei.

Das zentrale Konzept ist aber weiterhin, daß man sich an der frischen Luft bewegt, entweder allein, oder mit Gleichgesinnten, und Geocaches auf dieser Welt sucht. Ich persönlich geocache ĂŒberall auf der Welt wohin ich reise. Als Belohnung bekomme ich fĂŒr jedes Land einen virtuellen Preis, ein sogenanntes Souvenir, wenn ich den ersten Cache in diesem Land finde und registriere.

Beispiele fĂŒr Geocache-Verstecke

Eine ganz besondere Disziplin beim Geocaching ist nicht nur das Suchen, sondern vor allem das Verstecken. Ein Dank geht an all die hunderttausende Geocache-Owner, die diese ĂŒberhaupt vorbereiten, dokumentieren und pflegen. Es gibt ein Regelwerk was beschreibt, wo Geocaches angelegt werden dĂŒrfen und nicht, und wie sie nach Schwierigkeit und GelĂ€nde bewertet werden mĂŒssen, damit der Geocacher weiß, auf was er sich einstellen muß.

Ein Geocache am Altenberger Dom.
Schwierigkeit 2,5 und Terrain 1,5 fĂŒr den großen Geocache GC8AJ7Q
  • die Schwierigkeit (1-5) hat mit dem Findes des Verstecks oder dem Lösen eines RĂ€tsels zu tun, bei dem bei 1 das problemlos zu finden ist und bei 5 auch gerne mal ein Kryptologe hinzugezogen wird
  • das GelĂ€nde (1-5) fĂ€ngt bei 1 mit Flip Flop auf dem BĂŒrgersteig an, ĂŒber Wanderwege 2-3 und endet bei 4-5 mit KletterausrĂŒstungen, schwimmen, tauchen etc.

Der wohl schwierigste Cache befindet sich nicht auf der Erde sondern im Orbit auf der ISS und wurde erst 2 mal gefunden. Somit kann eigentlich jeder, vom FußgĂ€nger bis zum Astronauten, diesem Hobby nachgehen.

Fazit

Geocaching ist ein großer Spaß, um die Welt zu entdecken. Es gibt eine große Community von Menschen, die seit fast 20 Jahren mit Begeisterung dabei sind. Viele haben mittlerweile tausende von Caches gelogged. Ich selbst bin mit Stand 2.3.2020 bei 514 Geocaches angekommen und betreibe dieses Hobby seit 2009. Ich gehöre damit zu den eher weniger enthusiastischen Geocachern. Mir ist es vor allem wichtig, mit lieben Menschen gemeinsam unterwegs zu sein und schöne Gegenden und besondere Caches zu finden. Deswegen freue ich mich immer ĂŒber Tips zu schönen Multi-Caches. Und diesen Altenberger Geocache kann ich uneingeschrĂ€nkt empfehlen. Auch fĂŒr AnfĂ€nger. Der Final ist einfach großartig. Probiert es selbst mal aus.

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