Zwanzig Jahre Geocaching

Dieses Wochenende war ich mal wieder mit meinem Freund Elmar Geocachen rund um den Altenberger Dom. Dabei habe ich festgestellt, daß ich noch nie einen Beitrag über das Geocaching geschrieben habe, obwohl es unser Digitales Leben schon so sehr bereichert hat.

Das Geocaching-Logo ist ein registriertes Markenzeichen von Groundspeak, Inc., das mit freundlicher Genehmigung verwendet wird

Diesen Mangel möchte ich heute beheben und darstellen, warum gerade das Geocaching ein hervorragendes Beispiel für unser Digitales Leben darstellt. Ich möchte mich bei Elmar bedanken für die Informationen, die ich einer seiner Schulungspräsentationen entnommen habe.

Geocaching ist eine Initiative, die dafür sorgte, daß viele Computernerds endlich vom Computer in ihren Büros und Wohnungen weggezogen wurden und mit einem GPS-fähigen Gerät in die freie Natur gegangen sind, um eine Art moderne Schnitzeljagd zu machen. Aber auch viele „normale“ Menschen fühlten sich von dieser Art neuem digitalen Hobby sehr angesprochen und so ist die Geocacher-Community ein Querschnitt unserer Gesellschaft geworden.

Einfach gesagt, ist Geocaching die Suche von Verstecken, welche z.B. bei einer Wanderung im Grünen oder in der Stadt gesucht werden können. Die Information, wo sich solch ein Versteck/Cache befindet, erhält man im Internet. Im Internet sind die populärsten Seiten:

  • geocaching.com: das Original von Groundspeak
  • geoplaner.de: hilft bei der Planung von Routen, die sich als GPX-Datei herunterladen lassen.

Damit man mobil im Wald auf diese Versteck-Daten zugreifen kann, und sich zu den Koordinaten navigieren lassen kann, benötigt man GPS-fähige Geräte. Jedes Smartphone bietet sich da an, aber auch Spezialgeräte, wie solche von Garmin (Link). Der Vorteil bei den Spezialgeräten ist, daß der Akku viel länger und zuverlässiger hält als der von Smartphones.

Garmin GPS-Geräte: auf gehts zum Geocaching

Der Vorteil von Smartphones ist, daß man Geocache-Daten direkt von der Servern von Geocaching.com herunterladen kann und damit immer den neuesten Stand hat. Voraussetzung ist allerdings, daß man auch Empfang hat. Dieser Vorteil geht häufig durch die schlechte Abdeckung der Mobilfunknetze verloren. Gerade in Tälern z.B. des Bergischen Landes hat man weder mit Telekom noch mit Vodafone Empfang und kann damit in vielen Fällen keine aktuellen Daten beziehen. Gut, wenn man dann im Team unterwegs ist und ein Kollege eines dieser Spezialgeräte mit vorbereiteten Kartendaten nutzt.

Trotzdem ziehe ich persönlich die Smartphone-Lösung vor. Mit Apps wie den folgenden hat man alle Hilfsmittel in seinem Smartphone, mit denen man erfolgreich geocachen kann.

  • Geocaching: das Original von Groundspeak für iOS und Android.
  • Looking4Cache Pro: mein Favorit auf iOS
  • GCDroid: eine Lösung auf Android
  • GCTools: eine Geocaching-Tool-Sammlung
  • Geocaching Toolkit iGCT: wie der Name schon sagt, eine weitere Geocaching-Tool-Sammlung.

Hintergrund zu Geocaching und Groundspeak

Geocaching in seiner heutigen Form entstand 2000 mit der Freigabe und erweiterten Genauigkeit für die zivile Nutzung von GPS Satelliten. Vorher war dies vorwiegend dem amerikanischen Militär vorbehalten. Am 3. Mai 2000 wurde der erste Geocache versteckt. Im September 2000 ist mit der Firma Groundspeak ein gewinnorientiertes Unternehmen gegründet worden, das Betreiber der größten Geocaching-Plattform in Internet, Geocaching.com, geworden ist.

Mehr als 15 Millionen User sind Benutzer dieses Services. Der Service ist grundsätzlich kostenfrei, aber es gibt auch einen kostenpflichtigen Premium-Service, der einen vollständigen Blick auf alle gelisteten Geocaches bietet. Wenn man sich anmeldet, dann wählt man auch seinen Geocacher-Namen aus, der für die zukünftige Kommunikation verwendet wird. Dieser ist weltweit einmalig. Übrigens werden Nicht-Geocacher als Muggel bezeichnet, nach dem Begriff Muggel aus Harry Potter. Bei Joanne K. Rowling sind es die Nicht-Magischen, beim Geocachen sind es die Nicht-Wissenden 😉

Weltweit gibt es mittlerweile mehr als 2.800.000 Caches. Diese Caches sind rund um uns herum versteckt und idealerweise findet man diese mit den oben genannten Werkzeugen an den im Internet gespeicherten GPS-Positionen. Sie werden in der Geocaching-Datenbank mit einem GC-Code angegeben und dieser ist weltweit eindeutig. So sieht der Geocache GC8AJ7Q Der letzte Abt von Altenberg in der offiziellen Geocaching-App aus.

Die Regeln zum Cachen sind recht einfach. Im Einklang mit der Natur und nicht gegen Gesetze oder geltendes Recht verstoßen. Nicht andere oder sich gefährden und Spaß bei der Suche haben.

Wie sehen Geocaches aus?

Geocaches sind Behälter von unterschiedlicher Größe. In diesen ist mindestens immer ein Logbuch in entsprechender Größe enthalten. In dieses trägt man seinen Geocacher Code und die Zeit ein, zu der man diesen gefunden hat. Neben den Logbüchern findet man noch andere Artikel in den Geocaches, z.B. Geocoins. Folgende Größen von Geocaches unterscheidet man:

Nano: Dies ist die kleinste Größe eines Geocaches. In den meisten Fällen ist es ein kleiner magnetischer Behälter, der ein zusammengerolltes Papier als Logbuch enthält. Sehr häufig findet man sie an metallischen Geländern oder Straßenschildern. Natürlich an eher wenig einsehbaren Stellen, wie z.B. auf der Rückseite eines Verkehrsschildes.

Micro: ein wenig größer als der Nano und meistens wird dafür eine alte Film-Dose verwendet. Ich wundere mich, daß es diese Dosen heute noch gibt, da fast keiner mehr analoge Fotos macht. Eventuell hat sich da ein neuer Markt rund um das Geocaching entwickelt und diese Filmdosen werden extra für diesen Zweck hergestellt.

Small: sehr häufig werden hier kleine Tupperboxen oder ähnliches eingesetzt. Wichtig ist, daß diese fest verschlossen werden können, damit keine Feuchtigkeit eindringen kann. Diese Boxen sind dann schon so groß, daß dort kleinere Notizbücher als Logbuch abgelegt sind. Auch Geocoins und andere Artikel findet man hier zum Tauschen.

Regular: Normal große Tupperboxen oder ähnliches werden verwendet. Auch diese müssen wasserdicht verschlossen werden können. Hier findet man schon größere Logbücher, Stifte, Geocoins und andere Artikel zum Tauschen. Je größer die Geocaches werden, um so schwieriger wird es sie zu verstecken.

Large: Sehr große Boxen, z.B. Munitionsboxen der Nato-Staaten werden hier gerne verwendet. Der Phantasie ist hier keine Grenze gesetzt. Der Füllmenge aber auch nicht. Was sich manchmal in solchen Boxen findet ist schon sehr interessant.

Darüber hinaus gibt es dann manchmal auch richtige XXL-Größen. Von Schatztruhen, Streusalzbehältern bis zu ganzen Gartenhäuschen haben wir schon alles erlebt.

Welche Cachetypen gibt es?

Warum gibt es verschiedene Cachetypen, werde ihr jetzt fragen? Nun ja, wie bei jedem Spiel entwickelt sich auch das Geocaching weiter. Die Nutzer und Macher haben dieses Spiel immer weitereintwickelt. Die nun folgenden Beschreibungen der unterschiedlichen Cachetypen habe ich von der offiziellen Geocaching-Seite übernommen.

  • Der am weitesten verbreitete Geocache ist der Traditional-Cache. Dies war der Standard-Geocache, bis es für einige Nutzer dieses Spiel zu langweilig geworden ist, einfach nur an einer vorgegebenen GPS-Position zu suchen und diesen zu finden. Rätsel oder mehrere Stationen sind hierbei nicht erlaubt
  • Der Multi-Cache macht mir persönlich am meisten Spaß. Von einer Anfangsposition ausgehend muß man die Stationen finden oder ermitteln, um abschließend den Final zu finden. Hier kann man mehrere Stunden in der Natur unterwegs sein, wobei mein Erfahrungswert zeigt, daß maximal 500 Meter Strecke zwischen den einzelnen Stationen zurückgelegt werden muß. Oft werden mit den einzelnen Zwischenstationen zum Teil recht trickreiche Aufgaben verbunden, die vor Ort zu bewältigen sind. Auch das Einfügen eines Micro-Caches als Zwischenstation kann vorkommen
  • Mystery- oder Rätsel-Caches erfordern meist einige Vorarbeit zu Hause. Die hier gestellten Aufgaben können in der Regel nicht vor Ort gelöst werden. Bei den in der Geocache-Beschreibung angegebenen Koordinaten handelt es sich nur um ungefähre Geocache-Koordinaten. Die endgültigen Koordinaten erhält man erst nach dem Lösen des Rätsels. Ein Geochecker ist bei solchen Caches auch direkt auf der Geocaching.com-Seite eingebaut und hilft bei der Überprüfung der Lösung
  • Der Earth-Cache soll den Geocacher zu einem geologisch besonders interessanten Ort auf dieser Welt führen. An diesem Ort soll Wissen über die Erdgeschichte vermittelt werden. Daher werden Earth-Caches auf einer separaten Seite eingestellt und von anerkannten Geologen zunächst überprüft, ob sie die Anforderungen an einen Earth-Cache erfüllen.

Neben diesen Cachetypen gibt es noch weitere interessante Konzepte, wie z.B. Geocoins oder Travelbugs, die dieses Spiel weiterentwickelt haben. Ich empfehle jedem auf der zentralen Webseite (Link) vorbeizuschauen und sich die aktuellen Ideen und Konzepte anzulesen. Ich denke, für jeden ist was dabei.

Das zentrale Konzept ist aber weiterhin, daß man sich an der frischen Luft bewegt, entweder allein, oder mit Gleichgesinnten, und Geocaches auf dieser Welt sucht. Ich persönlich geocache überall auf der Welt wohin ich reise. Als Belohnung bekomme ich für jedes Land einen virtuellen Preis, ein sogenanntes Souvenir, wenn ich den ersten Cache in diesem Land finde und registriere.

Beispiele für Geocache-Verstecke

Eine ganz besondere Disziplin beim Geocaching ist nicht nur das Suchen, sondern vor allem das Verstecken. Ein Dank geht an all die hunderttausende Geocache-Owner, die diese überhaupt vorbereiten, dokumentieren und pflegen. Es gibt ein Regelwerk was beschreibt, wo Geocaches angelegt werden dürfen und nicht, und wie sie nach Schwierigkeit und Gelände bewertet werden müssen, damit der Geocacher weiß, auf was er sich einstellen muß.

  • die Schwierigkeit (1-5) hat mit dem Findes des Verstecks oder dem Lösen eines Rätsels zu tun, bei dem bei 1 das problemlos zu finden ist und bei 5 auch gerne mal ein Kryptologe hinzugezogen wird
  • das Gelände (1-5) fängt bei 1 mit Flip Flop auf dem Bürgersteig an, über Wanderwege 2-3 und endet bei 4-5 mit Kletterausrüstungen, schwimmen, tauchen etc.
Schwierigkeit 2,5 und Terrain 1,5 für den großen Geocache GC8AJ7Q

Der wohl schwierigste Cache befindet sich nicht auf der Erde sondern im Orbit auf der ISS und wurde erst 2 mal gefunden. Somit kann eigentlich jeder, vom Fußgänger bis zum Astronauten, diesem Hobby nachgehen.

Fazit

Geocaching (Link) ist ein großer Spaß, um die Welt zu entdecken. Es gibt eine große Community von Menschen, die seit fast 20 Jahren mit Begeisterung dabei sind. Viele haben mittlerweile tausende von Caches gelogged. Ich selbst bin mit Stand 2.3.2020 bei 514 Geocaches angekommen und betreibe dieses Hobby seit 2009. Ich gehöre damit zu den eher weniger enthusiastischen Geocachern. Mir ist es vor allem wichtig, mit lieben Menschen gemeinsam unterwegs zu sein und schöne Gegenden und besondere Caches zu finden. Deswegen freue ich mich immer über Tips zu schönen Multi-Caches. Und diesen Altenberger Geocache kann ich uneingeschränkt empfehlen. Auch für Anfänger. Der Final ist einfach großartig. Probiert es selbst mal aus.

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