Atari Mega ST – die Hardware – YouTube

Atari Mega ST – eine Videoreihe

Und hier kommt heute der lange vorher angekündigte erste Beitrag zu einem meiner Lieblingsrechner der 80er und 90er Jahre. In diesem kurzen Video zeige ich die Hardware dieses Rechners, der damals als Konkurrent von Commodore Amiga und Apple Macintosh angetreten war. Wie diese beiden hatte er einen 68000er Prozessor von Motorola. Er war angetreten, um eine kostengünstige Alternative zu den Platzhirschen mit graphischer Benutzeroberfläche der damaligen Zeit zu sein.

Das Betriebssystem TOS und die graphische Oberfläche GEM erlaubten zusammen mit dem 68000er-Prozessor eine leistungsfähige Plattform, die bis in die späten 90er Jahre der PC-Plattform ein würdiger Mitstreiter war. Natürlich waren die Hardware-Spezifikationen der PCs der späten 90er Jahre beeindruckender, aber die Kombination von Hardware, Betriebssystem, Utilities und Programmen erlaubten dem Atari-Benutzer trotzdem professionelle EDV-Nutzung.

PC-Nutzer mußten bis 1995 warten, bevor sie mit Windows 95 eine ähnlich einfach zu bedienende Benutzeroberfläche hatten wie ich sie seit 1986 hatte. Und mit Sicherheit waren diese PCs nicht so emotionalisiert, wie es dieser Atari für mich gewesen ist. Ein Rechner, dem ich mit dieser Video-Reihe eine kleine Hommage an eine glückliche Zeit geben will.

Wie bin ich zum Atari ST gekommen? Ich habe mit Sinclair Computern begonnen und die damalige Spitze der Sinclair-Produktreihe war der Sinclair QL. Ein Quantensprung sollte er laut Sir Clive Sinclair sein. Er sollte in direkter Konkurrenz zu den anderen 16 Bit-Rechnern stehen und war eine Abkehr von Sinclairs 8 Bit-Vergangenheit. Leider war dieser Rechner wie alle Sinclair-Modelle auf günstigen Preis getrimmt und so war statt eines vollwertigen 680000er nur ein 68008 eingebaut. Das war auch der Geburtsfehler dieses Modells. Er wurde nie als wahrer Konkurrent zu den echten 68000er-Rechnern gesehen. So leistungsmäßig eingeschränkt war er dann auch nicht mehr der große Erfolg am Markt und hat auch dann den Untergang von Sinclair Computers beschleunigt.

Trotz allem habe ich meinen Sinclair QL geliebt. Wie eigentlich alle Sinclair-Produkte war der QL schön designed, es gab tolle Dokumentation, grandiose Marketingaktionen von Sinclair und eine rege Szene, die diese Plattform unterstützt hatte. Irgendwann habe ich dann die deutsche Clubszene rund um den QL kennengelernt und meinen Rechner mit der Hilfe von vielen hilfsbereiten Mitgliedern auf den neuesten Stand gebracht. Ein Hardware-Interface zum Anschluss einer Maus. Die dazu passenden Betriebssystemerweiterungen, um eine schicke graphische Benutzeroberfläche nutzen zu können. Von Monat zu Monat wurde die Software-Ausstattung besser. Dann kam eine Speichererweiterung auf bis zu 768 KB und eine Floppy Disk hinzu. Das war die Spitze.

Auf einem dieser Clubtreffen habe ich dann Leute kennengelernt, die dann weitergegangen sind, und den QL als Hardware-Emulation in einem Atari ST haben laufen lassen. Auch dies war für mich der nächste logische Schritt, da mein Sinclair QL-System leistungsmäßig ausgereizt war. Die Atari ST-Plattform erwies sich als vielfach leistungsfähiger und der Einstieg in diese Klasse wurde mir mit einem günstigen Mega ST 2 leichtgemacht.

Gesagt, getan: in diesen Rechner wurde eine Hardware-Emulation des Sinclair QL eingebaut und ich konnte dieselbe Software und Umgebung in einer viel größeren Geschwindigkeit genießen. Aber parallel dazu konnte ich auch erste Versuche mit Ataris TOS und der GEM-Oberfläche machen, die nochmals leistungsfähiger war und meinem großen Vorbild (Apple Macintosh) schon sehr nahe kam.

Auch für den Atari ST gab es eine große Anzahl von Hardware- und Softwareanbietern und eine lebhafte Nutzergemeinde. Vor allem in Deutschland. Hier habe ich meine ersten Gehversuche mit DFÜ und den Maus-Netzen gemacht, die Diskussionsplattformen für Atari ST-Nutzer anboten. Noch heute kann man über Google die Diskussionen der späten 80er und 90er finden. Auf den Sinclair QL-Emulator habe ich dann fast nie mehr geschaltet. Stattdessen habe ich den 68000 auf 20 MHz hochgetaktet, eine Speichererweiterung auf 4MB eingebaut und in eine 60 MB Festplatte investiert.

Ich habe diesen Rechner bis zum Ende meines Studiums intensiv genutzt. Auf diesem ist meine Diplomarbeit entstanden. Mit LaTeX und Pascal XSC hatte ich alles auf diesem Rechner, was zum wissenschaftlichen Arbeiten notwendig war.

Ich habe diesen Rechner in Ehren gehalten. Diese Aufnahmen sind im Jahr 2011 entstanden, nachdem ich den Atari ST aus seinen Umzugskartons im Keller herausgeholt habe und aufbaute. Das System funktioniert auch nach 12 Jahren Nichtbenutzung immer noch einwandfrei und erlaubte mir an diesem Abend einige spannende Aufnahmen, die ich in den nächsten Wochen noch verarbeiten werde.

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