Atari Mega ST – Boot up Procedure – YouTube

Atari Mega ST – Die Boot up Sequenz

Auf Bitte eines kritischen Betrachters meines ersten Beitrags zum Atari Mega ST schiebe ich hier einen Beitrag zur Boot up Sequenz bei meinem alten Rechner nach.

Seit 1986/87 habe ich den Rechner bis 1997 im Dauereinsatz gehabt. Kein PC ist auf meinen Schreibtisch gekommen. Außer wĂ€hrend der Uni-Zeit, wo man im Rechenzentrum eine Vielzahl von PCs und Unix-Rechnern nutzen konnte. Von 1997 bis ca. 2000 wurde der Atari ST nur noch sporadisch eingesetzt, da ich ab 1997 ĂŒber meine Firma dann PCs zur VerfĂŒgung gestellt bekommen habe, um dann in Kundenprojekten produktiv sein zu können. Seit 2000 kam dann privat auch ein Pentium II von Fujitsu-Siemens hinzu, so daß das System, was ihr in meinen Videos seht bis September 2010 nicht wieder genutzt wurde.

Er bootet wirklich

Umso erstaunlicher ist es fĂŒr mich gewesen, daß der Rechner einwandfrei hochfuhr, von seiner Bootdisk (die auch ĂŒber 20 Jahre alt ist und 10 Jahre intensiv genutzt wurde) startete, und dann die Daten einwandfrei von der Festplatte hochlud. Nach wenigen Sekunden war dann mein – highly customized – Desktop aus dem Jahr 1997 zu sehen. Eine Hommage an Apple-OberflĂ€chen in Kombination mit dem Windows Start-Button, der mir damals auch sehr gut gefallen haben muss.

Ich habe damals alles VerfĂŒgbare zur Beschleunigung meines Atari-Systems eingesetzt. Der Rechner war mit 20 MHz getaktet und rannte wie wild. Eigentlich ein toller Langzeitnachweis dafĂŒr, daß Übertakten dem Prozessor langfristig nicht schadet 🙂 Dann hatte dieser natĂŒrlich den Blitter Chip, was bei der Grafikdarstellung natĂŒrlich auch sehr half. SoftwaremĂ€ĂŸig wurde dieser durch NVDI unterstĂŒtzt, was bei jedem Atari-Besitzer zur Pflichtsoftware gehörte. Ich habe immer die aktuellste Software bezogen, um immer mit vorne dabei sein zu können.

Auch die Atari-Szene war in Deutschland sehr aktiv. Anders als in anderen LĂ€ndern wurde der Atari ST in Deutschland vornehmlich professionell eingesetzt. Und das spĂŒrte man in den PressebeitrĂ€gen, der in Deutschland entwickelten Software (wie z.B. Calamus) und den professionellen Messen. Ich war bei einigen der Messen dabei und habe immer die gĂŒnstigen Messepreise fĂŒr Software und Hardware gerne angenommen.

Auch eine Vielzahl von unterschiedlichen Desktop-Replacements wurden damals entwickelt. Man musste schon zugeben, daß der von Atari standardmĂ€ĂŸig verbaute GEM Desktop optisch nicht der Kracher war. Vor allem auf einem Farb-Monitor sah das GrĂŒn schon sehr giftig aus.

Ich fĂŒhlte mich immer sehr von Apples Mac OS inspiriert. Zum GlĂŒck gab es viele Entwickler und Nutzer auf der Atari ST-Plattform, denen es genauso ging und ich nutzte damals den Gemini-Desktop mit einem Apple-Zeichensatz. Dazu einen Satz von konsistenten und schön gestalteten Icons und schon hatte ich meinen bevorzugten Desktop-Look. Ein Dock als Schnellstarter neben den ganzen Icons auf dem Desktop gab es noch nicht. Stattdessen habe ich einen Windows-Start Button eingefĂŒgt, der ein hervorragender und eleganter Programmstarter war. Also alles im Sinne: the best of both worlds 🙂

In weiteren BeitrÀgen werde ich genauer auf diese OberflÀche eingehen und auch die Programme vorstellen, die ich intensiv eingesetzt habe.

Damals habe ich mich ausgetobt, was die Konfiguration meines Rechners angeht. Umso ĂŒberraschter bin ich heute, daß ich dies mit meinen derzeitigen Apple-GerĂ€ten nicht mehr mache. Entweder bin ich einfach Ă€lter geworden oder ich habe die perfekte Plattform mit Mac OS X und iOS gefunden. Mögen andere darĂŒber urteilen – ich bin zufrieden 😉

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