Unitymedia ist jetzt Vodafone, oder: wie optimiere ich meine Connectivity-Strategie

Drei Jahre ist es jetzt her, dass ich einen Artikel (Link) über mangelhafte DSL-Connectivity in meiner Wohnung geschrieben habe. Und jetzt haben wir 2020, die Corona-Pandemie hat uns alle fest im Griff und hält uns zu Hause fest. Eine stabile Verbindung mit hoher Bandbreite und unbegrenztem Datenvolumen ist jetzt wichtig für Homeworker und Binge Watcher.

Damals 2017 ist der Gedanke bei mir gereift, daß ich meine Verbindungsstrategie sowohl im mobilen Bereich, als auch Zuhause kostenmäßig optimieren wollte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich zwei unterschiedliche Provider:

  • Mobilfunk durch Telekom: Mobil L mit Smartphone for Friends für 45€ im Monat. Es war ein vollwertiger 4G-Tarif mit zweijähriger Laufzeit und jährlicher automatischer Verlängerung. 6GB an Datenvolumen pro Monat waren inkludiert. Ich bin damals schon öfter an die Grenzen dieses Datenvolumens gestoßen
  • Festnetz, Internet und HD Fernsehen durch Unitymedia: 3play 400 war der Tarif, der auch eine Vielzahl an Fernsehsendern in HD Qualität vorsah. Dazu freier Zugriff auf maxdome zum Streaming von Fernsehinhalten. Downloadrate war 400Mbit und Uploadrate war 20Mbit. Alles zusammen für 55€ im Monat

Insgesamt hatte ich also für reine Datenconnectivity monatliche Kosten von 100€ auf der Rechnung. Da weitere monatliche Abonnements hinzukamen, wie z.B. Apple Music im Familientarif für 14,99€ oder 2TB an iCloud-Datenspeicher für 10€ im Monat, wollte ich die Kosten für reine Datenconnectivity-Services reduzieren.

Eine neue Connectivity-Strategie braucht das Land (Quelle: Webseiten von Telekom und Vodafone)

Welche Möglichkeiten bot der Markt?

Wenn man den deutschen Telefonie-Markt beobachtet, dann sind tatsächlich nur die zwei großen Telekommunikationsanbieter Telekom und Vodafone in der engeren Wahl für mich und mein Nutzungsverhalten geblieben. In der Vergangenheit habe ich mit 1&1 und Klarmobil schlechte Erfahrungen mit Resellern gemacht. Vordergründig sind diese viel billiger mit vergleichbarer Leistung und Qualität wie die beiden Großen. Aber tatsächlich waren die Erfahrungen sehr ernüchternd. Schlechte Datenverbindungen und niedrige Datentransferraten haben mir die günstigen Reseller verprellt.

Beide Anbieter, Telekom und Vodafone, haben vergleichbare Tarife mit ähnlichen Leistungen im Mobilfunkbereich. Auch die Qualität des Netzes ist vergleichbar, obwohl Telekom in den jährlichen Studien des Connect-Magazins besser abschneidet. Typische Vertreter von attraktiven Mobilfunktarifen waren im Juni 2019 folgende:

  • Vodafone Red S 8GB ohne Smartphone für durchschnittlich 34,99€. Durchschnittlich bedeutet, daß für die ersten zwölf Monate 29,99€ pro Monat und ab Monat dreizehn dann 39,99€ pro Monat fällig würden;
  • Telekom MagentaMobil M for Friends ohne Smartphone 5GB (+6GB) für 32,86€.

Im Festnetzbereich sind die Tarife schon unterschiedlicher. Vor allem, da sowohl Vodafone als auch Telekom im Juni 2019 nur Angebote bis maximal 175Mbit an meiner Wohnadresse anbieten konnten. Gegen Unitymedia kam keiner der beiden Anbieter wirklich heran.

Aber Unitymedia hatte kein attraktives Nur-Internet-Angebot. Bewußt boten diese nur 2play– oder 3play-Pakete mit größeren Datenbandbreiten an. Das reine 1play-Angebot endete bei 120Mbit Download-Bandbreite.

Wer braucht noch Fernsehprogramme?

Zu diesem Zeitpunkt war für mich auch klar, daß ich keinen Bedarf mehr für sequentielles Fernsehen hatte. Erstens fand ich das Fernsehprogramm auf den über 200 Sendern völlig unattraktiv, auf die ich Zugriff hatte. Zweitens hat sich mein Fernsehkonsum völlig verändert. Ich konsumierte Inhalte, die mich persönlich interessierten, und die erhielt ich on Demand entweder von YouTube, oder direkt aus den Mediatheken der Fernsehsender.

Die alte Form von Fernsehen, daß Nachrichten immer zur vollen Stunde, oder das Abendprogramm ab 20:15 gesendet wurde, war für mich einfach zu unflexibel geworden. Das Fernsehen hat unbestreitbar noch den Vorteil, daß attraktive Sportereignisse wie die Fußball-Bundesliga zuerst und exklusiv nur auf diesen Sendern verfügbar ist. Aber das war es für mich auch schon. Im Grunde bin ich nur noch selten bereit mich längere Zeit für aktuelle Ereignisse stundenlang vor den Fernseher zu setzen, sondern ziehe mir die Informationen bei Bedarf und flexibel aus dem Internet.

Außerdem habe ich mir über die Jahre eine große eigene Sammlung an Blue Ray-Filmen auf meine Festplatten kopiert und konnte mit Plex komfortabel auf diese Inhalte zugreifen. So entstehen große eigene Mediatheken. Und natürlich ist die Zeit für Streaming-Services wie Netflix, Apple TV+ und Disney + gekommen. Spätestens seit die Bandbreiten bei unseren Datenconnectivity-Anbietern größer und günstiger geworden sind.

Auch konnte ich in den Zeiten des Corona-Lockdowns selbst erfahren, daß ich in über 30 Tagen keine fünf Stunden Fernsehen geschaut habe. Das hat für mich den Ausschlag gegeben, nach einem Tarif zu schauen, der kein Fernsehprogramm mehr beinhaltet. Ich bin also für die Fernsehsender verloren, muß aber trotzdem weiter GEMA-Gebühren zahlen, da ich ja weiter auf die Mediatheken zugreife.

Wie findet man den optimalen Tarif?

Ich habe mir für meine Verbindungskosten-Strategie eine Tabelle erstellt, in der ich die selbst genutzten Tarife (siehe oben) anderen aktuellen Tarifen von Telekom, Vodafone und Unitymedia gegenüber gestellt habe.

Verbindungskosten-Strategie für Mobilfunk und Festnetz/Internet

Über die App Aboalarm (Link) habe ich bereits Anfang 2019 beide Verträge frühzeitig und komfortabel gekündigt, um dann in der Neugestaltung meiner Connectivity flexibel sein zu können. Der Mobilfunkvertrag war nun für September 2019 gekündigt und der Festnetz/Internet/TV-Vertrag lief zum April 2020 aus.

Relativ schnell war klar, daß ich von dem teuren Mobilfunk-Tarif inklusive Smartphone runterkommen wollte. Heutzutage sind die Subventionen für teuere Smartphones durch die Mobilfunkbetreiber nicht mehr attraktiv. Hohe Einmalzahlungen in Verbindung mit hohen monatlichen Zuzahlungen sind im Sinne einer Kostenkontrolle nicht optimal. Also war die Bestimmungsgröße nur noch das im Tarif beinhaltete Datenvolumen.

Stand 17.6.2019 konnte man bei Vodafone auf 8GB Datenvolumen im Red S Tarif kommen. Die Telekom bot damals als Reaktion auf Vodafones agressive Werbekampagne ein kompliziertes Angebot mit 5GB (+ 6GB) an. Der Telekom-Mitarbeiter von der Kundenrückgewinnung brauchte lange, um mir verständlich zu machen, was dies bedeutet. Mir wäre es lieber gewesen, sie hätten es einfach als 11GB deklariert, aber tatsächlich war es komplizierter. Im besten Fall beinhaltet das Konzept 5GB (+ 6GB) der Telekom, daß man im Monat auch mehr als 11GB konsumieren kann. Aber ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen.

Beide Telekommunikationsanbieter machen spezielle Angebote, wenn man sowohl Mobilfunk, als auch Festnetz/Internet bei ihnen kombiniert. Bei Vodafone heißen diese Tarife Giga Kombi und bei Telekom heißen sie MagentaEINS. Kunden bekommen in diesem Fall mehr Mobilfunk-Datenvolumen, oder höhere Rabatte auf die monatlichen Kosten. Allerdings war bei mir klar, daß ich aufgrund unterschiedlicher Vertragsenden (Festnetz/Internet: April 2020; Mobilfunk: September 2019) keine unkomplizierte und günstige Lösung erreichen konnte. In meiner Rechnung wäre der Vodafone-Tarif RedXS mit 9GB und Internet und Phone 100MBit für durchschnittlich 45€ pro Monat unschlagbar gewesen. Das wäre das optimale Kostenziel bei einer Single-Provider-Lösung.

Deshalb ging es leider nur Schritt für Schritt.

Zuerst Mobilfunk. Ich entschied mich wegen guter Erfahrungen bezüglich Netzqualität und Stabilität bei der Telekom zu bleiben. Die Telekom-Kundenrückgewinnung ging auf meine Vorstellungen ein, und ich konnte den for Friends-Rabatt behalten und von einem MagentaMobil L-Vertrag mit Smartphone und 6GB auf einen MagentaMobil M-Vertrag ohne Smartphone mit 5GB (+ 6GB) wechseln. Dies war eine sehr gute Entscheidung und ich konnte ca. 12€ pro Monat einsparen.

Vodafone-Zentrale in Düsseldorf

Dann Festnetz/Internet. Zum April 2020 hatte sich eine komplett neue Situation ergeben und Vodafone hatte Unitymedia komplett integriert und bot zu diesem Zeitpunkt 1GBit über Kabel für 39,99€ an. Mir wurde aber signalisiert, daß die Nachfrage nach diesem Superangebot so hoch war, daß ich drei (3!) Monate Wartezeit akzeptieren müßte. Erst dann würde das Modem geliefert werden können und ein Umstieg auf nur Festnetz/Internet möglich sein. So lange würde mein alter Tarif zu den alten Kosten über die Horizon Box weiterlaufen müssen. Teilweise war für diese Wartezeit auch die Corona-Pandemie verantwortlich zu machen. Ich erbat mir ein paar Tage Bedenkzeit. Als Alternative blieb dann nur die Telekom übrig, die zu diesem Zeitpunkt nur 175MBit an meiner Adresse für höhere Kosten anbot. Außerdem war eine Anschlußgebühr und weitere Kosten zu berücksichtigen. Nicht sehr attraktiv im Vergleich zu den Unitymedia-Möglichkeiten.

Zwei Tage vor meinem Vertragsende bei Unitymedia hatte Vodafone seine Kabel-DSL-Strategie in einem neuen Tarifmodell veröffentlicht. Dies war für mich der Zeitpunkt nochmal mit der Kundenrückgewinnung von Vodafone zu sprechen. Sie konnten mir den Tarif Red Internet & Phone 500 Cable U für 37,99€ anbieten. Außerdem wurde mir eine schnelle Lieferung und Installation des Routers Vodafone Station zugesichert. Auf dieses Angebot bin ich eingegangen und kurz nach Ostern war ich auf diesen Tarif umgestellt und der Router war installiert.

Fazit

Meine Multi Year Strategy im Bereich der Connectivity-Services ist damit fürs Erste abgeschlossen. Ziel war die Einsparung von monatlichen Kosten. Dies habe ich erreicht. Von ursprünglich 100€ monatlichen Kosten bin ich also auf 70,85€ runter und habe die Datenvolumina und -bandbreiten dabei signifikant verbessern können. Eine Einsparung von 30% oder knapp 30€ monatlich läßt mir damit Spielraum für Streaming-Services wie Disney + oder Netflix. Eventuell werde ich auch YouTube ohne Werbung abonnieren, da diese Werbe-Unterbrechungen absolut nervig sind.

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