Musik fĂŒr jeden Moment – Spotify

Spotify – oder: verschwendete Quality Time

Bei einem Freund habe ich vor ein paar Tagen das erste Mal Kontakt mit Spotify bekommen. Die verwendete Software auf dem Mac fand ich sehr interessant und der direkte Zugriff auf den Riesen-Katalog von Musik ist grossartig. Nicht nur 90 Sekunden Musik-Schnipsel wie bei iTunes, sondern der komplette Titel. Außerdem Vorteile aus dem Community- und Social Network-Environment, weil man Zugriff auf Playlisten und Empfehlungen von anderen hat. Mit Ping hat Apple auch mal dieses Konzept gestartet, aber Spotify hat es sehr viel interessanter, und vor allem erfolgreicher umgesetzt. Wie gesagt ich war begeistert und habe dann die Software auch auf meinen MacMini installiert.

Und dann fing mein Leiden an.

Ich setze Little Snitch als Filter fĂŒr ein- und ausgehende Pakete ĂŒber das Netzwerk ein. Damit bekomme ich schön mit, welche App Zugriff auf Netzwerkressourcen haben will, bzw. welche App von außerhalb des internen Netzwerkes aufgerufen wird. Und ich habe noch nie ein soooo geschwĂ€tziges Tool wie Spotify gesehen. Alle paar Sekunden verlangt Spotify BestĂ€tigung von irgendwelchen Servern ĂŒber alle möglichen Ports. Nervig und kann nur geheilt werden, wenn man in Little Snitch alle Verbindungsanfragen von Spotify fĂŒr immer akzeptieren wĂŒrde. Aber das ist nicht der Sinn eines Paketfilters. Ich möchte schon mitbekommen, was da ĂŒber meine Netzwerk lĂ€uft. Spotify hat sich anscheinend massiv abhĂ€ngig von dutzenden Partnern gemacht, damit sie ihr Abo-Modell ĂŒberhaupt betreiben dĂŒrfen.

Und dann der Klang – grottenschlecht. In der kostenfreien Version mit Werbung liefert Spotify wie angekĂŒndigt nur magere Bitraten an den Hörer. Ich hĂ€tte nie gedacht, daß der Unterschied zwischen 128 kBit und 256 kBit so groß sein kann. Aber ein Vergleich mit dem 90 Sekunden-Schnipsel aus dem iTunes Store zeigte wirklich die Welten auf, die zwischen Spotify for free und iTunes Quality-AACs liegen. Der Klang-Effekt war wirklich frappierend: schmales, eng in der Mitte zwischen den Boxen versammelte Musik bei Spotify. Breites die ganze BĂŒhne nutzende klare und brilliant klingende Musik bei iTunes.

Das kann man beheben, wenn man den kostenpflichtigen Dienst abonniert, aber das ist es mir noch nicht wert, da ich bei iTunes doch noch sehr zufrieden bin, und wirklich nur selektiv Titel kaufe und mich ĂŒber die Genius-Funktion bzgl. neuer Titel beraten lasse.

Spotify muß weg

Nachdem ich zwei Tage mit minderwertiger MusikqualitĂ€t (nicht die Titel – sondern die Technik) und nervigen Verbindungsanfragen von Little Snitch verschwendet hatte, entschied ich mich Spotify wieder von meinem Rechner zu entfernen. Ich liebe zwar das System der Community-Listen und Musik-Empfehlungen, aber die Hauptsache, nĂ€mlich die Musik, wollte ich dann doch nicht fĂŒr 120 Euro im Jahr zusĂ€tzlich neben meinem iTunes Match-Angebot (29 Euro) abonnieren.

Sorry guys: das ist wirklich verschwendete Quality-Time. Wenn man Spotify nur als Radio-Dienst im Hintergrund mitlaufen lĂ€ĂŸt, dann ist es schon in Ordnung. Wenn man die Musik aber richtig genießen will und sich darauf konzentriert, dann sind solche Billig-Angebote nicht ratsam. Man kann seine wertvolle Freizeit so viel besser genießen, wenn man die maximal mögliche QualitĂ€t (im Rahmen der eigenen Möglichkeiten) verwendet.

Musik fĂŒr jeden Moment – Spotify

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