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Bericht von der WWDC 2025

Lesedauer: 14 MinutenJedes Jahr stellt Apple neue OS-Software vor. Letztes Jahr: Apple Intelligence. Was kommt auf der WWDC 2025?

Diese WWDC 2025 ist eine von mir sehr gespannt erwartete Veranstaltung. Sie ist wie immer rund um meinen Geburtstag und dieses Jahr fällt sie mit einem Feiertag in Deutschland zusammen: Pfingstmontag. Also habe ich heute wieder Zeit und Muße über die Entwicklermesse für Apple OS-Software zu schreiben. Ich treffe mich mit meinem Freund Christoph, der für Apple-Geräte Software entwickelt. Er ist einer der besten Entwickler, die ich kenne. Er hat einmal versucht auch mich zu einem Entwickler von iOS-Software zu schulen, aber ich habe deutlich nachgewiesen, dass mir die Kompetenz fehlt. Schade eigentlich, aber zum Glück gibt es viele talentierte Entwickler, die heute gespannt nach Cupertino schauen, um die neuen Betriebssystemversionen und ihre Features vorgestellt zu bekommen. Und natürlich wollen sie auch die neuen Werkzeuge kennenlernen, mit denen man die neuen Funktionen nutzen kann.

WWDC 2025 - was bekommen wir gezeigt (Quelle: Apple)
WWDC 2025 – was bekommen wir gezeigt (Quelle: Apple)

Mein letzter Live-Bericht von einer Apple WWDC war 2020. Auf dieser Keynote wurde die Zukunft mit Apple Silicon vorgestellt und die Entwickler wurden auf die neue ARM-Prozessorplatform eingeschworen. Was wird heute kommen? Wird es ähnlich revolutionär?

Siri und Apple Intelligence?

Warum warte ich gespannt auf diese Keynote um 19 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit? Ich persönlich möchte eigentlich erleben, dass Apple die Baustelle Siri anpackt. Auch heute bin ich wieder an Siri verzweifelt, weil sie im Vergleich zu ChatGPT und anderen Large Language Models weniger in der Lage ist mich zu verstehen und gute Antworten zu liefern.

Auf meine Frage, wann Pfingsten 2026 ist, kamen keine vernünftigen Rückmeldungen. Zum Schluss rettete sich mein HomePod-Siri auf den mittlerweile typischen Satz „Ich kann Dir helfen, wenn Du mir die Frage nochmals auf Deinem iPhone stellst“. Früher hatte sich Apple bemüht Siri mehr Antworten vorlesen zu lassen. Jetzt soll man die Fragen eher auf einem Gerät mit Display stellen. Ziemlich enttäuschend. Auch habe ich das Gefühl, dass Siri auf jedem Gerät unterschiedliche Antworten zurückliefert. Kann es sein, dass jede Gerätekategorie (iPhone, iPad, Mac, HomePod, Apple Watch, Apple TV) eine eigene Implementierung hat und nicht auf dieselbe Knowledge Base zugreift? Das wären sehr verschwendete Ressourcen, da Apple für jedes Gerät separat Siri und seine Datenbasis weiterentwickeln müsste.

Natürlich werden wir wieder Weiterentwicklungen der Betriebssysteme iOS, iPadOS, macOS, homeOS, watchOS, tvOS erleben. Vielleicht gibt es auch eine neue visionOS-Version? Aber eigentlich wäre ein siriOS, oder eine siriAI wünschenswert. Wir werden es heute sehen, wie Apple mit der von vielen Seiten genannten Kritik rund um Siri und Apple Intelligence umgehen wird. Vor einem Jahr haben sie an gleicher Stelle eine „Vision“ von AI vorgestellt, die auch ein Jahr später keiner so in Wirklichkeit bei Apple erlebt hat. Also war diese Vision nichts anderes als Vaporware. Ein Vorgehen, was man so von Apple bisher nicht kannte. Wie sie heute damit umgehen werden, wird interessant zu beobachten sein. Vor allem, da Tech-Blogger wie John Gruber hart in die Kritik mit Apple gegangen sind.

Alles weitere dann im Laufe des Tages. Viel Spaß.

Los geht’s

Zu fünft sitzen wir bereit und warten auf den Beginn der Keynote. Und gleichzeitig klingelt der Lieferdienst. Pizza ist da 😀 Was ist denn jetzt unsere Priorität? Bei mir gibt es eine superscharfe Pizza Bolognese.

Die Pizza ist noch nicht serviert. Und schon spielt Apple ein Formel 1 Feuerwerk auf dem Dach des Apple Campus ab. Der Formel 1 Renner wird von Craig Federighi gefahren. Er freut sich über CarPlay in seinem Lenkrad. Craigs Frisur, nachdem er den Helm auszieht, ist suuuper 😀 Und zum Schluss wird die Rennstrecke auf dem Apple Campus wieder zum Solardach.

Wir Apple Fanboys jubeln nach dieser coolen Intro.

Was für eine geile Frisur von Craig
Geile Frisur von Craig (Quelle: Apple)

Aber die Pizza lenkt ab. Ich bekomme nichts mit. Apple sagt irgendwas über Apple Intelligence. Leider nur eine Zusammenfassung über das, was sie im letzten Jahr erreicht haben.

Mein Neffe Lennard wählt sich über FaceTime ein. Insgesamt sind wir heute zu sechst verteilt auf zwei Wohnungen, die sich gemeinsam die Apple Keynote anschauen.

Mein Plan hier live zu berichten funktioniert nicht. Es wird gegessen. Es wird diskutiert. Und die Geschwindigkeit der Ankündigungen überfordert mich mitzuschreiben. Ich habe beschlossen, die Keynote mit meinen Freunden nun zu genießen und werde dann die Tops und Flops dieser Präsentation später zusammenfassen.

Bis später.

Boring – langweilig? Von wegen

Nach dem lustigen Feuerwerk mit viel Tempo am Anfang liefert Apple über die nächsten 90 Minuten Verfeinerungen an allen Stellen in seinen Betriebssystemen ab. Von Dutzenden Produktmanagern werden die neuen Features in schneller Folge sehr routiniert präsentiert. Die Betriebssysteme bekommen alle eine durchgängige Nummerierung mit der kommenden Jahreszahl. Allerdings steht kein SiriOS und auch kein homeOS auf der heutigen Liste der Betriebssysteme. Für mich die größte Enttäuschung.

Angleichung der Versionsnummern - Jahreszahl
Angleichung der Versionsnummern – Jahreszahl (Quelle: Apple)

Craig Federighi fasst zusammen, wie weit Apple und seine Nutzer auf ihrer gemeinsamen AI Reise schon gekommen sind. Man kann festhalten, dass viele der auf der letzten WWDC 2024 angekündigten AI Features bereits ausgeliefert wurden. Aber die anspruchsvollen Siri-Features (vorgestellt ab 1h:22m in der Keynote des letzten Jahres) waren Vaporware. Reine Konzepte und Ideen. Nichts was wirklich vorführbereit damals gewesen wäre und auch dieses Jahr noch nicht gezeigt werden konnte. Im übrigen ist dieses Jahr Siri kein einziges Mal in der Keynote vorgekommen. Und von Apple gab es auch keine Entschuldigung bezüglich dieses Vorgehens.

Liquid Glass Design

Das Highlight heute ist auch nicht Siri oder Apple Intelligence, sondern eine Design-Überarbeitung. Designchef Alan Dye stellt dies als eine Vereinheitlichung über alle Software-Plattformen dar und nennt die neue Designsprache Liquid Glass.

Die neue Designsprache von Apple - Liquid Glass
Die neue Designsprache von Apple – Liquid Glass

Transparenzen und Parallax-Effekte sind überall zu sehen. Nur nennt Craig den Parallax-Effekt heute Spacial Scenes. Aber das hatten wir schon häufig in der Vergangenheit und immer wieder wurden diese Effekte von Apple nach kurzer Zeit zurückgezogen. Die Begründung waren immer wieder nicht ausreichend leistungsfähige Hardware und Software. Das sei aber nun behoben und jetzt kann man diese optischen Effekte wieder intensiv nutzen.

Wie begeistert war ich beim letzten Design-Update 2013 mit iOS 7. Damals habe ich das Video von Jony Ive mehrfach angeschaut, um all die Änderungen zu verstehen. Was war ich damals begeistert vom Parallaxeffekt auf dem Homescreen.

Und nun? Es kommt mir alles wie alter Wein in neuen Schläuchen vor, der durchaus optisch schön ist, aber sich nicht wie eine große Neuerung anfühlt. Was aber gut ist, soll auch so genannt werden: Kontextmenüs in iOS 26 werden endlich als Liste dargestellt und müssen nicht mehr mühsam seitlich gescrollt werden. Endlich sieht man alle möglichen Funktionen auf einen Blick.

Auch ein Design-Thema ist Rundungen überall. In den Gerüchten vor der Keynote konnte man lesen, dass die App-Icons alle rund werden würden, wie es bei visionOS dargestellt wird. Aber das ist zum Glück nicht gekommen.

Liquid Glass gipfelt in einem neuen klaren Look, wo all die Icons als durchsichtige Glaselemente dargestellt werden. Keinerlei Kontrast mehr. Ob das gut ablesbar ist?

Nach der Vorstellung des neuen vereinheitlichten Designs für alle Softwareplattformen kommen jetzt die einzelnen Betriebssysteme dran.

iOS 26

Liquid Glass und andere Designelemente stellt Craig Federighi zuerst auf dem Lock Screen und dem Home Screen vor. Eine wirklich schöne Anpassung der Uhrzeit-Schriftgrösse in Abhängigkeit von den angezeigten Objekten darunter.

Neue flexible Lockscreen-Schriftarten (Quelle: Apple)
Neue flexible Lockscreen-Schriftarten (Quelle: Apple)

Kameranutzung und Fotos App

Die Kamerakontrollflächen sind auch reduziert und versteckt. Für all diejenigen, die nur schnell Fotos und Videos machen wollen ist das gut. Alle anderen, die häufig die Kameraeinstellungen verändern ist es wahrscheinlich ein Klick oder eine Geste mehr.

Und auch die Fotos-App musste nach vielen Nutzerrückmeldungen wieder angepasst werden. Die Designänderungen in iOS 18 waren ein wenig zu radikal. Auch ich fand es wenig intuitiv, dass ich nach unten scrollen musste, um zu den Fotokategorien zu gelangen. Jetzt gibt es wieder einen einfachen Knopf, genau so wie wir es vorher kannten.

Safari – mehr Inhalte auf dem Screen

Safaris Bedienelemente treten noch mehr schwebend in den Hintergrund, so dass der komplette Screen für die Inhalte der angezeigten Website genutzt wird. Sehr elegant und eine willkommene Änderung. Ich bin gespannt, ob die Benutzung dadurch erschwert wird, oder der Zugriff auf die wichtigen Bedienelemente erleichtert wird.

CarPlay

Ich war schon sehr gespannt auf die CarPlay Ultra Präsentation. Aston Martin und Apple haben schon wenige Wochen vor der WWDC einen Sneak Peak gegeben. Auch dies war bis zu dieser Präsentation eher Vaporware. Aber seitdem Apple sein Apple Car Projekt aufgegeben hat, scheint es mit der Integration der Autodaten in CarPlay voranzugehen. Die Zusammenarbeit mit Aston Martin zeigt es.

CarPlay Ultra im Aston Martin (Quelle: Apple)
CarPlay Ultra im Aston Martin (Quelle: Apple)

Wir Normaluser bekommen jetzt Widgets in CarPlay angezeigt. Ein nettes Feature. Und bei größeren Screens übernimmt CarPlay nicht die kompletten Flächen. Es sind dann auch Bedienelemente des Autos weiterhin nutzbar, wie z.B. die Temperatureinstellungen für die Klimaanlage. Das schätze ich sehr, denn bisher musste man mehrere Bedienelemente anklicken, bevor man die Autoeinstellungen wieder nutzen konnte.

Neue CarPlay-Ansichten (Quelle: Apple)
Neue CarPlay-Ansichten (Quelle: Apple)

Games App

Apple stellt die Games App vor. Zwischen iOS 4.1 und iOS 10 gab es auch eine Game Center App. Game Center gibt es zur Zeit nur noch als Systemeinstellung. So etwas soll nun wieder als App zurückkehren und Games heißen.

Sonstiges

Alle weiteren Features sind Verbesserungen an allen Ecken und Endes dieses Betriebssystems. Beispiele sind:

  • Telefon-App: Call Screening (ungewollte Anrufe ausfiltern) und Hold Assist (das iPhone hilft bei Wartezeiten in Calls) sind interessante Erleichterungen.
  • Nachrichten-App: animierte Hintergründe und Umfragen in Gruppen-Chats. Auch ungewollte SMS-Chats können über (Message) Screening gefiltert werden.
  • Live-Übersetzungen überall: auch ein Beispiel in deutscher Sprache wurde gezeigt. Sehr vielversprechend.
  • Musik-App: Lyrics- Übersetzungen und -Aussprache. Cool 😀
  • Visual Intelligence: jetzt auch nutzbar bei der Auswertung von Screenshots. Da Visual Intelligence nur mit dem Camera Control Knopf der iPhone 16 funktionierte ist das eine interessante Funktion for the rest of us.
Neue Features in iOS 26
Neue Features in iOS 26 (Quelle: Apple)

Neben den gezeigten Hauptfeatures gibt es auch eine Vielzahl von weiteren kleinen Erweiterungen und Verbesserungen.

Noch viel mehr Features in iOS 26
Noch viel mehr Features in iOS 26 (Quelle: Apple)

Der Übergang zum nächsten Thema watchOS 26 wird mit einer schönen wasserähnlichen Liquid Design-Animation gemacht. Absolut sehenswerter Effekt.

watchOS 26

Stolz präsentiert Apple eine AI-Anwendung auf der Apple Watch namens Workout Buddy. Er soll uns dabei noch besser motivieren unsere Ringe zu schließen und sportliche Herausforderungen anzunehmen. Immer wieder soll uns dieser Workout Buddy mit seinen gesprochenen Ansagen über unsere AirPods vorantreiben. Ziemlich peinlich, wenn diese Zwischenrufe über den Lautsprecher der Watch kommen würden. Zuerst spricht der Workout Buddy nur Englisch.

Eine schnelle Bewegung des Handgelenks – Apple nennt sie Wrist Flick Gesture – sorgt dafür, dass man ankommende Nachrichten bestätigt und nicht separat wegklicken muss.

Die Notizen-App kann man jetzt auch auf der Apple Watch nutzen.

Neue Features in watchOS 26
Neue Features in watchOS 26 (Quelle: Apple)

tvOS 26

Hier sind es vor allem die visuellen Änderungen an den Bedienelementen, die auch den Liquid Design-Prinzipien folgen.

Ansonsten werden die Zugänge zum Serien- und Filmkatalog 2025/2026 von Apple TV+ angekündigt. Beispielsweise Jason Momoa nicht als blinder Kämpfer, sondern als Chief of War in einer Südsee-Serie. Visuell sehr attraktiv. Foundation Series 3 wird auch angekündigt. Ich liebe Slow Horses und auch hier gibt es eine Fortsetzung. Und vieles mehr. Der Formel 1 Film mit Brad Pitt kommt jetzt im Sommer ins Kino.

Was gibt es neues bei Apple TV+?
Was gibt es neues bei Apple TV+? (Quelle: Apple)

Für Familien wichtig sind auch persönliche Profile, die jetzt mit tvOS 26 möglich werden. Jeder kann seine Lieblingsumgebung in Form von Apps, Fitness-Programme und Musik- oder Serien- und Filminhalte definieren und aufrufen.

Und zum Schluss kann man das iPhone Mikrofon auch für Apple Musik Karaoke verwenden? Hm, warum denn nicht das Mikrofon der Apple TV Fernbedienung?

Neue Features in tvOS 26
Neue Features in tvOS 26 (Quelle: Apple)

Der Übergang zu macOS ist wieder ein Brüller. Craig Federighi rast in einem Golf-Kart durch den Apple Park. Absolut sehenswert 😉

Der rasende Craig Federighi (Quelle: Apple)
Der rasende Craig Federighi (Quelle: Apple)

macOS 26

Eines hat sich durch das neue Namensschema nicht verändert. Jede neue macOS-Version bekommt immer einen schönen Namen, unabhängig von den Versionsnummern. Zuerst waren es immer Namen von Großkatzen, jetzt sind es Namen von besonderen Orten in Kalifornien. So heißt macOS 26 nun Tahoe, nach dem Lake Tahoe. Das passt natürlich perfekt mit dem Liquid Design zusammen und wir erhalten Bildschirmhintergründe mit bewegten Wasser. Sehr konsequent.

Farbliche Personalisierung, wie wir sie schon letztes Jahr bei iOS kennengelernt haben, wird auf die Spitze getrieben. Einige gezeigten Beispiele waren wirklich geschmacklich grenzwertig. Aber sehr persönlich.

Auch quietschend ist möglich. Will man das? (Quelle: Apple)
Auch quietschebunt ist möglich. Will man das? (Quelle: Apple)

Im Grunde sind all die vorher beschriebenen Features auch auf dem Mac verfügbar. Sehr beeindruckend. Die Funktionalitäten sind immer mehr in alle Systeme integriert. Apple nennt das Continuity. So muss es sein, wenn man die Nutzer ganz tief in das Apple Ökosystem reinziehen und halten will.

Shortcuts

Auch hier versucht Apple die Nutzungsmöglichkeiten mit Apple Intelligence zu erweitern, indem sie die Shortcut App und Intelligent Actions präsentieren. Auch die Private Cloud Compute kann über Shortcuts aufgerufen werden. Dateien kann der Nutzer dabei übergeben und Ergebnisse der Aufgabenstellung können dann weiter verarbeitet werden. Ziemlich komplexes Beispiel. Ich bin gespannt, ob ich das in Zukunft häufiger anwenden werde.

Komplexe Shortcuts mit AI-Nutzung (Quelle: Apple)
Komplexe Shortcuts mit AI-Nutzung (Quelle: Apple)

Spotlight Suche

Spotlight soll jetzt mächtiger sein. Man kann Shortcuts direkt in Spotlight formulieren. Ein schönes Beispiel ist eine kurze E-Mail aus Spotlight heraus zu erstellen und zu versenden. Oder Spotlight erkennt, welche App wir gerade nutzen und zeigt App-Funktionalitäten an, die man sucht und bietet auch gleich die Ausführung an. Auch die Clipboard-History ist jetzt aus Spotlight heraus aufrufbar, um Inhalte in Dokumente einzufügen. Wirklich cool.

Shortcuts erstellen in Spotlight (Quelle: Apple)
Shortcuts erstellen in Spotlight (Quelle: Apple)

Das alles setzt natürlich tiefe Integration in die Apps voraus. Bis die beschriebene Funktionalität auch für Nicht-Apple Apps verfügbar ist, wird es natürlich noch dauern.

Apple hat sich überall inspirieren lassen, wie man künstliche Intelligenz sinnvoll einsetzen kann. Als Beispiel haben sie die Funktion Create Tagline in Spotlight integriert. Dabei wird der Text, in dem man beim Aufruf von Spotlight arbeitet an AI übergeben, um daraus eine passende Tagline zu formulieren. Nice. Diese Funktionalität kenne ich aus Jetpack, was ich als Plugin für WordPress nutze.

Neue Features in macOS 26
Neue Features in macOS 26 (Quelle: Apple)

Der Übergang zu visionOS ist wieder mit einer schönen flüssigen Operation begleitet.

visionOS 26

Hmm, die meisten Featureerweiterungen werden natürlich nur die wenigen genießen können, die dieses teure Gerät haben. Weil dies ein ganz besonders visuelles Werkzeug ist, werden die Neuigkeiten von Liquid Design sehr gut sichtbar. Zum Beispiel über Widgets, die im Raum verankert werden können. Als Beispiel wurde eine Uhr, ein Kalender, ein Fotorahmen, Wetter und Musikplaylisten präsentiert.

Professionelle Anbieter können über Spacial Scenes Fotos für ihre Kunden noch realistischer und attraktiver gestalten. In der Kommunikation über FaceTime mit anderen Vision Pro Nutzern helfen verbesserte und realistische Personas.

Mehrere Vision Pro Nutzer können im selben Raum ihre Perspektive und Inhalte synchronisieren. Ja, das hat gefehlt.

Was beim iPad nie ermöglicht wurde ist jetzt bei der Vision Pro möglich. Es ist die gemeinsame Nutzung einer Vision Pro Brille. Hier kann man unterschiedliche Nutzerprofile erstellen und aufrufen. Hier hat Apple wohl erkannt, dass sie zu diesem Preispunkt nie genügend Geräte verkaufen können und stattdessen mehrere Nutzer pro Brille zulassen müssen.

Der Hammer ist, dass Sony seine PlayStation VR Sense Controller für visionOS nutzbar macht. Damit werden neue Möglichkeiten im Business und bei Spielen eröffnet.

Neue Features in visionOS 26
Neue Features in visionOS 26 (Quelle: Apple)

iPadOS

Und zum Schluss kommt iPadOS. Hier hat sich Apple der vielgeäußerten Kritik gestellt, dass man professioneller auf diesen mittlerweile sehr teuren Geräten arbeiten können sollte. So hat man wieder das Fenstermanagement angepackt und auch die Menüzeile zu Apps eingeführt – wie beim Mac. Fenster bekommen die drei Fensterelemente zum Öffnen, Schließen und Verbergen von Fenstern. All das kann man nicht nur mit einem Trackpad oder einer Maus nutzen, sondern auch mit der Touch-Bedienung.

Aber das Fenstermanagement ist auch weiterhin die große Schwäche aller Apple Geräte gegenüber der Konkurrenz von Linux und Windows. Was haben wir gestern gelacht, als die Präsentatorin diese Flick-Geste zeigte mit der sie Fenster an den Rand warf (1:17:28 in der Keynote).

Und was braucht man dann für viele Fenster? Natürlich App Exposé wie auf dem Mac. Und da wären wir wieder bei Stage Manager. Eine Funktion, die man jetzt beim Mac anbietet, um der Flut offener sich überdeckender Fenster zu begegnen. Und jetzt wird die Komplexität vieler Fenster auf das iPad gebracht. Interessanterweise gibt es den Stage Manager auch auf dem iPad.

Hell freezes over mit Ordnern im Dock. Apple hat hier einige ihrer Prinzipien über Bord geworfen. iPadOS wird immer mehr für den produktiven Einsatz mit Dateien und Ordnern erweitert. Auch Preview mit all seinen Fähigkeiten kommt vom macOS auf das iPad.

Und es gibt weitere Lösungen für Profis. Speziell im Audio- und Videobereich.

Neue Features in iPadOS 26
Neue Features in iPadOS 26 (Quelle: Apple)

Fazit

Bei all den neuen Features hat Apple natürlich den Entwicklern Werkzeuge mitgegeben, so dass sie ihre Apps erweitern können. Und zum Schluss (ab 1:29:25) bedankt sich Apple mit einer wunderschönen Idee bei den Entwicklern, indem ein Sänger und seine Band Bewertungskommentare aus dem App Store singen. Einfach süß gemacht und schließt diese Veranstaltung harmonisch mit einem Augenzwinkern ab.

Mittlerweile konnte ich das neue macOS 26 und das neue iPadOS 26 betrachten. Ich war ehrlicherweise ein wenig überfahren von all dem Eyecandy. Wenn man ein Bedienelement wie einen Slider oder Schalter berührt und bewegt, dann verändert sich dieses in eine Art Wassertropfen. Ein wenig zu extrem meiner Meinung nach. Und die Rundungen der Fenster finde ich persönlich zu intensiv. Die Transparenzen sind manchmal zu sehr durchscheinend und machen die Bedienelemente schlecht lesbar. Ich bin gespannt, ob Apple bis zur Veröffentlichung im Herbst die Effekte ein wenig zurückdreht.

Diese Veranstaltung war alles andere als langweilig. Man merkt, dass Apple Intelligence immer tiefer in die App-Frameworks eingebacken wird. Dies ist ein Multi Year Projekt, was vielleicht mal zu dem führen wird, was Apple schon letztes Jahr auf seiner WWDC 2024 präsentiert hat.

Schade nur, dass Siri weiterhin so schlecht bleibt. Es ist mit dem Fehlen von homeOS 26 offensichtlich, dass Apple keine Antworten und Lösungen in diesem Jahr zu diesem wichtigen Problem eingefallen sind.

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