All About The 18k Gold Apple Watch Edition | aBlogtoWatch


Ist die Schweizer Uhrenindustrie noch zu retten?

Diese Frage möchte ich ganz zum Schluss beantworten. Um zu dieser Antwort zu kommen habe ich sehr lange gebraucht. Ich habe mich wahnsinnig schwer getan, diesen Eintrag in meinen Blog zu schreiben.

Woran lag das?

Ich schreibe über das digitale Leben und habe bereits mehr als zwei Einträge zur Apple Watch geschrieben. Auch freue ich mich sehr darauf bald eine Apple Watch zu besitzen. Aber bis dahin habe ich sie immer nur als ein weiteres elektronisches Gadget zur Bereicherung meines digitalen Lebens gesehen. Nicht nur das ist sie – sondern viel mehr.

Unterbewusst habe ich es immer gespürt, aber ich konnte meine Gedanken nicht in Worte fassen. 

Die Apple Watch

Die Apple Watch ist eine neue Kategorie von Lifestyle-Produkt, welche weit über die Kategorie von Smartwatches, aber auch über die Kategorie von Fitness- und Gesundheits-Produkten hinaus geht, und schließlich auch über die Kategorie von Uhren. Sie wird mit Sicherheit – das zeigen die Vorverkaufszahlen von angenommenen 2,3 Millionen Apple Watches in den ersten Stunden – einige Märkte obsolet bzw. zu Nischen für gewisse Zielgruppen machen. Die Fitnessbänder werden auch in Zukunft ihre kleine Nische haben, aber eben nur im Bereich der Fitness-Sportler gebraucht werden. Die Smartwatches – ich zähle die Apple Watch nicht zu dieser Kategorie – werden ihre Anhänger im Lager der Tech-Nerds haben. Ich bin sicher, daß es auch in Zukunft kleine technische Wunderwerke an den Handgelenken diverser Nerds geben wird – genauso wie die Casio Taschenrechner-Uhr eine Nische hatte. Auch die hochwertigen mechanischen Uhren, z.B. aus Glashütte in Sachsen und der Schweiz, werden weiterhin ihre treue finanzstarke Zielgruppe bedienen.  

Apple ist spät in den Markt gekommen und mittlerweile wissen wir auch, welche internen Kämpfe bei Apple um die Positionierung dieses neuen Produktes im Markt ausgefochten wurden. Sie sollte nicht mehr nur die technikaffinen Personen erreichen, sondern das “persönlichste Produkt von Apple” für den Kunden werden. Lifestyle, Luxus, Schmuck, Statussymbol, ganz einfach nur Uhr, Fitness, Gesundheit, Companion, und ganz nah am Körper des Kunden. 

Die Apple Watch ist nicht das erste sogenannte Wearable, das Apple Kunden am Körper tragen. Neben iPods beim Laufen, iPod-Nanos als Uhr, Nike-Schrittzähler im Schuh und wahrscheinlich unzähligen Fitnessbändern in den letzten Jahren haben einige Kunden bereits andere “Smart”-Watches wie die Pebble getragen, die sich gut mit dem iPhone vertragen. Aber immer war es der technikaffine Kunde, der sich darauf einliess. 

Die Apple Watch ist anders. Anders als alle Smartwatches, die in den Jahren zuvor in den Markt gebracht wurden und den Markt auch für Apples Watch vorbereitet haben. Aber erfolgreich waren sie nicht. Es ist den anderen Herstellern nie gelungen, ihre Produkte so zu erklären, daß eine breite Masse von Kunden diese Produkte in ihren täglichen Workflow, aber auch in ihren Style einfügen wollte. Diese Produkte waren nicht stylish. Sie waren technisch fortschrittlich und technische Spielzeuge. Aber alle Versuche, sie als Lifestyle und Fashion Produkt zu platzieren, sind gescheitert. 

Apple hat sich die Zeit genommen, diese Fragen der Platzierung zu analysieren und sie von Fashion- und Lifestyle-Experten beantworten zu lassen. Sie haben Experten von Luxus-Konzernen abgeworben und überlegt, welche Nachrichten sie in den Markt tragen wollen. 

Ende letzten Jahres war es dann soweit. 

Die Apple Watch ist in zwei Größen erhältlich. Das ist eine nicht zu unterschätzende Botschaft: Frauen benötigen ein kleineres Gehäuse, ansonsten sieht eine Uhr einfach nicht elegant und harmonisch an einem Frauenhandgelenk aus. Das haben alle anderen Anbieter am Markt noch nicht verstanden. Und wenn man bedenkt, daß bereits ein halbes Jahr vergangen ist, und die anderen Hersteller dies noch nicht in neue, kleinere Formfaktoren umgesetzt haben, dann sieht man, daß Technologie-Firmen einfach nicht die DNA haben, wie sie Apple hat. 

Gold is best

Die Apple Watch ist in drei unterschiedlichen Produktgruppen erhältlich. Apple Watch Sport, Apple Watch und Apple Watch Edition. Seit zwei Monaten kennen wir auch die damit verbundenen Preise. Meine Vermutungen waren alle richtig. Nur bei der Watch Edition lag ich mit meiner Schätzung von 3-5 Tausend Euro etwas daneben. Ich hätte nicht geglaubt, daß sie so hoch gehen würden (10 bis 17 Tausend Euro), aber ich befürchte: Apple hätte noch mehr fordern können. Es wäre gezahlt worden. Mit diesem Preisgefüge weist Apple nach, daß es nicht mehr auf die Funktionalität ankommt, sondern die Apple Watch ein Luxus-Artikel ist, der demokratisch in jeder Gehaltsgruppe positioniert sein kann und doch sehr genau zwischen den unterschiedlichen Kundengruppen separiert. 

Die Apple Watch ist je Produktgruppe in zwei Gehäusevarianten erhältlich. Vielfalt heißt hier das Wort und die ersten Vorbestellungen zeigen, daß diese Vielfalt begrüßt wird. Gerade die Space Black Modelle von Watch Sport und Watch sind besonders gefragt. 

Die Apple Watch ist mit einem cleveren Bandwechselmechanismus und einer Vielzahl an unterschiedlichen, toll gestylten Armbändern erhältlich. Das ist für mich der genialste Schachzug von Apple. Bereits bei iPhone und iPad ist Zubehör einer der größten Einnahmequellen nicht nur von Apple, sondern hat eine ganze Industrie von Apple-Zubehör möglich gemacht. Nur für Apple-Geräte bekommt man eine solche Vielfalt an Zubehör. Die Apple Watch wird da keine Ausnahme bilden. Mit den Uhrbändern verdient Apple ein Vermögen und öffnet damit einer neuen Zubehörindustrie die Türen. 

Wie man feststellt, habe ich noch kein Wort über die neue Funktionalität der Apple Watch geschrieben. Und ich werde es auch nicht. Je länger ich darüber nachdenke, so tritt diese Funktionalität in den Hintergrund, und die (jetzt noch) Exklusivität der Apple Watch in den Vordergrund. Ich freue mich, daß ich nach zwei Jahren Uhren-Abstinenz wieder ein schönes Schmuckstück an meinem Handgelenk tragen kann. Ich habe schließlich zwei Jahre darauf gewartet und bin mit dem Ergebnis der Wartezeit sehr zufrieden. Deshalb ist im Moment die Apple Watch kein Beitrag zu meinem Digitalen Leben und deshalb ist es mir so schwer gefallen, einen Platz für diesen Beitrag in meinem Blog zu finden.

Vorfreude

Ich bin davon überzeugt, daß sich das ab dem Moment ändert, wenn ich sie am Handgelenk trage und die Verbindung mit meinem iPhone hergestellt habe. 

Aber frühestens am 12. Mai werde ich die Uhr in Händen halten. Trotz Vorbestellung am 10.4. gegen 9:07 ist der Vorrat an Apple Watches weltweit so gering, daß ich die Uhr nicht gleich am 24.4. geliefert bekomme. Und wie sich abzeichnet wird die Apple Watch auch nicht am 24.4. in den Läden erhältlich sein, da alle produzierten Modelle in den Online-Vertriebskanälen verschwinden. 

Diejenigen, die zu spät kamen können entweder im späten Sommer frühestens eine Apple Watch erhalten, oder aber über eBay zu völlig überzogenen Preisen die vorbestellten Uhren ersteigern.

Was machen die Anderen?

Was kann die Konkurrenz machen? Sie haben Smartwatches, die als Produkte im Moment nicht sehr gefragt sind. Apple kann nur diejenigen erreichen, die ein iPhone 5, 5c, 5s, 6 und 6 Plus haben. Der Markt der Android-Geräte ist aber noch viel größer und auch diese Kunden werden nach dem fulminanten Start der Apple Watch ein ähnliches Lifestyle-Produkt haben wollen. Das Potential ist gewaltig. Wenn die Hersteller nun die richtigen Schlüsse ziehen, dann bringen sie (wie immer) ähnliche Geräte auf den Markt, riskieren Patentstreit mit Apple, werden aber erfolgreich sein, was den Absatz dieser Geräte an die Massenkundschaft angeht.

Sie werden es aber nicht schaffen, ähnliche Preise wie Apple aufzurufen. Android-Kunden sind meistens preisbewusst und werden deshalb selten Smartwatches über 500 Euro akzeptieren. Der hochpreisige Markt ist für Apple reserviert. Aber die Masse der Kunden – immerhin reden wir von 80% Marktanteil der Androiden am Smartphone-Markt – macht den Ausschlag und deshalb wird sich auch da ein gesunder Markt etablieren.

Im Grunde müssen die anderen Hersteller Apple dankbar sein, daß sie es geschafft haben, die Apple Watch so gut im Markt zu positionieren, sodaß Millionen Kunden in Zukunft eine Uhr (wieder) am Handgelenk tragen wollen. 

Und nun die Antwort zu meiner am Anfang gestellten Frage.

Die Schweizer Uhrenindustrie hat mitbekommen, was die Kunden an den Apple Watches so fasziniert. Es ist die Vielfalt und die Einfachheit, seine Uhr an seine täglichen Anforderungen anpassen zu können. Warum sollten nicht auch die Schweizer in Zukunft ihre Uhren mit einer Vielzahl an leicht zu wechselnden interessanten Armbändern ausstatten? Ein riesiger neuer Markt ergibt sich nicht nur für die Uhrenhersteller, weil sie neue Uhrengehäuse mit Mechanismen zur Anbindung von Armbändern erstellen dürfen, sondern auch für Anbieter von hochwertigen, und schön designten Armbändern mit interessantem Schliessmechanismus.

Also: alle werden davon profitieren. Und der Kunde am meisten. Wenn ich sehe, wie einfallslos und sehr oft auch hässlich viele Uhren von Spitzenherstellern aussehen (siehe z.B. Rolex oder Omega in Amazon), und wie einförmig sie daher kommen, so scheint mir die Apple Watch ein dringend nötiger Impuls für mehr Vielfalt, Schönheit, Stil, Lifestyle, Luxus – und ja – auch mehr Funktionalität  zu sein.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.