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High End Paradies

Nach jeder High End in München muß sich meine Anlage wieder neu beweisen. Jedesmal bin ich überzeugt, mein High End Paradies zu haben

Habe ich das High End Paradies gefunden? Die High End in München ist immer guter Anlass zu testen. Dort nehme ich immer die Eindrücke und die Klangerinnerungen mit. Natürlich können die Aussteller in den Messehallen nicht die optimale Raumakustik erreichen. Aber sie können es versuchen.

Ich habe nun Feinarbeiten an meiner Raumakustik und der Ausrichtung von Lautsprechern und Sitzposition abgeschlossen. Endlich ist es geschafft. Ich habe meinen audiophilen Traumzustand erreicht. Der Sweet Spot ist endlich gefunden und der Sound ist süchtigmachend.

Inhaltsverzeichnis

Trotz Tinnitus?

Aber es hat sehr lange gedauert. Mit meinem Tinnitus ist es für mich immer schwer mich auf die Musik einzulassen, weil das Störgeräusch an vielen Abenden einfach zu intensiv ist und tatsächlich Schmerzen verursacht. Ich habe manchmal das Gefühl, daß es von Jahr zu Jahr schwieriger wird, wirklich Musik zu geniessen.

Besonders dieses Jahr war es sehr schwer. Die langen Spätherbst- und Winterabende sind normalerweise der Zeitpunkt, an denen ich mich vor meine Anlage setze und in die Musik versinke. Aber der November und Dezember haben keinen Spass gemacht und ich konnte die Musik nicht geniessen. 

Aber im Januar fand ich auf einmal die Zeit und Musse und ich stellte fest, daß ich wieder Spass hatte und mich auf die Musik einlassen konnte. Ich experimenterte weiterhin mit unterschiedlichen Positionierungen von Sitzposition und Position der Lautsprecher. Als optimal unter meinen Raumbedingungen hat sich eine Positionierung der Sitzposition weit weg von der Rückwand herausgestellt. Damit kommt der Direktschall früher zu mir und die Reflexionen laufen einen längeren Weg zur Rückwand und haben weniger Einfluss auf den Klang.

Das Ergebnis ist eine saubere Darstellung aller Phantom-Schallquellen im Raum, die eine Ortbarkeit in Breite, Tiefe und Höhe so verbessert haben, wie ich es nicht für möglich gehalten hätte.

Den dadaurch geschaffenen Raum hinter der Couch konnte ich mit einem offenen Regal füllen, das nun meine Vintage-Computer aufnimmt. Das Regal ist damit ein hervorragender Diffusor hinter meiner Sitzposition. Mit einer farbenfrohen LED-Beleuchtung versehen habe ich nun mein kleines Technikmuseum nun auch ansprechend illuminiert. 

Ich lade jeden gerne ein, sich vom klanglichen Ergebnis überzeugen zu lassen 😉

Raumakustik

Das Ergebnis ist ein Sieg der Erkenntnisse der Raumakustik. Es sind ein paar simple Regeln einzuhalten und dann kann man auch mit weniger teurem Equipment schon überdurchschnittlich gute Ergebnisse erzielen. Eine der wichtigen Regeln konnte ich leider aufgrund meiner Raumsituation nicht einhalten. Vielleicht die wichtigste: Symmetrische Aufstellung der Lautsprecher im Raum. Leider sind bei mir die Lautsprecher links frei im Raum aufgestellt. Zur linken Wand sind es über zwei Meter, während der Abstand zur rechten Wand ca. 1 Meter beträgt. Trotz dieses offenkundigen Nachteils kann man mit entsprechender Ausrichtung der Lautsprecher zur Hörposition und Balance-Regelung noch etwas korrigieren. 

Wichtige weitere Regeln sind (wenigstens bei meinem Raum und den eingesetzten Komponenten):

  1. Lautsprecher von der Wand entfernen und frei im Raum aufstellen. Mindestens einen Meter von der Rückwand entfernen
  2. Lautsprecher auch von der Seitenwand entfernen. Bei mir sind es wenigstens 1m zu jeder Seitenwand
  3. Lautsprecher leicht auf die Sitzposition einwinkeln. Damit ergibt sich eine sehr lineare Wiedergabe des Frequenzgangs
  4. Sitzposition mindestens 50cm von der Rückwand entfernen.
  5. Genügend Dämpfung/Absorption im Raum vorhalten. Z.B. hochfloriger Teppich zwischen Lautsprecher und Sitzposition. Vorhänge und abgehängte Holzdecke
  6. Diffusoren hinter Lautsprechern und Sitzposition vorsehen. Ich habe offene Regale mit Büchern und anderen Gegenständen aufgebaut

Ergebnis: Mein High End Paradies gibt es. Es bietet ein absolutes Hörvergnügen im Sweet Spot. Aufstehen und weggehen aus dem Sweet Spot führt dazu, daß dieses Hörvergnügen nicht eintritt.

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