Apple – 40 Years in 40 Seconds

Happy Birthday Apple!

Apple ist am 1.4.2016 40 Jahre alt geworden. Ich habe das Video von Apple mit dem Titel “40 Years in 40 Seconds” reingehängt und dieses ein wenig analysiert.

Apple – 40 years in 40 seconds

Ist euch aufgefallen, daß nach dem Apple Mac von 1984 in dem Video direkt auf 1997 gesprungen wurde? Also die Zeit ohne Steve Jobs komplett ausgeblendet wurde? 13 Jahre mit unendlich vielen Macs und OS-Versionen? Nur einmal kurz gibt es eine Referenz auf den Apple Newton, der noch in der Zeit von John Sculley entwickelt wurde. Interessanterweise wird der Newton-Schriftzug kurz danach von einem Bleistift durchgestrichen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt 😉

Das aktuelle Apple-Entscheider-Team ist also der Meinung, daß die Jahre ohne Steve Jobs die Firma nicht weitergebracht haben. Und dieser Meinung bin auch ich, nachdem ich mich über die letzten Jahre tief in das Apple-Produktuniversum eingearbeitet habe.

Dies soll eine Beschreibung meiner persönlichen Geschichte mit Apple sein, beginnend 1983 bis zum heutigen Tag.

Es war einmal … ein Apple

Viele Geschichten beginnen mit “Es war einmal …”; und tatsächlich fand ich irgendwann im Jahr 1983 in einem Kiosk meine erste Computer-Zeitschrift. Es war eine Chip mit einem blauen Cover (5/83) und interessanten Artikeln zu der neuen Welt der Home Computer. Alles war bunt und hat für einen Jungen in meinem Alter eine komplett neue Welt mit unendlichen Möglichkeiten aufgezeigt.

Danach war ich angefixt und ich suchte nach konkreten Informationen zu den am Markt befindlichen Computern, die man kaufen konnte. Und dies fand ich in einer Ausgabe der “Computer Persönlich” (6/83), die alle zu diesem Zeitpunkt am Markt angebotenen Computern und ihre Spezifikationen auflistete. 

Dort wurde auch der Apple IIe mit seinen Kenndaten gelistet. Einfach beeindruckend und um Klassen oberhalb der Sinclairs, Tandys, Texas Instruments, Ataris und Commodores angesiedelt. Auch preislich leider. Deshalb fiel dieser Traum von einem Heimcomputer gleich raus bei meiner Betrachtung. Meine Entscheidung fiel dann auf einen Computer, den ich mit 14 Jahren auch noch selbst bezahlen konnte, und dessen Folientastatur mit den vielen Aufschriften ich faszinierend fand und verstehen wollte: der Sinclair ZX81. Im Grunde hat mich mein Vater darauf gebracht, weil er nicht verstand, wie man diesen Computer bedient. Es hat mich gereizt einen Bereich für mich zu finden, wo ich besser als mein Vater war. 

Bereits ein paar Monate später hatte ich wieder eine Computer Persönlich (8/83) in der Hand, deren Titel mich elektrisierte, Es war eine Apple Lisa und das Bild zeigte die grafische Oberfläche mit Fenstern und fein gezeichneten Schriften. Dies war ein Blick sooo weit in die Zukunft: ab diesem Augenblick träumte ich davon, auch auf meinem kleinen Computer eine grafische Benutzeroberfläche zu entwickeln.

Nach 8bit folgt 16bit

Und dann gab es erste Bilder der neuen Computer der Motorola 68000-Klasse. Apples Mac – viel zu teuer, aber seiner Zeit weit voraus. Commodore Amiga – dessen Oberfläche ich nie elegant und schön fand. Und Atari ST – der ein funktionaler Clone des Apple Mac war. Aber all diese Geräte waren für mich zu teuer und stattdessen blieb ich Sinclair treu, die damals einen Konkurrent mit einem Motorola 68008 herausbrachten. Beide Sinclairs habe ich geliebt, aber erst der nächste Schritt hat mich den professionellen graphischen Oberflächen nähergebracht. Zuerst kaufte ich mir einen gebrauchten Atari Mega ST2 und liess einen QL-Emulator einbauen. Innerhalb kürzester Zeit stellte ich fest, um wieviel mehr der Atari leistungsfähig war, als meine Sinclair Computer und habe danach die Emulation nie wieder genutzt.

Meine Atari-Zeit war dadurch geprägt, daß ich mein System sehr Apple-nah konfiguriert habe. Die Eleganz des Apple-Systems – auch in der Nicht-Steve-Jobs-Ära – hat mich immer begeistert. Ich drückte mir an den Scheiben von Data Becker die nase platt, um Apple IIc und Apple Mac zu Gesicht zu bekommen. Leisten konnte ich sie mir nie, aber mit ihrer eleganten graphischen Oberfläche waren sie einzigartig. Und die konnte ich mit meinem Mega ST kopieren. Zum Schluss (1996) hatte ich ein viel leistungsfähigeres System als eine andere Platform mir sonst für das Geld liefern konnte.

Apple war fast am Ende

Interessant ist in der Retrospektive zu sehen, daß Apple bis 1997 seinen Vorsprung Schritt für Schritt verlor, weil sie nach dem Big Bang 1984 keine größeren Entwicklungsschritte über die nächsten 13 Jahre hinbekamen. Es wirkt, als hätten die Entwickler sich überanstrengt bei dem Versuch den revolutionären MacIntosh auf den Markt zu bringen und hatten danach keine Energie mehr, diese Plattform weiter auszubauen. Wenn man sich die Systemsoftware über diese Zeit anschaut, dann hat sich viel im Hintergrund, aber kaum was an der Oberfläche getan. Apple hat seinen Vorsprung leichtfertig verspielt und hatte spätestens dann nichts mehr zu bieten, als Microsoft Windows 95 erfolgreich auf den Markt brachte. Wie durch eine Lawine wurde das Geschäftsmodell von Apple von einem Tag auf den anderen hinweggefegt.

Vielleicht kann man deshalb von den verlorenen 13 Jahren sprechen, bis Steve Jobs mit seiner Next-Expertise eine neue Hoffnung für Apple brachte, die sich aber erst mit 10.3 oder 10.4 im Jahr 2005 durchsetzte. 

Ein weiteres prägendes Ereignis war die Erstellung einer Hochzeitszeitung für meinen Bruder auf einem MacIntosh LC. Ein wunderschönes kompaktes und flaches Gehäuse. Ein wunderschöner Farbmonitor. Eine tolle Erfahrung mit toller Software Graphiken, Texte und Fotos kombinieren zu können und mit Leidenschaft wurde ein phantastisches Ergebnis produziert. Besser als mein Calamus SL auf dem Atari, was zwar auch sehr professionell war, aber leider nur in Graustufen setzen konnte und durch den Arbeitsspeicher von 4MB sehr limitiert war.

Mein erster eigener Apple-Computer

Tatsächlich gab es dann auch bei mir einige verlorene Jahre, die mit meinem Berufseinstieg begannen und mit meiner Scheidung endeten. Während der Zeit musste ich beruflich und privat mit PCs arbeiten und habe nicht den Wiederaufstieg von Apple mitbekommen. Ich bekam zwar mit, daß bei IKEA auf einmal lustige bunte Apple-Gehäuse auf Schreibtischen standen, aber konnte diesem Design nicht viel abgewinnen, da ich coole Laptops von meiner Firma bekam und mich mit diesen intensiver beschäftigte. Außerdem waren damals PC und Mac von der Bedienung so nah zusammen, daß beide System für mich gleichwertig waren.

Dann kam wieder so ein magischer Apple-Moment: ich gehe einen Mediamarkt eine Treppe hinauf und oben an der Treppe steht ein Tisch mit dem damaligen Lampen-Mac. Mein erster Rechner, den ich bewusst mit einem Flachbildschirm gesehen habe. Einfach faszinierend. Ein absolutes Sammlerstück. Eine Design-Ikone. Dies war der Augenblick wo ich mich wieder ein wenig mit Apple und seinen Produkten beschäftigte. Dort sah ich dann auch den unglaublichen Cube, den es leider viel zu kurz gab. Aber immer noch fand ich diese Produkte alle zu teuer, als daß sie für mich interessant geworden wären. 

Nach der Trennung von meiner Frau hat sich viel geändert. Umzug, neue/alte Freunde, neue Aufgaben und dann auch ein neuer Computer. Ein Freund schaffte es, mich innerhalb einer halben Stunde für das Apple-Universum zu begeistern und ich kaufte mir sofort im Anschluss ein weisses Apple MacBook. Ein unglaublich eleganter und leistungsfähiger Computer mit Core2Duo-Prozessor und OS X 10.4 Tiger.

Viele Apple-Produkte später

Danach war es um mich geschehen und ich tauchte tief in die Produkte und die Geschichte von Apple ein und habe seitdem fast jedes neue Produkt von Apple gekauft. Zwei MacMinis, ein iMac, zwei Time Capsules, zwei Airport Express, ein MacBook Alu, ein iPod Nano, sechs iPhone, vier iPads, eine Apple Watch, zwei Apple TVs, drei Tastaturen, eine Maus, zwei Touchpads.

Und auch noch ein paar Apple-Rechner der Vergangenheit für mein kleines Computer-Museum: ein Powerbook 180, ein Apple IIc, ein Newton MessagePad 130, ein Titanium Powerbook, ein eMate 300.

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