Warum ich mir keinen Mac mini kaufe


Ein reißerischer Titel, ich weiß. Aber leider aus der Enttäuschung geboren, die mit den letzten Apple-Veröffentlichungen verbunden ist.

iPhone, iPad, Mac mini, Magic Keyboard, Magic Trackpad, MacBook Air: alle sind 2018 empfindlich teurer geworden. Vom iPhone 8 Plus auf das XS Max sind es 60% Preissteigerung für das Top-Modell. Das ist für mich nicht mehr akzeptabel.

5 Jahre habe ich auf ein Update des Mac mini gewartet und müsste jetzt eigentlich froh über dieses großartige neue Gerät sein. Es ist einfach phantastisch, was endlich für Leistungswerte in diesem Gehäuse verarbeitet sind.

Aber das Einstiegsgerät ist in der Ausstattung, die ich gerne hätte, locker im Bereich von 2000 Euro angesiedelt und damit nicht mehr eine einfache Medienzentrale, sondern ein sehr potenter Arbeitsplatzrechner, der dementsprechend genutzt werden will. Leider ist das für mich nicht passend im Sinne von Preis/Leistung.

Wenn man Apples Preispolitik beobachtet, dann stellt man fest, dass Apple sinkende Absatzzahlen durch höhere Preise kompensieren will. Das führt natürlich zu höheren Margen, kann aber im ungünstigen Fall zu einer Spirale von noch weiter sinkenden Absatzzahlen führen und speziell den Mac-Marktanteil noch weiter verringern. Dies führt in der Folge zu abnehmenden Softwareverkäufen und damit auch zu einem kleineren Markt für Entwickler.

Apple testet gerade die Schmerzgrenzen bezüglich der aufgerufenen Preise für seine Produkte. Die Tatsache, daß Apple dieses Quartal das letzte Mal Stückzahlen veröffentlicht hat, deutet auf Apples sinkende Verkaufszahlen hin. Dieser Trend wird sich automatisch mit diesen Preisen verstärken. Ich bin gespannt, ob Apples Umsätze in den nächsten Quartalen weiterhin steigen werden.

Meine persönliche Annahme ist, daß Apples Umsatzzahlen immer stärker sinken werden, bis sie die Preise wieder nach unten korrigieren.

Ich habe mich bereits zu der iPhone-Ankündigung im August/September 2018 entschieden meine Apple-Aktien zu verkaufen, da ich die Preisentwicklung als große Frechheit und als Problem für den Erfolg der Stück- und Umsatz-stärksten Produktlinie gesehen habe. Ich habe zu 193€ verkauft und erlebe seitdem, dass meine Entscheidung richtig war.

Schade. Apple war immer hochpreisig, aber so unverschämt, wie seit einigen Monaten die Preise nach oben korrigiert werden, habe ich es noch nicht seit 2007 wahrgenommen, seit ich meinen ersten Mac gekauft habe. Ob sich daran was ändern wird?

Ich traue Apple schon zu, daß sie in der Lage sind eine einmal eingeschlagene Richtung zu verändern. Sie uns über Marketing („Think noch mehr different“) so zu verkaufen, dass sie an der Kreuzung von Liberal Arts und Technology wieder ihre sehr begeisterungsfähigen Kunden einfangen. Vielleicht mit besserer Preis/Leistung oder einer neuen attraktiven Produktkategorie.

Wir warten ja noch auf weitere Unique Selling Points für das Apple Ökosystem wie z.B eine Medien-Flatrate a la Netflix.

Ich bin gespannt, was die nächsten zwei Jahre ergeben. So lange habe ich mir nun meinen Apple Produktkauf-Verzicht auferlegt. Sehr schwer, denn die Produkte haben eine tolle Qualität und Leistung zu bieten. Leider zu weit übertriebenen Preisen. Bis November 2020.

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