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Tag 28: iPod und Co – let the music play

Lesedauer: 5 MinutenDigitale Musikspieler wie iPod und Co übernahmen die Rolle des Sony Walkmans aus den 80er Jahren. Sie waren die mobilen Musikmaschinen.

Der achtundzwanzigste Beitrag in meiner Reihe von Beiträgen zur Neugestaltung der Ausstellung in meinem Computermuseum. Heute und an weiteren 5 Tagen stelle ich die Zusammenstellung meiner Ausstellungsstücke vor. Musik bereichert unser Leben. Auf Schallplatte bekamen wir die Arbeit der Künstler über viele Jahrzehnte serviert. Bis ab 1963 die Kompaktkassette eine alternative Möglichkeit für die Speicherung von Musik bot. Und ab diesem Zeitpunkt konnte jeder dann seine eigene Playlist zusammenstellen. Der Sony Walkman wurde 1979 vorgestellt. Mein Bruder schenkte mir für mein Computermuseum einen Walkman WM-DD II aus den Jahren 1984-1987. Es ist ein wunderschönes kompaktes Gerät in silbermetallisch glänzendem Gehäuse und hatte einen guten Klang. Aber iPod und Co sollten uns 15 Jahre später noch mehr Möglichkeiten eröffnen, um eigene Playlisten zu erstellen.

Steve Jobs war immer von Sony und seinen Produkten begeistert. Und er liebte Musik. Seine Helden waren Bob Dylan und die Beatles. Und in dem Moment, wo Apple auch ins Musikgeschäft eintrat, mussten sie eine Regelung mit der Plattenfirma der Beatles, Apple Records, finden. Am 23.10.2001 stellte Steve Jobs den iPod vor und veränderte die Musikindustrie. Viele weitere sollten folgen – in unterschiedlichen Größen, Formen und Funktionen. Dieses Produkt ist eine absolute Erfolgsgeschichte.

Musikdatenträger und Abspielgeräte. Von der LP über den Walkman von Sony bis zu Apples iPod ist alles dabei
Musikdatenträger und Abspielgeräte. Von der LP über den Walkman von Sony bis zu Apples iPod ist alles dabei

Apple iPod U2 Special Edition

Nachdem Apple im Jahr 2001 den ersten iPod herausbrachte, wurde dieser in schneller Folge verbessert. Nach dem Scroll Wheel kam schon ein Jahr später das Touch Wheel raus. Und schließlich im Jahr 2004 wurde dann auch das Click Wheel veröffentlicht, das die letzte Iteration am klassischen Nutzerinterface des iPod blieb. Zuerst wurde es nur in elegantem Weiß veröffentlicht. In Verbindung mit den weißen Kopfhörern entstand die unglaublich einflußreiche Werbekampagne der iPod People. Schwarze Silhouetten, die weiße iPod-Kopfhörer trugen. Und sie tanzten zur Musik vor bunten Hintergründen. Nach dieser Werbung war klar, dass man iPod Nutzer an den weißen Kopfhörern erkennen konnte.

Schon im Jahr 2004 brachte Apple den ersten iPod U2 Special Edition raus. Es war der erste schwarze iPod und hatte ein rotes Click Wheel mit einem schwarzen Druckknopf in der Mitte. Diese Aktion wiederholte Apple dann noch in den Jahren 2005 (iPod U2 Special Edition (color display)) und 2006 (iPod (5th generation U2)). Mein iPod (5th generation U2 Late 2006) ist in einem traumhaften Zustand und ich habe ihn mit der Originalverpackung erhalten. Er funktioniert auch heute noch. Und das schönste sind die Unterschriften von Bono, The Edge, Adam Clayton und Larry Mullen Junior. Als Käufer dieser limitierten Versionen bekam man auch den Zugriff auf die kompletten U2-Titel im iTunes Music Store. Bei den späteren Video-fähigen Versionen des Apple iPod U2 bekam man noch einen Gutschein auf 30 Minuten exklusives Videomaterial.

Apple iPod nano 3rd Generation

Der große iPod mit seiner 1,8” großen Festplatte blieb nicht der einzige iPod-Formfaktor. Apple brachte zunächst den iPod mini mit einer 4 GB großen Festplatte raus. Und diese kamen auch in anderen Farben als Weiß und Schwarz. Und im Jahr 2005 kam mit dem iPod shuffle der erste iPod ohne Display raus. Dies war der erste iPod mit einem 1 GB großen Flash-Datenspeicher. Schließlich wurde mit dem iPod nano im Jahr 2005 der erste einer Reihe von noch kompakteren und leichteren iPods auf den Markt gebracht.

In meiner Sammlung habe ich den Apple iPod nano 3rd Generation. Für jede Generation passten sie den Formfaktor an, um die perfekte Form zu finden. Diese Form ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Es erinnerte mich immer an eine Schokoladentafel, da es etwas breiter als die vorherigen Generationen war. Deshalb konnte ein größeres, zwei Zoll großes Display eingebaut werden.

Apple iPod Touch

Der Apple iPod Touch wurde im selben Jahr wie der vorher beschriebene Apple iPod nano 3rd Generation vorgestellt. Er basierte auf dem Formfaktor des iPhones und war im Grunde ein iPhone ohne Telefonie-Funktionalität. Besonders schön war immer die metallische Rückseite, die genauso wie die Original iPods mit der Zeit eine schöne Patina mit all den Kratzern zeigte. Was ich schätzte war das extrem flache Design. Und durch die abgerundete Rückseite lag es sehr gut in der Hand. Das Design dieses iPod Touch hat Apple bis zur 4. Generation weitergeführt, die dann im Mai 2013 eingestellt wurde. Der letzte iPod Touch (7th Generation) wurde im Mai 2022 eingestellt.

Apple iPod nano 7th Generation

Von meiner Freundin erhielt ich die letzte Generation des Apple iPod nano. Diese siebte Generation wurde von 2012 bis 2017 verkauft. Dieser hat mit 2,5” den größten Bildschirm dieser Gerätekategorie bekommen. Anscheinend war Apple der Meinung, dass sie den Formfaktor nicht mehr verbessern konnten und boten diese Generation über fünf Jahre unverändert an. Bemerkenswert ist dabei die Vielzahl an Farben. Angeboten wurde er in Silber, Schwarz, Lila, Blau, Grün, Gelb, Orange, Rosa und als (PRODUCT) RED. Meine Freundin schenkte mir die Lila-farbene Version mit 16GB.

Fazit

Als ich diesen Beitrag schrieb musste ich mir nochmal die iPod Keynote von Steve Jobs aus dem Jahr 2001 anschauen. Er beschrieb dort drei Durchbrüche, die dieses Gerät möglich machten, und es deshalb aus der Masse der MP3-Player hervorheben würden.

  1. Ultra-portable
  2. Apple’s legendary ease of use
  3. Auto-Sync

Der iPod war nicht der erste mobile Musikplayer, der verlustbehaftete komprimierte Musik (also MP3 oder AAC) speicherte und abspielte. Aber er war der bei weitem erfolgreichste. Vor allem half er Apple dabei, die Apple-Plattform auch über die Computerprodukte hinaus auszubreiten. Viele haben sich damit ihr erstes Apple-Produkt gekauft. Und haben dann über den iTunes Music Store sich ihre Musik gekauft. Später wiederum ist man auf das iPhone umgestiegen und hat alle gekaufte Musik weiter nutzen können.

Apple hat mit seinen Produkten iPod und Co den Musikmarkt komplett erschüttert. Steve Jobs hatte es relativ leicht Verträge mit den Musikunternehmen abzuschließen, da man dem vergleichsweise kleinen Apple-Marktanteil nicht viel zutraute. Erst als auch die PC-Nutzer auf die Apple-Produkte umstiegen, erkannte man, wie groß und wichtig dieser neue Onlinemusik-Markt durch Apple geworden ist. Aber da war es schon zu spät. Apple diktierte die Konditionen und ist heute auch noch ein großer Player. Auch im neuen Streaming Markt, obwohl Apple erst spät mit Apple Music auch Streaming für seine Kunden anbot.

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