Der neunundzwanzigste Beitrag in meiner Reihe von Beiträgen zur Neugestaltung der Ausstellung in meinem Computermuseum. Heute und an weiteren 4 Tagen stelle ich die Zusammenstellung meiner Ausstellungsstücke vor. Sprechen wir über die Digitalfoto Pioniere in meiner Sammlung. Meine erste Digitalkamera war die Fujifilm FinePix S5000. Eine Bridge-Kamera mit eingebautem Zoom Objektiv. Mit ihr machte ich meine ersten Digitalfotos. Seitdem sind alle jemals von mir mit unterschiedlichen Kameras gemachten digitalen Aufnahmen in Apples Fotos in der iCloud gespeichert. Stand heute sind das 190000 Fotos und 6200 Videos. In Summe belegt das 1,7 TB iCloud-Speicher. Deshalb habe ich einen entsprechend großen Speicherplan bei Apple. Aber warum ist die Minolta Dynax 7000i hier gezeigt? Sie ist doch eine klassische analoge Spiegelreflexkamera. Ich erläutere es euch.

Fujifilm FinePix S5000
Natürlich ist die Fujifilm FinePix S5000 nicht die einzige Digitalkamera, die ich gekauft und genutzt habe. In der Folge bin ich großer Sony-Fan gewesen und habe die Sony DSC H9 und die Sony DSC HX-1 benutzt. Zur Zeit habe ich immer noch die Sony DSC RX10 in Verwendung. Aber der weise Spruch gilt immer noch:
Die beste Kamera ist die, die man immer dabei hat.
Zitat von einem unbekannten Foto-Profi 😉
Allen diesen Kameras ist aber gemein, dass es Superzoom-Bridge Kameras sind. Wegen der winzigen Sensoren können entsprechend starke optische Zooms in diese kleinen Gehäuse eingebaut werden. Die Sony RX-10 hat aber mit 1 Zoll den größten Sensor all dieser Kameras.
Die FinePix S5000 habe ich geliebt, weil sie fast wie eine richtige Spiegelreflexkamera aussah mit ihrem Objektivkubus, der weit aus dem Gehäuse rausragte. Damals sahen die ersten Digitalkamera eher nach einfachen Consumergeräten aus, wo erst das Objektiv beim Einschalten aus dem Gehäuse rausgefahren ist. In diesen ersten Jahren wurde mit jeder neuen Gerätegeneration ein neuer Megapixel-Rekord gefeiert. Die ersten Sensoren lieferten häufig nur einfache VGA-Auflösung. Der Sensor meiner S5000 hatte schon 3,1 Megapixel und eine Auflösung von 2048×1536 Pixel. Videos wurden in 320×240 Pixeln aufgenommen. Das entsprach wenig mehr als der Auflösung eines C64 aus dem Jahr 1982.
Mittlerweile hat das Smartphone mit seiner computational photography die Fotokameras für die meisten von uns obsolet gemacht.
Minolta Dynax 7000i
Die Minolta Dynax 7000i ist die alte Spiegelreflexkamera meines Vaters. Sie als Bestandteil des Digitalen Lebens zu deklarieren hört sich schon sehr vermessen an. Immerhin ist das eigentlich alte analoge Bildaufnahmetechnik. Hier wurden Bilder auf einen Film gebannt, der entwickelt werden musste. Also was qualifiziert die Dynax 7000i als “Digitalkamera”?
Minolta führte mit dieser Kamera ein Chipkartensystem ein, mit dem Spezialanwendungen (Sportaufnahmen, Porträts, Landschaften, …) und Funktionserweiterungen (Belichtungsreihen, Programmshift, Multi-Spot Messungen, …) ermöglicht wurden. Außerdem hatte die Dynax 7000i damals den schnellsten Autofokus der Welt und ermöglichte eine Bildfrequenz von drei Bildern pro Sekunde.
Fazit
Beide hier gezeigten Geräte gehören wirklich ins Museum. Jedes Smartphone hat heute bessere Leistungsdaten. Aber ich habe die spannende Zeit mitgemacht, wo sich Jahr für Jahr immer bessere Modelle von unterschiedlichen Firmen zeigten. Manchmal wurde man dazu verführt fast jedes Jahr eine neue Kamera zu kaufen. Man wollte doch in jeder Situation die beste optische Qualität für die Aufnahme der besonderen Momente des Lebens haben. Einige Firmen haben den Übergang zur digitalen Fotografie nicht überstanden. Im Jahr 2003 sind Minolta und Konica zusammengegangen. Sony hat das Kamerageschäft von Konica Minolta dann im Jahr 2006 übernommen. Sony hat sich in den letzten Jahre erfolgreich mit Systemkameras der Alpha-Reihe im Markt positioniert. Außerdem entwickeln sie Bildsensoren für fast alle Smartphone-Hersteller. Heute unterscheiden sich die Generationen der großen Smartphones vor allem durch die eingebaute Kameratechnik.
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