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Tag 27: es ist angerichtet – Tablets in allen Geschmackssorten

Lesedauer: 6 MinutenAb 2010 kam mit den Tablets eine neue Gerätekategorie auf den Markt. Apple stellte das iPad vor, was seitdem jedes Jahr verfeinert wird.

Der siebenundzwanzigste Beitrag in meiner Reihe von Beiträgen zur Neugestaltung der Ausstellung in meinem Computermuseum. Heute und an weiteren 6 Tagen stelle ich die Zusammenstellung meiner Ausstellungsstücke vor. Tabletcomputer oder Tablets gehören zu einer Gerätekategorie, die es schon vor dem iPad gab. Aber erst 2010 erklärte Steve Jobs uns, was wir mit diesen Geräten machen konnten. In meiner Sammlung gibt es neben dem ersten iPad, dem eleganten iPad der 3. Generation und dem ersten iPad Mini auch andere Tablets. Von HP gibt es das unglückliche TouchPad. Und von Blackberry das Playbook, was auch nicht mehr Erfolg hatte.

Eine Sammlung von Tablets mit WebOS, iPadOS, Android und Blackberry OS
Eine Sammlung von Tablets mit WebOS, iPadOS, Android und Blackberry OS

iPad 1

Im Jahr 2010 war es soweit. In einem Sessel sitzend zeigte uns Steve Jobs ein vergrößertes iPhone und nannte es iPad. Er erklärte es uns mit den folgenden Worten:

Using this thing is remarkable

It‘s so much more intimate than a laptop

And it‘s so much more capable than a smartphone

With this gorgeous large display

Steve Jobs, 2010 Apple iPad Keynote

Das iPad 1 war geboren und ist der Vater all der in den folgenden Jahren kommenden iPad-Varianten. Es begründete damit eine Reihe von jährlich weiter gepflegten Tablets von Apple. Sie haben unterschiedliche Größen und Namen erhalten.

Aber an diesem Tag versuchte Steve Jobs uns zu erklären, was ein neues Produkt zwischen Smartphones und PCs sein könnte. Alle anderen Firmen waren auf das Netbook gesprungen und die Kunden nahmen es begeistert an. Aber Steve Jobs war nicht von diesem Produkt überzeugt.

“Netbooks aren’t better at anything. They are slow, they have low quality displays, and they run plenty old PC software. So they are not better as a laptop at anything. They are just cheaper. They are just cheap Laptops”.

Steve Jobs, iPad introduction (27.1.2010)

Apples Lösung war das wunderschöne in ein Aluminium-Gehäuse eingefasste iPad. Es basierte auf denselben Bedienprinzipien wie das erfolgreiche iPhone. Man konnte es auch in einer Mobilfunkversion bekommen. Die Bildschirmdarstellung ließ sich in alle vier Richtungen drehen. Apple sorgte dafür, dass die Entwickler für das größere Display angepasste Software entwickelten.

Aber ob man damit auch sinnvoll arbeiten konnte? Ich habe versucht dieser Frage in einem Beitrag über mein iPad Pro mit 12,9“ Screen nachzugehen.

iPad 3. Generation

Das iPad 3. Generation habe ich mit Begeisterung aufgenommen, weil es elegant neu gestaltet war und den ersten Retina Screen in einem iPad hatte. Aber dies führte auch dazu, dass sich der kleine Akku schnell entleerte. Dieses iPad bekam von Apple den A5X Prozessor verbaut, der gegenüber dem A5 Prozessor für das iPhone 4S leistungsfähiger war. Immerhin musste er die Bildschirmauflösung von 2048×1536 Pixeln des Retina Screens verarbeiten können.

Resolutionary

Tagline für das iPad 3. Generation

iPad Mini

Nachdem auf dem Markt der Android Tablets auch schnell andere Größen als die bis dahin gültige iPad-Größe von 9,7“ herauskamen, fragten viele Apple-Kunden nach ähnlichen Formfaktoren. Apple stellte das iPad Mini genau wie das iPad 3. Generation im Jahr 2012 vor. Es war mit 7,9“ Screen deutlich kleiner und kompakter. Mein Bruder liebte es und besaß mehrere Generationen der iPad Mini. Hier wurde nicht der A5X, sondern nur der A5 Prozessor vom iPhone 4S verbaut. Heute gibt es kein iPad Mini mehr. Anscheinend hat sich doch herausgestellt, dass ein iPad Mini und ein iPhone in der Größe Pro Max oder Plus schon sehr nah beieinander liegen.

Every inch an iPad

Tagline für das iPad Mini

HP TouchPad

Was war ich begeistert, als ein HP Kollege im Jahr 2011 mit dem HP TouchPad in unser HP Büro in Düsseldorf am Seestern vorbeikam. Dieses sollte im Laufe des Tages in die Labors von Vodafone gebracht werden, um dort für das Vodafone Netz getestet zu werden. Da habe ich erstmals geschätzt, bei einer Produktfirma angestellt zu sein. Wir erhielten mit dem TouchPad das erste Mal die Möglichkeit ein Produkt zu sehen, bevor es auf den Markt kommen würde. HP hatte Palm und sein WebOS übernommen und schickte sich jetzt an, sein erstes Tablet auf den Markt zu bringen. Auch hier war wie im Smartphone HP Pre 3 das Betriebssystem WebOS verbaut, welches revolutionäre Konzepte mit Gestensteuerung vorsah. Apple hat diese Konzepte dann erstmals mit dem iPhone X im Jahr 2017 aufgegriffen.

An diesem Tag hielt ich das HP TouchPad in Händen und betrachtete es von allen Seiten. Vor allem die glänzend schwarze Rückseite war ein Fingerabdruckmagnet. Ich hoffte, dass HP dies noch mit der Produktionsversion ändern würde. Als das HP TouchPad dann auf den Markt kam war mit Leo Apotheker ein neuer HP CEO an Bord, der das komplette Consumer Hardware-Geschäft loswerden wollte. HP sollte eine Software Company werden und so wurde das HP TouchPad für einen Spottpreis an Mitarbeiter vergeben. Meine Kollegin Martina hatte ein solches und hat es mir später für einen guten Preis für meine Sammlung verkauft. Sie hatte es mittlerweile als Dual Boot System aufgesetzt. Neben WebOS lief auch noch Android auf diesem Tablet.

Blackberry PlayBook

Das Blackberry PlayBook von 2011. Ich beobachtete die Schritte von BlackBerry, um ein technisches Äquivalent zum erfolgreichen Apple iPad (1. Generation) bereitzustellen. Ihre Antwort war das 7″-Gerät mit dem QNX-Tablet-Betriebssystem und guter Integration von Adobe AIR-Anwendungen und voller Flash-Unterstützung. Ich habe jetzt die 64GB-Version dieses Geräts in meiner Sammlung. 

Das PlayBook war ein völliger Fehlschlag, weil ein BlackBerry-Telefon benötigt wurde, um die Mailing- und PIM-Funktionen zu nutzen. Es war also nur für BlackBerry-Benutzer als Erweiterung und für einen breiteren Bildschirm nützlich. Die Verarbeitungsqualität des PlayBook ist ausgezeichnet. Ich betrachte es als ein wunderschön gestalteten Computer. Es hat eine Gummi-Rückseite, die haptisch sehr befriedigend ist. Das Benutzerinterface ist außergewöhnlich. Erst mit dem iPhone X hat Apple dieses großartige User Interface eingeführt. Ich konnte das Gerät auf die neueste OS-Version aktualisieren und einige kostenlose Spiele aus der BlackBerry App World herunterladen.

Fazit

Im Jahr 2020 feierte das iPad seinen 10. Geburtstag. Steve Jobs glaubte an das iPad. Es war eines seiner letzten Produkte. Aber das iPad war nicht das erste Tablet, auch wenn heute iPad und Tablet fast synonym genannt werden. Tatsächlich kann man das erste nutzbare Tablet in das Jahr 1989 zurückverfolgen, als Jeff Hawkins das GRiDPAD herausbrachte. Mit diesen Erfahrungen gründete er später seine Firma Palm und entwickelte dann keine Tablets mehr, sondern konzentrierte sich auf die neue Gerätekategorie der PDAs. Die Tablet Metapher nahm schließlich Microsoft mit seinen Tablet-PCs wieder auf. Dies waren PCs mit Digitizer-Screen, die mit einem Stift bedient werden konnten. Dafür hatte Microsoft schon früh mit den Pen Extensions für Windows 3.1 experimentiert. Erst ab 2002 wurde der Tablet-PC Wirklichkeit und wurde auch von wenigen Kollegen von mir aktiv genutzt.

Aber erst mit dem kapazitiven Touchscreen und dem ersten iPad entstand die Tablet-Kategorie und es wurden Millionen Geräte nicht nur von Apple verkauft. Gerade im Android-Bereich gab es viele Anbieter, die gute Produkte anboten. Aber keiner entwickelt das Konzept so weiter wie Apple. Jetzt wird vor allem daran gearbeitet mit dem iPadOS eine produktive Arbeitsumgebung wie auf dem PC zu ermöglichen. Doch davon ist man noch weit entfernt, auch wenn all diese Beiträge in meinem Blog auf dem iPad Pro geschrieben werden.

Eine schöne Episode zum Schluß noch. Ein deutscher Tablet-Hersteller wollte sein WeTab genanntes Tablet im Zuge von Apples iPad am Markt positionieren. Das Marketing dafür ging gründlich in die Hose.

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