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Hörsysteme-Trends für 2025

Lesedauer: 6 MinutenNach drei Jahren Nutzung von Hörsystemen wird es Zeit Hörsysteme-Trends für 2025 zu analysieren. Viel Spass.

Mit meinen Hörsystemen von 2021 bin ich sehr zufrieden. Die Signia Active Pro funktionieren auch im Jahr drei der Nutzung weiter zuverlässig. Der Akku hält immer noch einen ganzen Tag durch. Nur wenn ich viel während des Tages streame (Filme, Musik, Podcast, Telefon), dann zeigen die Hörsysteme kurz vor Mitternacht auf, dass der Akku leer wird. Aber das ist weit mehr als ich vor drei Jahren erwartet habe. Der Zeitraum der Förderung durch Krankenkassen von sechs Jahren ist jetzt halb vorbei. Also kann ich mich schon grob orientieren, was es Neues gibt. Deshalb habe ich mich zum Ende des Jahres 2024 mal hingesetzt und den aktuellen Markt der Hörsysteme angeschaut und interessante Entwicklungen ausgemacht. Diese Hörsysteme-Trends für 2025 fasse ich in diesem Beitrag zusammen.

Over-the-Counter Hörsysteme

Eine meiner Vorhersagen wie sich der Markt der Hörsysteme entwickeln wird, ist bereits eingetreten. Die FDA, die amerikanische Food and Drug Administration, hat im Jahr 2022 die Over-the-counter (OTC) Hearing Aids Regulation herausgebracht und damit den Markt für Hörsysteme neu geordnet.

Weil es in den USA keine finanzielle Unterstützung für Menschen mit Höreinschränkungen über Medicaid oder Medicare gibt, ist der Anteil der Nutzer von Hörsystemen aufgrund der hohen Kosten verschwindend gering. Man wollte einen Markt für bezahlbare Hörsysteme schaffen. Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass nur Menschen mit geringen bis moderaten Höreinschränkungen durch diese Geräte unterstützt werden. Die Geräte benötigen keine Spezialisten, wie z.B. Hörakustiker, zur Konfiguration. Deshalb sind viele Hersteller mit ihren Produkten im Markt, die man sonst nicht in dieser Branche kannte. Beispielsweise bringen Jabra, Sennheiser und Sony Erfahrungen aus ihren Kopfhörersparten mit ein. Aber sie kooperieren doch immer mit einer der großen fünf Hörsystemfirmen. Sony beispielsweise mit WS Audiology (Nummer 3 im Markt). Oder Sennheiser mit Phonak, welche zu Sonova gehören (Nummer 1 im Markt).

Selbst Apple wird mit seinen AirPods Pro 2 und dem neuesten iOS-Update als Wettbewerber im OTC-Markt angesehen. Aber durch die eingeschränkte Akku-Nutzungsdauer von wenigen Stunden hat Apple hier noch viel aufzuholen.

AI – künstliche Intelligenz in allen Ohren

Ein weiterer Trend auch im Markt der Hörsysteme ist AI – artificial intelligence oder künstliche Intelligenz. Die Hersteller lernen ihre Algorithmen mit Hilfe von AI an, Sprache von Hintergrundlärm abgrenzen zu können. Dafür setzen sie zusätzliche Prozessoren ein, die jede Sekunde hunderttausende Berechnungen auf die ankommenden Geräusche anwenden sollen. Einigen gelingt dies auch gut, allerdings auf Kosten der Akkulaufzeit. Ein Beispiel ist hier Phonak mit seinem Sphere Infineo. Der dort verbaute Prozessor saugt soviel Energie, wenn er sich im sogenannten Spheric Mode befindet, dass die Hörsysteme nur sieben Stunden in diesem Modus genutzt werden können.

In zukünftigen Varianten wird es erforderlich sein, diesen Leistungshunger der künstlichen Intelligenzen zu begrenzen. Schließlich will man auch mit einem akkubetriebenen Gerät sicher durch den Tag kommen.

Akkubetrieb anstelle von wechselbaren Batterien

Das führt uns direkt zum nächsten Trend. Die Nutzer bekommen immer weniger Geräte angeboten mit wechselbaren Batterien. Selbst die In-the-Ear Modelle wie Signias Silk IX haben jetzt einen Akku eingebaut und benötigen eine Ladeschale zum allabendlichen Aufladen. Signia berechnet für das Ladegerät gepfefferte Preise.

Ich selbst kann mit Freude berichten, dass ich mit der Ladekapazität der Akkus meines mittlerweile drei Jahre alten Signia Active Pro sehr zufrieden bin. Keine Anzeichen von Ermüdung der Akkus sind festzustellen. So habe ich mir das gewünscht. Ich hoffe, dass die Akkus auch die restlichen drei Jahre aushalten werden.

Aber gerade der Leistungshunger der AI-Lösungen könnte dazu führen, dass die Wechselbatterien wieder erforderlich werden. Mal sehen, wie sich die Hörsysteme-Hersteller entscheiden werden.

Bluetooth und Auracast

Bluetooth LE Audio und Auracast sind Techniken, die man immer mehr in Hörsystemen findet. Das bedeutet energieffizientere Streaming-Techniken, was für mich persönlich ein wichtiges Komfort-Merkmal bei modernen Lösungen ist. Auracast wird in Zukunft besseres Hören in öffentlichen Gebäuden ermöglichen. Es wird die Telecoil-Technik ersetzen, die in vielen öffentlichen Einrichtungen wie Behörden, Veranstaltungszentren oder Kirchen verbaut ist.

Mit Bluetooth LE Audio sind auch verbesserte Reichweiten möglich. Bei meinem Signia Active Pro verliere ich die Verbindung zu meinem Streaming-Device nach ca. 10 Metern. Meine AirPods Pro lassen mich noch viel weiter vom iPhone weg bewegen und das Streaming läuft weiterhin stabil. So soll es auch mit den neuesten Bluetooth Techniken in Hörsystemen gehen. Vor allem ist die Verbindung mit mehreren Streaming-Geräten möglich. Das Phonak Audéo Sphere Infineo kann sich mit bis zu acht Geräten verbinden. Zwei davon können gleichzeitig verbunden sein.

Auch das wäre ein großer Fortschritt gegenüber meiner Signia Active Pro. Dieses kann immer nur mit einem Gerät verbunden sein. Wenn man sich mit einem anderen Gerät verbinden will, dann muss man die Verbindung mit dem ersten Gerät manuell auflösen. Selbst das neueste iPhone unterstützt noch nicht Bluetooth LE Audio. Komfortabel geht anders.

Produktpflege

Mit Befriedigung habe ich beobachtet, dass die großen Hersteller ihre Produkte weiterentwickeln und pflegen. So hat Signia das Active Pro um seine IX-Technik weiterentwickelt, die Stimmen noch besser hervorheben soll. Und das aus mehreren Richtungen. Ich bin sehr gespannt, wie das im wahren Leben funktioniert. Vielleicht erhalte ich bald mal die Gelegenheit diese neuen Hörsysteme selbst zu testen.

Mein größter Wunsch für eine Produktpflege der Signia Active Pro war ein funktionierender Hands free Modus zum Telefonieren. Das soll jetzt mit dem Active Pro IX möglich sein. Das Gespräch wird angenommen über einen Doppel-Tap auf die Aussenflächen des Hörsystems. Genauso wird das Gespräch beendet und aufgelegt. So soll es sein. Bravo.

Die Hinter-dem-Ohr Modelle werden von den Anbietern immer häufiger als Receiver-in-canal (RIC) Lösung herausgebracht. Damit können verschiedene Verstärker und Lautsprecher für unterschiedliche Grade von Hörverlust mit dem Gerät hinter dem Ohr verbunden werden.

Online-Vertrieb

Wie ich für mich schon erfolgreich getestet habe (mit Produkten von Dein Echo), ist der Vertrieb von Hörsystemen über Online-Plattformen sehr gut möglich. Selbst wenn man eine Hörgeräte-Verschreibung hat, wird dies durch die Online-Vertriebe bestmöglich unterstützt. Der Kostenvorteil für Kunden ist unbestreitbar. Über Hörakustiker werden nicht selten Mondpreise für die Hörsysteme-Versorgung über sechs Jahre abgerechnet.

Kein Wunder, dass immer mehr Kunden sich von den etablierten Hörakustikern vor Ort abwenden und sich von Online-Anbietern (beispielsweise Audibene oder Dein Echo) oder den großen Billigketten wie Fielmann bedienen lassen. Dort ist die Wahrscheinlichkeit auch größer, dass man Hörsysteme ohne Zuzahlung vermittelt bekommt. Allerdings sind dies dann vor allem Hörsysteme von den Tochter-Marken der fünf großen Firmen. Diese Geräte haben dann auch nicht die neueste Innovation eingebaut oder sind Kopien von Geräten der letzten Jahre. Wer auf die letzten Features und die maximalen Einstellmöglichkeiten verzichten kann, ist auch damit gut bedient.

Fazit

Es tut sich was auf dem Markt der Hörsysteme. Die fünf großen Wettbewerber Sonova, William Demant, WS Audiology, GN und Starkey mit ihren großen Marken Phonak, Oticon, Signia, Widex, Resound und Starkey kommen mit AI unterstützten Lösungen und viel Produktpflege in ihren Hörsystemen. Der Trend zu akkubetriebenen Geräten mit smarten Ladegehäusen setzt sich weiter fort.

Ein günstiger Einstieg in Hörsysteme ist nun möglich über Hersteller, die aus dem HiFi-Kopfhörermarkt kommen. Ein Hörakustiker muss nicht für die Konfiguration involviert werden. Auch ist eine Hörgeräteverschreibung für diese Geräte nicht erforderlich.

Online-Vertriebe statt Hörakustiker vor Ort werden aus Kostengründen immer mehr in Anspruch genommen.

Das Ziel sollte es in jedem Fall sein, dass man Stimmen besser verstehen kann. Da ist noch viel Spielraum nach oben, was die Hörergebnisse angeht, die ich bisher selbst erfahren habe. Meine Signia Active Pro helfen zwar schon sehr was Gespräche angeht. Aber in lauten Umgebungen wird zur Zeit viel zu viel Umgebungslärm mitverstärkt und die Sprache bleibt für mich doch oft unverständlich.

Deshalb bin ich auf die AI-Unterstützung in Lösungen von Phonak, Oticon und Starkey sehr gespannt, ob die Sprache meiner Gesprächspartner in herausfordernden Situationen damit besser verständlich gemacht wird.

In diesem Sinne bin ich gespannt, was das Jahr 2025 für spannende Erfahrungen für mich und mein Digitales Leben mitbringt. Ein Frohes Neues Jahr 2025 wünsche ich allen meinen Lesern.

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