Mein neuer B&W Lautsprecher

Nach langer Zeit gibt es wieder ein Apple-Produkt, welches meine Wohnung mit neuem Klang versorgt. Ein B&W-Lautsprecherpaar – na ja, nicht ganz. Aber fangen wir doch mit dem Einkauf an.

Lautsprecherkauf bei Gravis

Gestern bin ich zu Gravis in DĂŒsseldorf gegangen und habe meinen Neffen Lennard getroffen. Er absolviert dort ein Praktikum und ich habe ihn gebeten, mich beim Einkauf eines B&W-Lautsprecherpaars zu unterstĂŒtzen.

Nun kann man bei Gravis alles bekommen, aber keine Lautsprecher der Firma B(owers)&W(ilkins). Was ich tatsÀchlich gekauft habe ist ein B(lack) und ein W(hite) Homepod von Apple.

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Nachdem Apple diese vor einiger Zeit vorgestellt hat, habe ich alle veröffentlichten Testberichte gelesen und angeschaut. Viele bescheinigen den Homepods einen guten Klang, auf jeden Fall auf dem Niveau der besten Smart-Speaker. Der Bass wurde immer lobend hervorgehoben, die smarten Assistenz-Funktionen wurden sehr schlecht bewertet. Zudem hat Apple den Homepod zuerst nur fĂŒr englisch-sprachige MĂ€rkte herausgebracht. Ausserdem konnte man die Homepods noch nicht zu Stereo-Paaren koppeln und auch nicht mehrere GerĂ€te in unterschiedlichen RĂ€umen miteinander synchronisieren.

Dies war dem Airplay 2-Protokoll vorbehalten, das vor wenigen Wochen mit iOS 11.4 ausgerollt wurde. Auch wurde damit der deutschsprachige Markt bedient.

Stereo-Test gegen meine echten B&W

Da ich zu Hause eine hervorragend klingende Anlage stehen habe, die in vielen Jahren gewachsen ist und von mir feingetuned wurde, war ich gespannt, wie sich die Apple Black&White Homepods gegen meine B&W 805s schlagen werden.

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Gesagt, getan, und die beiden Homepods standen bei mir im Wohnzimmer und wurden auf Stereo-Paar konfiguriert. Damit die Homepods eine vergleichbare Ausrichtung wie meine B&Ws bekommen, habe ich die Stands von meinen B&Ws genutzt und die Homepods dort aufgestellt.

Die ersten Resultate waren sofort ernĂŒchternd. Ein unglaublich aufgeblĂ€hter Bass, der alles ĂŒbertönte. Mitten und Höhen, die sehr blechern klangen und keinerlei Freude bezĂŒglich des Klanges aufkommen ließen. Der Bass war sehr tiefgrĂŒndig und ist beeindruckend, da er wirklich in der Magengrube zu spĂŒren ist. Da ist er meinen kleinen B&Ws ĂŒberlegen, die ein viel grĂ¶ĂŸeres Volumen haben. Da ist schon zu merken, daß moderne Aktiv-Technik die Physik des Lautsprecherklangs positiv verĂ€ndern kann. Aber trotzdem ist der Bass too much.

Der Umstieg auf meine B&Ws zum Vergleichshören hat sofort bestÀtigt, was die Charakteristik eines hochwertigen Stereo-Klangs ist. Ausgewogene Stimmen und Höhen und eine tolle Transparenz stellte sich sofort ein. Der quÀkende Klang der Apple Homepods war sofort vergessen. So muss das klingen.

Also mein erstes Ergebnis dieses Tests: als Stereo-Lautsprecherpaar kann man nicht die KlangqualitÀt erwarten, die eine gut aufeinander abgestimmte Heim-Hifianlage bietet.

Zweiter Test: ich habe beide Lautsprecher als Stereopaar verbunden gelassen und mit dem Apple TV als Ausgabemedium verbunden. Danach habe ich unterschiedliche Filme angeschaut und muss sagen, daß der Bass gerade bei Filmen die benötigte Tiefe liefert. Da kann meine Heim-Hifianlage nicht mithalten. Mit diesem Ergebnis könnte man festhalten, daß die Homepods einen hervorragenden Klang bei Video-Inhalten liefern. Wenn da nicht die regelmĂ€ĂŸigen VerbindungsabbrĂŒche gewesen wĂ€ren. Alle 10 Minuten wurde das Audiosignal nicht mehr von den Homepods wiedergegeben. Der Workaround, wie man den Ton wieder hören konnte war, die Wiedergabe zu stoppen und wieder zu starten. Danach war der Ton wieder unmittelbar da.

Mein zweites Ergebnis dieses Tests: die Homepods könnten als Stereo-Paar eine gute AV-Anlage ersetzen, da ein abgrundtiefer Bass wiedergegeben wird. Durch die regelmĂ€ĂŸigen Aussetzer des Tons ist diese Kombination allerdings noch nicht zu empfehlen.

Multiroom-Homepods

Dritter Test: ich habe die Lautsprecher aus ihrer Stereopaarung befreit und sowohl in der KĂŒche als auch im Schlafzimmer aufgebaut und konfiguriert. Danach habe ich den Multiroom-Support erfolgreich testen können. Es gibt viele schöne Möglichkeiten und die Lösung ist sehr flexibel. Dann habe ich den Homepod im Schlafzimmer noch als Wecker konfiguriert und wĂ€hrend des Abends dann intensiv seine Smart-FunktionalitĂ€t getestet. Mein Ergebnis ist, daß die Mikrophone auf leiseste â€œHey Siri”-Aufrufe reagieren und meine gesprochenen Befehle sehr gut verstehen. Diesen Morgen aber habe ich dann einige Songs vom iPhone auf die Homepods gestreamt und auch da gab es AbbrĂŒche. 

Das dritte Ergebnis meines Tests: die Multiroom-FĂ€higkeiten sind gut und flexibel. Wenn doch nur nicht die VerbindungsabbrĂŒche wĂ€ren.

Fazit

Insgesamt kann ich festhalten, daß die Homepods noch keine wirkliche Apple-“it just works”-Solution sind. Die StabilitĂ€t der Verbindung muss verbessert werden. Und auch der Klang muss neu kalibriert werden. Die Mitten mĂŒssen angehoben werden, der Bass muss unbedingt abgesenkt werden. Ich werde das Feintuning von Apple ĂŒber die nĂ€chsten Jahre beobachten. Man kann ja vieles ĂŒber Softwareupdates erreichen.

Nachtrag 6.7.: Oh Mann, ist das jetzt schwierig mit Siri zu sprechen. Die empfindlichen Mikrofone der Homepods fangen jeden „Hey Siri“-Aufruf ab und sorgen fĂŒr totale Verwirrung. Zumal da die HomePod-Siri in der Funktion noch so eingeschrĂ€nkt ist und deshalb kein nĂŒtzliches Ergebnis liefern. DarĂŒberhinaus sind die Befehle auch nicht einfach anzuwenden, wenn es darum geht den Ton auf die beiden Homepods zu verteilen. Das ganze fĂŒhlt sich sehr starr und eingeschrĂ€nkt an. Ich erwische mich dabei, wie ich in den hintersten Teil der Wohnung gehe, um „Hey Siri“ auf Apple Watch, iPhone und iPad anwenden zu können und vernĂŒnftige Ergebnisse zu erhalten. Z.B. die Frage nach meinen Terminen des Tages können die Homepods noch nicht.

Nachtrag 10.7.: Mein Neffe Lennard macht mich darauf aufmerksam, daß sehr wohl echte B&W-Lautsprecher (Zeppelin) bei Gravis verkauft werden.

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