Was ist in den letzten 30 Jahren in unserem Leben digital geworden?

Dies ist eine Zusammenstellung von Elementen unseres wahren Lebens, die durch die Digitalisierung verändert worden sind. Dieser Artikel ist Mai 2013 entstanden und wurde 2019 fortgeschrieben:

1. Apps: meine ersten Apps habe ich noch auf einem Kassettenrecorder gespeichert. Über das Cassetteninterface ist dann das Programm digitalisiert worden und in den Speicher geladen. Je nach Lautstärke des Cassettenrecorders hat das mal geklappt, und mal nicht.

2. Musik: Anfang der 80er kam dann auch die CD. Vorher bekamen wir Musik auf Cassetten und Platten serviert

3. Bilder/Photos: was war das cool, als man die ersten Bilder digitalisieren konnte. Scanner gab es dann in den späten 80ern

4. Filme: VHS oder Betamax. Erst mit DVDs kam dann vernünftige digitale Bildqualität auf die Fernseher

5. Fernseher: nicht mehr Zeilenverfahren und Strahlenbelastung. Flimmern und explodierende Bildröhren. Jetzt haben wir große, flache Geräte aber müssen uns mit neuen Problemen wie Ghosting, schlechter EDGE-LED Ausleuchtung und Pixelfehlern rumschlagen

6. Kartenmaterial: die ganze Welt ist digitalisiert. Damit ist die virtuelle Reise ohne Kosten möglich und die Turn-by-turn Navigation haben wir auch bekommen

7. Zeitungen, Magazine und Bücher digital: ich bin mal gespannt, wann die großen Druckstraßen gestoppt werden, da nicht mehr auf Papier gedruckt wird

8. Kalender und Adressbücher: wer hat denn noch ein Filofax und tauscht jedes Jahr die Kalenderblätter aus? Wie unpraktisch 🙂

9. Briefe: wer schreibt denn noch Briefe? Im Briefkasten findet man doch nur noch Werbung und Rechnungen

10. Telefone und die Frequenzwahltechnik: nur noch digital. Am besten auch mobil

11. Uhren und die Zeit: O.K. Digitaluhren gibt es schon lange. Auch wenn hochwertige analoge Uhren eine unerwartete Renaissance feiern, so wird uns die Uhrzeit doch überall digital präsentiert

12. Foto- und Videokameras: traurig, wenn man heutzutage an einem Fotogeschäft vorbeigeht und die teuersten und hochwertigsten Kameras dort für 20 Euro in der Grabbelkiste angeboten werden. Und bei digitalen Kameras versuchen sich die Anbieter noch immer mit neuen Megapixel-Rekorden zu überbieten

13. Einkaufskataloge: ja, den IKEA-Katalog findet man weiterhin im Briefkasten. Aber wir kaufen doch heute bei Amazon ein und schauen dort durch die elektronischen Kataloge

14. Preiskataloge: mit Barcodes sofort die vollständige Produkt- und Preisinformation nachschlagen? Easy

15. Sportergebnisse: Lifeticker und elektronische Tabellen. Das ist Fortschritt 🙂

16. Stau- oder Verkehrsinformationen: es lebe die Stauvorhersage und Berücksichtigung durch das Navigationssystem. Das ist mal Integration

17. Metadaten für Musik, Filme und Serien: einfach geil, auf was für Informationen man mittlerweile zugreifen kann

18. Enzyklopädien und Informationen überhaupt: die ganzen Informationen der Welt in Wikipedia (oder bei Google)

19. Reisekataloge und Reisebuchung: einfach und schnell. Aber zu viele Anbieter. Die vielfältigen Informationen sind einerseits Segen aber auch Last. Alle Bewertungen lesen und dann noch die Bilder beurteilen. Erst dann entscheiden, wenn man alles berücksichtigt hat

20. Dictionaries: jede Sprache in Deiner Hand. Simultanübersetzung a la Babelfish (Douglas Adams läßt grüßen)

21. Das Telefonbuch digital: wer braucht das eigentlich noch? Im Telefonbuch stehen doch nur die Festnetznummern und nicht die Mobiltelefonnummern? Aber was war das geil als man rekursive Suchen auf alle Teilnehmer in Deutschland machen konnte 🙂

22. Fernsehsendungen: aus den Mediatheken der Sender auf den Rechner des Konsumenten. Das Fernsehverhalten hat sich dadurch total verändert. Wer setzt sich denn noch pünktlich um 20 Uhr vor die Tagesschau?

23. SPIELEN: Computerspiele fressen ZEIT, ZEIT, ZEIT, …

Was noch? To be continued…

Nachtrag 21.8.2019: über 6 Jahre später sind mir natürlich weitere Aspekte der Digitalisierung aufgefallen.

24. Soziale Kommunikation: wieso ist mir das noch nicht 2013 eingefallen? Natürlich waren damals schon die sozialen Medien in Benutzung. Heute haben wir mit Facebook, Instagram, Twitter, Snapchat, WhatsApp, Threema … unendlich viele Möglichkeiten der sozialen Kommunikation. Natürlich sind auch einige Services während dieser Zeit gescheitert, wie z.B. Apples Ping und Google +.

25. Finanzdienstleistungen: die Banken wickeln ihre lokale Infrastruktur immer weiter ab. Direktbanken sorgen dafür, daß viele nicht mehr eine Hausbank vor Ort haben. Wir stellen unsere Computer als Infrastruktur für den Zugriff auf Finanzdienstleistungen der Direktbanken zur Verfügung

26. Zahlungsverkehr: bezahlen mit Smartphone und Smartwatch. Paypal und andere Zahlungsverkehrsdienstleister über Ländergrenzen hinweg

27. Wetterbericht: jederzeit Wetterdaten für jeden Ort der Welt. Zugriff auf Wettervorhersagen

28. ToDo Listen, Erinnerungen und Notizen: alles bestens integriert und jederzeit auf jedem Gerät verfügbar durch Cloud-Synchronisation

29. Terminvereinbarung: es ist schon schwierig seine Termine zu synchronisieren und einen gemeinsamen Termin zu finden. Durch Doodle und Co. wird es aber auch nicht einfacher. Schließlich geht es darum, uns im wahren Leben zusammenzubringen. Und viel besser wird es nicht durch die digitalen Hilfsmittel

30. YouTube – DIE Plattform für Filme aller Art: von Unboxings, Ratgebern, Video Blogs zu ganz normalen Fernsehinhalten. Alle bewegten Bilder finden sich mittlerweile dort „on demand“ und ersetzen das Fernsehen und seine starre Programmstruktur

31. News: Aggregatoren für Nachrichten wie z.B. Flipboard, oder Apple News + ersetzen die Zeitungen und Magazine

32. Fitness-Tracker: früher haben wir unsere Trainingspläne noch auf Papier notiert. Heute haben wir Fitness-Tracker und Fitness-Apps, die uns kontrollieren, protokollieren und motivieren. Und natürlich auch den Puls dabei berücksichtigen

33. Gesundheit: das EKG am Handgelenk? Und das jederzeit? Bitte sehr: Apple Watch Series 4

34. Logistik: das Paket, welches man im wahren Leben losgeschickt hat, auch im wahren Leben verfolgen

35. Lebensmittel einkaufen: bald lassen wir unseren Kühlschrank regelmäßig vom Lebensmittel-Laden um die Ecke neu befüllen

36. Auto: sind mittlerweile fahrende Computer. Always on mit dem Hersteller verbunden, damit im Falle einer Panne schnell geholfen werden kann. Apple Car Play und Google Auto bringen die eigenen Daten in das Auto

37. Flirten und Partnervermittlung: alle 11 Minuten verliebt sich einer … Früher über Anzeigen in Zeitungen, heute über Plattformen wie Parship, über Apps wie Tinder den Partner fürs Leben oder den One Night Stand finden

38. Haussteuerung: Lichter, Türsysteme, Rolläden steuern. Immer noch nicht einfach zu konfigurieren, aber doch sehr komfortabel, wenn man vergessen hat das Licht auszuschalten

39. das Auto wiederfinden: ein häufiger Fall, wo ich immer wieder froh bin, wenn mir meine Navigationsapp am Abend sagt, wo ich mein Auto am Morgen abgestellt habe

40. Autos mieten, öffnen und starten: Autos konnten wir schon vor der Digitalisierung mieten. Aber das Auto öffnen und starten geht jetzt erst mit den Car Sharing Plattformen

41. Menschen lokalisieren: wir hinterlassen unglaublich viele Bewegungsspuren. Das kann missbraucht werden ist aber im positiven Fall auch sehr hilfreich

42. Fahrdienste: Taxi Deutschland, Uber, Lyft sind Fahrservices, die den kompletten Prozess von Suche, Durchführung und Abrechnung von Fahrdiensten unterstützen. Und dann auch noch den Service bewerten lassen

43. apropos Bewerten – natürlich gibt es nun auch überall die Möglichkeiten zu kommentieren und zu bewerten: das hat leider nicht die Qualität von Diskussionen erhöht. Stattdessen ist wegen fehlender Realnamenpflicht das Trolling und Mobbing ein häufiges Problem geworden

44. Meinungen beeinflussen: wie konnte man einen Präsidenten wie Trump wählen? Weil man mittlerweile Techniken entwickelt hat, die die Meinung von Massen viel besser beeinflussen können, als es die Propagandatechniken der Vergangenheit geleistet haben

45. Werbung und Zielgruppen: kaum hat man digitale Spuren hinterlassen werden wir mit Zielgruppen-orientierter Werbung belästigt. Aber diese Werbung bezahlt auch die digitalen Services, die wir nutzen

46. Faxen: was war das nochmal? Heute scannen oder fotografieren wir Dokumente und senden sie digital weiter

47. Essen bestellen: meine Güte, wieviele Lieferdienste gibt es heutzutage, die jedes Essen, was es in Imbissen in der Stadt gibt, zu uns bringt. Zugegeben passiert das noch alles im wahren Leben, aber die Auswahl, Bestellung und das Tracking läuft alles im Digitalen Leben ab

48. öffentliche Dienste: Städte, Energieversorger, Strassenverkehrsamt, Öffentlicher Nahverkehr, Ärzte und Krankenhäuser bieten ihre Services im Internet an. Eine Geburtsurkunde zu beantragen erfordert nicht mehr das Ziehen einer Wartenummer

49. Steuererklärung: mit Elster und WISO werden die Steuererklärungen heute gemacht. Jetzt sogar ohne Dokumente, die an das Finanzamt gesendet werden müssen

50. Sex-Dienstleistungen: 0190 666 666 … Gibt es immer noch, aber Youporn & Co haben die Videotheken und DVDs schon lange obsolet gemacht. Ein Großteil des weltweiten Internet-Traffics soll angeblich Inhalte der Schmuddel-Branche transportieren

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