iPhone 11 Pro Max – das etwas andere Unboxing

Vorbetrachtung

Gleich eine Anmerkung vorneweg – ich persönlich finde Apples Preisgestaltung skandalös.

1649€ für das größte iPhone ist eigentlich ein Grund, Apple zu boykottieren wo immer man kann, damit die Preise wieder auf ein marktübliches Niveau zurückkehren. Mit dem iPhone X, später dem XS und nun mit dem 11 Pro versucht Apple allerdings seit drei Jahren ein hochpreisiges Smartphone-Segment zu etablieren.

Mit nicht eindeutigem Erfolg. Einerseits wird es immer Menschen geben, die sich das Neueste und Beste von Apple kaufen werden, andererseits hat Apple die Kaufzurückhaltung durch zurückgehende Absatzzahlen mitbekommen. Sie melken halt nochmal die Kuh, bevor iPhones zum totalen Commodity-Gut verkommen.

Marketingtechnisch haben sie die hochpreisigen iPhone 11 jetzt in eine Pro-Schiene geschoben, wie es bereits bei MacBooks, iMacs, iPads und dem Mac Pro funktioniert. Jetzt sieht das Lineup wieder schlüssig aus. Und man kann die Kunden motivieren die Pro-Schiene mit höheren Preisen zu akzeptieren. Was in meinem Fall leider auch funktioniert hat.

Gründe für das iPhone 11 Pro

Und nun zu den Gründen, warum ich beim iPhone 11 Pro doch bereit war so viel Geld hinzulegen.

Ich habe vor zwei Jahren das iPhone 8 Plus gekauft. Mein erstes Plus-Gerät mit Doppelkamera und 256GB. Eine sehr gute und teuere Entscheidung. Erstmals habe ich bei einem iPhone einen vierstelligen Preis akzeptiert. Ich war zu diesem Zeitpunkt nicht bereit noch mehr Geld für das Jubiläums-iPhone X zu bezahlen. Diese war zwar mit einem zusätzlichen optischen Bildstabilisator beim „Tele“-Objektiv versehen, wurde aber mit Edelstahlrahmen und OLED-Display so unverschämt teuer plaziert, daß ich nicht den Mehrwert akzeptiert habe.

Vorfreude

Und es hat mir sehr gute Dienste geleistet. Die iPhones sind meine All-Day-Kamera geworden und haben meine großartige Sony RX10 in den meisten Fällen obsolet gemacht. Das iPhone 8 Plus hat schon eine hervorragende Optik und die Ergebnisse haben in den meisten Fällen großen Spaß gemacht. Die sehr vielfältigen Fotographie-Modi erlauben einen flexiblen gestalterischen Umgang mit Fotos, Panoramen und Videos aller Art (z.B. Slo-Mo, Zeitraffer).

In Kombination mit der Software Quik erhält man großartige Ergebnisse. Ich liebe es mit Quik Geschichten zu erzählen und da ist es wichtig, daß man eine einfach zu handhabende und eine vielseitige Kamera immer dabei hat.

An zwei Wochenenden hintereinander konnte ich wieder die Erfahrung machen, wie die von Apples Kameras bereitgestellten Live-Fotos diese „Quik-Filme“ aufwerten und wie sehr die Menschen vom Ergebnis begeistert sind. Das hat mich darin bekräftigt, daß ich einfach die beste Kamera haben möchte. Und das ist, mag man der Presse und den unterschiedlichen Bloggern glauben, das iPhone 11 Pro.

Aber der Preis ist wirklich eine mentale Barriere, die zu überwinden ist. 60%-Preissteigerung gegenüber meinem letzten iPhone ist schon eine Ansage. Ich habe hart mit mir gerungen und auch mit vielen Freunden und Kollegen darüber gesprochen. Letztendlich hat ein Kollege mich darin bekräftigt, daß ich jetzt leben und Spaß haben sollte und natürlich auch das beste Handwerkszeug haben sollte.

Weiß

Damit war die Entscheidung gefallen. Es sollte das iPhone 11 Pro Max mit 512GB Speicher werden. Natürlich hatte ich mich nicht entschieden, das Gerät am 13.9. schon vorzubestellen und damit ab dem 20.9. geliefert zu bekommen. Meine Entscheidung ist erst am 23.9. gefallen.

Dies war nun eine interessante Aufgabe an ein neues iPhone zu kommen. Bei der Vodafone-Zentrale in Düsseldorf fragte ich im Shop nach, aber die hatten keine Geräte auf Lager. Und die Elektromärkte wie Saturn, Mediamarkt und Gravis hatten Lieferzeiten von jeweils drei Monaten. Aber der Apple Store in Düsseldorf hatte alle Geräte vorrätig und ich konnte am 24.9. während des Tages das iPhone kaufen und zurücklegen lassen.

Es ist das weiße Modell geworden. Und das deswegen, weil ich im Vodafone-Store ein iPhone 11 Pro Max in Nachtgrün gesehen habe, wo das Kameramodul durch Fingerabdrücke zwischen den Linsen verunstaltet war und dies kein attraktiver Anblick war. Beim weißen Gerät dagegen sind die Fingerabdrücke nicht zu erkennen.

Vor dem Unboxing

Ein weiterer Grund für das neue iPhone ist die eSIM, die eine zweite SIM erlaubt. Zu diesem Zeitpunkt ist auch mein gutes altes Businesshandy Nokia Lumia 920 von 2013 kaputt gegangen. Es hat sich bis zum Schluß noch an der Steckdose am Leben halten können – der Akku war schon lange kaputt. Für ein Mobiltelefon suboptimal. Ich habe bei meiner Firma nach einem neuen Diensthandy gefragt. Man stellt heutzutage aber keine Geräte mehr zur Auswahl für die Mitarbeiter zur Verfügung, sondern nur eine finanzielle Beteiligung für ein privat angeschafftes Gerät auch zur beruflichen Nutzung. Dies habe ich nun beantragt und kann damit eventuell den Kaufpreis ein wenig erträglicher gestalten. Und ich versuche die Firmen-SIM von Vodafone als eSIM zu konfigurieren.

Der Einkauf im Apple Store

Nun stand ich am 24.9. am späten Nachmittag im Düsseldorfer Apple Store und beobachtete das Gewusel dort. Dort konnte ich nochmal meine Entscheidung für das weiße Gerät überprüfen und war zufrieden. Das weiße Gerät ist wirklich wunderschön. Das hätte ich nicht gedacht, nachdem ich die ersten Leaks zu dieser Generation gesehen habe. Es dauerte eine halbe Stunde, bevor ich dann von einem Mitarbeiter mein neues iPhone zusammen mit einem passenden weißen Case überreicht bekommen habe.

Warten auf das neue iPhone

Und jetzt kommen wir zum Titel dieses Beitrages. Ich werde ein paar Fotos zum Unboxing zeigen, aber ich möchte vor allem aufzeigen, was beim Aufsetzen eines neues iPhones heutzutage alles berücksichtigt werden muß. Insgesamt hat mich das Aufsetzen mehr als drei Tage beschäftigt gehalten. Ich werde meine Erfahrungen, die ich in diesen Tagen gemacht habe, hier teilen.

Zu Hause angekommen wurden erst ein paar Fotos gemacht. Eine sehr schöne Verpackung – fast wie beim 8 Plus, was ich als schwarze Version gekauft habe. Im nicht aktiven Status sehen alle iPhones seit dem iPhone 6 gleich aus. O.K. der Home-Button ist nicht mehr da. Und der Edelstahl-Rahmen sieht schon sehr edel aus. Die Buttons sind etwas breiter geworden.

Im angeschalteten Zustand ist dann der Nodge sichtbar und auch der fehlende Homebutton erlaubt einen sehr viel größeren Bildschirm. Der schwarze Rahmen um den OLED-Screen ist im Vergleich zu aktuellen Android Top-Smartphones relativ dick, und nur um ca. 1mm weniger dick als das iPhone XR oder 11.

Aufsetzen leichtgemacht?

Das iPhone 11 Pro bietet das Aufsetzen von einem nahe liegenden anderen iPhone an. Gesagt getan und das Update startet mit Daten von meinem iPhone 8 Plus. Leider ist die Rückmeldung über den Bildschirm nicht sehr hilfreich und über 20 Minuten passiert nicht viel. Dann kommt ein Hinweis darauf, daß eine App von mir über einen amerikanischen Account gekauft wurde und ich bitte das Passwort für diesen iTunes-Account angeben soll. Leider mußte ich feststellen, daß Apple diesen Account gesperrt hat. Und alle Versuche diesen Account zu reaktivieren waren nicht erfolgreich. Ich versuchte nun auf dem iPhone 11 Pro diesen Schritt zu überspringen und über die nächsten zwanzig Minuten sah ich dann nur den Spinning Ball ohne Fortschritt.

Ich entschloss mich das Gerät auszuschalten und wieder neu zu beginnen. Nach dem Neustart teilte mir das Gerät mit, daß Daten nicht vollständig übertragen wurden und das Gerät deshalb neu initialisiert werden mußte. Ein Moment, bei dem einen das Herz stehen bleibt, weil man nicht weiß, ob man sein neues Gerät gerade in einen undefinierten Zustand gebracht hat und es nicht mehr verwendet werden kann.

Nach einer Schreckminute meldete sich das iPhone wieder mit dem vertrauten Start-Dialog und ließ wieder das Aufsetzen über mein altes iPhone zu. Diesmal übersprang ich den Punkt mit dem amerikanischen iTunes Account und es deutete sich nach einer weiteren halben Stunde an, daß es mehrere Stunden dauern würde, um das iPhone 11 Pro mit den Daten des iPhone 8 Plus aufzusetzen.

Nach ca. 4 Stunden meldete das alte iPhone, daß alle Daten übertragen wurden und ich den Dialog beenden kann. Merkwürdigerweise zeigte aber das neue iPhone noch an, daß weitere 16 Minuten zur Datenübertragung benötigt werden. Sehr verwirrend.

Weitere „angsterfüllte“ 10 Minuten später meldete auch das neue iPhone schließlich, daß es bereit sei für die initiale Konfiguration. Face ID konnte konfiguriert werden und die für Apple Pay hinterlegten Kreditkarten sollten aktiviert werden. Das funktionierte bei mir leider nicht. Wie sich später herausstellte, hatte ich bei einer Kreditkarte die falsche Kartenprüfnummer verwendet. Bei der anderen Kreditkarte ließ der komplizierte Anmeldeprozess der Bank die Initialisierung am Anfang nicht zu. Zum Glück konnte ich diesen Schritt überspringen.

Schließlich meldete sich das iPhone 11 Pro mit all den Einstellungen meines iPhone 8 Plus. Es zeigte sich aber, daß jetzt erst alle Apps aus dem Apps Store heruntergeladen werden mußten, was weitere Stunden dauerte. Parallel konnte ich aber schon verifizieren, daß wirklich alle Daten übertragen wurden. Dabei verließ ich mich nicht auf Stichproben, sondern prüfte jede App einzeln nach. Interessant war es zu beobachten, daß bei einigen Apps die Anmeldedaten bereits hinterlegt waren (z.B. eBay) und ich mich direkt einloggen konnte. Bei anderen Apps allerdings waren die Anmeldedaten nicht aktiv (z.B. Netflix). Nachdem alle Apps heruntergeladen waren prüfte ich, was noch an Aufgaben zu erledigen waren.

Gerade die Zweifaktorauthentifizierungs (2FA)-Apps sind mit einem Gerät verbunden und müssen auf dem neuen Gerät wieder individuell konfiguriert werden. Dies waren vor allem Apps für Banken und Email-Accounts. Auch wollte ich sichergehen, daß mein Passwortspeicher mit allen Geräten synchronisiert war. Vor allem, da ich im Zuge der Neuinstallation der 2FA-Apps manchmal neue Passwörter auswählen mußte. Das war ein Prozess, der viel Zeit benötigte, da die Anleitungen der Anbieter sehr unterschiedliche Vorgehensweisen beschreiben. In den meisten Fällen war eine Neuinstallation der Apps erforderlich. Wichtig war auch, daß ich mein iPhone 8 Plus noch als Backup hatte, und z.B. die Photo TAN-App der Comdirect Bank unbedingt nutzen mußte.

Dann stellte ich fest, daß von meinen 130000 Fotos und 3000 Videos in der iCloud noch keine Thumbnails auf dem neuen iPhone angelegt waren. Leider ist Apple aber auch nicht in der Lage einen Service zu starten, der dies in kürzester Zeit selbst anstößt. So war ich dann die nächsten Stunden damit beschäftigt, langsam durch meine Foto-Library auf dem iPhone zu scrollen und zu warten, daß die Thumbnails angelegt werden. Apple – da müßt ihr besser werden. Eine interessante Beobachtung ist, daß ich für den Abgleich der Fotos an einem Tag das iPhone 11 Pro Max zweimal komplett entladen habe. Soviel zu der Akkuleistung. Gut, ich gebe zu, daß dies kein normales Anwendungsszenario ist. Nach dieser Aktion zeigte dann die Fotos-App an, daß 95GB an Daten verwendet wurden. Cool. So muß das sein.

Und nach nunmehr drei Tagen Aufsetzen und regelmäßiger Kontrolle hat Apple dann auch noch iOS 13.1 und schließlich iOS 13.1.1 herausgebracht, die auch noch zusätzlich zu installieren waren.

Aufgrund der langen Aufsetzphase bis regelmäßig zwei Uhr morgens stellte sich heraus, daß noch kein Backup über iCloud erzeugt worden ist. Dies stieß ich an und nach ein paar weiteren Stunden war ein iCloud Backup in der Größe von ca. 25GB erstellt worden.

Und jetzt? Alles gut?

Der nächste Schritt wird ein Besuch bei Vodafone sein, damit ich für meine Firmen-SIM-Karte einen eSim-Mobilfunktarif hinzufügen kann. Das habe ich bisher noch nie gehabt und bin mal gespannt, wie dieser Prozess ablaufen wird. Zur Zeit habe ich nur meine Firmen-SIM im iPhone aber mit der eSIM des Gerätes sollte ich Business und Privat auf einem Gerät abbilden können. Ich bin gespannt, wie diese beiden Welten koexistieren können und was man da beachten muß bzgl. privater und beruflicher Datennutzung.

Was hat sich nun nach der mehrtägigen Aufsetzorgie für mich geändert? Außer daß ich ein großes Schlafdefizit hatte?

Nun ja, erstmal nicht viel. Es ist vertrauenserweckend, wenn man mit einem neuen Gerät genauso zuverlässig weiterarbeiten kann, wie man das mit dem alten Gerät konnte. So soll es ja sein: keine großen Überraschungen und man kann das alte Gerät dann auch neu aufsetzen und anderweitig verwenden.

Eines der für mich wichtigen Features funktioniert leider nicht. Oder ich habe die Funktionsweise noch nicht verstanden. Aber ich habe bereits mehrere Video-Tutorials und Anleitungen gesehen, denen ich genau folge und bei mir funktioniert es einfach nicht. Es geht um die Erstellung von Fotos und dem an den Rändern angezeigten größeren Bildausschnitt durch die Weitwinkelobjektive. Angeblich wird ein Foto mit diesen erweiterten Informationen für 30 Tage gespeichert und man kann diese Daten nutzen. Leider bekomme ich diese Bildausschnitte nicht angezeigt. Ich werde dazu ein Ticket bei Apple eröffnen, da ich der Meinung bin, daß ich alles richtig gemacht habe.

Am Anfang habe ich das weiße Kunststoff-Case von Apple benützt. Es ist hervorragend und siehr auch großartig aus. Da ich aber die dünnen, halbtransparenten Ozaki-Cases für iPhone 7 und 8 Plus sehr geschätzt habe, habe ich versucht dieses auch für das 11 Pro zu bekommen. Leider bietet Ozaki das nicht an. Als gleichwertigen Ersatz habe ich dafür das Case von Memumi erhalten. Es deckt zwar mehr ab, als Ozaki das gemacht hat, aber sein halbtransparenter Look läßt das weiße Gerät sehr elegant und schlank wirken.

Das OLED-Display ist gut. Vorteile habe ich nur bei Filmen mit hohem Schwarzanteil bemerken können. Schon das LCD-Display des iPhone 8 Plus war großartig. Der neue Darkmode von iOS 13 ist bei mir auf Automatik gestellt. Damit ist der Batterieverbrauch bemerkenswert gering. Ich muß noch ein paar Tage auf Erfahrungswerte warten, aber heute schon konnte ich nachvollziehen, daß innerhalb von 6 Stunden nur 12%-Akkukapazität verbraucht wurde. Und das bei normaler Nutzung.

Aufgrund der großen Speicherkapazität habe ich mich entschieden den Video-Modus von 1080*30 auf eventuell 4k*30 umzustellen. Gerade die Bildstabilisierungsleistung bei Filmen möchte ich austesten. Bei 1080*60 konnte ich noch eindeutige Schrittbewegungen wahrnehmen. Ich muß das jetzt mal bei 4k*30 austesten.

Ich werde berichten, wie es weitergeht.

Nachtrag 1.10.: Apple hat am 30.9. die Version 13.1.2 veröffentlicht. Und damit ist jetzt endlich die Fotoerweiterung um den zusätzlichen Weitwinkelbereich möglich. Es wird ab dem Update ein zusätzliches Symbol oben rechts angezeigt (siehe Markierung). Danke Apple.

Endlich verfügbar. Zusätzliche Weitwinkelbildanteile

Und damit kann für 30 Tage der Bildausschnitt manuell bearbeitet werden mit dem zusätzlichen Bildmaterial der (Ultra-)Weitwinkelobjektive.

Zusätzliches Bildmaterial außerhalb des Rahmens

2 Kommentare

  1. Ich boykottiere Apple schon ein Leben lang. Und bei deren Preispolitik werde ich auch zukünftig kein Apfel-Männchen werden. Ich wünsche Dir aber viel Vergnügen mit Deiner neuesten Errungenschaft.

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