Der zweiunddreißigste Beitrag in meiner Reihe von Beiträgen zur Neugestaltung der Ausstellung in meinem Computermuseum. Heute und an einem weiteren Tag stelle ich die Zusammenstellung meiner Ausstellungsstücke vor. Apples Airport Produkte ermöglichten die Funkverbindung aller Geräte untereinander. Dafür brauchte man die Airport Router, die es in allen möglichen Formen gegeben hat. Mobile Netzwerker von Apple waren alle weiß und spannten ein Wireless LAN in der Wohnung auf.

AirPort Extreme Base Station
Als Steve Jobs in seiner Keynote bei der MacWorld New York im Jahr 1999 den noch letzten nicht besetzten Produktquadranten in Apples Produktmatrix ansprach wußte jeder, dass ein Consumer Laptop kommen würde. Das Publikum war überrascht, als die gleichen Designprinzipien wie beim iMac angewandt wurden: transparentes farbiges Gehäuse mit Tragegriff. Es kam das bunte iBook G3. Ich habe die orangefarbene Version, die Apple Tangerine nannte. Aber am erstaunlichsten war der Einsatz einer neuen drahtlosen Technologie namens Apple AirPort, die es ermöglichte, das iBook drahtlos zu verwenden, wenn die AirPort-Karte eingebaut war.
Zusammen mit dieser Karte veröffentlichte Apple die AirPort Base Station. Ich habe die ein paar Jahre später verbesserte AirPort Extreme Base Station in meinem Museum. Sie hat aber dieselbe Form wie die 1999 vorgestellte AirPort Base Station. Ich bekam dieses schöne Gerät von meinem Freund Christoph für mein Museum. Am Ende der Präsentation wurde die AirPort-Technologie als One more thing gezeigt. Dazu nutzte Steve Jobs einen Hula-Hoop-Reifen, den er rund um das geöffnete und mit dem Internet verbundene iBook G3 führte. Damit wollte er deutlich machen, dass dieses Laptop nicht an ein Netzwerkkabel angeschlossen ist. Das Publikum war begeistert. Hier wurde erstmals Wireless LAN nach 802.11b Standard genutzt. Die AirPort Extreme Base Station bot schon 54 Mbit/s nach 802.11b/g Standard an.
Apple Time Capsule 802.11n (2nd Generation)
Mein erstes eigenes Airport Produkt war eine Time Capsule. Es gab mehrere Versionen dieser flachen Gehäuse, die ungefähr die selben Gehäusedimensionen wie das erste Apple TV von 2007 hatten. In dieses Gehäuse war eine “Server Grade” Festplatte eingebaut, über die jeder im Netzwerk befindliche Macintosh sein Time Machine Backup speichern konnte. Dieses war eine unkomplizierte und in das Mac OS eingebaute Standard-Backup Funktionalität, welche durch die Time Capsule optimal unterstützt wurde. Außerdem konnte man noch an zusätzliche USB Ports eine Festplatte oder einen Drucker anschließen. Diese Festplatte und der Drucker konnten dann über AirPort im Netzwerk freigegeben werden, so dass alle Macintosh diese Geräte und ihre Services nutzen konnten.
Apple AirPort Express 802.11n (2nd Generation)
Den Apple AirPort Express Router habe ich aus Mexiko mitgebracht. Mein Freund Carsten wollte sein Haus in Querétaro besser mit WLAN versorgen. Ich empfahl ihm damals das AirPort Express Gerät. Es kann wunderbar als Repeater konfiguriert werden. Leider war die Architektur des Hauses so herausfordernd für ein WLAN, dass auch das AirPort Express nicht ausreichte. Ich kaufte ihm das Gerät ab und setzte es über Jahre in meiner eigenen Wohnung als Repeater ein. Damit wurde meine kleine Wohnung bis in den hintersten Winkel mit stabilem WLAN versorgt.
Die Maße des Gehäuses sind identisch mit denen eines Apple TV 2nd Generation. Nur ist das Gehäuse weiß.
Apple Airport Time Capsule 802.11ac
Nachdem die “Server Grade” Platte in der alten Time Capsule ausgefallen ist, kaufte ich mir die letzte Apple AirPort Time Capsule 802.11ac. Die Form war wieder anders. Im Grunde war es auf der Fläche der AirPort Express ein schlankes Gehäuse, was eine senkrecht stehende Festplatte umschloss. Diese Festplatte war auch wieder “Server Grade” und auch diese ist nach ein paar Jahren kaputt gegangen. Soviel zur Zuverlässigkeit der in Time Capsules verbauten Festplatten. Aufgrund dieser Fehler – und weil Apple im Jahr 2018 seine AirPort-Produkte eingestellt hat – setze ich heute keine Apple Produkte als mobile Netzwerker mehr ein.
Fazit
Apple hat eine Produktkategorie für kabellosen Netzwerken mit dem iBook im Jahr 1999 eingeführt und über 19 Jahre weiterentwickelt. Zum Schluß musste Apple einsehen, dass diese Technik nicht mehr zu ihren Kernkompetenzen gehört. Das in beiden Time Capsules die so besonderen “Server Grade” Festplatten ausgefallen sind ist ein Armutszeugnis.
Eigentlich ist es schade, dass Apple seine Netzwerkprodukte eingestellt hat, da man mit der AirPort App leicht die Netzwerkkomponenten im Netz konfigurieren und kontrollieren konnte. Einfacher ging es nicht und das fehlt mir heute. Wenn ich jetzt Router oder Netzwerkkomponenten überprüfen möchte, dann muss ich im Browser die richtige URL für die Geräte kennen. Ganz ehrlich? Warum haben die anderen nicht von Apple gelernt?
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