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Tag 33: Mobile Schwergewichte der 80er Jahre

Lesedauer: 4 MinutenZum Abschluss meiner Serie über die Neugestaltung meines Computermuseums zeige ich zwei mobile Schwergewichte der 80er Jahre.

Der dreiunddreißigste Beitrag in meiner Reihe von Beiträgen zur Neugestaltung der Ausstellung in meinem Computermuseum. Heute ist der letzte Tag an dem ich die Zusammenstellung meiner Ausstellungsstücke vorstelle. Puh, war das eine Herausforderung. Dreiunddreißig Abende am Stück einen Beitrag nach dem anderen vorzubereiten und pünktlich für 20 Uhr abends einzuplanen. Jetzt bleiben euch noch ein paar Tage bis Weihnachten, um andere Adventskalender als meine Computermuseumsbeiträge zu öffnen. Zum Abschluss möchte ich zwei mobile Schwergewichte aus den 80er Jahren vorstellen. Beide zeige ich nur in ihren Gehäusen, in denen sie ausgeliefert wurden. So werden diese ersten Beispiel mobiler Computer sicher aufbewahrt und getragen. Es sind Computer von zwei Fruchtfirmen 😉

So sahen mobile Computern in den 80ern aus
So sahen mobile Computern in den 80ern aus

Apricot Portable

Die erste Frucht ist eine saftige Aprikose. Der ACT Apricot Portable ist ein tragbarer Computer einer sehr innovativen britischen Firma. Ich habe erst vor wenigen Jahren erstmals Bilder von diesem faszinierenden Computer gesehen. Ich war völlig überrascht, dass es diesen Computer schon 1984 gegeben haben soll. Er war ein MS DOS kompatibler PC mit eingebauten 80×25 Zeichen LCD und abgesetzter Tastatur. Die Tastatur war über Infrarot mit dem Computer verbunden. Es ist ein Erlebnis diesen Behälter zu öffnen und zu sehen, wie die einzelnen Komponenten in dieser Box untergebracht sind. Die MS DOS Kompatibilität war allerdings nicht besonders ausgeprägt. Eingebaut war ein 3,5” Diskettenlaufwerk anstelle der bei MS DOS PCs üblichen 5,25” Diskettenlaufwerke.

Mitgeliefert hat ACT auch ein abnehmbares Mikrofon und eine Maus. Leider habe ich diese beiden Komponenten nicht geliefert bekommen, als ich nach mehreren Jahren und vielen eBay-Versteigerungen des Apricot Portable endlich den Zuschlag erhielt. Es ist eines der wenigen Geräte, was eine deutsche Tastatur hat. Und schaut euch das geile Tastaturlayout an. Interessanterweise sehen die Tastenformen wie die des Sinclair QL aus, nur um 180 Grad gedreht.

Von ACT habe ich neben dem Apricot Portable noch den Apricot Xi in meiner Sammlung. Er ist tatsächlich der einzige Computer, den ich noch nicht in meinem Computermuseum unterbringen konnte.

Apple Macintosh Portable

Die andere Frucht ist von der uns allen bekannten Apfel-Firma. Der Macintosh Portable ist ein sieben Kilo schwerer tragbarer Rechner. Als Laptop würde man ihn wohl kaum benutzen. Aber auf einem stabilen Tisch abgestellt hat man einen vollwertigen Macintosh mit einem für damalige Verhältnisse hochwertigen LCD. Auch ohne Hintergrundbeleuchtung konnte man das Display gut ablesen. Spätere Versionen hatten auch eine Hintergrundbeleuchtung. Die Tastatur und der Trackball konnten entweder links oder rechts im Gehäuse positioniert werden. Als Ersatz für den Trackball gab es auch einen Zehnerblock. Ein 3,5” Diskettenlaufwerk war eingebaut und es gab auch Platz für eine Festplatte.

Es war Apples erster Versuch eines mobilen Macintoshs. Sehr spät im Vergleich zur PC-Konkurrenz ermöglichte Apple seinen Kunden, ihren Computer mitzunehmen und mobil zu arbeiten. Aber das Format und das Gewicht war noch nicht passend für ein praktisches Gerät.

Fazit

Mobile Computer brauchten Zeit, um zu reifen. Die ersten Versuche wie der Osborne 1, Compaq Portable oder auch Commodore SX64 liebten die Benutzer zwar sehr. Aber die Geräte waren klobig und selten hielten die Akkus wirklich lange oder sie benötigten doch eine Steckdose. Nur der Apple Portable hatte mit seinen Bleiakkus eine 10 stündige Nutzungsdauer ohne Verbindung mit der Steckdose. Erst mit dem Toshiba T1100 im Jahr 1985 wurde ein kompaktes Format veröffentlicht, dem viele andere Hersteller folgten. Auch der Macintosh Portable sah wie der Toshiba aus, machte aber keine Kompromisse bei der Tastatur und war deshalb in allen Dimensionen zu groß. Erst mit der PowerBook Serie ab 1992 hatte Apple einen Winner. Ich habe von dieser ersten Serie das PowerBook 180, welches mein erster Computer für mein Computermuseum ist.

Über mehr als vier Wochen habe ich mein Computermuseum an seinem neuen Platz vorgestellt. Ich habe erläutert, warum ich die einzelnen Geräte so mit anderen gruppiert habe. Ich hoffe euch hat es genauso viel Spass gemacht wie mir. Jedes dieser Sammlungsstücke hat eine Bedeutung für mich. Es sind viele persönliche Erinnerungen an großartige Produkte, Persönlichkeiten und Momente in meinem Digitalen Leben, die ich in meine Beiträge verpackt habe.

Und wer nochmal einen Überblick über alle vorgestellten Sammlungsstücke haben will, dem empfehle ich meine Computermuseum-Seite. Die 109 dort gelisteten Einträge verweisen auf die entsprechenden Beiträge auf meinem Blog.

Ich wünsche noch eine schöne Adventszeit. Frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr 2024 mit neuen Beiträgen auf meinem Blog. Die nächsten werden über meine Erfahrungen mit dem neuen ZX Spectrum Next berichten.

Am 24.1.2024 feiere auch ich den vierzigsten Geburtstag des Macintoshs mit einem Artikel zur Präsentation durch Steve Jobs vor der Boston Computer Society.

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