Elektromobilität Problemlösungen

E.ON – Strompreiserhöhung um 50% für 2026

Lesedauer: 6 MinutenE.ON macht ernst. Jetzt bekommen wir eine Strompreiserhöhung, die massiv ist. Für 2026 kündigt E.ON für uns 50% höhere Stromkosten an.

Elektrischer Strom treibt unser digitales Leben voran. Unsere elektrischen Geräte benötigen Strom. Auch neue technische Standards wie künstliche Intelligenz (KI/AI) verschlingen unglaubliche Mengen an Strom für den Betrieb der dafür nötigen Rechenzentren. Europa ist schon lange nicht mehr ein Standort für solche stromhungrigen Industrien, da die Strompreise im Vergleich zu anderen Teilen dieser Welt zu hoch sind. Trotzdem steigt auch bei uns jedes Jahr der Stromverbrauch – auch durch die staatlich verordnete Elektromobilität. Aber ist der frühere Kostenvorteil von elektrischen Fahrzeugen (EVs) gegenüber fossilen Brennstoffen noch da? Gefühlt stiegen die Strompreise in den letzten Jahren immer stärker als bei Benzin und Diesel. Und für 2026 überrascht uns E.ON mit einer Strompreiserhöhung um 50 Prozent. Was soll das? Wird dadurch die Elektromobilität gestoppt, weil sie nicht mehr bezahlbar ist?

Elektromobilität bald nicht mehr bezahlbar? (Quelle: von Jetpack-AI als Bild generiert)

Vor knapp zwei Jahren sind wir wegen des Strompreises von den Stadtwerken Düsseldorf zu E.ON in den Tarif E.ON ÖkoStrom Extra gewechselt. Dies ist möglich bei Umzügen, und diese Möglichkeit haben wir genutzt. Unsere monatliche Abschlagzahlung von ursprünglich 66 € wurde vor einem Jahr auf 83 € pro Monat nach oben angepasst und E.ON hat sie vor ein paar Monaten auf 81 € reduziert. Wir verbrauchten über die letzten beiden Jahre relativ konstant 3200 kWh pro Jahr.

Schreiben von E.ON – massive Preiserhöhungen stehen in 2026 bevor

Jetzt zum Jahresende 2025 stellte uns E.ON eine Aufstellung über gestiegene Kosten zur Verfügung. Kosten sind höher

  • bei Steuern, Abgaben und Umlagen,
  • bei Netzentgelten,
  • sowie Beschaffung und Vertrieb

und steigern damit den Brutto-Arbeitspreis pro kWh von 28,10 ct auf 39,98 ct.

Arbeitspreiserhöhungen
Arbeitspreiserhöhungen

Beim Grundpreis gibt es auch eine massive Erhöhung bei Beschaffung und Vertrieb und damit erhöht das den Brutto-Grundpreis von 90,52 € auf 164,90 € pro Jahr.

Grundpreiserhöhungen
Grundpreiserhöhungen

Dadurch würde ab Februar 2026 der monatliche Betrag für die Abschlagzahlung auf 121€ nach oben geändert. Das ist eine 50% Erhöhung des Strompreises.

Alternative Tarife bei E.ON

In einem weiteren Schreiben an uns kündigt E.ON an, dass wir in andere attraktivere Tarife wechseln könnten. Ein QR Code führt uns auf eine Seite bei E.ON, wo der günstigste angezeigte Tarif E.ON ÖkoStrom Stabil Plus 24 bei 105 € liegt. Na ja, immerhin eine signifikante Ersparnis.

Wenn ich aber anonym auf die E.ON Website gehe (also ohne mich mit meinen E.ON Login-Daten einzuloggen), dann kann ich für Bestandskunden einen Tarif E.ON ÖkoStrom 24 für knapp 87 € finden. Warum macht es E.ON Bestandskunden so schwer den wirklich günstigsten Tarif zu finden?

Warum diese massiven Preiserhöhungen bei Strom?

E.ON beschreibt auf seiner Website die Gründe für die Entwicklungen beim Strompreis. Laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und seiner Strompreisanalyse sind die Strompreise durch den Ukraine-Krieg seit 2022 stark gestiegen (bis auf 47 ct/kWh), seien aber jetzt wieder gesunken (auf 39,6 ct/kWh). Dies ist der uns für Februar 2026 in Aussicht gestellte neue Preis. Bis dahin hat uns E.ON den vergleichsweise günstigen Tarif von 28,1 ct/kWh berechnet. Unser günstiger Stromtarif ist also nur dem Umstand zu verdanken, dass wir 2023 einen günstigen Tarif für unsere neue Wohnung gesucht haben, und E.ON uns große Neukunden-Rabatte angeboten hat.

Nur nach oben? Strompreise! (Quelle: von Jetpack-AI als Bild generiert)

Im europäischen Vergleich zahlt der deutsche Verbraucher um 37% mehr als der europäische Durchschnitt. Die deutschen Strompreise sind am höchsten in Europa. Ähnlich teuer sind Dänemark (37,6 ct/kWh) und Irland (37,0 ct/kWh). Was mich persönlich überrascht hat, ist der doch relativ hohe Strompreis in einem Atomstromland wie Frankreich von 29,3 ct/kWh.

Stromkosten steigen für Haushalte in Deutschland stärker als für die Industrie, weil Haushalte höhere Steuern und Abgaben, wie die Stromsteuer und Netzentgelte, zahlen, während die Industrie durch staatliche Entlastungen (z. B. teilweise Befreiung von Abgaben, geringere Netzentgelte) ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit sichert, die Kosten für den Netzausbau trägt und zudem günstigere Tarife aushandeln kann, was Haushalte nicht können. 

KI-Rechenzentren in Deutschland?

Angesichts dieser Preissteigerungen bei Strom wundert man sich doch, dass KI-Rechenzentren in Deutschland gebaut werden. Heise berichtet in der c‘t 2025, Heft 26, über sechs solcher Stromfresser, die im Herbst 2025 geplant sind. Drei von ihnen haben Dimensionen über 180 MW, bei den drei anderen gibt es keine Angaben. Ähnlich wie die Industrie werden diese Stromabnehmer mit den Energieunternehmen subventionierte Preise verhandeln können. Erhöhen sich deshalb die Strompreise für die Endverbraucher, weil diese KI-Rechenzentren das Angebot an verfügbarer Energie so massiv reduzieren?

Auch Heise stellt in seinem Artikel die Frage Reicht der Strom? Rechenzentren in Frankfurt haben heute schon Engpässe bei der Stromversorgung. Deshalb sollen die neuen Rechenzentren nicht mehr in der Nähe von größeren Städten, sondern in der Nähe von Stromtrassen oder Kraftwerken gebaut werden.

KI-Rechenzentrum auf der grünen Wiese. Der Endverbraucher schaut in die Röhre? (Quelle: von Jetpack-AI als Bild generiert)

Warum werden diese Rechenzentren überhaupt in Europa gebaut? Weil Europa gegenüber den USA und China seine digitale Souveränität behalten soll. Es ist also eine politische Entscheidung. Und dafür muss der Verbraucher zukünftige Stromengpässe und höhere Preise akzeptieren.

Fazit

E.ON hat uns mit der massiven Strompreiserhöhung um 50% überrascht. Wir mussten tätig werden, wenn wir für 2026 nicht 600 Euro mehr für elektrischen Strom bezahlen wollten. Doch es gibt Lösungen für eine solche Herausforderung.

Ab dem Jahr 1998 wurde der Strommarkt in Deutschland liberalisiert. Als Endverbraucher konnte man den Stromanbieter wechseln, wenn Preiserhöhungen angekündigt wurden. Yello Strom war ab 1999 einer der Pioniere und überzeugte die Deutschen davon, dass es einfach war einen anderen Stromanbieter auszuwählen. Stromanbieter führten Gebühren für den Wechsel ein und Yello klagte gegen diese Gebühren vor Gericht. Damit verdient Yello Anerkennung dafür, dass wir heute viele Strompreisvergleichsportale haben, wo man schnell einen neuen Stromversorger finden kann. Yello gehört heute zu EnBW.

Wir haben die Gelegenheit genutzt und auf Check24 und Verivox die möglichen Preise am Markt verglichen. Letztendlich haben wir ein Angebot unseres lokalen Versorgers Stadtwerke Düsseldorf angenommen, der uns für die nächsten 12 Monate mit günstigerem Strom als E.ON versorgen will.

Nachtrag: E.ON Kundenrückgewinnung

Wenige Tage nach der Kündigung kommt ein Schreiben von E.ON in unserem Briefkasten an. Man möchte uns als Kunden zurückgewinnen und bietet uns über einen anderen QR-Code jetzt die Möglichkeit den von mir bereits vorher anonym gefundenen besseren Tarif zu wählen. Merkwürdig, dass dies immer erst ermöglicht wird, wenn man bereits gekündigt hat. Es wäre administrativ so viel einfacher für beide Seiten, wenn man den Kunden immer gleich den besten Alternativ-Tarif anbieten würde. Aber wahrscheinlich ist dies aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht gewünscht.

Wenige Tage danach bekommen wir ein weiteres Schreiben, wo wir sogar einen 250€ Neukundenbonus angeboten bekommen. Schade, ich hätte mir den Wechsel-Aufwand gerne vorab erspart, aber jetzt will ich den zusätzlichen Aufwand auch nicht mehr auf mich nehmen, um ein paar weitere Euros pro Monat zu sparen.

Adieu E.ON.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.