aws Cloud Practitioner werden

Cloud ist seit Jahren in aller Munde und wir alle nutzen schon intensiv alle Formen von Cloud-Services. Vor kurzer Zeit hatte ich schon einen Beitrag zur Entwicklung der Cloud und zum Verschieben von Workloads in die Cloud geschrieben (Link). Dieses Jahr habe ich mich entschieden noch mehr in die Cloud Services reinzuschauen und einen besseren Überblick fĂŒr diese Art GeschĂ€ft zu bekommen. Deshalb habe ich eine Zertifizierung zum Amazon Web Services (aws) Cloud Practitioner gemacht. Über meinen Weg dahin möchte ich berichten.

Zum Anfang möchte ich erst den aktuellen Markt beschreiben. Welche relevanten Cloud Service Anbieter gibt es zur Zeit am Markt?

Cloud Service AnbieterBeschreibung
awsaws ist einer der grĂ¶ĂŸten Cloud Service-Anbieter und hat bereits viele Kunden ĂŒberzeugen können seine Services in Anspruch zu nehmen. Netflix ist eine der beeindruckendsten und immer gern zitierten Success Stories fĂŒr die Migration in die Cloud. Netflix nutzt die aws Services und war damit in der Lage innerhalb kĂŒrzester Zeit international zu expandieren (Link). Im Vergleich zu Konkurrenten steht aws zur Zeit gut da. Sie gelten als die MarktfĂŒhrer und als diejenigen, die einen Kunden am schnellsten und einfachsten in die Cloud bringen können. aws macht mehr als 40 Mrd. US$ mit seinen Cloud Services im Jahr. Die Tendenz ist stark steigend. Sie bieten zur Zeit 69 sogenannte Availability Zones in 22 Regionen weltweit an.
Microsoft AzureEiner der grĂ¶ĂŸten Konkurrenten ist Microsoft mit seinen Azure Cloud Services. Der Umsatz ist nicht bekannt. Microsoft weist fĂŒr Commerical Cloud einen Umsatz von 57 Mrd. US$ pro Jahr aus und enthĂ€lt neben Office 365, Dynamics auch reine Azure Cloud Services. Auch Kommunikationslösungen wie Teams und Skype gehören dazu und wurden gerade unter den COVID-19-Bedingungen sehr nachgefragt. Kunden sind z.B. Walmart, Ford, NBC, T-Mobile und Daimler. Die Services sind in 140 LĂ€ndern und 54 Regionen weltweit verfĂŒgbar.
Google Cloud ServicesGoogles Cloud Services machen zur Zeit knapp 11 Mrd. US$ pro Jahr im Umsatz von Google aus. Es bietet viele Oracle-basierte Services an und hat mit Google Meet einen Hit wĂ€hrend der Pandemie. Sie versuchen auch immer ihren Email-Service G Suite damit zu verkaufen. Auch mein Website-Anbieter WordPress.com bietet diese Services seinen Kunden an. Google bietet zur Zeit 61 Availability Zones innerhalb 20 Regionen weltweit fĂŒr seine Kunden an. Google Services sind in 200+ LĂ€ndern erreichbar.
Alibaba CloudAlibaba ist der grĂ¶ĂŸte Cloud Service Anbieter in China. Die Frage ist, ob Alibaba dies auch weltweit ausbauen kann. Der Umsatz aus dem Cloud-GeschĂ€ft liegt pro Jahr bei 7 Mrd. US$. Ca. 59% aller chinesischen Firmen sind Kunden der Alibaba Cloud.
AndereDie großen IT Service Provider wie IBM, Dell Technologies, HPE setzen auf das Multi Cloud-GeschĂ€ft. Diese Anbieter raten ihren Kunden, daß besonders kritische Daten und Systeme nicht in den Cloud-Plattformen der o.g. Public Cloud Anbieter migriert werden sollten. Da kommen dann diese Anbieter ins Spiel mit speziellen Private Cloud oder Hybrid Cloud Angeboten.

Nach dieser Vorbetrachtung wird vielleicht klar, daß ich mich zuerst in meinen FortbildungsbemĂŒhungen auf den MarktfĂŒhrer konzentrieren wollte. Obwohl auch Azure interessante Schulungsmöglichkeiten hat und auch die Google Cloud Services als die dynamischsten und innovativsten am Markt angesehen werden.

Vorbereitung auf die PrĂŒfung

aws ermöglicht sehr einfach eine inhaltliche Vorbereitung auf die PrĂŒfung. Auf einer aws Certification Trainingsseite (Link) wird der Zugriff auf die Vorbereitungsunterlagen ermöglicht. Dies beinhaltet

  • White Papers,
  • Testfragebogen,
  • aws Support PlĂ€ne,
  • und einen 6-stĂŒndigen Onlinekurs.
Perfekte UnterstĂŒtzung von aws fĂŒr die zukĂŒnftigen aws Cloud Practitioner (Quelle: aws.amazon.com)

Diese Unterlagen liefern allein 50% der Erkenntnisse, die man fĂŒr eine PrĂŒfung benötigt. Dies ist also schon ein sehr guter Einstieg. Aber da die PrĂŒfung erst bei wenigstens 70% richtigen Antworten als bestanden gewertet wird, ist diese Vorbereitung bei weitem nicht ausreichend. Den Testfragebogen konnte ich aber mit dem Wissen bereits zu 90% richtig beantworten.

ABER: die Fragebögen, die von den PrĂŒfungsgesellschaften PSI und Pearson VUE bei der PrĂŒfung verwendet werden, sehen gaaaaanz anders aus. Das darf ich schon mitteilen. Alle anderen Informationen darf ich nicht weitergeben, da man die Vertraulichkeit der PrĂŒfungsinhalte bei der PrĂŒfung unmittelbar zusichern muss. Jede Verletzung kann zu einer Aberkennung des Zertifikats fĂŒhren. Deshalb werde ich nur diejenigen Informationen hier weitergeben, die mir zur Vorbereitung der PrĂŒfung zur VerfĂŒgung standen.

Eine weitere (kostenlose) Möglichkeit der Vorbereitung fĂŒr alle Formen von Zertifizierungen liefert der Anbieter Examtopics (Link). Diese Seite enthĂ€lt viele Fragen und Antworten ĂŒber das hinaus, was auf der aws Certification Trainingsseite gezeigt und gefragt wird. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es besser war die Seite mit dem Smartphone als mit dem Desktop-Browser aufzurufen.

Das Konzept von Examtopics ist wirklich interessant. Der Fragenkatalog wird stetig mit echten PrĂŒfungsfragen erweitert und der Anbieter gibt eine mögliche Lösung vor. Manchmal kann man diese selbst nachvollziehen, aber sehr hĂ€ufig ist man der Meinung, dass die Antwort einfach nur falsch ist. Ob dies nun so ist erfĂ€hrt man nur ĂŒber die Kommentierungsfunktion zu der Frage. Die Antwort wird manchmal ganz kontrovers von den Usern diskutiert und es werden von der Community andere Lösungen vorgeschlagen. Alles in Allem ist dieses Konzept nicht immer sehr hilfreich. Aber der positive Effekt ist, dass man sich mit den Themen intensiv auseinandersetzt. Ich habe mit dieser Plattform mindestens 20 Stunden verbracht und viel daraus gelernt und viele Rechercheergebnisse mitgenommen.

Meiner Meinung nach hat man sich mit Examtopics dann schon ca. 80% des notwendigen Wissens erarbeitet. Aber auch das ist noch nicht ausreichend, da die Fragen Jahr fĂŒr Jahr von aws und den PrĂŒfungsgesellschaften angepasst werden. Jedes Jahr gibt es neue Inhalte und damit auch komplett neue Fragen und Antworten.

Bis jetzt waren alle Vorbereitungsmassnahmen kostenlos, bis auf die investierte Zeit. Wenn man den letzten Schliff bekommen will, dann muss man doch noch Geld investieren. Ich empfehle bei Whizlabs.com die Practice Tests zu kaufen. Ich habe die drei Examens-Vorbereitungen aus dem Jahr 2019 fĂŒr knapp 15 Euro gekauft und durchgearbeitet.

Whizlabs-Kurs fĂŒr den aws Certified Cloud Practitioner (Quelle: Whizlabs.com)

Da erkennt man erst, wie anders die Fragebögen im Vergleich zu den kostenlosen aufgebaut sind. Die Fragestellungen sind viel komplizierter und es ist viel zeitaufwÀndiger die Fragen zu verstehen und zu beantworten. Die Plattform von Whizlab gibt einem aber sehr gute Trainingsmöglichkeiten, so dass man nach lÀngerer BeschÀftigung damit die Fragen zu 100% und locker in der erforderlichen Zeit richtig beantworten kann.

Ich habe auch hier weitere 20 Stunden Aufwand reingesteckt. Mit dieser Vorbereitung ist man schon zu 95% fĂŒr die PrĂŒfung vorbereitet. Der letzte Schritt ist dann ein sogenanntes Practise Exam bei der PrĂŒfungsgesellschaft, das man dort kostenpflichtig (20$) bestellen kann. Dies ist allerdings erst dann möglich, wenn man bereits eine PrĂŒfung vereinbart hat und auch schon bezahlt hat.

Dieses Practise Exam lĂ€sst einen dann völlig verunsichert zurĂŒck, da hier Fragen des aktuellen PrĂŒfungsjahres gestellt werden. Und die sind wieder ganz anders und man fĂŒhlt sich dann wieder als wĂ€re man ĂŒberhaupt nicht vorbereitet. Aber auch diese Fragen ergeben wieder wichtige Hinweise darauf, auf was man sich noch speziell vorbereiten sollte.

Mit diesem letzten Schliff ist man dann zu 97% vorbereitet. Die restlichen drei Prozent sind Mut zur LĂŒcke und ein ĂŒberschaubares Risiko. Also, auf geht’s in die PrĂŒfung zum Certified aws Cloud Practitioner.

Das Drama um meine PrĂŒfung

Die PrĂŒfungsgesellschaften sind amerikanische Firmen, die wĂ€hrend der Pandemiezeit ein sogenanntes Online Proctoring anbieten. Das bedeutet, dass man einen Termin vereinbart und zu diesem Termin ist ein PrĂŒfer online dabei und beobachtet einen ĂŒber den kompletten PrĂŒfungszeitraum ĂŒber die eingebaute Kamera des Laptops. Nur so ist eine Online-PrĂŒfung möglich. Kurz vor der PrĂŒfung muss man dem PrĂŒfer visuell ĂŒber die Kamera nachweisen, dass kein Material und Hinweise zur UnterstĂŒtzung des PrĂŒflings im Raum oder am Körper vorhanden sind. WĂ€hrend der PrĂŒfung

  • darf nicht gesprochen werden,
  • man darf nicht mit den HĂ€nden ins Gesicht gehen,
  • keiner darf den Raum betreten,
  • es darf nicht gegessen und getrunken werden,
  • ein Toilettengang ist nicht erlaubt,
  • und man darf nicht mit dem Kopf aus dem Erfassungsbereich der Kamera gehen.

Bevor man allerdings Kontakt mit dem PrĂŒfer aufnimmt muß erst die technische Anbindung geprĂŒft werden. GenĂŒgend Datenbandbreite im Netzwerk ist erforderlich und die Anbindung sollte auch stabil sein. Der letzte Schritt ist, dass man sich schon 15 Minuten vor dem PrĂŒfungstermin auf der Webseite der PrĂŒfungsgesellschaft einloggt und sich bei der gebuchten PrĂŒfung anmeldet.

Und hier kam es zu einer Störung, die durch eine Fehlfunktion des Systems der PrĂŒfungsgesellschaft ausgelöst wurde. Über die nĂ€chsten 40 Minuten wurde mir als Fehlermeldung folgender Text angezeigt:


Your data has not finished updating at PSI. The login process will automatically reattempt in a few seconds.

Fehlermeldung bei Login in PrĂŒfungstermin

Auf so ein Problem mag keiner vor einer PrĂŒfung stoßen. Da geht das Adrenalin hoch, da leidet die Konzentration. Und man muss auch bedenken, dass die PrĂŒfung als nicht bestanden gilt, wenn man 30 Minuten nach dem vereinbarten Startzeitpunkt nicht mit der PrĂŒfung begonnen hat.

Ich schwitzte Blut und Wasser, war verzweifelt und versuchte den Helpdesk zu kontaktieren, um meine Probleme zu schildern und abzusichern, dass meine PrĂŒfung nicht wegen eines technischen Fehlers auf Seiten der PrĂŒfungsgesellschaft als nicht bestanden gewertet wĂŒrde. Kurz vor Ablauf der Frist kam dann die Verbindung doch zustande und der PrĂŒfer meldete sich und fĂŒhrte mich durch den Prozess des Online Proctorings.

Ende gut, alles gut

Knapp 70 Minuten spĂ€ter beendete ich die PrĂŒfung. Das System wies mir sofort aus, daß ich bestanden habe. Aber eine Punktzahl wurde nicht angegeben.

Wenige Tage spÀter bekam ich das Ergebnis mitgeteilt: mit 949 von 1000 möglichen Punkten kann ich zufrieden sein.

Also Freunde, wer diesen Zertifizierung auch machen möchte ist mit dem hier beschriebenen Weg bestens vorbereitet. Viel Spaß und viel Erfolg.

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