Vor knapp zwei Jahren bin ich von Telekom auf Vodafone gewechselt und habe damit Schritt 2 meiner Connectivity Strategie abgeschlossen. In diesem Jahr stand der Umzug in eine neue Wohnung an. Ich möchte über meine Erfahrungen mit meiner Vodafone Connectivity Strategie und Vodafones unterschiedlichen Angeboten in den Sparten Mobilfunk, DSL und Kabel berichten. Und meine Freundin und ich haben viele interessante Erfahrungen gemacht, über die es sich zu berichten lohnt.

Dies hat vor allem mit der Vodafone Kundenrückgewinnung zu tun. Nur über diese Abteilung ist es möglich, günstigere Angebote für die unterschiedlichen Tarife zu bekommen. Sogar bessere Konditionen als für Neukunden. Schließlich ist es für eine Firma einfacher, Kundenverträge zu behalten, als eine Kundenneugewinnung anzustoßen. Dafür muss ich aber erst meine Verträge kündigen. Was für ein administrativer Irrsinn. In der Kündigungsbestätigung von Vodafone erhält man dann aber die Nummer der Vodafone Kundenrückgewinnung. Und dann beginnt der Spaß. In der Endabrechnung zeige ich auf, wie viel wir durch den Umstieg und die neue vertragliche Situation eingespart haben. Vor allem kann man in diesem Beitrag lernen:
- Wie bekommt man unlimitiertes Datenvolumen im Mobilfunk ohne dies teuer bezahlen zu müssen?
- Wie sichert man dauerhafte Connectivity (DSL/Kabel) bei einem Umzug ab?
- Wie erreicht man als Bestandskunde bessere Vertragskonditionen als ein Neukunde?
- Wie halbiert man seine Telekommunikationskosten bei einem Umzug?
- Wie geht man mit Vodafone um, wenn deren Services immer noch nicht integriert sind?
Erfahrungen mit Vodafone-Mobilfunk
Der Wechsel auf den Vodafone Red 2020 M Tarif vor zwei Jahren war für mich der Höhepunkt in Sachen Datenvolumen. Nachdem ich mit meinem Telekom-Tarif in mehreren Monaten das maximale Datenvolumen von 11 GB erreicht hatte und sogar Datenkontingente teuer nachkaufen musste, war ich mit meinem neuen Vodafone-Tarif sehr zufrieden. Durch das GigaKombi-Angebot von Vodafone hatte ich eine Mobilflat während der letzten zwei Jahre. Dies war nur in Kombination mit meinem Vodafone Kabel-Vertrag möglich. In den Mobilfunk-Rechnungen konnte ich nachvollziehen, dass ich regelmäßig über 20 GB, und in der Spitze 31 GB Datenverbrauch hatte. Es fühlt sich unglaublich beruhigend an, wenn man sich um Datenvolumensbegrenzungen nicht mehr sorgen muss.
Im europäischen Ausland hat man allerdings keine Flat. Trotzdem ist das dort bereitgestellte Datenvolumen so hoch, dass man auch dort sorglos auf den schnellen 5G Datenfunk zugreift. Aber gerade im Ausland habe ich einen Nachteil von Vodafone erleben müssen. Während der Corona-Pandemie war ich während der Sommerferien in Österreich. Im Jahr 2020 noch mit Telekom 4G und im Jahr 2021 mit Vodafone 5G. Meine subjektive Erfahrung war, dass die Daten mit dem Telekom-Tarif schneller und zuverlässiger kamen. Beim Vodafone Tarif ist mir häufig aufgefallen, dass zwar bester Empfang angezeigt wurde, aber die Daten nur sehr langsam eintröpfelten. Das war ein wirkliches Ärgernis. In der Hinsicht ist anscheinend Telekom besser als Vodafone.
Nach zwei relativ zufriedenen Jahren mit Vodafone entschied ich mich aber trotzdem den Vodafone-Mobilfunkvertrag zu kündigen und die aktuellen Angebote am Markt zu vergleichen. Aber dazu später.
Erfahrungen mit Vodafone-DSL
Vodafone hat in den letzten 15 Jahren viele neue Services eingekauft. Im Jahr 2008/2009 kaufte Vodafone Arcor, um damit Festnetzanschlüsse an seine Mobilfunkkunden zu verkaufen. Im Jahr 2018 übernahm Vodafone dann Unitymedia und erweiterte so sein Angebot auch im Kabelbereich mit schnellen Datenverbindungen zu seinen Kunden.
Exkurs: Integration von Mobilfunk, DSL und Kabel bei Vodafone
Die Herausforderung für Vodafone war dann die Integration dieser neuen Services in ihr Angebot. Für die Kunden sollte es ein umfassendes und voll integriertes Angebot werden. Mit Belohnungen für die Kunden, wenn sie mehrere Angebote von Vodafone kombinierten. Dadurch kam auch der Marketingbegriff der GigaKombi zustande. Die GigaKombi ist dann gegeben, wenn der Kunde neben Mobilfunk auch DSL oder Kabel nutzt. Dann erhält er „GigaVorteile“, wie z.B. Preisermäßigungen oder Erhöhungen des Datenvolumens bis hin zu Flatrates im Mobilfunkbereich.

Vordergründig sieht es so aus, als wären all diese Services bereits voll integriert. Auf der Homepage von Vodafone kann man sich einen Mix von diesen Services zusammenstellen. In der MeinVodafone-App kann man auf alle Verträge aus Mobilfunk, DSL und Kabel zugreifen. Aber nach all diesen Jahren ist keine wirkliche Integration im Backend vorhanden. Weiterhin sind es unterschiedliche Verträge mit unterschiedlichen Kundennummern. Weiterhin sind unterschiedliche Firmen verantwortlich für den Verkauf und die Erbringung der Services. Für den Kunden sollte es eigentlich nicht sichtbar sein.
Die Wirklichkeit sieht aber anders aus. In der MeinVodafone-App muss man die unterschiedlichen Verträge separat einfügen. Eine einheitliche Übersicht pro Kunde gibt es nicht. Rechnungen sind separat nach Sparte ausgestellt. Die Ansprechpartner auf den Rechnungen sind auch vollkommen unterschiedliche Gesellschaften. Wenn man kündigen will, dann muss man natürlich die richtige Gesellschaft anschreiben. Eine einheitliche Kündigungsadresse für einen Vodafone-Vertrag gibt es nicht.
Bei der Vereinbarung eines Umzugs von Wohnung A mit einem DSL-Anschluss zu einer Wohnung B mit einem Kabel-Anschluss erlebt man als Kunde sehr genau, wie wenig fortgeschritten die Integration bei Vodafone ist. Doch dazu gleich mehr
Umzug von DSL zu Kabel
Meine Freundin hat in ihrer Wohnung eine DSL-Anbindung von Arcor, die seit mehr als 15 Jahren läuft. Arcor ist nun Vodafone DSL. Bis vor drei Jahren hatte sie noch ein uraltes Arcor-Modem. Die Verbindung war langsam und brach häufig ab. Manchmal musste sie das DSL-Modem mehrmals am Tag neu starten.
Wegen all der Störungen hat sie dann bei Vodafone einen aktuellen DSL-Vertrag mit 100 MBit vereinbart. Vodafone hat dazu eine FRITZ!Box zur Verfügung gestellt. Seitdem hat sie eine stabile Leitung mit gutem Datendurchsatz. Sie war über die letzten zwei Jahre sehr zufrieden. Auch die Latenz ist bei DSL anscheinend besser als bei Kabel.
In der neuen Wohnung bietet Vodafone nur noch Kabel an. Wir sind nun an Vodafone herangetreten mit der Bitte, einen Umzug von der alten Wohnung (mit DSL) zur neuen Wohnung (mit Kabel) einzuleiten. Die Kollegen im Vodafone-Service waren dann auch hilfreich und haben uns ein Angebot gemacht.
Aber: dieses Angebot beinhaltete nur den neuen Kabel-Service. Es gab keinen schriftlich dokumentierten Hinweis über einen Umzug und der Abmeldung des DSL-Service an der alten Adresse zu dem vereinbarten Termin.
Unklare vertragliche Situation bei Umzug
Zwar haben die Vodafone-Servicemitarbeiter uns mündlich versichert, dass alles wie besprochen beauftragt und vereinbart ist. Nur konnten sie uns das nicht schriftlich geben. Ein unhaltbarer Zustand für einen Kunden, der eine klare vertragliche Vereinbarung mit allen Parametern haben möchte.

Dies ist meiner Meinung nach wieder ein Zeichen der fehlenden Integration zwischen den unterschiedlichen Vodafone-Sparten DSL (ehemals Arcor) und Kabel (ehemals Unitymedia). Im Hintergrund wäre alles wahrscheinlich sauber abgewickelt worden. Ein einheitliches und integriertes Bild hin zum Kunden bietet Vodafone aber nicht.
Meine Freundin und ich sind beide von guter Connectivity abhängig. Wir arbeiten beide im Homeoffice für unsere Firmen und Kunden. Meine Freundin hat den DSL-Vertrag in der alten Wohnung zum Ende August gekündigt. Einen Kabelanschluss in der neuen Wohnung habe aber dann ich ab Anfang August beauftragt. Dieser war wenige Tage später schon aktiv geschaltet. Damit haben wir keine Unterbrechung der Connectivity und einen sauberen Übergang. Aber dazu mehr im nächsten Abschnitt.
Der Kabelanschluss
Ich selbst bin schon seit vielen Jahren Unitymedia-Kunde. Seit 2018 bin ich auch Vodafone-Kunde, da Unitymedia von Vodafone übernommen wurde. Ich fand es immer faszinierend zu erleben, wie viel höher die Übertragungsgeschwindigkeit bei Kabel ist im Vergleich zu DSL. Es ist schon bemerkenswert, wie schnell ein mehrere GByte großes mac OS-Upgrade über das Kabel heruntergeladen werden kann. Oder Spiele für die Playstation 5 den Weg auf die Platte gefunden haben.
Deshalb war ich glücklich, dass uns in der neuen Wohnung auch bis zu 1 Gbit Übertragungsgeschwindigkeit angeboten wurde. Den Kabelvertrag in meiner alten Wohnung hatte ich bereits mit Ziel Ende Juli frühzeitig gekündigt. Trotzdem hat die Vodafone Kundenrückgewinnung es ermöglicht, dass ich im August meinen Vertrag wieder aufleben lassen konnte und für unsere neue Wohnung verlängern konnte. Sie haben auch ein vernünftiges Angebot gemacht. Damit habe ich auch wieder die GigaKombi-Vorteile, wie ich sie vorher hatte: unlimitiertes Mobilfunk-Datenvolumen und 10 Euro Rabatt auf den Mobilfunkpreis.
Der neue Vodafone Mobilfunkvertrag
Nach der Kündigung meines Vodafone Mobilfunkvertrags hatte ich einen Monat Zeit den Markt nach guten Angeboten zu untersuchen. Verträge mit hohen Datenvolumina sind die Königsklasse unter den Mobilfunkverträgen. Unlimitierte Datenvolumen, auch Flatrate genannt, sind teuer. Es fällt auf, dass Telekom viel weniger Datenvolumen anbietet für vergleichbare Preise von Vodafone– oder O2-Angeboten.
Hier kommt wieder die Vodafone Kundenrückgewinnung ins Spiel. Der Mitarbeiter machte mir ein konkurrenzlos interessantes Angebot mit hohem Datenvolumen und niedrigem Preis. Da Vodafone in den jährlichen Connect Tests nicht so gut wie Telekom abschneidet, versucht Vodafone die Kunden mit hohen Datenvolumensverträgen zu locken. In meinem Fall funktioniert das. Und es ist für eine Firma immer günstiger Bestandskunden zu halten, als neue Kunden gewinnen zu müssen. Also eine Win-Win Situation für beide Seiten.
Zusammenfassung der Kosten und Fazit
Zwei Jahre nach der Reorganisation meiner Telekommunikationskostenstruktur war durch den Umzug bedingt wieder eine Überarbeitung erforderlich. Folgendermaßen stellt sich die Situation nach der oben beschriebenen Umstellung dar.
Vertrag | Kosten vorher/Monat | Kosten nachher/Monat |
---|---|---|
5G Mobilfunkvertrag von mir (Daten-Flatrate) | 40€ | 19,99€ |
5G Mobilfunkvertrag von meiner Freundin (alt: 5 GByte; neu 34 GByte) | 29,99€ | 24,99€ |
DSL-Vertrag in alter Wohnung meiner Freundin (100 MBit) | 47,95€ | |
Kabel-Vertrag in meiner alten Wohnung (500 MBit) | 44,99€ | |
Kabel-Vertrag in neuer Wohnung (500 MBit) | 39,99€ | |
Summe: | 162,93€ | 84,97€ |
Wir konnten aufgrund einiger strategischer Entscheidungen die Kosten für Telekommunikation signifikant verringern. Natürlich fiel ein Datenvertrag für eine Wohnung durch den Umzug weg. Eine Halbierung der gesamten Telekommunikationskosten war möglich.
Dies wird möglich, da Konzerne heutzutage viel Aufmerksamkeit und Aufwand darauf verwenden Bestandskunden zu behalten. Vodafone leidet im Moment darunter, dass nur wenig Neukunden noch zu gewinnen sind. In Tests schneidet Vodafone schlechter als Telekom ab, und manchmal auch schlechter als die ewige Nummer 3, O2. Die Hintergründe sind vielschichtig.
Deshalb ist es wichtig, wenigstens seine Bestandskunden bei der Stange zu halten. Und gleichzeitig die Gründe abzustellen, warum man gegen Telekom in diesen Tests immer wieder verliert. Das ist einerseits ein besserer Ausbau und eine bessere Abdeckung durch das 5G-Netz. Als negatives Beispiel fällt mir meine alte Wohnung im Düsseldorfer Stadtteil Düsseltal ein, wo ich nur EDGE-Connectivity hatte. Faktisch hatte ich dort keine schnelle Datenfunkanbindung.
Es gibt viel für Vodafone zu tun. Aber als Bestandskunden bekommt man gute Services zu guten Preisen angeboten. Allerdings nur, wenn man die Verträge rechtzeitig kündigt und selbst tätig wird, um attraktivere Angebote anzufragen.
Nachtrag: Netzwerkprobleme bei Vodafone Kabel
An unserem ersten Wochenende nach der Übergabe unserer alten Wohnungen machten wir auch die ersten schlechten Erfahrungen mit Vodafone Kabel. Von Freitag 20 Uhr bis Samstag 20 Uhr hatte Vodafone Kabel DNS-Probleme. Einige Webseiten und Webservices wurden nicht aufgelöst und konnten damit nicht erreicht werden. Das hatte massive Einschränkungen für HomeKit und die HomePods in unserer Wohnung. Haussteuerung über Siri war damit nicht mehr möglich. Die einzige Antwort war, dass die HomePods keine Internetverbindung hatten. Das frappierende war, dass z.B. meine Website digitalesleben.blog auf dem Mac Safari-Browser nicht geladen wurde, auf dem iPhone aber doch.
Hier zeigte sich, wie gut bzw. schlecht der Vodafone Service ist. Am Abend konnte ich keinen Service mehr erreichen. Stattdessen musste ich mich mit dem Netzassistenten rumschlagen, der mir sagte, dass es an meiner Adresse keine Probleme geben würde. Und zusammen mit den Anleitungen des Assistenten startete ich mehrfach den Router neu und stellte keine Besserung fest. Erst am Morgen konnte ich den telefonischen Vodafone Service-Mitarbeiter erreichen.
Vodafone SuperWLAN
Auch der Mitarbeiter stellte keine Netzwerkprobleme an meiner Adresse fest. Seine Diagnose war, dass uns Vodafone’s SuperWLAN weiterhelfen würde. Meiner Meinung nach hilft das aber nicht, da dieselben Störungen auf meinem Mac auftraten, der über LAN-Kabel mit dem Router verbunden ist. Ich teilte ihm mit, dass ich den Fehler eher bei Vodafone’s eigenen DNS-Service verorten würde. Leider könne ich aber bei dem Router keine anderen DNS-Server konfigurieren (z.B. 8.8.8.8 von Google). Wenigstens nahm er dann ein Störungsticket auf und kündigte einen Techniker für den kommenden Montag an. Zwei Tage später also.
Am Samstag Abend konnte ich das Ticket wieder schließen, nachdem Vodafone die Probleme zentral auf seiner Seite gelöst hatte.
Fazit
Eine massive Störung von Vodafone Kabel über 24 Stunden an unserer neuen Adresse wird von Vodafone nicht zugegeben. Der Kunde hat keine Möglichkeit an einem Wochenende Hilfe zu bekommen und wird immer nur auf die Standardlösungen geführt: „Haben Sie den Router neu gestartet?“.
Und man stellt fest wie abhängig man mittlerweile von Netzwerk-Connectivity ist. Als Digital Native und IT-Experte ist man auch hilflos, wenn beim Netzwerkanbieter, in diesem Fall Vodafone Kabel, an seinen Servern und Services Probleme auftreten und diese nicht umgehend behoben werden. Es ist dann nicht hilfreich von solchen Firmen, wenn sie es den Kunden erschweren ein Incident Ticket zu eröffnen. Auf der Vodafone Website habe ich keine solche Möglichkeit gefunden. Dies war mir erst 12 Stunden später telefonisch möglich.
Interessanterweise hatte nicht nur Vodafone Kabel an diesem Wochenende mit dem DNS-Problem zu kämpfen. Auch Telekom DSL war laut Rückmeldung meiner Familie auf der anderen Seite der Stadt betroffen.