Der dreißigste Beitrag in meiner Reihe von Beiträgen zur Neugestaltung der Ausstellung in meinem Computermuseum. Heute und an weiteren 3 Tagen stelle ich die Zusammenstellung meiner Ausstellungsstücke vor. Es war immer herausfordernd mit Computern programmieren oder umgehen zu lernen. Es werden schon spezielle didaktische Ansätze benötigt, um Menschen an diese Technik heranzuführen. Computing für Anfänger sah in den 80er Jahren so aus wie der Multitech Micro-Professor II. Vor mehr als 10 Jahren überlegte auch die Universität Cambridge, wie man Studenten für Computer Science begeistern kann. Dafür wurde ein günstiger Computer entwickelt – der Raspberry Pi.

Multitech Micro-Professor II
Die taiwanische Computerfirma Multitech (heute Acer) hatte eine Historie mit Lerncomputern der Micro-Professor Reihe. Der Micro-Professor I war ein einfaches Board mit Tastatur und kleiner Mehrsegmentanzeige in einer Videokassetten-Hülle. Dagegen ist der Micro-Professor II eine kompakte Version eines Apple II. Aber mit dem Modell I konnte man lernen mit einem Computer umzugehen. Ich hatte damals auch dieses Modell gesehen und es erinnerte mich sehr an Sinclairs MK 14. Deshalb war mein begehrlicher Blick eher auf das Modell II gerichtet. Aber mit einem Preis von 1200 DM war er weit außerhalb meiner finanziellen Möglichkeiten. So habe ich mit einem Investment von 298 DM in einen Sinclair ZX81 den Umgang mit Computern und die BASIC-Programmierung gelernt.
Raspberry Pi
Als ich 2022 das centre for computing history in Cambridge besuchte, bekam ich mit, dass der Raspberry Pi eine Initiative der Universität Cambridge war, um wieder mehr Studenten für das Fach Computer Science zu begeistern. Es wurde ein günstiger Einstieg in die Beschäftigung mit der Computertechnik gesucht. Die Raspberry Pi Foundation stellte 2012 einen Einplatinen-Computer vor. Alles andere wurde über Schnittstellen angeschlossen. Tastatur, Maus, Massenspeicher, WLAN-Modul und externes Netzteil. Auch mich hat dieser Ansatz fasziniert. So habe ich bereits 2014 meinen ersten Raspberry gekauft, um damit anonymes Surfen zu ermöglichen. Das Projekt hatte den Codenamen Andy goes Darknet 😉 Und ich wollte sehen, was dieser Computer für Möglichkeiten als Medienzentrale bietet. Beide Projekte waren faszinierend und teilweise auch herausfordernd. Man fühlte sich wirklich ein wenig in die Vergangenheit zurückversetzt, wo man mit wenig Geld einige kleinere Versuche machen konnte.
Nach meinem Besuch im centre for computing history besuchte ich auch eine Shopping Mall in Cambridge, wo es zu meiner Überraschung den einzigen Raspberry Pi Laden in der Welt gibt. Dort habe ich mir den Raspberry Pi 400 als Geburtstagsgeschenk gekauft. Mit einer englischen Tastatur. Diesen habe ich später gegen ein Gerät mit deutscher Tastatur getauscht. Mein Freund Jake wird bald nach Kanada umziehen und war deshalb begeistert, diesen kleinen Computer mit englischer Tastatur für seine Projekte in Kanada zu bekommen.
Fazit
Computer, die einem den einfachen Einstieg mit der Computertechnik erlauben, sollten immer günstig sein. Das war in den 80er Jahren mit den Homecomputern möglich. Auch über die letzten 40 Jahre hat es immer günstige Einplatinen-Computer gegeben. Der Raspberry Pi ist das erfolgreichste Modell davon. Und schon wieder kam eine Innovation, die die Welt veränderte aus Cambridge.
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