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Ist das x86-Zeitalter vorbei? Kommt jetzt ARM bei Consumer-Laptops?

Lesedauer: 11 MinutenNachdem ich die neuen Copilot+ Laptops gesehen habe, stelle ich mir in diesem Beitrag die Frage, ob das x86-Zeitalter vorbei ist.

Intel hat seit Beginn der 80er-Jahre den Markt der Personal Computer mit seiner x86-Architektur beherrscht. Zusammen mit Microsoft und seinem Betriebssystem Windows sind Wintel-PCs dominierend. Sie zeichnen sich durch leistungsfähige Prozessorarchitekturen und weitgehende Erweiterbarkeit und Kompatibilität aus. Selbst Apple musste 2006 zugeben, dass sie gegen Wintel keine Chance auf ihrem Sonderweg mit PowerPC-Prozessoren haben. Aber was erleben wir seit Ende 2020? Apple ist wieder vom Intel-Zug abgesprungen und hat seine eigenen Prozessoren, die wir aus iPhones und iPads kennen, in seine Computer eingebaut. Apple nennt seine Technologie Apple Silicon. Was ist los? Ist das x86-Zeitalter vorbei? Sind Intel und AMD am Ende mit ihrer x86-Technologie?

Tim Cook stellt 2020 Apple Silicon vor
Qualcomm bringt die Snapdragon X Prozessorreihe auf den Markt
Qualcomm bringt die Snapdragon X Prozessorreihe auf den Markt

Apple Silicon basiert auf ARM-Technologie. Die Apple Rechner mit ihren M-Prozessoren sind seit einigen Jahren unerreicht in ihrer Effizienz. Apple hat Intels x86-Prozessoren durch seine energieeffizienten und überraschend performanten M-Prozessoren ersetzt und feiert damit Erfolge.

Ein weiterer neuer Player am Markt war das Prozessor Start-Up Nuvia, gegründet von ehemaligen Apple-Prozessor-Experten. Qualcomm hat diese Firma im Jahr 2021 übernommen und bringt 2024 mit dem Snapdragon X auch einen Nicht-x86 Prozessor für Consumer PCs raus. Und die damit ausgerüsteten Computer können überraschenderweise mit Apple Silicon mithalten.

Auftritt: Microsoft und Qualcomm

Microsoft ist eine Partnerschaft mit Qualcomm eingegangen. Sie haben die Klasse der sogenannten Copilot+ PCs eingeführt, die neben dem Snapdragon X Prozessor auch eine extrem leistungsfähige NPU für KI-Funktionen im Computer haben. Die Presse ist begeistert. Die ersten Computer, die mit Windows on ARM auf dem Qualcomm Snapdragon X rauskommen, sind Laptops im Preisbereich rund um 1200 $.

Microsofts Satya Nadella stellt Copilot+ PCs vor
Microsofts Satya Nadella stellt Copilot+ PCs vor

Dies ist auch der Einstiegspreis für das Apple MacBook Air. Das Apple MacBook Air ist das am meisten verkaufte Consumer-Laptop der letzten Jahre. Dies war Microsoft ein Dorn im Auge. Aber die Wintel-Plattform war bisher nicht in der Lage ähnlich effiziente Geräte wie die Apple MacBooks herauszubringen. Das hat sich jetzt geändert.

Intel und AMD? Quo Vadis?

Was machen jetzt Intel und AMD? Wie konnte es soweit kommen, dass diese beiden erfolgsverwöhnten Riesen auf dem Prozessor-Markt nun ins Hintertreffen geraten sind? Ist ARM wirklich die Alternative? Wie werden die Käufer von PCs reagieren? Haben Microsoft und Qualcomm alles richtig gemacht?

Diese beiden Anbieter von Computer-Prozessoren der x86-Architektur beherrschen seit über 40 Jahren den Markt. Und immer wieder ist es ihnen gelungen die Latte bezüglich der angebotenen Rechenleistung höher zu legen. Andere Prozessorarchitekturen hatten nie den langfristigen Erfolg wie die x86-Architektur. Sei es Motorola mit seinen 68k-Prozessoren, DEC mit den Alpha-Prozessoren, Motorola und IBM mit den PowerPC-Prozessoren.

Microsoft und Windows – das Wintel-Kartell

Ein wichtiger Partner über all diese Jahre war Microsoft mit seinen Windows-Betriebssystemen. Microsoft war einer der wichtigsten Treiber für den Verkauf von x86-PCs über all die Jahre. Das Windows Betriebssystem wurde von Microsoft auch oft mit unfairen Mitteln in den Markt gedrückt. So erarbeitete sich Microsoft eine marktbeherrschende Position am Betriebssystem-Markt. Seit Jahrzehnten ist auf mehr als 90% aller x86-PCs Microsoft Windows installiert.

Mit jeder neuen Betriebssystem-Version wurden leistungsfähigere Prozessoren benötigt. Und Intel und AMD lieferten zuverlässig. In den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrtausends wurden die Taktfrequenzen der Prozessoren mit jeder Generation erhöht. Diese Taktfrequenz war dann über viele Jahre das beste Marketinginstrument für die Prozessorhersteller. Damals gab es auch die beliebte Turbo-Anzeige auf den Desktop- und Tower-Gehäusen der PCs, die anzeigte, dass der Computer auf der höchsten Taktfrequenz lief.

Turbo-Taste und Anzeige (Quelle: Matthew Frost)
Turbo-Taste und Anzeige (Quelle: Matthew Frost)

Bis Anfang der 2000er funktionierte die Steigerung der Taktfrequenzen noch bei den Pentium-Prozessoren von Intel. AMD brachte 2003 mit dem Opteron die erste 64bit-Architektur für x86-Prozessoren auf den Markt. Ab 2006 führte Intel dann die Intel Core und später die Intel Core 2 Prozessoren ein. Zwei Jahre später wurde dann die Core i-Mikroprozessor-Familie eingeführt. Insgesamt 14 Generationen folgten dann bis Ende 2023 bis schließlich der heute aktuelle Core Ultra Prozessor auf den Markt kam.

Bei all diesen Prozessoren gab es immer Unterschiede je nach dem, ob sie in Laptops oder in Desktop-Gehäusen eingesetzt wurden. Je kompakter die Gehäuse waren, umso weniger leistungsfähig waren die Prozessoren. x86-Prozessoren benötigen viel Strom, um Leistung zu bringen. Aber viel Strom bedeutet auch viel Abwärme, so dass die Kühlung sehr wichtig ist. ARM-Prozessoren dagegen sind sehr effizient und bringen Leistung auch ohne viel Abwärme. Aber deswegen sind im Hochleistungsbereich die x86-Prozessoren noch unschlagbar, da es keine ARM-Prozessoren mit diesen Leistungswerten gibt.

Meine eigenen Erfahrungen mit Wintel-Produkten

Wintel-PCs habe ich seit 1997 in meiner professionellen Karriere immer als Arbeitsplatzrechner von meinen Arbeitgebern erhalten. Es waren ausschließlich immer Business-Laptops. Business Laptops zeichnen sich dadurch aus, dass sie wenig leistungsfähige, aber robuste Technik enthalten, die eine lange Nutzbarkeit und Unterstützung durch den Hersteller garantieren. Meine Firmen haben immer einen Service-Vertrag mit dem Anbieter abgeschlossen, um einen schnellen Austausch durch Ersatzgeräte sicherstellen zu können, falls das Arbeitsgerät mal nicht funktionieren sollte. In dieser Zeit habe ich Laptops von IBM, Dell, Lenovo und HP genutzt. Die Geräte von IBM und Lenovo hatten eine hervorragende Tastatur. Das sind die Business-Computer, mit denen ich am liebsten gearbeitet habe. Privat habe ich nie Wintel-Laptops besessen. Stattdessen hatte ich einen Desktop PC von Fujitsu Siemens von 2001 bis 2006 im Einsatz.

Allen Wintel-PCs kann ich attestieren, dass sie zuverlässig gelaufen sind. Aber emotional hat mich wenig mit diesen Computern verbunden. Sie sind gekommen und gegangen. Sie waren wenig spektakulär und haben ihre Arbeit geleistet.

Meine eigenen Erfahrungen mit Apple Computern und Intel Prozessoren

Mein erster Intel Mac war auch mein erster Mac überhaupt. Ich habe das Apple MacBook im Jahr 2007 gekauft. Dies war mein spannender Einstieg in die Welt von Apple und MacOS. Seitdem bin ich treuer Fan von Apple-Produkten, obwohl mich auch viele dieser Produkte enttäuscht haben. Mein erster iMac 27“ hatte einen Core i7 „Sandy Bridge“, dessen Grafikkarte kaputt gegangen ist. Mein letzter Intel-Mac war ein iMac 27″ mit Core i7 „Kaby Lake“) und 4,2 GHz von 2017, den ich 2019 gekauft habe. Dieser ist seit Juni 2024 nicht mehr wirklich nutzbar. Wahrscheinlich hat die SSD ihren Geist aufgegeben. Ich werde über seinen langsamen Tod auf Raten in einem weiteren Blogbeitrag berichten.

Als Ersatz habe ich ein MacBook Air 15″ mit M2-Prozessor aus dem Jahr 2023 gekauft. Es ist ein sogenannter Refurbished Computer aus dem Apple Online Store. Damit war das MacBook Air knapp 600 Euro günstiger als das aktuelle Modell mit M3-Prozessor und ist ein absolutes Schnäppchen. Mein Mac Mini ist mittlerweile auch ein M1-Gerät und dient mir als Medienserver.

Zur Zeit bin ich also privat vollständig auf Apple Silicon umgestiegen. Beruflich setze ich zur Zeit zwei Wintel-Laptops ein. Einer hat einen Intel Core i7-8565U Prozessor. Der andere verwendet einen AMD Ryzen 5 PRO 2500U Prozessor. Beide sind zuverlässige und unauffällige Arbeitswerkzeuge.

x86 oder ARM im Consumerbereich?

Im Jahr 2024 zeigen sich mit der Ankunft des Snapdragon X und der Unterstützung durch Microsoft und den Hardwarepartnern eine Vielzahl von attraktiven Consumer-Laptops von allen großen Computerherstellern. Die ersten Tests zeigen auf, dass die beiden Protagonisten mit ihren Hardwarepartnern alles richtig gemacht haben. Die x86-Emulation namens Prism scheint ähnlich leistungsfähig wie Apples Rosetta 2 zu sein. Damit werden nicht für ARM-Prozessoren angepasste x86-Softwareprodukte auf dem Wirtsrechner emuliert. Natürlich läuft diese Emulation langsamer als native für die ARM-Plattform kompilierte Software. Aber die Bereitschaft der Softwarehersteller, ihre Software für die neue ARM-Plattform anzupassen, ist groß.

Apple hatte diesen Schritt bereits 2020 mit dem M1-Prozessor vollzogen. Und dieser Übergang von x86 auf ARM ist sehr sauber gelaufen. Das Versprechen von energieeffizienteren und trotzdem leistungsfähigen Prozessoren und damit längeren Laufzeiten der Laptops, hat bei den Kunden eingeschlagen. Der Erfolg der M-Prozessoren in Apple-Computern hat Microsoft sehr beeindruckt. Vorherige Versuche Microsofts das Produkt Windows on ARM auf dem Markt zu platzieren sind gescheitert.

Windows on ARM

Und jetzt kommen Microsoft und Qualcomm mit ihren Copilot+ PCs in den attraktiven Consumerbereich für hochwertige Laptops ab 1200 $. Windows on ARM scheint sich wirklich ähnlich wie MacOS on ARM dauerhaft am Markt positionieren zu können. Wenn nicht ARM selbst mit seiner Klage gegen Qualcomm diese Erfolgsgeschichte verhindern würde. Die Verhandlung ist für Dezember 2024 geplant. Natürlich geht es vor allem um viel Geld. Die Drohung schwebt in der Luft, dass alle mit Snapdragon X Prozessoren ausgestatteten Laptops zerstört werden müssen.

Aber davon lassen sich Qualcomm, Microsoft und seine Partner nicht beirren. Die ersten Computer mit dem Copilot+ Label sind seit kurzer Zeit zu kaufen und die Kunden sind begeistert. Endlich haben auch die Windows-Nutzer ein energieeffizientes und leistungsfähiges Mobilgerät in ihren Händen.

Was machen Intel und AMD? Noch gehört ihnen der große Markt der günstigen Consumer-Laptops, der um ein Vielfaches größer ist als der neue Markt der Copilot+ Laptops. Und natürlich bleibt ihnen der Markt der leistungsfähigen Gamer-PCs und Workstations. Den können ARM-Systeme noch lange nicht bedienen.

Düstere Aussichten für Intel und AMD

Im Moment sieht die Zukunft von Intel und AMD und ihre x86-Architektur düster aus. Copilot+ Laptops scheinen in den folgenden Kategorien konkurrenzfähig zu sein:

DALL E3 war der Meinung, dass dieses Bild die aktuelle Situation gut beschreibt. Ich wollte allerdings das Qualcomm-Schiff kleiner haben
DALL E3 war der Meinung, dass dieses Bild die aktuelle Situation gut beschreibt. Ich wollte allerdings das Qualcomm-Schiff kleiner haben
  • Effizienz und Leistung: ARM-Prozessoren verbrauchen wenig Strom und erzeugen weniger Wärme als ähnlich leistungsfähige x86-Prozessoren. Damit haben Copilot+ Laptops längere Akkulaufzeiten und leisere, kühlere Systeme.
  • Integration und Design: ARM-Prozessoren haben neben der CPU auch die GPU, RAM und weitere Funktionen wie eine NPU auf dem Chip. Damit sind kompaktere Laptops möglich, während x86-Chipsätze mehr Platz benötigen.
  • Anpassungsfähigkeit und Innovation: Qualcomm hat seinen Prozessor speziell für die mobilen Plattformen entwickelt. Dabei haben sie auf ARM Lizenzen für die Prozessor-Technik zurückgegriffen. Natürlich hat ihnen auch der Innovationskick durch die Übernahme von Nuvia geholfen, der sie 1,4 Milliarden Dollar gekostet hat. Intel und AMD haben dagegen eine geschlossene Architektur mit vielen Altlasten, um Kompatibilität sicherzustellen.
  • Markttrends und Nachfrage: Nutzer fragen nach leichten, tragbaren, energieeffizienten und leistungsfähigen Geräten. ARM-Prozessoren unterstützen diese Anforderungen besser als x86-Prozessoren. Außerdem ist der Bedarf an extrem leistungsfähigen Prozessoren durch die Auslagerung von Diensten in die Cloud zurückgegangen.
  • Software-Kompatibilität: mit Windows on ARM und Prism als Kompatibilitätsschicht für x86-Software hat Microsoft die Grundlage für eine schnelle Akzeptanz der Copilot+ Laptops geschaffen. Viele Applikationen laufen bereits nativ auf ARM. Da mag es schon geholfen haben, dass Apple seit drei Jahren nur noch ARM-Computer anbietet.
  • Wettbewerb und Preise: der Eintritt von Qualcomm mit seinem Snapdragon X auf dem Consumer-Laptop Markt wird für mehr Wettbewerb sorgen und den Preis der x86-Prozessoren unter Druck setzen.

Strategien zum Überleben von Intel und AMD

Die Marktführer Intel und AMD rüsten sich auf die neuen Herausforderungen, die sich durch die Copilot+ Initiative von Microsoft und Qualcomm ergeben.

Hardware, Fertigung und Integration

Intel versucht effizientere Prozessoren auf Basis seiner Alder Lake Serie mit einer Hybridarchitektur von leistungsstarken und energieeffizienten Prozessorkernen auf den Markt zu bringen. AMD versucht seine Zen-Architektur zu verfeinern, um die Leistung pro Watt zu erhöhen.

Die ARM-Prozessoren profitieren zur Zeit von den Fertigungstechnologien mit kleinsten Strukturen beim Prozessorbau. Auch Intel und AMD arbeiten mit Hochdruck daran ihre Fertigungsprozesse weiter zu verfeinern. Intel stellt die Produktion zur Zeit auf 7nm- bis 5nm-Prozesse um. Und AMD profitiert von TSMCs 5nm- bis 3nm-Prozessen. All dies wird die Effizienz und Leistung der x86-Prozessoren verbessern.

Auch Intel und AMD arbeiten an höherer Integration ihrer CPU, GPU, RAM und anderer Funktionen. Dadurch werden schlankere und effizientere Systeme auf x86-Basis für den Nutzer möglich.

Software-Optimierung

Der Kompatibilitätslayer Prism ist noch nicht in der Lage jede x86-Software auf den Snapdragon X Prozessoren laufen zu lassen. Solange nicht alle wichtigen Software-Produkte nativ auf ARM umgestellt sind, sind Intel- und AMD-basierte Produkte auch weiterhin die einzige Lösung für professionelle Entwickler, Musiker, Designer und andere Berufsgruppen. Diese brauchen ein zuverlässiges Arbeitswerkzeug, um ihre Geschäfte führen zu können. Und das kann im Moment nur die x86-Architektur vollständig sicherstellen.

Außerdem versuchen Intel und AMD neue Marktsegmente und innovative Technologien auf KI-Basis zu besetzen. Die KI-Leistungen der Copilot+ Gerätekategorie sind um Größenordnungen schlechter als die des Markführers Nvidia mit seinen GPU- und NPU-Lösungen. Und diese können im Moment nur von der x86-Architektur sinnvoll verwendet werden.

Partnerschaften

Genauso wie Qualcomm mit Software- und Hardwarepartnern zusammengearbeitet hat, um seine ARM-Plattform am Markt zu positionieren, so arbeiten Intel und AMD schon seit Jahrzehnten mit Partnern wie Microsoft, Dell, HP und Lenovo zusammen. Ziel ist es, auf die Prozessoren der Hersteller optimierte Computersysteme herzustellen. Es ist gut, dass diese beiden Prozessor-Giganten nun wieder einen verstärkten Wettbewerb erfahren werden. Diese neue Konkurrenzsituation sollte sich positiv auf die Preise und die Leistung für den Nutzer auswirken. Und auch weiterhin gibt es genügend Marktsegmente (günstige Laptops, Gamer-PCs und Workstations), wo es noch keine Antwort aus dem ARM-Lager gibt.

Fazit

Intel und AMD haben im Moment keine schnellen Antworten auf die neue Herausforderung, die durch Qualcomm und Microsoft mit den Copilot+ Laptops entstanden ist. Interessanterweise hatte die x86-Fraktion auch seit 2020, mit der Transition bei Apple von x86- auf die M-Prozessoren, keine zufriedenstellende Antwort.

Die Snapdragon X Prozessoren sind eine überraschend leistungsfähige Antwort auf Apple Silicon. In den meisten Benchmarks können die mit den Qualcomm Prozessoren ausgestatteten Rechner gegen vergleichbare Apple Laptops, aber auch gegen x86-Laptops bestehen. Dabei darf man allerdings nicht vergessen, dass alle Copilot+ Laptops mit Lüftern ausgestattet sind. Die Hersteller konnten damit unterschiedliche Leistungsprofile für ihre Computer definieren. Diese bestimmen, wie häufig und wie dauerhaft die Prozessoren durch die Lüfter gekühlt werden.

Nur in der Grafikleistung scheinen die Snapdragon X Prozessoren noch nicht mithalten zu können. Aber für einen ersten Wurf ist diese erste Snapdragon X Generation schon sehr beeindruckend. Vom Start weg können die Qualcomm-Prozessoren mit den M3-Prozessoren von Apple mithalten. Sie bieten damit erstmals für einen breiten Nutzerkreis von Windows-Computern eine Alternative zu den energieeffizienten und leistungsfähigen Apple MacBooks. Sie erhöhen damit den Druck auf die Prozessorgiganten Intel und AMD, so dass sie endlich mit eigenen Lösungen nachziehen.

Im Moment ist es noch nicht klar, ob alle wichtigen Softwarelösungen der x86-Platform auf der ARM-Plattform von Qualcomm und Microsoft laufen werden. Dies ist aber die wichtige Fragestellung für die Nutzer, die darüber entscheiden müssen in welche Plattform sie in Zukunft investieren wollen.

Vielleicht ist eine Koexistenz möglich, wobei die ARM-Fraktion mobile, energieeffiziente und vergleichbar leistungsfähige Computer anbietet. Die leistungsfähigsten Computer werden aber weiter auf der x86-Architektur mit maximaler Erweiterung von dedizierten GPUs und RAM aufbauen.

Nachtrag 5.8.2024 – Entlassungen bei Intel

Nach einem Quartalsverlust von 1,6 Milliarden Dollar hat Intel auch die Entlassung von bis zu 15% der Belegschaft angekündigt. Mangels Umsätzen müssen jetzt 10 Milliarden Dollar eingespart werden. Die ARM-Konkurrenz, vor allem Apple, zeigt also wirklich Wirkung für Intels Geschäft. Intel wird dieses Jahr keine Dividende ausschütten und auch wegen dieser Meldung ist die Intel-Aktie um 20% abgestürzt.

Realitycheck knapp ein Jahr später

Im Mai 2025 resümiert Heise, wie sich Microsofts und Qualcomms ARM Kampagne am Markt entwickelt hat. Die Zahlen sind nicht wirklich überzeugend und es gibt viele Gründe, warum Windows on ARM sich nicht gegen x86 durchgesetzt hat. Das Momentum ist ein wenig verpufft. Aber die Idee hat trotzdem gezündet und es wird erwartet, dass mit NVIDIA und Mediatek weitere ARM Anbieter in den Markt kommen werden. Microsoft bevorzugt Windows on ARM mit neuen Funktionen, die erst später in die x86-Versionen von Windows übernommen werden.

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