Wireless Earbuds und die AirPods Pro

Kaum hat Apple seine AirPods Pro überraschend angekündigt, habe ich sie schon bestellt. Ich bin wirklich auf Apples Lösung gespannt, wie effektiv Umgebungsgeräusche herausgefiltert werden. Auch bin ich gespannt, ob einer von den drei Silikon-Aufsätzen tatsächlich für mich passt. In der Vergangenheit hatte ich bereits mehrere InEar-Kopfhörer von Sennheiser, Ultimate Ears und dem japanischen Hersteller fflat5. Aber bei allen hatte ich immer dasselbe Problem, daß die Aufsätze nicht genügend groß waren und den Gehörkanal nicht zuverlässig abschlossen. Damit war häufig der Bass nicht effektiv genug.

Die AirPod Pros haben gegenüber dem alten AirPod ein etwas angepasstes Design. Es sieht weniger nach Zahnbürstenaufsätzen aus und scheint weniger polarisierend zu sein. Ich persönlich habe die AirPods und fand das Design immer grenzwertig. Nur wenn man den Kopfhörer nah an die Wange gedrückt hatte, machte man sich nicht allzu lächerlich. Aber wie viele Menschen habe ich gesehen, die mit nach aussen abgestreckten Kopfhörern wie Shrek aussahen.

Ich habe mir bei Google eine Übersicht über Wireless EarBuds erstellen lassen, um mal nachzuvollziehen, was der Markt seit Veröffentlichung der ersten Apple AirPods zustande gebracht hat. Neben viele Kopien von Apples Funk-Kopfhörern gibt es auch viele eigenständige Designs. Auch solche, die offensichtlich jetzt von Apple nachempfunden werden. Auffällig ist z.B. daß Apple auf ähnliche Design-Lösungen gekommen ist wie JLABs JBuds Air Executive oder Skullcandys Indy True.

Eine große Auswahl an Wireless Earbuds am Markt (1/2)
Eine große Auswahl an Wireless Earbuds am Markt (2/2)

Dann gibt es viele sehr kompakte EarBuds, die wahrscheinlich keine gute Akkuleistung haben. Bis auf die Sony WF-1000XM3 sind diese Geräte durchgängig viel günstiger als Apples Produkte. Was natürlich nicht heißen muß, daß sie genauso unkompliziert und zuverlässig funktionieren wie die AirPods.

Die Sony WF-1000XM3 zählen zu den besten kompakten Wireless EarBuds mit Geräuschunterdrückung. Aufgrund erster Reviews scheint Sonys Produkt in der Hinsicht immer noch führend zu sein. Sony macht auch die Ansage, daß die eingebauten Akkus bis zu 8 Stunden laufen. Das ist viel besser als Apples Versprechen von knapp 4,5 Stunden. Beim Design scheiden sich natürlich wieder die Geister. Auch mit denen sieht man wie Shrek aus. Dieselbe Erfahrung habe ich mit meinen japanischen EarBuds fflat5 Aria One gemacht, die ich aus Tokyo mitgebracht habe. Großartige Akustik, wenn der Gehörgang sauber verschlossen war. Aber furchtbare Optik.

Referenz für InEar-Klang ist für mich immer noch der Ultimate Ears Triple.fi 10 pro, den ich vor einigen Jahren von einem Kollegen günstig gebraucht kaufen konnte. Mit den richtigen Aufsätzen war der Klang großartig.

Ultimate Ears Triple.fi 10 pro (Bild: TrustedReviews.com)

Mein erstes Wireless InEar-Set fflat5 Aria One aus Japan war trotz identischer Aufsätze weniger brilliant. Im Vergleich dazu klang der Sound eher muffig, weniger druckvoll. Der Bass war beeindruckend aber eher schwammig. Und im Gegensatz zu den kabelgebundenen InEars waren sie auch leiser. Im Vergleich zu den AirPods war die Verbindung nicht immer stabil und hatte eine viel geringere Reichweite.

Die ersten Apple AirPods haben mich positiv überrascht. Nach den ersten Reviews hatte ich erwartet, daß der Klang genauso wie bei den kabelgebundenen Kopfhörern von Apple ist, die jedem iPhone beigelegt sind. Umso grossartiger war es aber, daß die AirPods eine Dynamik an den Tag legten und einen beeindruckenden Bass zeigten, obwohl sie nicht abgedichtet waren und alle Umgebungsgeräusche fast ungefiltert an das Ohr ließen. Da merkt man doch, daß ein eigener aktiver Verstärker in diese kleinen Gehäuse eingesetzt ist, der eine andere Klang-Charakteristik liefert. Ich war sehr zufrieden mit den Apple AirPods. Ein großartiges und innovatives Produkt, welches komfortabel mit allen Apple-Geräten genutzt werden konnte. Und das automatische Starten und Beenden ist konkurrenzlos.

Nun bin ich gespannt, wie sich InEars von Apple mit dynamischer Geräuschunterdrückung verhalten. Leider mußte ich feststellen, daß die DHL-Lieferung mir heute nicht persönlich übergeben werden konnte. Dann müssen wir wohl alle noch warten, bis ich darüber berichten kann.

Heute am Samstag nach dem Feiertag habe ich nun endlich die AirPods erhalten. Auf dem Rückweg von der Post-Station konnte ich es nicht abwarten und habe das Päckchen geöffnet und die AirPod Pros entnommen. Ich habe die Standard-Ohrstecker belassen und einfach mit dem iPhone verbunden. Die Prozedur lief schnell und einwandfrei ab. What a breeze 🙂

Dann steckte ich sie mir in die Ohren und unmittelbar waren die Außengeräusche – Strassenverkehr und Wind – ausgesperrt. Die Geräuschunterdrückung kommt völlig überraschend daher. Mit einem Mal ist es still – nur ein ganz leises Rauschen ist noch zu vernehmen. Die Steuerung über den Stiehl der AirPods ist einfach. Ambience- oder Geräuschunterdrückungsmodus werden über einen langen Druck geschaltet. Einmal kurz drücken – Stop der Musik. Zweimal kurz drücken – ein Titel vorwärts. Dreimal kurz drücken – ein Titel zurück. Einfach großartig.

Ich dachte eigentlich, daß das Einstecken der AirPods in die Ohren ähnlich aufwändig wie bei den anderen InEar-Kopfhörern ist, die ich bisher getragen habe. Dort musste man recht aufwändig die Aufsätze in die Ohren pressen, bis ein perfekter Abschluss des Gehörkanals erreicht war. Mit den AirPods Pro ist das dankenswerter Weise anders. Einfach reinstecken – passt. Unglaublich was Apple da geschnürt hat.

Dann habe ich noch die Reichweite getestet und bin in Bereiche gegangen, wo meine AirPods 1. Generation schon lange abgebrochen haben. Der H1-Chip hält die Verbindung zuverlässig.

Dann noch zum Klang: ich war ja schon von der Musikalität der AirPods 1. Generation sehr angetan. Noch nicht das beste, was ich mit InEars gehört habe, aber überraschend gut – und völlig ausreichend. Und jetzt die AirPods Pro: dynamisch, ausgewogen, brilliant. Und mit einer Mühelosigkeit serviert, die einfach Spaß auf immer mehr macht.

Fazit: ich bin begeistert.

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