Der neue iMac 24“ von 2021

Am 20.4.2021 bringt Apple ein neues iMac Design raus. In seinem Spring Loaded Event wurden eine komplett neue Form und auch neue Farben vorgestellt. Der letzte massive Designchange war im Oktober 2012 vollzogen worden. Damals wurde das GehĂ€use an den Seiten sehr schmal und zur Mitte der RĂŒckseite etwas bauchig geformt. Seit nunmehr 9 Jahren haben wir uns an den Formen des iMacs satt gesehen. Auch wenn diese immer noch unglaublich elegant erscheinen, so habe ich schon lange auf eine neue Inspiration gewartet.

Der neue 24“ iMac (Quelle: Apple.com)

Was ist alles neu am iMac?

Inspiration hat das aktuelle iPad Pro gegeben. Die GehĂ€userĂŒckseite ist nun durchgĂ€ngig flach und vollstĂ€ndig aus Aluminium gefertigt. Bis zu 7 unterschiedliche Farben werden fĂŒr das GehĂ€use angeboten. Der Stand fĂŒr den Monitor ist ebenfalls vollstĂ€ndig aus Aluminium gefertigt, benötigt aber nach hinten noch eine VerlĂ€ngerung, um das Gewicht des Bildschirms ausgleichen zu können. Wie beim alten iMac ist der Stand auch mit einem Loch versehen, durch das das Stromkabel gefĂŒhrt werden kann. Es wird magnetisch angeschlossen. Das Netzteil hat auch noch einen Netzwerkanschluß integriert, weil auf der dĂŒnnen RĂŒckseite des iMacs nicht genĂŒgend Tiefe fĂŒr den Anschluß vorhanden ist. TatsĂ€chlich sind nun 4 USB Typ C-AnschlĂŒsse auf der RĂŒckseite vorhanden, wobei zwei davon USB 4/Thunderbold-AnschlĂŒsse sind und die beiden anderen nur USB 3-AnschlĂŒsse. Bei der gĂŒnstigeren Variante des iMac sind die beiden USB 3-AnschlĂŒsse nicht vorhanden. Auch hat diese Version nur 7 GPU-Kerne. Kleine, aber feine Unterschiede.

Die Front ist meiner Meinung nach etwas widersprĂŒchlich. Es verbleibt ein relativ großes Kinn, weil in diesem Bereich die Technik untergebracht ist. Der 24“-Screen ist von einem weißen Rahmen umgeben. Das ist eine Abkehr von den schwarzen Umrandungen beim alten iMac. Mir persönlich gefĂ€llt der weiße Rahmen noch nicht. Mal sehen, ob man sich daran gewöhnt.

Die Innereien sind ĂŒberzeugend. Apple kann einen Großteil der Technik verkleinern, da der kompakte M1-Prozessor dies erlaubt. Es sind nur noch ein kleines Motherboard und zwei kleine LĂŒfter erforderlich. Den verbleibenden Platz nutzen sie fĂŒr die AnschlĂŒsse, die Lautsprecher, die Mikrophone und die Kamera.

Die Lautsprecher erlauben einen vollen Stereosound mit vernĂŒnftigen BĂ€ssen und Höhen. Apple behauptet, daß mit diesem Aufbau auch rĂ€umlicher Klang mit Dolby AtmosphĂ€re-kodierten Material erzeugt werden kann. Die Kamera ist endlich eine 1080p-Kamera. Wie lange haben wir auf diesen Standard gewartet. Die eingebauten Mikrophone erlauben eine hochwertige Aufnahme der eigenen Stimme bei Aufnahmen oder Telefonkonferenzen.

Ein Kopfhörer-Anschluß ist weiterhin auf der linken Seite vorhanden.

Tastatur in GehÀusefarbe und Touch ID (Quelle: Apple.com)

Tastatur, Maus und Trackpad bekommt man in derselben Farbe wie der Computer ausgeliefert. Die Tastatur besitzt nun auch einen Touch ID-Sensor. Leider ist nicht die Touchbar eingebaut, sondern lediglich die normalen Funktionstasten. Die Tastatur gibt es auch mit einem zusÀtzlichen Zehnerblock.

Bewertung der Neuerungen

Das Design ist eine konsequente Umsetzung der neuen Möglichkeiten. Der M1-Prozessor erlaubt eine kompakte Bauweise. Jedoch ist dies nur möglich, indem Apple das Netzteil und den Netzwerkanschluß separat in ein gesondertes GehĂ€use ĂŒberfĂŒhrt.

Die VerlĂ€ngerung des Fußes nach hinten ist meiner Meinung nach schlecht gemacht. Das sieht so aus, als hĂ€tten sie erst spĂ€ter gemerkt, daß der iMac bei einer stĂ€rkeren Neigung des Bildschirms nach hinten umkippt. Dann haben sie erst diese VerlĂ€ngerung noch hinzugefĂŒgt.

Die Farbpalette mit Blau, GrĂŒn, Silber, Pink, Gelb, Orange und Purpur erinnern schon sehr an den ersten iMac. Ist jetzt nach 20 Jahren wieder bunt angesagt? Nun ja, das einheitliche Alu in Grau oder Schwarz ist ja auch bei den iPhones durch frische Farben aufgelockert worden. Warum jetzt nicht auch wieder bei den iMacs. Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, daß die grĂ¶ĂŸere Variante auch in diesen Farben rauskommen wird. Dieser wird wahrscheinlich Ă€hnlich wie die Pro-Varianten des iPhone dann ein Pro-Label bekommen und mit Sicherheit in 32“ angeboten werden. Die GehĂ€usefarben werden dann auch eher gedeckter sein.

Das Apple-Logo ist trotz großem Kinn nicht lĂ€nger auf der Vorderseite zu finden. Nur noch die RĂŒckseite enthĂ€lt ein Apple-Logo. Der weiße Rahmen um den Screen ist eine Abkehr von dem eleganten schwarzen Rahmen beim alten iMac. Ich persönlich hĂ€tte allerdings erwartet, daß ĂŒberhaupt kein Rahmen mehr erforderlich gewesen wĂ€re. Deshalb finde ich den weißen Rahmen eher nicht geglĂŒckt.

Auch das Kinn hĂ€tte nicht mehr erforderlich sein mĂŒssen, wenn man das GehĂ€use etwas dicker gemacht hĂ€tte. Aber diesen Kompromiss wollte Apple nicht akzeptieren. Die Dicke des GehĂ€uses ist bei Apple immer ein wichtiges Kriterium gewesen, dem Apple alles andere untergeordnet hat.

Die Bildschirmauflösung von 4,5 Megapixel ist eine logische Steigerung aufgrund des grĂ¶ĂŸeren 24“ Screens. Ich nehme an, daß die dpi-Auflösung mehr oder weniger gleich geblieben ist und auch weiterhin als Retina vermarktet werden kann.

In der Pandemie-Zeit mit viel Homeoffice und Videokonferenzen werden vernĂŒnftige Kamera- und Mikrophon-Technik erwartet. Ehrlich gesagt hĂ€tte ich hier besseres als die 1080p Facetime-Kamera erwartet. Mittlerweile könnten sie auch schon die nĂ€chste Stufe eingebaut haben, weil die iPhones und iPads viel bessere Front-Kameras benutzen. Damit hĂ€tte man dann auch Face ID realisieren können.

Fazit

Endlich ein neues Design beim iMac. Mit den bunten Farben und dem gĂŒnstigen Einstiegspreisen werden wahrscheinlich viele Consumer angesprochen. Vielleicht solche, die noch keine Mac-Nutzer sind, aber schon iPhone oder iPad haben und damit eine attraktive Möglichkeit bekommen, einen neuen und modernen Rechner zu kaufen. Und dieser Rechner ist leistungsfĂ€hig durch den M1-Prozessor und hat schon bei der Auslieferung eine vollstĂ€ndige Software-Ausstattung. Die Integration mit den Apple-Services ist perfekt. Ich bin gespannt, wie der Consumer-Markt diesen Rechner annimmt. Man fĂŒhlt wieder so eine Aufbruchstimmung wie damals als Steve Jobs den ersten iMac vorgestellt hat.

Der Profi fĂŒhlt sich mit diesem Produkt nicht abgeholt. Mein Freund Christoph erwartete einen iMac mit einem leistungsfĂ€higeren Prozessor als dem M1. Dieser ist jetzt in alle Einsteigerprodukte aus der Mac-Schiene von Apple verbaut. Wie sich in der Folge der Apple-Keynote herausstellte, ist der M1 jetzt auch im neuen iPad Pro verbaut.

Ich erwarte allerspĂ€testens die Profi-Variante des iMac zur WWDC in diesem Jahr. Sie wird wahrscheinlich dann als iMac Pro in gedeckten Farben mit 32“-GrĂ¶ĂŸe und 6K-Display angeboten. Dort wird es dann einen M1 Pro-Prozessor geben, der mehr Kerne bei CPU, GPU und AI bekommt. Auch wird es wahrscheinlich eine Möglichkeit geben neben dem Onchip-RAM auch noch zusĂ€tzliches RAM nachzurĂŒsten. Das alles wird es mit Sicherheit zu einem Profi-Aufpreis geben.

1 Kommentar

  1. Mein erster unreflektierter Gedanke beim ersten Ansehen: Das sieht aus wie ein ĂŒberdimensioniertes iPad in einem Dock, vor dem eine Behelfstastatur fĂŒr unterwegs steht… Irgendwie finde ich, dass stationĂ€re Computer durchaus etwas „handfester“ sein können. (Aber gut, ich schreib hier auch auf ner G613-Tastatur, die schwerer als mein Laptop ist…)

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