LOAD #7

Was sich wie ein Ladebefehl fĂŒr den Commodore 64 anhört ist tatsĂ€chlich das jĂ€hrlich erscheinende Clubmagazin des VzEkC (Link).

Dieses kann wie auch die Magazine der Jahre zuvor direkt vom Club ĂŒber eine Spende bezogen werden (Link). Dann sendet der Organisator und Chefredakteur yalsi einem die Ausgabe (und wenn man mehrere angefragt hat auch diese Ausgaben) zu.

Zu dieser Ausgabe #7 gibt es auch erstmalig eine Heft CD, die heruntergeladen werden kann. Die Bandbreiten sind ja mittlerweile groß genug, dass die Datenmengen in vertretbarer Zeit auf unsere Rechner runtergeladen werden können.

Ich habe letztes Jahr als neues Vereinsmitglied die Load #6 (Link) bekommen und war begeistert. Die Mischung der Berichte hat mich und meine Interessen ganz besonders angesprochen. Es ging dort thematisch hauptsÀchlich um die Zeit der 16bit Computer, die mit Motorolas 68000 Prozessor auf den Markt kamen. Da kommen meine Erinnerungen an die Zeit mit dem QL (Link) und dem Atari Mega ST (Link) wieder richtig hoch. Ach, war das schön.

Was bietet die Load #7?

PĂŒnktlich zum 40. Geburtstags des IBM PCs und damit auch der PC-Plattform bringt das Magazin des VzEkC auf siebzehn Seiten die Geschichte des PCs. Großartige Bilder der elektronischen Komponenten dieses von IBM nach den Ideen der WestkĂŒste gebauten Computers beschreiben das Konzept dieses Meilensteins der Computertechnik. Wie ich schon in meinem eigenen RĂŒckblick auf den IBM PC (Link) geschrieben habe, war dieses GerĂ€t im Vergleich zu sonstigen IBM Computern eher einfach gehalten. Er bestand aus Standardkomponenten und konnte genau wie das Vorbild Apple II mit Zusatzkarten erweitert werden. Das war auch unbedingt notwendig, um Grafik, Sound und mehr Speicher einzubauen. Großartig ist auch die als Kartenspiel aufgezogene Familiengalerie des IBM PCs und seiner Nachfolger aus dem Hause IBM.

Der Artikel ĂŒber die Olivetti PCs hat mir sogar eine neue Facette ĂŒber die damals auch aufkommenden IBM-kompatiblen Rechner aufgezeigt, die mit der Zeit IBM und seine PC-Produkte obsolet machten.

Ein Artikel beschĂ€ftigt sich mit unterschiedlichen Netzwerken der frĂŒhen Zeiten, wobei LocalTalk und AppleTalk zu den bekannteren gehören. Von Corvus Omninet, Fox Research 10-Net und Biodatas BIONET 100 habe ich noch nie gehört. Sehr interessant, wie unterschiedlich die Konzepte waren. Auch englische Heimcomputer hatten damals schon Netzwerk-FunktionalitĂ€ten wie das Beispiel Acorn Econet aufzeigt. Aus meiner persönlichen Erfahrungen kenne ich noch das fĂŒr das ZX Interface 1 (Link) entwickelte Netzwerk.

Der Bericht ĂŒber den HP Interface Bus war fĂŒr mich etwas völlig neues aus dem Jahr 1972. Wirklich interessant von den beiden Autoren aufgemacht und wird in der nĂ€chsten LOAD-Ausgabe fortgesetzt.

FĂŒr alle, die ihre alten Computer mit moderner Hardware kombinieren wollen, gibt es einen Markteinblick fĂŒr Erweiterungen. Von Schnittstellen, ĂŒber Massenspeicherlösungen, Videoadaptern, Tastatur- und Mausadaptern bis hin zu RAM-Erweiterungen wird eine Menge fĂŒr 8bit- und 16bit-Plattformen aufgezeigt.

Ein Artikel beschĂ€ftigt sich mit der Situation, wenn die Hardware ihren Geist aufgibt und die Retrocomputing-Aktivisten dann mit Emulation, Simulation und Nachbauten weitermachen. Dazu gibt es dann passend auch Artikel ĂŒber die Nachbauten CosmacElf und ZX Spectrum Next.

Ein kleiner Artikel ĂŒber die Oberon Risc Station hat mich neugierig gemacht, mehr ĂŒber das Oberon System von Niklaus Wirth und JĂŒrg Gutknecht zu erfahren.

Eigentlich bin ich davon ausgegangen, daß mein IBM Thinkpad 701CS (Link) schon klein war. Aber das IBM Palm Top PC110 war noch kleiner und war nur auf dem japanischen Markt erhĂ€ltlich. Ein kleiner Beitrag beschĂ€ftigt sich mit diesem schnuckeligen schwarzen SchmuckstĂŒck.

Nach dem C64 mini (Link) sind von Retro Games auch TheC64 und TheVIC20 herausgekommen. Beide GehÀuse sind bis auf die Farbe und dem Typenschild identisch.

Überrascht mußte ich feststellen, daß das Apple TV der ersten Generation mittlerweile fĂŒr alle Arten von Retrocomputing-AktivitĂ€ten genutzt wird. Ein sehr interessanter Artikel, der Lust auf mehr macht.

Ein Autor beschreibt den MacIntosh Plus und seine Erfahrungen damit als Spielcomputer. Ich fĂŒhlte mich durch diesen Bericht zurĂŒckversetzt in die Zeit mit meinem Atari Mega ST und dem Monochrom-Monitor SM124. Wenn ich dort Programme und Spiele liefen ließ hatte das denselben Charme (Link).

Auch Listings (oder erste AnsÀtze davon) zum Nachprogrammieren (in Verbindung mit der CD) gibt es in dieser LOAD-Ausgabe.

Ein schöner Einblick in die Computergeschichte der deutschen Industrie mit der Mittleren Datentechnik (MDT) wird auch gegeben. Das hat mich sehr an meinen Besuch im Heinz Nixdorf Forum in Paderborn erinnert (Link). Leider hatte ich kein Auge fĂŒr die dort ausgestellten Beispiele der MDT, da mich die Homecomputer der 80er mehr interessierten.

Am Besten hat mir tatsÀchlich der Erfahrungsbericht eines Vereinsmitglieds gefallen, der eine IBM Serie/1 aus dem Keller der Firma PICOS mitnehmen konnte. Absolut lesenswert.

Den Abschluß macht ein Bericht ĂŒber die Apple Collection Prague. Es ist traurig zu erfahren, daß diese Ausstellung nicht mehr besteht. Zum GlĂŒck kann man sich diese noch virtuell (Link) anschauen. Hoffentlich wird es sie mal wieder geben. Ich hatte den Besuch eigentlich schon fest eingeplant. Die Zukunft wird es zeigen.

Fazit

Vielen Dank fĂŒr diese vielseitige Ausgabe. Auch wenn mich die #6 persönlich mehr angesprochen hat, so ist auch diese #7 wieder sehr interessant geworden und hat mich stundenlang gefesselt. Vielen Dank an die Organisatoren und die Autoren.

Ich empfehle allen, die Interesse haben unbedingt zuzugreifen. Zu Nicht-Corona-Zeiten wĂ€re man einfacher auf einem der vielen Treffen an die LOAD gekommen. Aber die Redaktion sorgt schon dafĂŒr, daß man seine bestellten Ausgaben nach einer Spende schnell zugeschickt bekommt. Vereinsmitglieder bekommen sie ĂŒbrigens kostenlos (Link).

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