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Tag 18: Apple Displays – weiße Eleganz

Lesedauer: 4 MinutenWenn man diese drei Apple Bildschirme sieht, dann fällt einem die weiße Eleganz dieser Designikonen auf. Die weiße Phase von Jony Ive.

Der achtzehnte Beitrag in meiner Reihe von Beiträgen zur Neugestaltung der Ausstellung in meinem Computermuseum. Heute und an weiteren 15 Tagen stelle ich die Zusammenstellung meiner Ausstellungsstücke vor. Auf einem Regal stehen drei weiße Apple-Geräte, die es in sich haben und die unglaublich schöne Beispiele der weißen Designphase von Jony Ive bei Apple sind. Es handelt sich um den spektakulären iMac G4 mit seiner runden Computerbasis und dem Teleskoparm, der das Display so flexibel einstellbar macht. Daneben ist der Nachfolger, der iMac G5. Dieses Design nimmt schon das auch heutige Aussehen der Aluminium-iMacs vorweg. Ein ausgeprägtes Kinn mit einem Apfel Logo. Und ganz links steht das für damalige Verhältnisse gewaltige 22“ Display mit dem schönen weißen Rahmen in dem transparenten Gehäuse. Hier sieht man sozusagen den Übergang von der transparenten Designphase zum weißen Design. Weiße Eleganz in meinem Computermuseum.

Apples Display Glory. Vom Cinema Display über den iMac G5 zum iMac G4
Apples Display Glory. Vom Cinema Display über den iMac G5 zum iMac G4

Apple iMac G4

Als ich den Apple iMac G4 das erste Mal sah, musste ich mehrmals hinschauen, um zu verstehen, was ich da vor mir hatte. Ein iMac so anders als das transparente All-in-ohne-Gehäuse, welches wir vom Apple iMac G3 kannten. Es war Anfang der 2000er in einem Mediamarkt im Rhein-Main Gebiet. Die weiße Halbkugel-förmige Basis enthält den vollständigen Computer. Über den genialen Teleskoparm wird das Monitorsignal an das flache Display in schönem transparenten Kunststoffgehäuse mit weißem Rahmen weitergegeben. Die Höhen- und Neigungsverstellung des Screens ist stufenlos, dank des hydraulisch gedämpften Teleskoparms. Was für ein Schauspiel. Auch heute noch zwanzig Jahre nach der Veröffentlichung dieses Computers funktioniert dieser Mechanismus zuverlässig. Da sinkt nichts ab.

In der Basis ist vorne nur die Schublade des SuperDrives und ein weißer großer Apfel zu sehen. Es ist schon bemerkenswert, wie man in einer solche Form alle Computerkomponenten einbauen kann. Das war mit Sicherheit für die Ingenieure eine besondere Herausforderung. Nicht nur beim sichtbaren Computer findet man Design-Besonderheiten. Der Computer steht auf einer kreisförmigen Aluminiumscheibe, auf der alle technischen Details zum Computer eingraviert sind. Es soll iMac-Besitzer geben, die diese Scheibe genommen haben, und daraus eine Wanduhr gemacht haben.

Apple iMac G5

Als Intel immer leistungsfähigere Prozessoren auf den Markt brachte, mit denen Apples Power PC Architektur auf G4-Basis nicht mehr mithalten konnte, musste eine Alternative gefunden werden. IBM brachte seine 64-bit POWER4 Architektur heraus und diese wurde dann mit dem Label G5 sowohl im Power Mac G5 als auch im hier gezeigten Apple iMac G5 verbaut. Die G5 Prozessoren wurden heißer als die G4 und benötigten deshalb mehr Raum für die Kühlung. Deshalb wurde auch dieses neue Gehäuse von Jony Ive designt. Das Prinzip mit einem hohen Kinn unter dem Bildschirm und dem Apple Logo ist bis heute bei den iMacs gültig. Die thermische Belastung war allerdings sehr häufig für die Bildschirmpanels zu viel.

Ich selbst empfand das Gehäuse aufgrund seiner hohen Tiefe als wenig elegant. Erst später war es mit den Intel Prozessoren möglich flachere Gehäuse zu bauen. Aber es hatte eine schöne Besonderheit. Die mitgelieferte weiße Fernbedienung hielt magnetisch an der rechten Seite unter dem SuperDrive.

Apple Cinema Display 22“

Das Apple Cinema Display 22“ ist eine Schönheit in weiß und transparentem Kunststoff. Der Fuß, der das enorme Gewicht des Displays tragen soll wirkt dagegen eher filigran. Ich habe nicht viel Vertrauen in dessen Stabilität, da Kunststoff nach so vielen Jahren gerne mal reißt. Es gibt ein spezielles Kabel von diesem Display speziell für den Power Mac Cube G4, das auch Strom für den Betrieb des Displays überträgt. Ein sehr reduzierter Ansatz, der den Kabelsalat wirksam verhinderte. Der Cube hat vor ein paar Jahren seinen zwanzigsten Geburtstag gefeiert. Und auch der Cube verbarg seine Anschlüsse, wenn man mal vom DVD-Laufwerk auf der Oberseite absah. Die Kabel wurden von unten in den Cube geschoben und konnten unsichtbar nach hinten geführt werden. Die Tastatur schloss man an den Monitor über ein USB-Kabel an. Und die Maus wurde an die Tastatur angeschlossen. Zusätzlich bot das Cinema Display zwei USB-Anschlüsse auf seiner Rückseite an. Der Originalpreis war unglaubliche 3999$.

Dieses wunderschöne Gerät erhielt ich zusammen mit dem Power Mac Cube G4 von einer Grafikdesignerin. Das Display hat auch heute noch eine außerordentlich gute Bildqualität. Und es hatte schon das heute übliche 16×9 Bildverhältnis.

Fazit

Die weiße Phase von Jonathan Ive bei Apple hat uns einige wunderschöne Geräte in weißem Kunststoff geschenkt. Ich zähle da auch mein MacBook White dazu. Die frühen Designs waren noch eine Mischung aus transparenten und weißen Kunststoffen. Diese haben sich über all die Jahre gut gehalten. Sie vergilben nicht so schnell, wie es bei meinem Schneewittchen, dem Apple IIc in seinem Snow White Design von frog design passiert ist.

Wer in mein Computermuseum tritt, sieht zuerst diese drei weißen eleganten Geräte. Sie dominieren mit ihren großen Screens die sonst eher beige, grau oder schwarz gestalteten anderen Geräte in meinem Computermuseum.

Vor diesen Geräten stehen drei dazu passende weiße Tastaturen A1048 von Apple, die natürlich zu den hier ausgestellten Designstücken passen. Anfangs konnte ich diese Tastatur überhaupt nicht bekommen, später habe ich sie mit aufgekauften Computern dazubekommen. Alle Tastaturen haben das Problem, dass sie innen zustauben. In Verbindung mit der weißen Maus hat man hier die schönsten Computersysteme stehen, die jemals gestaltet wurden.

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