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Tag 19: Zauberwürfel in meiner Sammlung – Prost

Lesedauer: 4 MinutenIn dieser Box sind viele Zauberwürfel zu sehen. Was macht aber die Bierflasche dort? Eine Erinnerung aus Helmond.

Der neunzehnte Beitrag in meiner Reihe von Beiträgen zur Neugestaltung der Ausstellung in meinem Computermuseum. Heute und an weiteren 14 Tagen stelle ich die Zusammenstellung meiner Ausstellungsstücke vor. Ein Spielzeug der 80er Jahre war der Rubiks Cube, oder Zauberwürfel. Auch ich habe damals gelernt, wie man dieses Rätsel löst. Steve Jobs hat uns im Jahr 2000 ein neues Rätsel aufgegeben, als er den Power Mac Cube G4 vorstellte. Ein fast perfekter Computerwürfel in einem Plexiglasgehäuse. Weniger Rätsel gab mir einer der Enkel dieses Cubes auf: der Mac Mini ist der perfekte Mediencomputer für das Wohnzimmer. Es erlaubte einen günstigen Einstieg in die Macintosh-Welt von Apple.

Alles Würfel und ein Retro Bright Bier. Die Apple-Gläser stehen auch bereit
Alles Würfel und ein Retro Bright Bier. Die Apple-Gläser stehen auch bereit

Apple Power Mac Cube G4

Apple führte den Power Mac Cube G4 als Produkt zwischen dem iMac G4 und dem Power Mac G4 ein. Das Produkt ist wirklich beeindruckend und eines der Glanzstücke meiner Sammlung. Nicht nur weil es ein silbrig glänzender Aluminiumwürfel in einem Plexiglas-Gehäuse ist. Ich habe es von einer Grafikdesignerin in Kombination mit dem Apple Cinema Display 22“ erhalten, was die beiden Geräte auch nach all diesen Jahren zu einem traumschönen Werkzeug macht. Dieser Rechner ist von Steve Jobs stolz vorgestellt worden, weil sie es geschafft hatten, die Power eines Power Mac G4 in ein Gehäuse von einem Viertel der Größe unterzubringen. Und es war so gestaltet, dass kein Lüfter erforderlich war. Wie konnte das sein? Und wie hat der Markt auf dieses großartige Stück Technik und Design reagiert?

Nicht gut. Apple hatte das Gerät war bereits ein Jahr nach der Vorstellung wieder eingestellt. Warum? Der Power Mac Cube G4 verkaufte sich nicht gut, weil keiner die Positionierung des Produktes verstanden hat. Für Consumer war es zu teuer in Kombination mit dem zusätzlich erforderlichen Monitor. Für den Profi war das Gerät nicht erweiterbar. Trotzdem gab es eine lebhafte Szene von Fans dieses Computers, die diesen Computer aufgerüstet haben, trotz seiner räumlichen Limitationen. Meine Grafikdesignerin hat sogar einen 1,25 Ghz Prozessor nachgerüstet. Standardmäßig waren nur 450-500 MHz getaktete G4 Prozessoren vorgesehen.

Zum zwanzigsten Jubiläum habe ich einen Beitrag mit vielen Bildern dieses Zauberwürfels erstellt. Alleine der Öffnungsmechanismus mit dem versteckten Griff ist es wert richtig gewürdigt zu werden.

Woher hatte Steve Jobs die Idee mit dem Würfelgehäuse? Vielleicht von seinem ersten NeXT Computer?

Apple Mac Mini

Einige Jahre später nach dem Power Mac Cube G4 Desaster brachte Apple wieder einen sehr rechteckig gestalteten Computer heraus. Diesmal kein perfekter Würfel, sondern ein eher gedrittelter Würfel. Ich spreche vom Mac Mini, der versprach, einen bezahlbaren Einstieg in die Macintosh-Welt zu ermöglichen. Der Slogan war unter anderem “BYODKM” (Bring Your Own Display, Keyboard, and Mouse). Wer all dies schon hatte, der kaufte nur den Mac Mini und schon konnte man anfangen. Dies war zu den Zeiten von Microsoft Windows Vista ein massives Versprechen, da damals viele Windows-Kunden zum Mac wechselten. Die ersten Modelle kamen noch mit dem Power PC Prozessor raus. Aber seit 2006 waren nur noch Intel Prozessoren in diesem kleinen Gehäuse verbaut.

Der Mac Mini ist der perfekte Mediencomputer. Ich habe ihn seit 2010 in dieser Funktion in meinem Wohnzimmer im Einsatz. Mit einer 1 TB SSD konnte ich sein Leben künstlich verlängern. Im Jahr 2021 habe ich ihn durch einen Mac Mini mit dem M1 Prozessor ersetzt.

Der Mac Mini von 2009 in meiner Sammlung ist ein Geburtstagsgeschenk von meinem Bruder und mir an meinen Vater. Wir dachten damals, dass mein Vater einen einfachen Computer braucht. Wir wollten ihn nicht an einen PC setzen mit all seinen Windows Updates und Virenproblematiken. Natürlich gab es das auch auf dem Mac Mini zu beachten, aber die Plattform ist in der Hinsicht immer weniger attackiert worden. Aber auch das OS X und seine Applikationen stellten meinen Vater vor große Herausforderungen. Die von ihm am häufigsten genutzte Applikation war iPhoto. Heute habe ich diesen Computer mit all seinen Fotos, die mein Vater vor seinem Tod dort noch gespeichert hat.

Retro Bright Beer 😉

Kein Zauberwürfel, aber wie ein Zauberer zog Bart van den Akker diese Bierflasche am Ende meines Besuches in seinem HomeComputerMuseum in Helmond aus dem Hut. Es war ein speziell von ihm mit der Brauerei Deftige Aap gebrautes Bier, was er mit dem coolen Label Retro Bright Beer versehen hat. In der Retrocomputerszene ist Retrobrighten eine beliebte Tätigkeit. So behandelt man vergilbte Gehäuse mit Wasserstoffperoxid und viel UV-Licht. Das stellt teilweise die helle Gehäusefarbe wieder her. Aber trotzdem kann ein solcherart behandeltes Gehäuse unter UV-Licht wieder vergilben.

Ich werde dieses Bier nicht trinken. Diese Flasche hat einen Ehrenplatz in meinem Museum erhalten. Nach meinem Museumsbesuch bin ich zum Deftigen Aap gegangen und habe ein leckeres Bier und Abendessen bestellt. Die Brauerei ist keine fünf Minuten vom Museum entfernt.

Fazit

Als ich dieses Fach gestaltet habe, ist mir die Assoziation mit den Zauberwürfeln gleich aufgefallen. Und da der Mac Mini meiner Meinung nach ein „geistiger“ Nachfolger des Power Mac Cube G4 ist, passt er mit seiner rechteckigen Gehäuseform auch dazu. Natürlich hätte ich gerne noch einen NeXT Computer dort stehen, aber den für bezahlbares Geld zu finden dürfte unmöglich sein. Außerdem würde er den ganzen Platz einnehmen. Als Platzhalter für diesen Computer habe ich das Retro Bright Bier aus dem HomeComputerMuseum in Helmond aufgestellt. Die haben in ihrer Ausstellung viele NeXT Computer Exponate. Und diese Ausstellung kann ich sehr empfehlen. Vielleicht hat das Museum ja mal einen NeXT Computer zu viel und gibt ihn mir für einen guten Preis. Wer weiß?

Am 24.1.2024 feiere auch ich den vierzigsten Geburtstag des Macintoshs mit einem Artikel zur Präsentation durch Steve Jobs vor der Boston Computer Society.

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