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Tag 31: All-in-One Computer Evolution

Lesedauer: 4 MinutenDer iMac ist der typische All-in-One Computer. Ich habe viele Beispiele von Apple aus den letzten dreißig Jahren in meiner Sammlung.

Der einunddreißigste Beitrag in meiner Reihe von Beiträgen zur Neugestaltung der Ausstellung in meinem Computermuseum. Heute und an weiteren 2 Tagen stelle ich die Zusammenstellung meiner Ausstellungsstücke vor. Apple war immer ganz vorne mit dabei, wenn es um All-in-One Computer ging. Diese Kategorie sollte die Integration von allen möglichen Komponenten in ein Gehäuse erlauben. Kabelsalat sollte damit vermieden werden. Und außerdem konnten diese Computer schneller in Betrieb genommen werden. Es fing alles mit dem ersten Macintosh an. Auf der Fläche einer DIN A4 Seite versammelte sich ein Monitor, ein Diskettenlaufwerk, das Netzteil und die Platine mit allen Prozessoren. Bei späteren Macs waren auch Lautsprecher, CD/DVD Laufwerk, Kamera und alles weitere integriert. Nur ein Kabel führte zu einer externen Tastatur. Und an diese Tastatur wurde die Maus angeschlossen. Einfacher ging es nicht. PCs der damaligen Zeit verlangten einen gehörigen Aufwand nur für die Verkabelung bei der Inbetriebnahme. Hier zeige ich zwei meiner All-in-On Computer von Apple in meiner Sammlung.

Zwei All-in-one Computer von Apple. Einer vor der Steve Jobs Ära. Der iMac danach.
Zwei All-in-one Computer von Apple. Einer vor der Steve Jobs Ära. Der iMac danach.

Apple Macintosh Performa 5200

Der Apple Macintosh Performa 5200 ist einer der ersten All-in-One Computer mit Power PC Prozessor. Es ist ein durchaus interessantes Gerät was Multimedia-Fähigkeiten bot. Mit 15″-Bildschirm, CD ROM und eingebauten TV-Modulator war das Gerät sehr groß und schwer. Man sieht auf diesem Bild auch die schwarze Fernbedienung, die überhaupt nicht zum Rest des Gehäuses passte. Dies deutet noch auf ein pre-Jony Ive Produkt hin.

Apple produzierte damals eine Vielzahl an unterschiedlichen Modellen mit verwirrenden Produktnamen, die keiner mehr so richtig verstand: LC, Performa, Centris, Quadra, Power Macintosh. Dieser Performa war der Nachfolger der Knubbel Macs, von denen ich zwei Vertreter in meiner Sammlung habe. In meiner Beschreibung von Tag 13: der angebissene Apfel im Mäusestall habe ich diese beiden alten All-in-One PCs vorgestellt. Auch diese beiden sind Vertreter der Nicht-Jobs-Ära bei Apple.

Apple iMac G3

Als im Jahr 1998 Steve Jobs den iMac G3 vorstellte benötigte er Erfolg. Er hatte seinen Vorgänger als CEO von Apple gerade erst ersetzt. Gil Amelio hatte einige Maßnahmen angestoßen, um Apple zu retten. Die wichtigste davon war, das OS von NeXT (NeXTSTEP) für Apple zu sichern und als Berater Steve Jobs zu Apple zu holen. Steve lernte in seiner ersten Zeit den jungen Industriedesigner Jony Ive kennen und beide hatten die Idee für einen Computer, der so anders aussah als alles andere auf dem Markt.

Steve Jobs stellte den Apple iMac G3 in einer seiner ersten Keynotes in der neuen Rolle vor. Die ersten sechs Minuten verbringt er damit dem Publikum zu erklären, was man alles zum Positiven hin verändert hat. Die ganze Zeit steht hinter ihm auf der Bühne ein Podest mit einem großen Apple Logo. Ein Produkt darauf ist mit einem schwarzen Tuch bedeckt. Dann erklärt er in den nächsten Minuten seine berühmte Produktmatrix mit den vier Quadranten. Das nächste Produkt, was er vorstellte, sollte in den Quadrant Consumer Desktop passen. Ab 16:00 stellt er den Apple iMac G3 mit folgenden Worten vor.

“The excitement of the internet with the simplicity of the Macintosh”

Steve Jobs erklärt, was den iMac G3 ausmacht

Dann erläutert er, wie PCs der damaligen Zeit aussehen. Seiner Meinung nach sind sie “ugly” (ab 17:51). Vor allem sind die Komponenten nicht integriert. Also sollte es ein All-in-One Computer sein.

Schaut euch die Keynote bis zum Ende an. Der Rest ist Geschichte. Apple wurde auch durch den iMac G3 gerettet.

Fazit

All-in-One (AIO) Geräte sind tief in der DNA von Apple verwurzelt. Auch in der Folge sind die iMacs die besten Beispiel für die Klasse der “AIO”. In meiner Sammlung habe ich neben diesem ersten iMac G3 noch den iMac G4, den iMac G5 und zwei iMac basierend auf Intel Technologie. Leider hat Apple zur Zeit nur die iMac in 24” Größe im Angebot. Ein Nachfolger für den 27” großen iMac gibt es im Moment nicht.

Der PC Markt hat immer anders funktioniert. Bei Desktop und Tower Gehäusen gab es immer die Möglichkeit den Rechner um zusätzliche Steckkarten zu erweitern. Dieses offene Konzept gibt es auch heute immer noch. Diese Rechner sind eher da zu finden, wo Power und Erweiterbarkeit benötigt wird. Also bei Gamern und Profis. Aber man kann sagen, dass die meisten Rechner heutzutage Laptops sind, die natürlich nur schwer erweiterbar sind. AIO PC sind somit eher selten. Auch Apple verkauft seit Jahrzehnten mehr Laptops als iMacs.

Am 24.1.2024 feiere auch ich den vierzigsten Geburtstag des Macintoshs mit einem Artikel zur Präsentation durch Steve Jobs vor der Boston Computer Society.

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