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Digitale Skepsis – Amerika und unsere Daten und digitalen Services

Lesedauer: 14 MinutenWas in den USA passiert hätte man sich nie wirklich vorstellen können. Was passiert mit unseren Daten und digitalen Services in US-Clouds?

Dies ist meine Analyse über meine Unsicherheit, ob meine digitalen Daten in US-Clouds bald noch verfügbar sind. Und ob die von mir genutzten digitalen Services von US-Unternehmen in Zukunft noch für mich nutzbar sind. Es ist die Skepsis, ob diese Daten und Services für mich in Zukunft noch bezahlbar sind. Aktuelle Entwicklungen in der Weltpolitik haben mich dazu veranlasst diesen Beitrag über das Thema Digitale Skepsis zu schreiben und vor allem die Loslösung von digitalen Abhängigkeiten neu zu durchdenken.

Ich bin vor allem sensibilisiert worden durch einen Menschen, der meine Begeisterung für das Digitale Leben nicht teilt und die totale Vernetzung, der wir ausgesetzt sind, ablehnt. Er zeigt mir seit Jahren sehr deutlich auf, welche Auswirkungen Abhängigkeiten zu Daten und Services in der Cloud auf uns haben können, wenn wenige Menschen mit Macht diese Macht missbrauchen. Ich habe ihn als einen digitalen Skeptiker bezeichnet, muss aber zugeben, dass seine Skepsis angebracht ist, wenn man die aktuelle Weltpolitik sieht. Seine Besorgnis über den Missbrauch von digitalen Services und Daten hat er letztes Jahr in seiner erfolgreichen Novelle mit dem Titel The Big One niedergeschrieben. Dort zeigt er die möglichen Auswirkungen auf unsere Gesellschaft sehr anschaulich. Ein großartiges Buch, das ich nur empfehlen kann.

Was ist digitale Skepsis?

Mein Freund Ralf ist wie ich ein Digital Native. Wir haben gemeinsame IT-Projekte überall in Europa gemacht. Wir arbeiten seit Jahren in derselben IT-Firma. Er hat schon vor mir technische Gadgets wie PDAs oder Smartphone benutzt.

Im Gegensatz zu mir hat er aber die Freigabe von persönlichen Daten in seinen technischen Werkzeugen immer eingeschränkt. Er hat auch immer sauber private und geschäftliche Daten separiert. An WhatsApp hat er nie sein Kontaktverzeichnis auf seinem Smartphone freigegeben. Apple und andere digitale Ökosysteme hat er immer wie der Teufel das Weihwasser gemieden. Meine eher unkritische Sicht auf Apple Produkte und Services hat er mit einer gehörigen Portion Skepsis betrachtet.

Digitale Skepsis visualisiert mit AI (Quelle: WordPress.com)

Warum diese Skepsis? Weil er gesehen hat, dass wir mit unseren Daten bei diesen Firmen bezahlen. Dass wir immer tiefer in ein Abhängigkeitsverhältnis zu diesen Anbietern geraten. Dass man nie davon ausgehen sollte, dass unsere Daten sicher sind. Und dass politische Situationen sich ändern können und unsere vordergründig unkritischen, aber doch sensiblen persönlichen Daten plötzlich zu unserem Nachteil verwendet werden können.

Und auch, dass wir den Zugriff auf unsere Daten und essentielle digitale Services verlieren können, weil jemand der Meinung ist, dass diese Einschränkungen politisch erforderlich sind. Kann es wirklich passieren, dass wir von unseren Daten und unseren bevorzugten digitalen Services abgeschnitten werden? Kann es sein, dass wir wieder in eine digitale Steinzeit zurückgeworfen werden?

Ist Digitale Skepsis angebracht?

Anlass dieses Artikels ist vor allem die aktuelle politische Aktion der Trump-Regierung, mit der Absicht die Welt mit Strafzöllen zu überrollen. Innerhalb von zwei Tagen wurden an den Kapitalmärkten sechs Billionen Dollar an Kapitalvermögen ausgelöscht. Eine erratische politische Aktion löst ebenso erratische Reaktionen auf den Kapitalmärkten aus. Das Verhalten von Trump und seinen Beratern können heute eher Psychologen als Ökonomen erklären.

Eigentlich habe ich mir vorgenommen mich nicht vom Überfluss täglicher News ablenken zu lassen, aber leider ist auch diese zweite Trump-Regierung (T2) auf dem selben selbstzerstörerischen Weg wie die erste Trump-Regierung (T1). Diese endete in der amerikanischen Katastrophe während des Beginns der Corona-Pandemie. Damals verloren weit mehr Amerikaner ihr Leben durch die Virusinfektion als irgendwo sonst aufgrund des inkompetenten Krisenmanagements von Donald Trump . Aber während bei T1 vor allem amerikanische Bürger sterben mussten, so wird während T2 die gesamte Weltwirtschaft in eine Rezession mit nicht absehbaren Folgen gestürzt.

Sitten verrohen

Darüberhinaus wird die Konfrontation gegen alle und jedermann gesucht. Dadurch verrohen die Sitten und es wird kein Wert mehr auf ein partnerschaftliches Miteinander gelegt. Lange etablierte freundschaftliche Beziehungen und Allianzen werden einseitig aufgekündigt und es entsteht ein Klima von Unsicherheit und Aggression. Minderheiten werden unterdrückt und bekommen keine Unterstützung mehr. Stattdessen werden sie als Ursache für die große Mehrheit der Probleme dargestellt und diffamiert. Hass wird geschürt und erinnert an schlimme Zeiten von Unrechtsregimen.

Amerikanische IT-Ikonen wie Teslas Mastermind Elon Musk sind Teil der autokratischen MAGA-Bewegung geworden. Der Wandel der amerikanischen Regierung von einer demokratischen zu einer autokratischen Erscheinungsform ist rasend schnell gegangen. Ob der amerikanische Wähler durch den Missbrauch sozialer Medien wie X massiv beeinflusst wurde Trump zu wählen, kann ich nicht einschätzen. Ich persönlich hätte noch im November 2024 nie damit gerechnet, dass der amerikanische Wähler einen verurteilten Verbrecher wie Trump ins höchste Amt dieser westlichen Welt wiederwählt. Ich hätte dieses Risiko als faktisch unmöglich eingeschätzt. So falsch lag ich damals.

Damals habe ich mich auch dazu entschieden, mich komplett aus der Beschäftigung mit der amerikanischen Politik herauszuziehen. Ich wollte nicht mehr erleben, wie die großen amerikanischen Late Night Hosts Steven Colbert, Jimmy Kimmel, Jimmy Fallon und Seth Meyers sich mit Trump und seinen absonderlichen Geschichten abmühen. Ich wollte nicht mehr erleben, wie ein Medienkonzern wie Fox News die Hälfte der amerikanischen Bevölkerung in einen MAGA-Kult führt und dort verdummt. Eine furchtbare Vorstellung.

Leider haben Trump und seine Berater über die nächsten vier Jahre die Gelegenheit, das amerikanische politische und gesellschaftliche Gemeinwesen auszuhöhlen und einen Staatsstreich nach ihrem Plan Project 2025 durchzuführen. Ob hier noch Checks and Balances greifen werden?

Was tun?

Man sollte die Augen nicht zumachen, wenn es unsere eigene freiheitliche Gesellschaft betrifft. Hier ist auf der einen Seite Trump mit seinem erratischem Verhalten, dem die ehemaligen westlichen Partner auf einmal stark entgegentreten müssen. Da ist das von Russland überfallene Land Ukraine, welches nun von europäischer Hilfe abhängig ist. Im Grunde kämpfen sie unseren Kampf gegen den Autokraten Putin im Osten. Und nach dem peinlichem Vorfall im Weißen Haus, wo Trump und sein nicht weniger erratischer Vizepräsident Vance den ukrainischen Kriegspremier erniedrigten und herablassend herabwürdigten, muss man sagen, dass die Ukraine auch den Kampf gegen den westlichen Autokraten Trump führen muss. Was hat sich die Welt innerhalb weniger Wochen zu ihrem Nachteil verändert. Einfach erschreckend.

Der große Bruder Amerika wird zur Belastung. Mit der größten Militärmaschinerie und dem größten Wirtschaftseinfluss ist Amerika der wichtigste politische und wirtschaftliche Player auf diesem Globus. Nur China und teilweise Russland haben ähnliche Möglichkeiten. Die Erklärung des Liberation Day und die Verhängung von Strafzöllen gegen fast alle Länder dieser Welt ist eine massive Einschränkung für die Lieferketten. Die Argumentation von Trump und seinen Unterstützern ist nicht nachvollziehbar.

Zölle als protektionistische Maßnahme

Die Trump-Regierung soll die Höhe der Zölle auf Waren in Abhängigkeit zum Aussenhandelsdefizit der USA mit anderen Ländern berechnet haben. Dabei sind bewusst nicht die digitalen Services in die Berechnung des Aussenhandelsdefizit aufgenommen worden. Und es sind auch keine Zölle auf digitale Services erhoben worden. Amerikanische Firmen dominieren in der Erbringung von digitalen Services. Wenn man diese Komponente berücksichtigt hätte, wäre die Situation anders.

Zölle sind protektionistische Maßnahmen, die verzollte Waren (und Dienstleistungen?) für den Konsumenten teurer machen. Sie treffen natürlich den Produzenten, dessen Produkte auf dem amerikanischen Markt durch die Zölle teurer werden, wenn sie aus dem Ausland importiert werden. Viele westliche Länder haben die Produktion in den letzten Jahrzehnten in Billig-Lohnländer exportiert. Arbeitsplätze sind dabei verloren gegangen. Diese Produkte werden aber wieder in die westlichen Länder importiert. Zölle verteuern diese Produkte und reduzieren damit wiederum die Absatzzahlen.

Das Kalkül von Trump und seinen Beratern ist, dass die amerikanischen Firmen und auch nicht-amerikanische Firmen die Produktion wieder in die USA verlagern und dadurch Arbeitsplätze schaffen. Diese Produkte sind dann günstiger, weil sie nicht mit Zöllen belegt sind.

Leider werden durch diese Zölle allgemein die Preise steigern, weil amerikanische Unternehmen die Möglichkeit nutzen werden Preiserhöhungen für amerikanische Produkte durchzusetzen. So funktioniert Kapitalismus. Der Dumme ist der Konsument. Die einzige Reaktion ist, dass Konsum verschoben wird. In Zeiten hinein, wo Preise wieder mangels Nachfrage sinken werden.

Digitale Abhängigkeiten?

Vor allem sind die USA der größte Anbieter von digitalen Plattformen und Services, die wir täglich nutzen. Sei es durch Firmen wie Apple, Google, Amazon oder Meta. Oder Hyperscaler wie AWS und Microsoft Azure. Wie selbstverständlich haben wir über all die Jahre immer mehr Konzentration unserer Daten auf amerikanischen Servern zugelassen. Sehr häufig ist überhaupt nicht transparent wie abhängig wir von amerikanischen Services oder Software sind. Aber damals (ach, waren das noch schöne Zeiten) hatte man ja vermittelt bekommen, dass wir Amerika und seiner Agenda vertrauen können. Wir sind doch Teil des demokratischen Westens. Und wir unterstützen uns doch gegenseitig, um gegen Unrecht in der Welt anzugehen, oder? Warum sollte man sich Sorgen um seine Daten und Workflows machen? Wer würde vermuten, dass sie vielleicht bald nicht mehr nutzbar sind?

Für Nutzer außerhalb der USA werden Szenarien immer wahrscheinlicher, dass die digitalen Services durch Anwendung von Digitalsteuern in Zukunft teurer werden. Amerikanische Konzerne nutzen legale Steuerschlupflöcher, um Steuern dort zu sparen, wo ihre digitalen Services konsumiert werden. Digitalsteuern sind die Antworten von solchen Staaten, die bisher den Steuersparpraktiken hilflos gegenüber standen.

Ich als Digital Native im Apple Ökosystem habe all meine Daten und Services bei Apple. Eine Firma, die einen riesigen weltweiten Kundenstamm und persönlichen Datenschatz verwaltet. Amerikanische Behörden schauen begehrlich auf diese Daten. Apple muss die Balance zwischen seinen Geschäftinteressen und dem Druck der Behörden bzgl. Zugriff auf diese Kundendaten wahren. Werden Datenschutzinteressen der Kunden noch berücksichtigt? Was bedeutet das für uns und unsere Daten, die nicht nur bei Apple, sondern in vielen amerikanischen Clouds liegen?

Meine eigenen Digitalen Abhängigkeiten zu amerikanischen Services

Auf Basis meiner mit Apple Geräten genutzten Apps und Services habe ich eine kleine Zusammenstellung gemacht, wo ich persönlich betroffen wäre, wenn diese Apps und Services aus irgendeinem Grund nicht mehr zur Verfügung stehen würden. Die Gründe könnten vielerlei Art sein. Beispielsweise, wenn eine US-Regierung entscheidet, dass man alle Nutzer außerhalb der USA von seinen Daten und den genutzten Services abschneiden sollte. Vor dem Hintergrund der erratischen Trump-Regierung ist das ein wahrscheinliches Szenario. Natürlich ist das ein noch schlimmeres Szenario als die ausgerufenen Strafzölle, aber man sollte dieses Risiko und seine Auswirkungen betrachten.

Digitale Skepsis: im Regen stehen gelassen (Quelle: AI Bild generiert von WordPress.com)

Diese Übersicht ist wahrscheinlich nicht vollständig und schon gar nicht repräsentativ. Sie läßt mich sehr nachdenklich werden.

Apple

Wie meinen Lesern klar sein wird, bin ich Teil des Apple Ökosystems. Kalender, Notizen, Adressbuch, iCloud Drive, iCloud Mail, Health, Erinnerungen, Wallet, Game Center, App Store, Nachrichten (iMessage und SMS-Kommunikation), Wo ist?, Wetter, Telefon und Facetime und viele andere Services sind bestens integriert in alle Apple-Geräte, egal ob es iPhone, iPad, Mac, Apple TV, HomePod oder AirPods sind.

Seit kurzen habe ich auch meine Passwörter in der iCloud. Ich bin also davon abhängig, dass diese verfügbar sind, um auf alle anderen von mir genutzten digitalen Services zugreifen zu können.

Ich kaufe nicht nur Musik, Filme, Apps und eBooks über Apple. Tatsächlich nutze ich auch Office Apps und kreative Apps von Apple intensiv.

Apple Karten ist meine Navigationslösung und ich nutze sie in meinem Auto mit Apple CarPlay. Natürlich sollte das amerikanische GPS-System funktionieren, das auch von der amerikanischen Regierung eingeschränkt werden kann. Zum Glück gibt es eine europäische Alternative namens Galileo, welche wir dann nutzen können.

Die Apple Watch ist mit dem iPhone verbunden und bezieht darüber seine Daten. Keine Daten auf dem iPhone bedeuten natürlich auch keine Daten für die Watch.

Apple Home verbindet alle möglichen Home Automation Geräte und erlaubt Kontrolle auch remote, weil alle Daten in der Cloud liegen. Aber natürlich nur, wenn dieser Service nicht eingeschränkt wird.

Apple Kosten

Ich bezahle für einen Apple One Premium Tarif 34,95€ pro Monat. Dieses Abonnement beinhaltet Apple Music, Apple TV+, Apple Arcade, iCloud+ mit 2 TB Speicher und Apple Fitness. Dazu habe ich ein weiteres iCloud+ Abonnement mit 2 TB Speicher für 9,99€ abgeschlossen. Diese Services teile ich mit vier Familienmitgliedern. Die Familie verwendet 1,4 TB an Daten. Ich selbst benötige 2 TB an Daten in der iCloud, wobei 1,7 TB alleine meine Fotos und Videos sind, die in der Fotos DB bei Apple auf den Servern liegen. Auf meinen lokalen Rechnern habe ich keine vollständige Kopie dieser Fotos und Videos. Außerdem zahle ich pro Jahr 24,99€ für den iTunes Match Service, um meine eigene Musik in die Cloud hochzuladen und über all meine Geräte in Apple Music nutzen zu können.

Netflix und Disney+

Ich selbst habe kein Netflix oder Disney+ Abonnement, um Videos zu streamen. Aber viele Freunde nutzen diese Plattformen, die in amerikanischen Rechenzentren gehostet werden.

Microsoft

Natürlich nutze ich Microsofts Office sowohl privat als auch beruflich. Und auch da ist mit OneDrive ein Cloud-Offering von Microsoft dabei, wo alle Daten gehalten werden, die mit Microsoft Office erstellt werden. Es macht Sinn, dass man mit jedem seiner Endgeräte Zugriff auf diese Daten hat.

Meine beruflichen Email-Accounts sind bei Microsoft in Outlook und auf Exchange Servern, die bei Microsoft gehostet werden. Private Email-Accounts habe ich vor allem bei deutschen Anbietern. Aber wer sagt, dass diese Email-Services nicht auch auf Servern der großen amerikanischen Hyperscaler wie AWS und Microsoft Azure laufen. Es macht für viele Email-Hoster heute kaum noch Sinn eigene Server-Infrastruktur und Rechenzentren aufzubauen, wenn man professionelles Hosting einfacher und günstiger bei den Hyperscalern einkaufen kann.

Videokonferenzen werden beruflich mit Microsoft Teams gemacht.

Der günstigste Einstieg in ChatGPT von OpenAI ist über Microsofts Bing-Suche möglich, weil es dort integriert ist. Deshalb ist Bing seit knapp einem Jahr meine erste Anlaufstelle für Fragen an das Large Language Model (LLM) von OpenAI.

Microsoft stellt auch einen zentralen Zweifaktor-Authentifizierungs (2FA) Service zur Verfügung, der für einige Services von LinkedIn, Microsoft, Firmenzugänge, Github oder auch Zugang für europäische Agenturen ermöglichen.

Microsoft kaufte Github und es ist heute eines der zentralen Software Sourcecode Repositories auf dieser Welt und wird mit Sicherheit auch auf amerikanischen Servern gehostet.

Meta

WhatsApp, Facebook und Instagram sind alles Kommunikationsplattformen, die ich und meine Freunde intensiv nutzen. Sie haben Zugriff auf mein Kontaktverzeichnis und kennen genau meine privaten Kontakte. Es sind die Sozialen Medien unserer Wahl. Meta hostet alle Services mit Sicherheit auf amerikanischen Plattformen.

Google

YouTube ist meine zentrale Informationsplattform, nachdem ich das serielle Fernsehen aufgegeben habe. Die Google Suche ist trotz des AI-Booms immer noch eine der wesentlichen Suchmaschinen, vor allem, weil Google sein LLM Gemini in die Suche integriert hat.

Viele nutzen Gmail als zentrale Mailplattform. Auch ich habe einen Email-Account bei Gmail für spezielle Anlässe.

Services wie z.B. Google Analytics und die die Google Search Console sind für mich die wichtigsten Tools, um die Performance meiner Website zu messen und zu verbessern.

Auch Google stellt einen wichtigen 2FA-Service namens Google Authenticator zur Verfügung. Dieser zweite Faktor ist wichtig für Zugriffe auf Services wie Kickstarter, Facebook, PayPal, Google, 1Password, Instagram, Firmen- und Kundensysteme wie z.B. Confluence.

Auch Google Maps setze ich ein, wenn mir Apple Karten nicht weiterhilft.

WordPress und Jetpack

WordPress.com hostet meine Website auf amerikanischen Servern. WordPress hat auch Tools wie Jetpack im Einsatz, die ich intensiv für das Monitoring meiner Website nutze. Wenn ich mich von dieser Abhängigkeit lösen will, dann müsste ich wenigstens einen europäischen Hoster auswählen und meine Website dorthin umziehen. Immerhin gibt es Möglichkeiten sich von einer amerikanischen Abhängigkeit zu lösen.

Amazon, AWS, Kindle, Audible

Anders sieht es bei Amazon und seinen Services aus. Nicht nur Amazon nutzt als Hosting- und Service Plattform die Amazon Web Services (AWS). AWS ist ein Hyperscaler und bietet diesen Service vielen Unternehmen überall auf der Welt an. AWS bietet auch die Möglichkeit, seine Services in der eigenen Region in dort angesiedelten Rechenzentren zu betreiben. Aber auch AWS kann politisch unter Druck gesetzt werden und gezwungen werden gewisse Regionen nicht mehr zu bedienen.

Amazon selbst hat sich zum größten Marktplatz dieser Welt entwickelt. Eine Unterbrechung dieses Services für politisch kritische Regionen dieser Welt kann massive Auswirkungen auf den Handel in diesen Regionen haben. Warum sollte die EU nicht eine solche Region sein, wenn man sich den Erpressungsversuchen Donald Trumps und seiner Unterstützer nicht unterwirft?

Kindle und Audible sind zwei Services im Portfolio von Amazon, die elektronische Bücher und Hörbücher anbieten. Auch ich habe einige dort gekauft und würde von diesen Käufen abgeschnitten werden, wenn es diesen Service nicht mehr gäbe.

Viele weitere Beispiele für Services, die auf amerikanischen Servern gehostet werden

eBay wurde von einem ehemaligen Mitarbeiter von General Magic gegründet, einer der innovativsten Firmen im Silicon Valley der 90er Jahre. Daraus ist ein Markplatz für gebrauchte Produkte entstanden, den ich gerne genutzt habe, um Computer für mein Computermuseum zu kaufen. Auch dessen Server stehen höchstwahrscheinlich in den USA.

Einer meiner beliebtesten Services, den ich gerne in der freien Natur geniesse, nennt sich Geocaching.com. Viele hunderttausende Geocaches überall auf der Welt werden auf amerikanischen Servern gehostet.

Plex und IMDB sind Plattformen für Filme und Serien. Die eine erlaubt es eine Mediathek aufzubauen und zu verwalten und die andere liefert detaillierte Informationen über diese Filme und Serien. Es sind Communityprodukte, die aber auch auf amerikanischen Servern gehostet werden.

Zahlungsdienstleistungsservices wie PayPal, Mastercard, Visa, Apple Pay und andere sind alle in den USA verortet. Die Russen haben 2022 nach ihrem Überfall auf die Ukraine erlebt, was es bedeutet, wenn diese Payment-Services nicht mehr in der eigenen Region funktionieren. Es ist also technisch möglich.

Komfortable Buchung von Unterkünften im Urlaub überall auf der Welt? Booking.com leistet dies und macht Reisen einfacher. Ich weiß noch was es bedeutete ohne schnelle Online-Hotelbuchung am Ende eines Reisetages eine passende Unterkunft zu finden. Zu diesen Zeiten möchte ich nicht mehr zurück.

Wikipedia ist ein weltweites Produkt. Ich habe keine Ahnung, auf wessen Servern und wo dieser Service gehostet wird. Aber ich kann mir vorstellen, dass auch hier amerikanische Hyperscaler die Infrastruktur verantworten.

Und zum Schluß möchte ich auch Udemy nennen, ein Service, der Schulungsmaterial online anbietet.

Dies alles sind sehr persönliche Schwerpunkte von Services, wo ich glaube, dass Einschränkungen in der Serviceerbringung aus politischen Gründen dazu führen können, dass wir in die digitale Steinzeit zurückgebracht werden können.

Gibt es europäische Alternativen?

Diese Frage stellen sich auch andere, wie die Tech-Journalisten von c’t. Sie machen sich Gedanken darüber wie man aus den US Clouds kommt. Man findet für alles ihrer Meinung nach eine Lösung. Dabei sagen sie auch, dass man auf Annehmlichkeiten verzichten muss. Und man muss nach dem Umzug Daten, und damit konsequenterweise Konten bei den US Clouds löschen.

Die Tagesschau bringt einen Artikel zum 50. Geburtstag von Microsoft, konzentriert sich aber auf die Abhängigkeiten, die wir mittlerweile wegen der Software und der digitalen Services von Microsoft haben. Interessanterweise ist dieser Artikel auch über den Bau eines Microsoft Rechenzentrums in NRW. Microsoft macht sich selbst darüber Gedanken, wie man europäische Kunden behalten kann. Und die europäischen Verordnungen zwingen amerikanische Unternehmen Daten von europäischen Firmenkunden in europäischen Rechenzentren zu hosten. Dies vor allem aus Datenschutzgründen, um den ungehinderten Zugriff amerikanischer Behörden auf diese Daten zu verhindern.

Ob Apple ähnliche Massnahmen ergreifen wird, um die Daten seiner europäischen Kunden in Europa zu hosten, kann ich nicht sagen. Auch AWS bietet europäische Rechenzentren an, um europäische Verordnungen und Anforderungen europäischer Kunden zu erfüllen.

Ich glaube nicht, dass es europäische Alternativen in absehbarer Zeit für unsere technischen Gadgets und digitalen Services geben wird. Dafür ist der Wandel, den Trump mit seinen Unterstützern forciert, zu schnell und unkontrolliert. Amerikanische Firmen werden von dieser Regierung unter Druck gesetzt und müssen sich dieser politischen Aggression erwehren. Da sind die Rechte europäischer Kunden nur Kollateralschaden.

Fazit

Gibt es Killswitches in amerikanischen Services, die Europäer von ihren Daten und Services abschneiden? Wahrscheinlich ist das. Und mit einer unzuverlässigen Regierung Trump ist die Versuchung groß, auch das als Druckmittel gegen ehemalige Alliierte und Feinde einzusetzen.

Oder werden amerikanische digitale Services in Zukunft durch europäische Digitalsteuern so teuer, dass sie nicht mehr bezahlbar sind? Auch diese Gefahr ist groß, da amerikanische Anbieter von digitalen Services keine oder nur wenige Steuern in den Ländern zahlen, in dem die Leistungen konsumiert werden.

Leider hat die amerikanische Politik unter Trump sehr deutlich gemacht, wie abhängig wir voneinander sind. Handel basiert auf Vertrauen. Dieses Vertrauen ist nachhaltig erschüttert. Ich mache mir Sorgen darum, dass wir Europäer bald entweder von unseren Daten und digitalen Services abgeschnitten werden, oder wir dafür mehr zahlen müssen. In beiden Fällen wäre das für die Digitalisierung unserer Gesellschaft ein großer Rückschritt.

Europäische gleichwertige Alternativen gibt es nicht. Oder sind nur mit sehr viel administrativem Aufwand zu nutzen. Und der Ease-of-Use geht auch verloren. Leider bin ich sehr skeptisch über unsere weitere digitale Zukunft.

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