Digitale Helferlein Geschichte(n) Mobile Computer Smartphone

Gespräche mit Computer-Sammlern – Auflösung einer Palm-Sammlung?

Lesedauer: 17 MinutenEine Palm-Sammlung zum Verkauf? Die wollte ich mir unbedingt anschauen. Ein interessantes Gespräch mit dem Sammler folgte.

Dies ist der zweite Beitrag meiner neuen Reihe von Gesprächen mit Computer-Sammlern, die ich über meine Website kennengelernt habe. Dirk kontaktierte mich mit dem Wunsch eine Einschätzung zu erhalten, was er für seine Sammlung von Palm und Handspring PDAs und Smartphones bekommen könnte. „Schade“, dachte ich im ersten Moment, „wieder einer, der seine langjährig aufgebaute Sammlung auflösen möchte“. Aber dann sah ich die Fotos seiner Palm-Sammlung, die er mit seiner ersten Mail mitschickte. Was ich dort sah, war eine außergewöhnliche PDA- und Smartphone-Sammlung, die fast alles enthielt, was Palm und Handspring jemals gebaut haben. Ich war begeistert.

Die ältesten Palm PDAs in Dirks Sammlung
Die ältesten Palm PDAs in Dirks Sammlung

Mein nächster Gedanke war, dass ich Dirk anschreiben wollte und ihn um ein Interview bitten würde. Ich wollte einfach wissen, wie man eine solch vollständige Sammlung der Hersteller Palm und Handspring aufbaut und diese dann wieder aufgeben möchte.

Palm und Handspring – einfach vernünftige Technik

Diese innovative Firma ist von dem genialen Jeff Hawkins gegründet worden, der seine Erkenntnisse aus der Hirnforschung in diese Klasse von Geräten einfließen ließ. Palm war über viele Jahre der Marktführer bei den Personal Digital Assistants (PDA). Ende der 90er Jahre hatte Palm einen Marktanteil im Segment der PDAs von 70% und mehr. Weit abgeschlagen kam da nur HP als zweiter großer Anbieter mit seiner LX-Reihe. Ich habe den HP 200LX in meiner Sammlung.

Palm hat sich auf ganz wesentliche Besonderheiten seines Produktes konzentriert. Diese waren

  • eine einfache Benutzeroberfläche,
  • sinnvoll gestaltete Applikationen für Taschenrechner (Calc), Termine (Date Book), Kontakte (Address), Notizen (Memo Pad) und Aufgaben (To Do List),
  • Stiftbedienung und Texteingabe mit Graffiti, einer besonderen Texteingabeweise,
  • einer kompakten Größe des Gerätes passend für die Hemd- oder Hosentasche,
  • und einem Preis, der damals am Markt akzeptiert wurde.

Zwei AA-Batterien konnten das Gerät mehrere Tage bis Wochen betreiben, je nachdem wie häufig man es benutzt hat und die Hintergrundbeleuchtung verwendete. Um Datenverlust zu vermeiden, war noch eine Batterie eingebaut, die lang genug die Daten bewahrte, bis man neue AA-Batterien eingesetzt hat. In späteren Geräten konnte man die Batterien nicht mehr wechseln.

Wechsel der Prozessorplattform

Die Palm PDAs wurden anfangs von Dragonball CPUs, mobilen Varianten der Motorola 68000 CPUs betrieben. Der Palm m515 war der letzte Palm PDA mit Motorola Dragonball Prozessor. Palm stellte dann auf ARM Prozessoren von Texas Instruments um. Diese OMAP-Prozessoren befeuerten die nächsten Palm Modelle. Das erste Modell, das diesen OMAP 1510 Prozessor erhielt war der Palm Tungsten T (ab 2:47 im YouTube-Video). Er wurde während der Entwicklung auch als Palm m550 bezeichnet.

Die Bildschirmauflösung wurde vervierfacht auf 320×320 Pixel. Das komplette Betriebssystem passte Palm an (Palm OS 5), ohne dass das Look and Feel der Applikationen geändert wurde. Benutzer fanden sich also gleich zurecht. Sie fanden die neue App Voice Memo vor. Neben einem Kopfhöreranschluss gab es auch einen zusätzlichen Knopf und ein Mikrophon auf der linken Seite des Gehäuses, mit dem man die Voice Memo App direkt starten konnte. Alle alten Apps liefen auf dem Emulation Layer, die den Dragonball Prozessor emulierten. Trotzdem liefen die alten Apps schneller in diesem Emulation Layer als auf einem Gerät mit dem Dragonball Prozessor.

Später verbaute Palm dann von Intel die stärkeren XScale ARM Prozessoren. Der Palm Tungsten T5 war mit seinem auf 416 MHz getakteten XScale Prozessor der leistungsfähigste jemals gebaute Palm PDA.

Palm Tungsten T5

Die Köpfe hinter dem Erfolg

Ich habe bereits einen längeren Beitrag über Jeff Hawkins, seine Mitstreiter, seine Firmen und seine Produkte geschrieben. Außerdem bin ich erst vor kurzem auf eine Podiumsdiskussion mit Pionieren der Pocket Computing Industrie aufmerksam geworden, darunter auch Palms CEO Donna Dubinsky, und habe über meine Erfahrungen im Pocket Computing geschrieben.

Im Jahr 1998 stiegen Jeff Hawkins, Donna Dubinsky und Ed Colligan bei Palm aus und gründeten Handspring. Dort schafften sie es mit der Visor-Reihe von PDAs und Treo-Reihe von Smartphones neue Innovationen zu schaffen. Vor allem der Springboard genannte Erweiterungssteckplatz erlaubte die Erweiterung um Module wie GPS und Mobilfunk.

Handspring und das Springboard

Im Jahr 2003 kamen beide Firmen wieder zusammen und firmierten zunächst unter dem Namen PalmOne und später unter Palm Inc. Die Software-Sparte wurde unter dem Namen PalmSource ausgegliedert. Deshalb gab es dann später auch Palm Smartphones mit Windows Mobile Betriebssystem.

Selbst Steve Jobs wollte Palm kaufen. Laut Steve Jobs wäre die Palm-Platform ein guter Ersatz für die Newton-Platform geworden. Wer mehr über die Geschichte von Palm lernen möchte, dem empfehle ich diesen auch sehr interessanten YouTube-Beitrag.

Ich war also sensibilisiert, als Dirk mich anschrieb. Wir wurden uns schnell einig und ich machte mir Gedanken über ein Interview-Konzept und passenden Fragestellungen. Dabei dachte ich an meine eigene Zeit mit Palm-Produkten.

Meine eigenen Erfahrungen mit Palm

Mein Palm Vx

Ich selbst hatte einen Palm Vx, der mich in den ersten Jahren meiner Consulting-Karriere begleitet hat. Was war ich begeistert, dass ich mich mit diesem faszinierenden Gerät organisieren konnte.

Außerdem konnte ich den Palm mit meinem Firmenlaptop abgleichen und hatte alle wichtigen Dateien auf meinem Palm direkt im Zugriff. HotSync, Palm Desktop und Documents To Go von DataViz waren die wichtigsten Softwarekomponenten, die ich nutzte. Ich setzte den Palm Vx in das mitgelieferte Cradle ein und drückte den HotSync Knopf. Schon wurden die Daten über ein serielles Datenkabel an den angeschlossenen PC gesendet. Die Palm Desktop Software auf dem PC sorgte für den Abgleich mit PC-Programmen. Alle Office Dokumente konnte ich mit Documents To Go auf dem Palm betrachten, aber nicht ändern.

Ich fühlte mich wie ein Profi. Zwar unerfahren, aber der Palm zeigte doch, wie wichtig ich war, oder?

Schreiben auf einem PDA

Natürlich musste ich zuerst Graffiti lernen, die Schreibweise, um Buchstaben, Ziffern und Zeichen handschriftlich in den Palm einzugeben. Aber es funktionierte innerhalb kürzester Zeit. Jeff Hawkins Forschungen hatten eine Eingabemethode ermöglicht, die im Gegensatz zum technisch viel aufwändigeren Apple Newton zuverlässige Texterkennung ermöglichte. Bei den Palm-Geräten musste sich der Benutzer auf die Eingabeschriftart Graffiti anpassen. Oder man tippte auf die Eingabefläche unten links für die Anzeige einer Buchstabentastatur, oder unten rechts für eine Zahlentastatur, die man dann mit dem Stylus bediente.

Der Apple Newton dagegen verlangte diese Anpassung nicht vom Benutzer. Der Benutzer konnte seine eigene Handschrift anwenden. Aber der Apple-PDA produzierte zu viele Fehler, weil er nicht jede individuelle Schreibweise zuverlässig erkennen konnte.

Mein Palm Vx unterschied sich von den ersten PalmPilots dadurch, dass er 8 MB RAM anstatt von 2 MB RAM besaß, und der Prozessor ein wenig stärker war. In dem folgenden YouTube-Video werden die Möglichkeiten des Palm V und des Vx gezeigt.

Möglichkeiten des Palm V und des Vx

Ich nutzte den Palm Vx einige Jahre in Verbindung mit unterschiedlichen Mobiltelefonen, bevor ich auf mein erstes privates Windows-Smartphone, ein MDA Compact von T-Mobile umgestiegen bin. Leider hat meine Firma ihre Mitarbeiter nicht mit den Handspring– oder PalmTreo Smartphones versorgt, die damals beliebt waren. Datentarife waren teuer und nur Manager erhielten damals Blackberrys von RIM oder die ersten Nokia Smartphones.

Mein Smartphone von Palm – das Pre 2

Schließlich bekam ich ein Palm Pre 2 als Firmen-Smartphone, bevor meine Firma HP dann Palm übernahm. Das WebOS von Palm war einfach großartig. Viele Features sind heute in modernen Smartphones berücksichtigt. Beispielsweise die Gestensteuerung des iPhones entspricht dem WebOS-Vorbild.

Wie begeistert war ich, als ich damals einen Blick auf das HP Touchpad werfen durfte, bevor es bei Vodafone in Düsseldorf in die Testlabors gebracht wurde. Leider musste ich auch miterleben, wie HP und sein CEO Leo Apotheker die WebOS-Produkte HP Pre 3, HP Veer und das HP Touchpad nicht weiter fortführen wollten. Diese Geräte wurden dann am Markt und im Mitarbeiter-Sales verramscht. Heute habe ich all diese Produkte als Teil meiner Sammlung im Computermuseum.

Meine Frau schenkte mir später noch ihr Palm Treo 750V für mein Computermuseum, was sie 2007 bekam, als sie für unseren Kunden Vodafone arbeitete.

Meine Erinnerungen an meinen Palm Vx und Pre 2 und die Software sind absolut positiv und nostalgisch verklärt. Ich war gespannt von Dirk zu hören, was er für Erfahrungen mit Palm und Handspring Geräten der Jahre 1996 bis 2011 gemacht hat.

Palm und Handspring Geräte von 1996 bis 2009

Dirk hat über die Jahre geduldig eine Vielzahl an Palm und Handspring Geräten zusammengetragen. Die meisten mit Cradle und auch mit Taschen, Hüllen, Stiften und noch anderem Zubehör.

Sammlung von Palm und Handspring PDAs und Smartphones
Sammlung von Palm und Handspring PDAs und Smartphones

Geräte in der Sammlung

Hier eine Auflistung seiner Sammlungsstücke:

Insgesamt sind das (Stand Oktober 2025) nun 56 Geräte von Palm und Handspring, sowie von anderen Firmen gelabelte PDAs.

Noch fehlende Geräte

Nicht in seiner Sammlung enthalten sind:

Also fehlen nur noch fünfzehn Geräte zur vollständigen Sammlung 😀Das wäre doch mal ein Ziel, was Dirk anstreben könnte. Er äußerte sich aber deutlich ablehnend gegenüber der Palm Geräte mit Windows Mobile Betriebssystem. Deren PDA-Funktionalitäten sind seiner Meinung nach deutlich schlechter als die von Palm OS.

Eventuell könnte er noch die HP-Geräte seiner Sammlung hinzufügen, die auch das WebOS einsetzten, nachdem Palm durch HP übernommen wurde.

Palm OS Lizenzmodelle

Es gab aber auch andere Firmen, die das Palm OS lizensierten. Am bekanntesten sind die Clié von Sony und die Workpads von IBM.

IBM Workpad: der Palm Pilot von IBM

Sony hat mit seinen Clié Geräten das maximale aus dem Palm OS rausgeholt. Das Clié PEG-NX80V zeigt, was mit diesen Geräten möglich war. Dirk hat selbst den Clié PEG-JC40 in seiner Sammlung. Solche Geräte werden auf eBay für mehrere hundert Euro gehandelt.

Von den IBM Workpads hat Dirk das 20X in seiner Sammlung.

Aber auch Firmen wie Acer, Garmin, Qualcomm, Lenovo und Samsung hatten Produkte mit Palm OS am Start. Heise stellte 2002 die damals verfügbaren Palm OS Geräte vor und zeigte ihre Vor- und Nachteile auf.

Dirk – der Sammler

Am verlängerten Wochenende zum Tag der Deutschen Einheit war es dann endlich soweit. Dirk und ich hatten uns im Vorfeld schon ausgetauscht und das Treffen vorbereitet. Meine Frau und ich besuchten Dirk und seine Frau in ihrem Haus und es gab leckeren selbstgemachten Käsekuchen.

Die nächsten drei Stunden unterhielten wir uns angeregt und Dirk beantwortete geduldig alle meine Fragen, die ich mir als Vorbereitung für dieses Meeting zurechtgelegt hatte.

Ich erfuhr von ihm, dass sein Vater derjenige war, der ihn für die PDAs von Palm begeistert hatte. Dieser kaufte sich im Jahr 2002 den Palm m500, ein hochwertiges Gerät mit Aluminiumgehäuse und Motorola Dragonball-Prozessor. Er war begeistert von der Möglichkeit seine Taschenkalender durch diese moderne Technik zu ersetzen. Er nutzte bis zu diesem Moment Taschenkalender, in denen er Termine, Kontaktdaten und kurze Notizen dokumentierte. Jedes Jahr legte er einen anderen Taschenkalender an und übertrug die wichtigen Daten. Ich persönlich kann das nachvollziehen, weil ich für zwei Jahre auch einen hochwertigen ledergebundenen Filofax geführt habe. Nach einem Jahr musste man sich neue Kalenderblätter und andere Einlagen kaufen und tauschte die alten durch die neuen aus. Es war ein schönes Gefühl dieses Filofax zu haben und zu pflegen. Aber der Jahreswechsel war immer recht aufwändig.

Mit PDAs wie dem Palm war dies nicht mehr nötig. Die Daten waren sicher gespeichert und man hatte diese immer dabei. Ein Jahreswechsel war nicht mehr erforderlich. Sehr einfach konnte man auch sehen, an welchem Wochentag im nächsten Jahr ein Termin war. Seitdem nutzte Dirks Vater die PDAs, und später auch die Smartphones von Palm für die Erfassung und Speicherung seiner persönlichen und teilweise auch beruflichen Daten. Er übertrug die Eintragungen aus seinen Taschenkalendern der Jahre 1969 bis 2002 in den Palm-Datenspeicher.

Begeisterung für die Technik

Dirks Vater hat sich immer für Technik begeistern können. Er hatte schon früh Computer von Apple und verwaltet auch heute noch seine umfangreiche Fotosammlung in Aperture. Selbst mit 86 Jahren interessiert er sich noch für iPad und Apple Watch und nutzt diese Geräte.

Bei jeder neuen Generation von Palm kaufte er sich die Produkte. Dirk erhielt die Vorgängergeräte seines Vaters und war begeistert. Ein Arbeitskollege nutzte auch Palm-PDAs und Smartphones und Dirk konnte in dieser Zeit dessen abgelegten Geräte kaufen. Bis zum Palm Pre von 2009 hielt die Leidenschaft für die PDAs und später Smartphones der Firma Palm noch an. Danach stieg Dirk auf das iPhone 3G um.

Dirk schätzte auch wie sein Vater die ausgereiften PDA-Funktionen der Palm PDAs. Mit den ersten Treos hatte er dann ausgewachsene Smartphones im Einsatz mit erweiterten mobilen Kommunikationsmöglichkeiten. Er setzte GPS-Dongles ein, die mit den Palm-PDAs verbunden waren und damit eingeschränkte Navigation ermöglichten. Selbst ein kompaktes Kameramodul von Kodak konnte er an den Ladeport der Palm-Geräte anschließen. Für seinen direkten Freundes- und Kollegenkreis war er technisch viel weiter. Viele konnten seine Begeisterung für die Technik nicht nachvollziehen. Vielleicht waren PDAs damals Geräte, die man nicht privat, sondern nur beruflich nutzte.

Die Treos von Palm waren durch die Mobilfunktechnik relativ voluminöse Produkte geworden und wirkten gegen die eleganten und flachen iPhones ab 2007 wie Relikte der Vergangenheit. Das Palm Pre von 2009 versuchte diesen Nachteil zu korrigieren. Das Palm Pre war für Dirk ein kompakter Handschmeichler. Er berichtete, dass er den Schiebemechanismus der Tastatur sehr mochte, aber die Tasten zum komfortablen Tippen sehr klein waren.

Während Apples iPhone in schneller Folge immer bessere Hardware und Software bekam, entwickelte sich die Palm-Technik nicht schnell genug weiter. Das Palm Pre 2 hat Dirk nicht mehr als Fortschritt wahrgenommen. Stattdessen ist er auf die Konkurrenzplattform von Apple umgestiegen.

Komplette Sammlung?

Da stand er nun mit einer kleinen Sammlung von Palm PDAs und Smartphones, die alle noch in äußerst gutem Zustand waren und überlegte, was er damit machen wollte. Ab dem Jahr 2010 nahm er sich vor diese Sammlung zu komplettieren. Dirk hatte den Ehrgeiz, alle Produkte mit Palm OS Betriebssystem zu sammeln. Deshalb sind auch die Handspring Visor und Treo nun Bestandteil seiner kleinen Ausstellung. Viele der Handspring Visor musste er aus den USA importieren, da sie auf dem europäischen Markt nicht verfügbar waren.

Ich lernte auch von Dirk, dass nicht alle Treos Smartphones sind. Ich bin davon ausgegangen, dass Handspring seine PDA-Reihe als Visor bezeichnete, und die neue Smartphone-Reihe schließlich die Bezeichnung Treo bekam. Tatsächlich ist das erste Treo, das Handspring Treo 90, noch ein normaler PDA ohne Mobilfunkfunktionalität.

Die meisten Geräte hat er über eBay zu fairen Preisen ersteigern können. Als Beifang erhielt er eine Vielzahl an zusätzlichen Komponenten wie Cradles, Netzteile, Kabel und Hüllen.

Lieblingsprodukte von Palm?

  • Der Palm Tungsten T, weil er so handlich war und sich gut mitnehmen ließ.
  • Der Palm Lifedrive mit WLAN und dem Speicherplatz war technische sehr interessant.
  • Der Palm Pre war der absolute Handschmeichler und hat viel Spaß gemacht. Den konnte man auch einfach nur so in die Hand nehmen ohne ihn nutzen zu wollen – Antistress-Hilfe 😀

Dirk, auf die Frage nach seinen Lieblingsprodukten von Palm

Wertschätzung seiner Sammlung

Dirk ist an mich herangetreten, da er überlegte seine Sammlung vollständig an einen anderen Sammler abzugeben. Meine persönliche Empfehlung schon vor dem Gespräch war, dass eine so vollständige Sammlung mit so viel persönlichem Hintergrund und Geschichte es verdient, weiter durch ihn gepflegt zu werden.

An diesem Nachmittag in seiner Wohnung erhielt ich die Gelegenheit eine fast vollständige Sammlung an Geräten von Palm und Handspring mit Palm OS zu sehen. Ich persönlich habe noch nie ein Handspring-Gerät in der Hand gehalten. Ich konnte mir erstmals die Handspring-Innovationen anschauen:

  • die USB-Verbindung, die eine viel schnellere Datenübertragung erlaubte, anstelle der von Palm genutzten seriellen Schnittstelle. Außerdem konnte der Nutzer das Handspring-Gerät damit einfach mit einem Mac verbinden.
  • das eingebaute Microfon, was schon als eine Vorbereitung für Mobiltelefonie angesehen werden kann,
  • und den Springboard-Erweiterungssteckplatz, der unter anderem dafür genutzt wurde, das erste Smartphone zu schaffen. Es gab für diesen Steckplatz eine Mobilfunkkomponente, so dass man mit dem Visor telefonieren konnte.

Nach drei Stunden teilte uns Dirk mit, dass unser gemeinsames Gespräch und unsere Wertschätzung seiner großartigen Sammlung ihn davon überzeugt habe, seine Geräte zu behalten. Er hatte bis dahin noch nie die Möglichkeit mit anderen über seine Sammlung so ausführlich zu sprechen. Er hat noch nie das Feedback erhalten, dass er hier etwas geschaffen hat, das aussergewöhnlich ist.

Und wie geht es weiter?

Trotzdem waren Dirk und seine Frau nicht sicher, ob er die Begeisterung für seine Sammlung aufrechterhalten kann. Um die zukünftigen Sammlerstücke auch zeigen zu können, braucht er eine weitere Vitrine. Ein passendes Modell wäre die Vitrine Bertby aus dem Jahr 2010 in derselben dunklen Farbe wie die die beiden bereits schon genutzten Vitrinen. Also gleich mal bei eBay Kleinanzeigen geschaut. Als ob es ein Zeichen wäre, gab es genau diese Vitrine zu kaufen. Und wo war sie abzuholen? Direkt in der Nachbarschaft. Also ein eindeutigeres Zeichen kann es ja nicht geben. Die Vitrine ist nun bei ihm und wartet darauf, angebracht zu werden, um neue Sammlerstücke präsentieren zu können.

Die Sammlung in Bildern

Mit diesem Beitrag möchte ich auch meinen Lesern einen Einblick in eine Familie von Produkten zweier der kreativsten Firmen und Herstellern von mobilen Computern geben: den PDAs und Smartphones von Palm und Handspring.

Während unseres Treffens erhielt ich die Möglichkeit diese Geräte genau anzuschauen und Fotos zu machen. Sie sind alle in aussergewöhnlich guten Zustand und noch voll funktionsfähig.

Handspring Treo 90, Treo 180, Treo 180g
  1. Handspring Treo  90 (Organizer ohne Telefon, Farbdisplay, SD Slot)
  2. Handspring Treo 180 (mit Tastatur)
  3. Handspring Treo 180g (Graffiti, keine Tastatur)
  1. Handspring Treo 270 (Farbdisplay)
  2. Handspring Treo 300 (Farbdisplay, amerikanischer Markt)
  3. PalmOne Treo 600 (SD Slot, letztes Handspring Gerät)
Handspring Treo 270, Treo 300, PalmOne Treo 600
PalmOne Treo 650, Palm Treo 500v, Treo Pro, Centro
  1. PalmOne Treo 650 (Bluetooth-Schnittstelle)
  2. Palm Treo 500 v (QWERTZ-Tastatur)
  3. Palm Treo Pro (Treo 850 v)
  4. Palm Centro (der kleine Bruder des Treo 680)
  1. Palm Treo 750 (ohne Branding)
  2. Palm Treo 750 v (Vodafone)
  3. Palm Pre (HP Palm)
Palm Treo 750, Treo 750V, Pre
Palm Pilot 5000, Pilot Professional, III
  1. Palm Pilot 5000
  2. Palm Pilot Professional
  3. Palm III
  1. Palm III e
  2. Palm III e transparent
  3. Palm III x
Palm IIIe, IIIe transparent, IIIx
Palm IIxe, V, Vx
  1. Palm III xe
  2. Palm V
  3. Palm Vx
  1. Palm VII
  2. Palm VII x
  3. Palm III c
Palm VII, VIIx, IIIc
Palm m100, m105, m125
  1. Palm m100
  2. Palm m105
  3. Palm m125
  1. Palm m130
  2. Palm m500
  3. Palm m505
Palm m130, m500, m505
Palm m515, i705 und eine Auswahl an Tungsten
  1. Palm m515
  2. Palm   i705
  3. Palm Tungsten C
  4. Palm Tungsten E
  5. Palm Tungsten E2
  6. Palm Tungsten T
  7. Palm Tungsten T2
  8. Palm Tungsten T3
  9. Palm Tungsten T5
  1. Palm Tungsten T/X
  2. Palm Tungsten w
  3. Palm Lifedrive
  4. Palm Zire 
  5. Palm Zire 21
  6. Palm Z 22
  7. Palm Zire 31
  8. Palm Zire 71
  9. Palm Zire 72
Palm Tungsten TX, Tungsten w, Lifedrive, und eine Auswahl an Zire
Handspring Visors und IBM Workpad
  1. Handspring Visor Solo
  2. Handspring Visor Medion (Platinum)
  3. Handspring Visor Deluxe
  4. Handspring Visor Neo TCM
  5. Handspring Visor Prism
  6. Handspring Visor Edge rot
  7. Handspring Visor Deluxe Blau 
  8. IBM WorkPad
  1. Sony Clié PEG-SJ22/E
  2. Sony Clié PEG-JC 40
  3. Kodak PalmPix Camera
Sony Clié PEG-SJ22/E, Clié PEG-JC 40 und Kodak PalmPix Camera

Fazit

PDAs und Smartphones von Palm und Handspring hatten einen massiven Einfluß auf viele von uns, die in der IT-Industrie gearbeitet haben. Es waren weniger Produkte, die im privaten Umfeld häufig genutzt wurden. Dirk und sein Vater sind solche Beispiele für Technik-Begeisterte, die die Vorteile von PDAs und die darauf installierten Applikationen zur Organisation des privaten oder beruflichen Alltags erkannt haben.

Beide haben in den frühen 2000ern mehrere Generationen von Palm-Produkten gekauft und intensiv genutzt. Sie haben Inhalte aus Taschenkalendern zuerst manuell in diese PDA-Datenbanken übertragen und später dann von einer Palm-Generation zur nächsten übernommen. Zum Schluß sind diese Daten dann auch in das iPhone-Ökosystem umgezogen worden.

Aus der Begeisterung für diese Geräte ist eine phantastische Sammlung entstanden. Fast alle Geräte von Palm und Handspring auf denen Palm OS installiert war, hat Dirk zusammengetragen und in zwei schönen Vitrinen ausgestellt. Ich war begeistert diese Produkte zu sehen. Vor allem die Handspring Visor mit ihren Springboard-Erweiterungsslots hatte ich noch nie gesehen.

Ganz besonders interessant war es aber die Hintergrund-Geschichte zu dieser Sammlung zu hören. Zwei Generationen, Vater und Sohn, haben sich gegenseitig inspiriert und eine Begeisterung für die innovativen Produkte von Palm und Handspring ausgelöst. Es war schön zu hören, dass Dirk nach unserem gemeinsamen Gespräch und Fachsimpelei über diese innovativen Geräte nicht mehr die Absicht hat, seine Sammlung aufzulösen.

Ein großes Dankeschön an Dirk und seine Frau für die Einladung zu diesem schönen Nachmittag. Dirk schenkte mir für meinen Palm Vx ein originales Lederetui in hervorragendem Zustand. Auch dafür: Danke 😀

Wissenswertes zu Palm und Handspring im Netz

Das Erbe von Palm wird auf der Website palmdb.net wach gehalten. Wer die Magie dieser PDA-Platform ausprobieren möchte findet dort viel Software, die man auf sein Palm-Gerät laden kann.

Wer Palm OS basierte Geräte in einem Emulator ausprobieren möchte, dem empfehle ich die Website CloudpilotEmu. Auf der Seite von palmdb.net konnte ich das ROM eines Sony Clié NR70V runterladen und ausprobieren. Was für eine coole Erfahrung.

Und wer nochmal die ganze Palm und Handspring Historie nachlesen möchte, dem empfehle ich diesen Artikel von Ars Technica.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.