Design Computer

40 Jahre Oric – eine britisch-französische Computergeschichte

Lesedauer: 13 Minuten Wir feiern 40 Jahre Oric im Jahr 2023. Ein britisch-französischer Homecomputer mit bewegter Firmengeschichte und zwei Insolvenzen

Im Januar 1983 kam ein Computer auf den Markt, der einer der großen Konkurrenten für den Sinclair ZX Spectrum sein wollte. Der Oric-1 der Firma Oric Products International Ltd hatte den Anspruch vieles besser machen zu wollen, als Sinclair mit seinem Computer. Ich selbst habe in meiner Sammlung den Oric-1 und einen Oric Atmos, der knapp ein Jahr später, 1984 auf den Markt kam. Den Atmos habe ich aus Frankreich gekauft, weil Oric ab 1985 nur noch eine wirkliche Bedeutung auf dem französischen Markt hatte. Oric ist eine spannende britisch-französische Geschichte. Ich feiere mit diesem Beitrag 40 Jahre Oric.

Zwei Designcomputer Kopf an Kopf. Oric-1 und Oric Atmos
Zwei Designcomputer Kopf an Kopf. Oric-1 und Oric Atmos

Dieser Beitrag basiert auf der besten Dokumentation über die Geschichte von Tangerine, die den Oric-1 entwickelten, und Oric, die diesen dann vertrieben. Jonathan Haworth hat diese in seinem Beitrag Oric – the story so far geschrieben.

Der Oric-1

Der Oric-1 wurde in den Speichergrößen 16K und 48K angeboten. Im Gegensatz zum ZX Spectrum war ein MOS6502-Prozessor verbaut. Diesen Prozessor hatten auch die sehr erfolgreichen Konkurrenten BBC Micro von Acorn und VIC20 von Commodore. Die Tastatur hatte den Character eines Taschenrechners. Aber im Gegensatz zum Spectrum war das Layout klassisch mit einer breiten Leertaste unterhalb der Tastatur angeordnet. Tippen konnte man allerdings nicht wirklich gut auf diesem Computer.

Der Oric-1: hübsch, aber eine furchtbare Tastatur
Der Oric-1: hübsch, aber eine furchtbare Tastatur

Die Entwickler des Computers, die Firma Tangerine, veröffentlichten allerdings nur wenige Informationen über das Betriebssystem und die eingebaute BASIC-Sprache. Diese war eine Microsoft BASIC-Variante, für die Oric keine gültige Lizenz hatte. Tangerine hatte zwar eine, aber Tangerine konnte diese nicht an Oric übertragen.

Tangerine und Tandata

Tangerine hatte eine Tochterfirma namens Tandata, die Modemtechnik für das britische Prestel (vergleichbar mit dem deutschen BTX oder dem französischen Minitel) herstellte. Tangerine hatte gute Ingenieure. Und ich habe die Netzwerkkomponenten von Tandata für den QL in meiner Sammlung

Durch die schlechte Dokumentation des ROMs kam anfangs nur rudimentäre Software in BASIC geschrieben auf den Markt. Die Qualität und Geschwindigkeit war bescheiden. Auch wenn Oric mit Tansoft eine eigene Firma speziell für die Entwicklung von Software und einem eigenen Magazin (Tansoft Gazette) gründete. Außerdem gab es auch Fehler im BASIC, für die man merkwürdige Workarounds anwenden musste. Aber es gab auch interessante BASIC-Befehle wie PING und EXPLODE, die die Fähigkeiten des eingebauten Soundchips AY-3-8192 demonstrierten.

Fehlerhaftes ROM

Softwarefirmen lieferten ihre Software damals auf Kassette aus. Das Diskettenlaufwerk war wie viele andere Erweiterungen von Oric angekündigt, kam aber erst viel später. Es zeigte sich, dass die Kassettenroutinen im ROM Version 1.0 des Oric-1 fehlerhaft waren. Dies war der Grund, dass die Oric Nutzer ihre gekaufte Software nicht einwandfrei von Kassette laden konnten.

Man muss sich das mal vorstellen. Man hat einen Computer und kann seine gekaufte Software nicht nutzen. Sowohl der Hersteller des Computers als auch die Produzenten der Kassetten schoben sich den schwarzen Peter zu. Der Leidtragende war der Kunde. Kein Wunder, dass der Oric-1 nie wirklich auf dem englischen Markt erfolgreich war. Obwohl er im Mai 1983 an Platz drei der meistverkauften Rechner in England stand.

UK Verkaufscharts July 1983 bis Januar 1984 (Quelle: theregister.com)
UK Verkaufscharts July 1983 bis Januar 1984 (Quelle: theregister.com)

Was macht man in einem solchen Fall? Man fixt die Fehler und liefert ein neues ROM aus. Nicht so Oric. Sie verbauten noch die Restbestände des ROM Version 1.0 bevor sie dann die ROM Version 1.1 auslieferten. Noch ein Grund, warum Oric keinen größeren Erfolg in UK hatte.

Das Management von Oric

Oric Products International Ltd wurde im April 1982 gegründet, um aus dem Tangerine-Produkt Microtan 65 ein Konkurrenzprodukt zum Sinclair ZX Spectrum zu entwickeln und auf den Markt zu bringen.

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Fünf Direktoren waren Teilhaber an diesem Abenteuer. Zwei davon waren die Gründer von Tangerine, einer war der Finanzchef eines der größten Geldgeber, British Car Auctions (BCA). Warum BCA in den Computermarkt einstiegen? Nun ja, es gab persönliche Freundschaften zwischen dem Oric Managing Director und dem Chairman von BCA. Ausserdem glaubte Oric damals wirklich, dass auf jeden Schreibtisch eines Managers ein Oric-1 stehen sollte.

The Oric-1 should be on the desk of every informed executive

Text auf Oric Broschüre

Es war schon damals auffällig, dass man Ankündigungen des Oric Managements nicht glauben konnte. Das Oric Management war bekannt dafür, dass sie neue Produkte, Preise und Lieferdatum leichtfertig ankündigten. Aber diese Produkte kamen entweder nie, oder waren teurer oder verspätet. Aber das war man in dieser heißen Phase der britischen Homecomputer gewöhnt.

Der Oric-1 in der 16KB Variante sollte für unter 100 £ angeboten werden. Aber es stellte sich heraus, dass man anfangs noch nicht diesen Preis realisieren konnte. Außerdem gab es ein Problem mit den Spezifikationen eines Chips, welches ein Redesign des Motherboard für die 16KB Variante erforderte. Damit gab es dann eine dreimonatige Produktionszögerung für die 16KB Variante. Danach wurde ein Startpreis von 129 £ aufgerufen. Zu diesem Zeitpunkt war der Sinclair ZX Spectrum mit 16KB schon für 99 £ verfügbar. Oric hatte damit eine Chance vertan, der erste Anbieter eines attraktiven neuen und leistungsfähigen Homecomputers mit diesem günstigen Preis zu sein.

Hohe Erwartungen

Geplante Verkaufszahlen waren immer zu hoch angesetzt. Innerhalb des ersten Jahres wollte Oric 400000 Einheiten in UK und Europa verkaufen. Tatsächlich ist es nicht mal die Hälfte geworden.

Bereits im Juni 1983 schloss das Oric Management einen Vertrag mit A.S.N. als französischem Distributor für Oric Produkte in Frankreich ab. Damit begann die französische Liebes- und Leidensgeschichte von Oric. Die Oric Computer waren vor allem beliebt, weil der eingebaute RGB-Ausgang eine gute Anbindung über SCART an französische Fernseher erlaubte. Ein absolutes Alleinstellungsmerkmal gegenüber dem ZX Spectrum und anderen Heimcomputern. Im Oktober 1983 gewann der Oric-1 den Best Home Computer Award in Frankreich und war damit der bestverkaufte Computer auf diesem Markt.

Im September 1983 erweiterte Oric das Management Team nochmals. Zu diesem Zeitpunkt senkten sie dann auch die Preise des Oric-1 mit 16KB auf unter 100 £. Man wollte damit die Verkaufszahlen für das Weihnachtsgeschäft steigern. Damals war schon absehbar, dass sie die hochgesteckten Ziele nicht erreichen konnten. Zum Beispiel ist der Oric-1 auf dem französischem Markt bis Oktober nur 35000 mal verkauft worden. Und das war der erfolgreichste Markt außerhalb von UK.

Bereits zu diesem Zeitpunkt war klar, dass Oric in finanziellen Problemen war. Lag es an der Vielzahl teuer bezahlter Manager? Ende 1983 übernahm Edenspring Investments Oric.

Der Oric Atmos

Ende 1983 kündigte Oric bereits einen Nachfolger namens Atmos an. Aber zuerst brannte die Produktionsstätte der Oric Computer in Berkshire ab. Dort wurden die Computer zusammengebaut. Die Platinen wurden in Asien bestückt und in den Produktionshallen des Gehäuseherstellers Kenure Plastics zusammengebaut. Es gibt das Gerücht, dass eigentlich eine andere Halle zerstört werden sollte, denn diese wurde am nächsten Abend angezündet. Die Produktion konnte relativ schnell an einer anderen Produktionsstätte wieder aufgenommen werden. Oric produzierte den Atmos dann auch in Berkshire. Aber in der neuen Fabrik sollten dann auch in Zukunft die Platinen bestückt werden.

Der Oric Atmos. Einfach eine tolle Farbkombination
Der Oric Atmos. Einfach eine tolle Farbkombination

Statt weiss/blauem Gehäuse hatte der Computer ein rot/schwarzes Gehäuse und eine richtige Tastatur mit roten und schwarzen Tasten. Es sollte ein fehlerbereinigtes ROM verbaut sein. Aber ansonsten war das Innere gleich mit einem Oric-1 und 48KB RAM. Auch die Schwierigkeiten beim Laden gab es weiterhin in den ersten ausgelieferten Geräten.

Zur selben Zeit veröffentlichte Sinclair den QL. Ein Gerät, was mit seinem 16bit Prozessor die neue Richtung zu mehr Leistung aufzeigte.

Der Oric Atmos wurde deshalb auch von der Presse mit wenig Begeisterung aufgenommen. Dafür war der Preis von 170 £ im Vergleich zu der Konkurrenz zu hoch. Trotzdem wurde während des Sommers 1984 der Atmos sowohl in UK als auch in Frankreich gut verkauft. Der Oric-1 wurde im März 1984 eingestellt.

Der Niedergang von Oric auf dem britischen Markt

Bereits im Sommer 1984 wurde deutlich, dass die optimistischen Erwartungen bezüglich der Verkaufszahlen und die tatsächlichen Verkäufe weit auseinanderlagen. Oric konnte seinen Verpflichtungen gegenüber den Lieferanten nicht nachkommen und hatte hohe Schulden. Es wurde immer auf die hohen Produktionskosten vor dem Weihnachtsgeschäft hingewiesen und man vertröstete die Lieferanten immer wieder. Mitarbeiter wurden entlassen. Der Preis für den Atmos wurde um 20 £ angehoben. Damit war er im Vergleich zu den Konkurrenzmodellen auf dem britischen Markt viel zu teuer und unattraktiv.

Der französische Vertrieb A.S.N. kaufte angeblich im Jahr 1984 eine von einer Bank beschlagnahmte Anzahl von Oric Computern und auch die Namensrechte für Atmos und Stratos in Frankreich. Stratos sollte der Nachfolger des Atmos werden. Oric stellte diesen auf der Frankfurter Computer Show am 1. Februar 1985 vor. Am 2. Februar wurde Oric von Edenspring Investments als insolvent erklärt und ein Insolvenzverfahren eingeleitet.

Damit hatte Oric nur knapp zwei Jahre existiert.

Die französischen Jahre von Oric

Der Insolvenzverwalter bot die Überreste von Oric in einer Anzeige in der Financial Times an. Im Juli 1985 bekam die französische Firma Eureka für einige hunderttausend Pfund den Zuschlag. Der Atmos sollte in einer Produktionsstätte der Firma ATV Electronique in der Normandie weitergebaut werden. A.S.N. wurde nicht bedacht, da sie ihre Schulden gegenüber Oric nicht beglichen.

Tatsächlich verbesserten die Franzosen den Atmos. Dieser war damit auch zuverlässiger. Die nächste Maschine sollte der schon Februar 1985 vorgestellte Stratos werden. Die Namensrechte lagen allerdings bei A.S.N. und deshalb wurde die neue Maschine in Telestrat umbenannt. Wieder ein Computer, der im wesentlichen auf derselben Technik wie der Oric-1 von 1983 basierte. Zwei Anschlüsse für Module waren neu hinzugekommen. Einer sollte für das Hyper BASIC-Modul genutzt werden. Das exzellente Disketten-Betriebssystem Sedoric von Fabrice Broche war im ROM enthalten. Außerdem sollte der Computer für die Kommunikation mit dem französischen Minitel-System optimiert sein. Bevor Eureka den Computer veröffentlichen konnte, meldete der Produzent ATV Electronique Insolvenz an. Ab September 1986 wurde der Telestrat auf dem französischen Markt verkauft. Aber er kam zu spät und war zu teuer. Zur selben Zeit erhöhte France Telecom auch die Kosten für lokale Telefonverbindungen, was die Nutzung des Telestrat für Minitel-Kommunikation teurer machte.

Die Produktion des Atmos wurde März 1987 eingestellt. Dezember 1987 war auch Eureka insolvent. Es wurden nicht mehr als 6000 Telestrats verkauft. Damit hatte die französische Episode von Oric auch nur etwas mehr als zwei Jahre gedauert.

Eine treue Oric-Community

Wie alle britischen Homecomputer der 80er Jahre, hatten die Oric Computer eine begeisterte User-Community. Diese mag gegenüber den Sinclair-Computern, und speziell dem ZX Spectrum, klein sein, aber auch heute noch gibt es genügend Webseiten, Foren und auch noch neue Hard- und Software für die Oric Geräte.

Schon während ihrer aktiven Zeit von 1983 bis Ende 1987 gab es immer wieder Magazine, die sich mit den Oric Computern beschäftigten. Es waren vor allem britische und französische Publikationen. Aber auch nach 1987 bis heute wird auch weiter über Oric geschrieben. Das ist totale Retro-Liebe. Dabei sind folgende hervorzuheben.

Britische Magazine

  • In UK fing alles mit dem Club Magazin der Tangerine User Group (TUG) an. Es erschien von November 1981 bis Oktober 1983. Insgesamt wurden 36 Ausgaben veröffentlicht.
  • Tangerine selbst brachte die Tansoft Gazette von Oktober 1981 bis Ende 1982 heraus. Nach 7 Ausgaben war Schluss.
  • Der Nachfolger war Oric Owner, herausgegeben von Tansoft zwischen Januar 1983 und Januar 1985. Es gab 10 Ausgaben. Die Oric Owner galt als das beste britische Magazin für den Oric.
  • Dann gab es noch 5 Ausgaben der Oric Computing. Es war ein Fanzine der Oric Owners User Group, die vorher Tangerine User Group hieß.
  • Das Club Magazin des Oric Club wurde Oricall genannt. Es gab zwischen Juli 1984 und August 1984 nur 2 Ausgaben.
  • Alle zwei Monate veröffentlichte die Independent Oric User Group (IOUG) Ausgaben ihres Newsletters zwischen April 1985 und Februar 1989. Insgesamt 23 Newsletter erschienen.
  • Ganze acht Ausgaben der Your Oric wurden zwischen Juni 1986 bis Dezember 1987 herausgebracht.
  • Die Oric User Monthly (OUM), veröffentlichte zwischen September 1987 bis September 1999 145 Ausgaben für ihre Leser. Sie gilt als das langlebigste englischsprachige Oric Magazin.
  • Rhetoric brachte es zwischen August 1999 und Februar 2003 auf 25 Ausgaben
  • Aus Frankreich kam die englische Ausgabe der Club DiscOric ab April 1989 auf den britischen Markt. Der Nachfolger war die englische Ausgabe der Club Europe Oric, von der ab November 1990 bis Dezember 1996 insgesamt 80 Ausgaben erschienen.

Französische Magazine

  • Die Micr’Oric (vom französischen Distributor A.S.N. produziert) erschien ab Juni 1983. Insgesamt wurden 10 Ausgaben herausgebracht. Anfangs übernahmen sie die englischen Beiträge aus der Oric Owner.
  • Die Théoric galt als das beste französischsprachige Oric Magazin. Es wurden 37 Ausgaben zwischen Oktober 1984 und Ende 1987 herausgebracht.
  • Ab Januar 1987 gab es das JEO Mag, später CEO-MAG ab Ausgabe 13 genannt. Beide kamen vom Club Oric International. Im November 1988 nannten sie sich in Club DiscOric um. Wiederum kam eine Umbennung in Club Europe Oric (CEO) ab März 1990. Stand 12.1.2023 ist das CEO-MAG Ausgabe 368 verfügbar. Heute ist es das einzige noch überlebende Magazin für die Oric Community, erreichbar auf seiner französischsprachigen Webseite.

Weitere interessante Quellen

Das Oric-1 Basic Programming Manual kann man sich bei retro8bitcomputers runterladen. Dort findet man auch andere Oric Devotionalien wie Bücher, Software und Original-Anzeigen von Tangerine Computer Systems Ltd und Oric Products International Ltd.

Auf YouTube gibt es einen interessanten Kanal, genannt Dbug‘s Stuff, zu Oric. Ein Franzose, der in Norwegen lebt, hat eine Videoreihe mit 26 Videos zu diesem Computer und sein Ökosystem bereitgestellt. Sie nennt sich Oriclopedia und ist absolut sehenswert.

Meine persönlichen Erfahrungen mit Oric

Als ich anfing mich für Computer zu interessieren, war der Oric-1 gerade erst kurz auf dem Markt. Aber: in Deutschland nicht verfügbar. Selbst der Sinclair ZX Spectrum ist erst zu diesem Zeitpunkt für deutsche Käufer in den Läden aufgetaucht. Aber auch der war für mich zu teuer. Bei Horten in Düsseldorf in deren Computerabteilung gab es diese Computer noch nicht. Und auch den Artikel zum Oric-1 in meinem Lieblingscomputermagazin Your Computer habe ich im Februar 1983 noch nicht lesen können, da mir diese Ausgabe noch nicht zur Verfügung stand.

Aber als ich den Oric-1 dann erstmals in Magazinen sah, war ich elektrisiert. Gegenüber meinem Sinclair ZX81 hatte er so viel mehr zu bieten. Und gegenüber dem Sinclair ZX Spectrum gab es eine bessere Tastatur und einen richtigen Soundchip. Und er hatte ein tolles Design. Mir gefielen die blauen Streifen auf dem weißen Kunststoff sehr gut.

Der Oric in der deutschen Presse

Vergleichstest des Oric-1 mit dem ZX Spectrum und dem C64 in der Hobby Computer 11/1983
Vergleichstest des Oric-1 mit dem ZX Spectrum und dem C64 in der Hobby Computer 11/1983

In ihrer ersten Ausgabe 11/1983 berichtete die Happy Computer (damals noch Hobby Computer) über den Oric in einem Vergleichstest mit Commodore 64 und ZX Spectrum. Gelobt wird beim Oric-1 die RGB-Schnittstelle zum Anschluss von richtigen Monitoren. Der Autor hebt hervor, dass Oric und Sinclair das beste BASIC zur Unterstützung der Sound und Grafik-Möglichkeiten haben. Ein Feature, was für richtig gute Spiele nicht wichtig ist, da diese nie in BASIC geschrieben wurden. Aber der Einsteiger kann damit halt einfacher die Möglichkeiten eines Computers austesten als dies mit dem C64 möglich wäre. Auf den Color Clash bei Spectrum und Oric-1 wird aufmerksam gemacht. Die Soundfähigkeiten des Oric werden gelobt. Auf den Folgeseiten werden die Schnittstellen und das Platinenlayout der Computer beschrieben. Ein Muss für alle, die Details zu diesen Computern auf einen Blick sehen wollen. Folgendes Fazit zieht der Autor zum Oric-1.

Oric 1: Im Listenpreis niedriger als der 64, bei dem im Handel tatsächlich zu zahlenden Preis in etwa gleichauf. Hauptvorteil: es lassen sich bereits in der Grundausstattung handelsübliche Drucker mit Centronics-Parallel-Schnittstelle anschließen. Ein »rundes«, in Basic gut zu programmierendes System, bei dem über Ausbaumöglichkeiten sowie das Hard- und Softwareangebot unabhängiger Anbieter bislang allerdings erst Vermutungen möglich sind. Keine Kompatibilität zu „Familienmitgliedern“.

Fazit des Autors Dr. N. Hesselmann zum Oric-1 in der Hobby Computer, 11/1983

Aber das reichte für mich nicht, dass ich mich auf den Oric-1 als nächsten Computer einlassen wollte. Selbst der Atmos konnte mich mit seinem atemberaubenden rot/schwarzen Gehäuse nicht überzeugen. Ich wollte den nächsten Schritt zu den 16bit Maschinen machen. Bei mir kam zuerst der Sinclair QL und dann der Atari Mega ST auf den Schreibtisch.

Fazit

Die Orics sind dann im Nebel der Geschichte verschwunden. Und was war das für eine bewegte Geschichte. Es hat Spass gemacht nach all diesen Jahren für diesen Beitrag zu recherchieren was alles mit der Firma Oric und seinen Computern passiert ist. Und als Retrocomputing-Fan macht es mir natürlich Freude zu sehen, dass auch die Oric-Computer weiterhin eine Fan Community haben.

Vergleich Kopf an Kopf: Oric-1 und Atmos
Vergleich Kopf an Kopf: Oric-1 und Atmos

Umso glücklicher bin ich heute, dass ich den Oric-1 und den Oric Atmos in meiner Sammlung habe. Beide sind wirkliche Designstücke und ein Beweis für die damalige Dynamik der englischen Homecomputer-Szene. Gerne würde ich noch einen Oric Telestrat finden. Aber bei nur knapp 6000 verkauften Exemplaren ist dieser Wunsch wahrscheinlich Illusion. Ich halte die Augen auf jeden Fall offen.

Heute gibt es wieder eine Firma namens Oric Systems. Eine chinesische Firma, die 2013 gegründet wurde. Sie produzieren professionelle Tintenstrahldrucker für die Industrie.

5 comments

  1. „Stand 12.1.2023 ist das CEO-MAG Ausgabe 368 verfügbar. Heute ist es das einzige noch überlebende Magazin für die Oric Community, erreichbar auf seiner französischsprachigen Webseite.‘

    Vielen Dank, ich hoffe, wir werden noch viele Zeitschriften produzieren, die unsere Leser erfreuen werden.
    Didier, Leiter des CEO-MAG.

    1. Salut Didier, poursuite du succès avec le CEO-MAG. C’est agréable de voir à quel point la communauté Oric est dynamique. Je n’ai jamais eu autant de clics depuis la France et la Bulgarie sur un article de mon blog.

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