Mein Computermuseum (Teil 1)

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WĂ€hrend der Advents- und Weihnachtszeit 2016 konnte ich mein privates Computermuseum umfangreich erweitern und tolle StĂŒcke aus meiner Computervergangenheit hinzufĂŒgen. Diese AusstellungsstĂŒcke bedeuten mir sehr viel, da sie mich wĂ€hrend der wichtigsten Zeit meines Lebens begleitet haben und mich fĂŒr die Zukunft geprĂ€gt haben. 

Ganz am Anfang stand eine Fahrt mit dem Fahrrad zu einem Kiosk an. Dort sah ich das Cover der Zeitschrift Chip. Ausgabe 5-1983 (mit Dank an Kultboy). 

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Die Aufmachung und die Inhalte sprachen mich direkt an und ich kaufte die Zeitschrift. Die nĂ€chsten Tage vergrub ich mich in die Artikel und mein Interesse fĂŒr Computer war geweckt. Jetzt wollte ich mehr wissen und vor allem wollte ich wissen, welchen Computer ich gerne kaufen möchte, damit ich meine Ideen auch wirklich ausprobieren konnte. Wieder der Gang zum Kiosk und dort lag die Computer Persönlich, Ausgabe 6-1983 (mit Dank an Kultboy) aus, die genau die Antworten zu meinen Fragen bereithielt.

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Alle Spezifikationen von unterschiedlichen Home Computern waren dort beschrieben. Ich erinnere mich, daß ich mir aus der Übersicht eine eigene Tabelle erstellt habe und die mir relevanten Kategorien mit den Informationen aus der Zeitschrift gefĂŒllt habe. Mein Traumcomputer wĂ€re danach ein TI 99 4/A gewesen. Das AlugehĂ€use hat mir damals ganz besonders gefallen. Auch die Tatsache, daß der Computer als erster einen 16bit Prozessor hatte. Auch der Apple IIe hĂ€tte mir damals gefallen, aber er war viel zu teuer. C64 und ZX Spectrum gab es damals noch nicht.

Einkaufen bei Horten

Letztendlich konnte ich mir als 14-jĂ€hriger keinen dieser Computer leisten und so wurde es der gĂŒnstigste Computer unter allen dort beschriebenen. Den Ausschlag hatte der Besuch in der Computerabteilung des Kaufhauses Horten auf der Berliner Allee in DĂŒsseldorf gemacht.

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RegelmĂ€ĂŸig bin ich dort mit meinen Eltern am Wochenende zum Einkaufen gefahren. Mein Weg fĂŒhrte mich immer in die Computerabteilung. Mit anderen Jungs in meinem Alter stand ich um die dort aufgebauten Computer und wir brachten uns gegenseitig die wichtigsten Tricks bei. Die VerkĂ€ufer dort hatten weniger Ahnung als wir. Mein Traumcomputer war der VC20, aber auch der war zu teuer. Als mein Vater einmal mitging und bei der Folientastatur des Sinclair ZX81 sagte: â€œWie funktioniert denn das Ding?” konnte ich ihm nicht antworten, da der ZX81 bisher nicht auf meinem Radar war. Aber dadurch war meine Neugierde geweckt und ich wollte selbst auch wissen wie man mit diesem merkwĂŒrdigen StĂŒck Technik umgeht. Gesagt getan: fĂŒr 198 DM habe ich damals meinen ersten Computer gekauft. Ich erinnere mich noch, wie mich meine Mutter nach der Schule dorthin fuhr und ich den Computer zu Hause an einen alten Röhrenfernseher anschloss.

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Was war das Ding fĂŒr eine Offenbarung. Zwar nur mit 1KB bestĂŒckt und dieser billigen Folientastatur ausgestattet, aber ich konnte die ersten Programme abtippen und verĂ€ndern. Was fĂŒr ein Spaß. Damals wurde im Keller auf einer Tischtennisplatte mein Computerschreibtisch eingerichtet. Zu meinem Geburtstag bekam ich dann von meinen Eltern einen Monitor (Philips TP200 grĂŒn) geschenkt. Mein Vater musste extra mit mir zu Vobis nach Aachen reisen, denn dort wurde der Monitoranschluss eingelötet. Apropos Vobis: sie hatten in DĂŒsseldorf am Heideweg eine Filiale zu der ich regelmĂ€ĂŸig mit dem Fahrrad fuhr. Spiele wie Mazogs habe ich dort gekauft.

Data Becker

Eine weitere Computerinstitution in DĂŒsseldorf war Data Becker. 

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Dort drĂŒckte ich mir die Nase platt nach unerreichbaren Computern, wie dem Apple IIc, der in meinen Augen unglaublich elegant und leistungsfĂ€hig war. Dies ist das zweite wichtige StĂŒck meines Computermuseums.

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Leider war auch dieses GerĂ€t damals finanziell unerreichbar und ich arbeitete mit meinem Sinclair ZX81 weiter. Mittlerweile hatte ich eine Zusatztastatur, 64KB RAM, eine Schnelllade-Hard- und -Softwareerweiterung und ich schrieb damals mein einziges grosses Computeradventure: ZX Fall – nach einem Atari-Vorbild. Dazu werde ich noch ein spezielles Video veröffentlichen.

QL beim Vobis Computershop

Nach einigen Jahren wollte ich mehr erreichen. Der Sinclair QL wurde vorgestellt und ich wollte bei der 16bit-Revolution gleich dabei sein. Ich wollte mit einem Schlag die 8-bit Welten von ZX Spectrum und C64 ĂŒberspringen. NatĂŒrlich hat mich damals auch der Apple MacIntosh begeistert, genauso der bereits angekĂŒndigte Atari ST. Aber wieder war es der Preis, der fĂŒr mich ausschlaggebend war und so habe ich fĂŒr 400 DM den Sinclair QL bei der Vobis Filiale Wielandstrasse in DĂŒsseldorf gekauft. 

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Was habe ich das Design des Sinclair QL geliebt. Auch den Umgang mit dem Microdrive und dem mitgelieferten Softwarepaket von Psion empfand ich als unglaublichen Fortschritt. 

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Diskettenlaufwerke konnte ich mir damals nicht leisten. FĂŒr meine Eltern habe ich damals auf dem Sinclair QL ein Datenbank-Programm aufgesetzt, welches die Quartalsabrechnung meines Vaters ĂŒberprĂŒfte und einen Abgleich mit den Zahlen der KV erlaubte. Meine Mutter und ich saßen wochenlang am Rechner und haben Ziffern von Patientenkarteikarten eingetragen.

Vom QL zum Atari Mega ST

Nachdem ich meinen FĂŒhrerschein gemacht habe, konnte ich dann auch Kontakt mit anderen QL-Freunden schliessen und zu Sinclair QL-Computertreffen nach Duisburg fahren. Dort bekam ich viele neue Impulse vermittelt, die dann zu einer der besten Entscheidungen meines Lebens fĂŒhrten. Ich sagte der Sinclair-Schiene meines Lebens Ade und kaufte einen Atari Mega ST. NatĂŒrlich baute ich erstmal einen Hardware-Emulator fĂŒr einen QL in den Atari ST, um die vorhandene Software weiter nutzen zu können. Aber ich merkte sehr schnell, daß das Atari ST System alleine so viel leistungsfĂ€higer war, daß ich innerhalb kĂŒrzester Zeit auf die Atari-Plattform umstieg. Dort waren bereits Diskettenlaufwerk, Maus, graphische BenutzeroberflĂ€che und ein viel leistungsfĂ€higerer Prozessor vorhanden.

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Viele Jahre habe ich dann mit diesem System gearbeitet und fĂŒhlte mich allen anderen Systemen mindestens ebenbĂŒrtig. Ich habe diesem Computer und seiner Bedeutung fĂŒr mich einige Youtube-BeitrĂ€ge gewidmet, die ihr unter folgender Adresse sehen könnt.

Atari Mega ST: das Betriebssystem (Link)

Atari Mega ST: die Software (Link)

Atari Mega ST: die Bootup-Prozedur (Link)

Atari Mega ST: die Hardware (Link)

Nostalgie-Welle

WĂ€hrend dieser Zeit kamen schon die ersten Nostalgie-Phasen auf und ich kaufte mir ein komplettes Sinclair ZX Spectrum + System, mit dem ich die 8-Bit Spielzeit nachvollzog, die ich so nicht mitgemacht habe. Gespielt habe ich neben dem ZX81 auch manchmal auf dem C64 einiger Freunde und dem C16 meines Bruders.

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Und erst vor wenigen Wochen habe ich ĂŒber eBay einen ZX Spectrum â€œRecreated” gekauft, ein GerĂ€t, welches von Enthusiasten neu aufgelegt wurde und das dem Original ZX Spectrum von 1983 Ă€ußerlich gleicht. TatsĂ€chlich ist das GerĂ€t aber â€œnur” eine Bluetooth Tastatur. Ich bin begeistert, daß ich einen â€œOriginal” ZX Spectrum bekommen konnte 😃

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Das war der erste Teil meines Artikels zu meinem Computermuseum. Weitere werden folgen.

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