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40 Jahre Spectrum – eine Computerlegende feiert Geburtstag

Lesedauer: 24 Minuten Wir feiern 40 Jahre Spectrum. Ein britischer Computer, der billig war und deshalb in hunderttausenden Haushalten stand. Eine Legende.

Sir Clive ist von uns gegangen. Zwei Wochen bevor ich diesen Beitrag zum vierzigsten Jahrestag des Sinclair ZX Spectrum zu schreiben begann. Lasst uns gemeinsam Sir Clive und 40 Jahre Spectrum feiern.

Er hat am 23.4.1982 diesen Computer auf den Markt gebracht. Zu diesem Zeitpunkt war er auf dem Gipfel seines Erfolgs. Er begründete damit eine neue Generation von Programmierern, die die britische Computerindustrie für Jahrzehnte erfolgreich machte. Durch den ZX Spectrum verdiente er sich seine Ritterschaft. Er galt als einer der größten Erfinder der 80er Jahre in Großbritannien und der Specci war sein Meisterstück.

Ich persönlich hatte den ZX Spectrum nach meinem ZX81 übersprungen und bin gleich beim Sinclair QL gelandet. Aber in den Your Computer Zeitschriften schaute ich immer neidisch auf die Spectrum Listings und die Anzeigen all der Produkte für den Specci. Was gab es damals alles, was ich auch haben wollte. Nur konnte und wollte ich es mir nicht leisten. Stattdessen wollte ich den nächsten Schritt in die 16 Bit Generation machen und der QL war bei weitem am günstigsten. Später habe ich ZX Spectrum-Spiele auf Emulatoren gespielt und war begeistert von diesem speziellen britischen Charme.

Meine ZX Spectrum Sammlung

Erst vor ein paar Jahren erfüllte ich mir den Traum einer Armada von gebrauchten und neuen (!) ZX Spectrums.

Sinclair-Porn: meine Sinclair ZX Spectrum-Sammlung
Sinclair-Porn: meine Sinclair ZX Spectrum-Sammlung
KomponenteJahr der Veröffentlichung
ZX Printer1981
ZX Spectrum1982
ZX Interface 11983
ZX Interface 21983
PSSST Spielmodul1984
ZX Spectrum+1984
ZX Microdrive1984
ZX Spectrum 128K1985
Microdigital TK90X1985
ZX Spectrum Recreated2015
Meine Sammlung mit ZX Spectrum Komponenten
  • Sinclair-Porn: meine Sinclair ZX Spectrum-Sammlung
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Und ich hätte mir schon zu diesem runden Geburtstag gewünscht, daß ich auch schon den ZX Spectrum Next als Teil meiner Sammlung hätte zeigen können. Aber aufgrund der Chip-Krise ist der früheste Lieferzeitpunkt wahrscheinlich erst im Juni 2023.

Was war der Sinclair ZX Spectrum?

Der Spectrum war ein Meilenstein und hatte aufgrund seiner einfachen Machart gleich alle Herzen erobert. Er war nicht der beste Farbcomputer mit Sound. Sein Beeper war furchtbar und der Color Clash war ein Nachweis der Designentscheidungen von Sinclair und der Verwendung weniger billiger elektronischer Bauteile. Eine ULA (Uncommitted Logic Array) fasste viele einzelne Bauteile zusammen. Dieser Spezial-Chip war für alle I/O-Aufgaben wie Bildausgabe oder Tastaturabfrage zuständig. Alles musste billig sein. Auch die Tastatur mit den Gummitasten war eine Beleidigung für alle, die mit dem C64 eine richtig gute Tastatur gewohnt waren. Verschiedene Zeitgenossen verglichen die Berührung der Tasten mit einem Griff in totes Fleisch.

Aber aufgrund seines niedrigen Preises begründete er eine Generation von Bedroom Codern, die mehr als 10000 Programme für den ZX Spectrum erstellten. Er wurde für 125£ für das 16K RAM Modell angeboten, was dem ursprünglichen Preis eines ZX81 mit 16K RAM Erweiterung entsprach. Das 48K RAM Modell wurde für 175£ angeboten.

Sinclair ZX Spectrum Anzeige (Quelle: Imgur.com)

Begeisterung über den neuen Computer

Der Sinclair-Ingenieur Richard Altwasser beschrieb in einem Interview, wie enthusiastisch junge Computerfans den ZX Spectrum annahmen.

„The launch at the PC World show (1982) was a revelation for me. Sinclair Research offered prompt delivery for the first one thousand cash orders, and people surrounded the stand four deep on all sides for the first morning. When Steve (Vickers) and I managed a short break, climbing the wide stairway out from the exhibition hall, we followed a couple of schoolboys, unaware of our presence, who enthusiastically recounted every detail of the ZX Spectrum specification. The age at which children start programming continues to become younger, but we were surprised at the detailed understanding of these youths and rewarded by their approval.“

Richard Altwasser, Interview für Paleotronic

Der Specci begeisterte nicht nur die User, sondern auch die Presse. Der positive ZX Spectrum Review in der Your Computer Juni 1982 zeigt einige Features des Computers auf, die ich noch nicht kannte. Zum Beispiel gab es eine Fehlermeldung Nonsense in BASIC. Ein toller britischer Humor. Das BASIC war gegenüber dem des ZX81 stark erweitert. Mit dem BBC BASIC von Acorn konnte es allerdings nicht mithalten.

Acorn und Sinclair

Apropos BBC und Acorn. Diese Geschichte von Sinclair und Acorn als Konkurrenten für die Entwicklung des BBC Microcomputers wird immer gerne erzählt. Die Serie Micro Men von BBC 4 zeigte eine Geschichte der Entwicklung des ZX Spectrum und des Acorn Proton, der dann später zum BBC Micro und zum Filmstar wurde. Eine wundervolle Darstellung der Konflikte zwischen Sir Clive und Chris Curry. Es gibt schön das Gefühl der 80er-Jahre und der Homecomputerzeit wieder. Ein Muss für alle Fans des ZX Spectrum.

Clive Sinclair hoffte die BBC davon zu überzeugen, dass sein billiger Spectrum die herausfordernden Anforderungen des Computer Literacy Projects erfüllen würde. Im Nachhinein muss man sagen, daß der BBC Micro von Acorn dem Spectrum in jeder Hinsicht überlegen war. Und die Entscheidung der BBC war richtig. Durch die erfolgreiche Fernsehsendung The Computer Programme wurde der BBC Micro in Hunderten Schulen in Großbritannien aufgebaut.

Aber der Spectrum war günstiger und wurde trotzdem ein Riesenerfolg. Auch machte Sir Clive Schulen ein gutes Angebot und schaffte es durchaus eine signifikante Anzahl von Sinclair Computern in Schulen zu platzieren. Vor allem wegen des niedrigen Preises.

Verkaufserfolg und Spectrum-Klone

Der ZX Spectrum wurde zuerst nur über Mail Order verkauft. Sinclair kam Anfangs mit seiner Produktion in der schottischen Timex-Fabrik nicht nach und die Kunden warteten lange auf ihre Lieferung. Das Geld war aber schon bezahlt und so griff die britische Werbeaufsicht (Advertising Standards Authority) ein. Als Ergebnis davon wurde der ZX Spectrum genau wie der ZX81 später im Einzelhandel (High Street) verkauft.

Das folgende Bild zeigt die Verkaufszahlen des ZX Spectrum und anderer Computer dieser Hochzeit der Homecomputer von Juli 1983 bis Januar 1984 in Großbritannien.

UK Verkaufscharts July 1983 bis Januar 1984 (Quelle: theregister.com)

Die Gesamtstückzahl der verkauften Spectrum Computer in allen Varianten soll bei fünf Millionen gelegen haben. Sinclair selbst lieferte nach den originalen 16K und 48K Maschinen noch den ZX Spectrum + und den ZX Spectrum 128K. Amstrad übernahm Sinclair im Jahr 1985 und produzierte dann noch den ZX Spectrum +2A und +2B. Im Gehäuse dieser beiden Computer war wie bei dem CPC 464 ein Kassettenrecorder verbaut. Im ZX Spectrum +3 war ein 3 Zoll Diskettenlaufwerk eingebaut. Bis 1992 wurde der ZX Spectrum von Amstrad verkauft.

Aufgrund seines einfachen Hardwareaufbaus ist der ZX Spectrum häufig kopiert worden. Timex und Investronica waren Sinclair-Partner, die eigene Versionen des ZX Spectrum lizensierten und produzierten. Besonders im Ostblock gab es wegen der Kompatibilität des Z80-Prozessors zum U880-Prozessor viele Nachbauten. Aber auch in Brasilien gab es Klone. Ich selbst habe mich vor ein paar Jahren bemüht den Microdigital TK90X aus Brasilien in meine Sammlung zu bekommen.

Richard Altwasser, der Hardware-Ingenieur des Spectrums

Sir Clive Sinclair wird immer der Vater des ZX Spectrums bleiben. Seine Verdienste sind unumstritten. Dies habe ich schon in einem ausführlichen Beitrag über ihn und seine Produkte vermerkt. Er war immer für das Marketing, die Preisgestaltung, technische Rahmenbedingungen, verwendete Bauteile, Zeitplanung und auch das Design der Produkte zuständig. Er umgab sich mit talentierten Menschen, die seine Ideen dann vorantrieben und umsetzten. Das war auch beim ZX Spectrum der Fall.

Steve Vickers (links) und Richard Altwasser im Jahr 1982
Steve Vickers (links) und Richard Altwasser im Jahr 1982 (Quelle: The Register)

Richard Altwasser fing im September 1980 bei Sinclair an. Er arbeitete bereits als Hardware-Ingenieur am Sinclair ZX81. Er wurde für die Entwicklung des Nachfolgecomputers verantwortlich gemacht. Dieses Gerät sollte hochauflösende Farbgrafik, mindestens 16KB RAM, ein verbessertes Kassetteninterface und Sound-Wiedergabe haben.

Es war klar, daß beim neuen Computer die Z80 CPU nicht für die Bildschirmausgabe zuständig sein durfte. Diese Funktion wurde auf eine ULA ausgelagert. Die Farbdarstellung einer hochauflösenden Grafik verlangt viel zusätzlichen Speicher. Altwasser und seine Ingenieure lösten dieses Problem damit, daß für jeden 8×8-Pixelblock nur ein zusätzliches Byte für die Farbdarstellung gespeichert werden musste. Dabei wurden drei Bit für acht Vordergrundfarben (BASIC-Befehl: Ink) und drei Bit für acht Hintergrundfarben (BASIC-Befehl: Paper) verwendet. Die restlichen Bits wurden für einen Blink-Modus (BASIC-Befehl: Flash) und Aufhellung (BASIC-Befehl: Bright) genutzt.

Hochauflösende Farbgrafik

Der Spectrum benötigte für die hochauflösende Farbgrafik von 256×192 Bildpunkte weniger als 7KB Bildschirmspeicher. Damit blieb beim 16KB ZX Spectrum noch 9 KB RAM für Programme übrig. Dieses speichereffiziente Design wurde allerdings durch einen Grafikfehler namens Colour Clash erkauft. Pro 8×8-Pixelblock konnte der Entwickler nur eine Vordergrund- und eine Hintergrundfarbe nutzen. Darauf stellten sich die Entwickler ein und entwickelten viele Lösungen, wie man dieses Problem umgehen konnte. Sehr häufig wurde eine monochrome Farbgestaltung gewählt. Dies führte zu einer besonderen Ästhetik bei Spectrum-Spielen, die es bei sonst keinem anderen Computer der 80er-Jahre so gab. In einem Interview äußerte sich Richard Altwasser über diese Architekturentscheidung.

„I believe the design reasons for the feature you refer to are fully accounted for in answer to your questions above. Given the same circumstances I would be happy to take the same design decisions again, a position reinforced by the knowledge that the ZX Spectrum was several times more successful than its predecessor or BBC competitor, and widely used for graphical games.“

Richard Altwasser, Interview mit Paleotronic

Verbessertes Kassetteninterface

Das Kassetteninterface des Sinclair ZX81 war sehr langsam und lautstärkeabhängig. Diese Baustelle wurde auch von Richard Altwasser angegangen.

Die vorgenommenen Verbesserungen führten zu einer viel größeren Ladegeschwindigkeit und einem stabileren Ladevorgang.

Dadurch wurde auch ein neues Feature möglich. Die meisten Spiele verwendeten ein vorab geladenes Ladebild. Und sie zeigten eine besondere Ästhetik, da der Spectrum nur zwei Farben pro 8 mal 8 Pixel anzeigen konnte. Ein besonderer Künstler, der mit seinen Ladebildern bekannt wurde war F. David Thorpe.

Microdrive

Das revolutionäre (?) Microdrive wurde auch in der Entwicklung von Richard Altwasser unterstützt. In der Sinclair Research Promotion Brochure von 1982 wurden die Medien des Microdrives noch als Microfloppy beschrieben. Tatsächlich konnte es später nur bis zu 85KB auf einem Endlosband speichern, was mit hoher Geschwindigkeit an dem Schreib-/Lesekopf vorbeigezogen wurde. Diese Technik war alles andere als gut von Sinclair umgesetzt. Aber es war wieder ein typisches Beispiel für Sinclairs Maxime von „billig“. Die Entwicklung verzögerte sich. Die Microdrive-Speichermedien waren aus Videoband-Material gemacht und deshalb stabiler als Cassettenband-Material. Der abrupte Start des Microdrives stellte eine starke Herausforderung für das Band und die Zuverlässigkeit der gespeicherten Daten auf den Speichermedien dar. Die Verzögerung der Entwicklung des Microdrives resultierte auch in einer unfertigen Version des Spectrum ROMs bei seiner Veröffentlichung. Verantwortlich für die Entwicklung des ZX Spectrum ROMs war Steve Vickers.

Steve Vickers, der Autor des ZX Spectrum ROMs

Steve Vickers war ein Angestellter von Nine Tales, einer Softwareberatungsfirma, die von Sinclair zur Erstellung der Sinclair ROMs beauftragt wurde. Er arbeitete daran aus dem 4KB ROM des ZX80 das 8KB ROM des ZX81 zu erstellen. Außerdem erstellte er das qualitativ hochwertige BASIC-Handbuch des ZX81.

Danach beauftrage Sinclair Steve Vickers für das 16KB ROM des ZX Spectrum. Er und seine Schwester erarbeiteten dann dieses ROM. Beide waren studierte Mathematiker. Dieses ROM war bei der Veröffentlichung und Auslieferung des ZX Spectrum noch lange nicht fertiggestellt. Die Verzögerung beim Microdrive führte dazu, daß viele Routinen zur Steuerung dieser Laufwerke noch nicht integriert waren. Der Plan war, daß man die ROMs später austauschen würde. Durch den unwahrscheinlichen Verkaufserfolg des ZX Spectrums verzichtete Sinclair auf die Umsetzung dieses Plans. Stattdessen wollte man die erforderlichen ROM-Routinen bei Verfügbarkeit der ZX Microdrives in einem externen ROM im ZX Interface 1 bereitstellen.

Das Center für Computing History in Cambridge hat von Nine Tiles einen ZX Spectrum Prototyp bereitgestellt bekommen, der für die Entwicklung des ZX Spectrum ROMs genutzt wurde. Auf diesem sind noch bis in den Sommer 1982 Erweiterungen getestet worden, die nicht mehr im ROM der Produktionsmaschinen verwendet wurden.

Ein unfertiges ROM für den ZX Spectrum

Martin Brennan, der Ingenieur des ZX Interface 1 erinnerte sich:

The Spectrum Rom had been developed by Steve Vickers on behalf of Nine Tiles, the software developer commissioned by Sinclair to produce the Spectrum’s Basic interpreter and operating system. Vickers left Nine Tiles in May 1982. Spectrum hardware designer and Sinclair employee Richard Altwasser had gone too, to join Vickers to develop a computer of their own, the Jupiter Ace. According to Brennan, they left behind all the machine code print-outs and source code listings you could want, but without them there was no one at Sinclair who knew the software intimately – the sort of people who could be called on to help tie together the Spectrum’s code to that needed by the Interface 1 and the Microdrive.

Martin Brennan, Infinite loop: the Sinclair ZX Microdrive story

Steve Vickers und Richard Altwasser verließen ihre Firmen gegen Mai 1982 kurz nach Veröffentlichung des ZX Spectrum. Die zusätzlichen Basic-Routinen und Fehlerbereinigungen des Spectrum ROMs wurden dann von Ian Logan in das ZX Interface 1 eingebaut. Er war Mitautor des Buches The Complete Spectrum ROM Disassembly und konnte dadurch tiefe Kenntnisse des ZX Spectrum ROM nachweisen.

Der Industriedesigner Rick Dickinson

Neben Hardware und ROM ist das Design das wichtigste Element eines Homecomputers der 80er-Jahre. Es muß durch seine Form und seine Gestaltung ausdrücken was das Gerät ist und was es kann. Es muß attraktiv sein, damit es Kunden anspricht. Meiner Meinung nach waren alle Sinclair Computer auch Designcomputer. Clive Sinclair legte immer viel Wert auf die Gestaltung seiner Produkte. Und er setzte dafür Spezialisten ein. Das folgende YouTube-Video stellt den Industriedesigner Rick Dickinson vor, der für die Gehäuse- und Tastaturgestaltung verantwortlich war.

Interview des Centre for Computing History mit Rick Dickinson (Quelle: The Centre for Computing History)

Rick Dickinson war genau wie Apples Jony Ive ein Absolvent des Newcastle Polytechnic. Sein Design für den Sinclair ZX81 gewann den British Design Council Award im Jahr 1981.

Sinclairs Designprinzipien

Seine Aufgabe war es nun das nächste Produkt attraktiv zu gestalten. Eine wichtige Designmaxime von Sinclair war wieder billig und deshalb durfte es keine vollwertige Tastatur sein. Diese hat zu viele bewegliche Teile. Also wurde eine Konstruktion mit möglichst wenigen beweglichen Teilen erdacht. Alle Tasten waren in einer Gummi-Tastaturmatte zusammengefasst. Darunter gab es dann eine Tastaturfolie, die bei Druck auf die Tasten elektrische Kontakte schloss. Über ein flexibles Flachbandkabel wurden diese elektronischen Kontaktinformationen an die ULA weitergegeben. Einfacher und billiger ging es fast nicht. Es führt aber zu Materialermüdung (besonders beim ZX Spectrum +)und so mussten die Tastaturkomponenten bei starker Benutzung häufig ausgetauscht werden.

Ein weiteres Designprinzip bei Sinclair war die mehrfache Tastaturbelegung mit Buchstaben, Zahlen, Grafikzeichen, Befehlsworten, Funktionsnamen und anderen Zeichen. Auf diese Art und Weise war jedem Nutzer der komplette BASIC-Wortschatz direkt ersichtlich. Auch konnte der Programmierer nach einer kurzen Eingewöhnungszeit schneller programmieren.

Und darüberhinaus sparte Sinclair auch wieder ein paar Bytes bei jedem Programm-Token, der über diese Tastatur eingegeben wurde. Ein solcher Token war zum Beispiel der Befehl PRINT, der statt fünf Bytes nur ein Byte Speicher bei Sinclair benötigte.

Rick Dickinsons Foto-Schatz zum Design des ZX Spectrum

Leider ist Rick Dickinson bereits 2018 verstorben. Aber seine Flickr-Seite zum ZX Spectrum zeigt uns auch heute noch die Design-Alternativen auf, die Rick Dickinson zusammen mit Clive Sinclair durchgegangen ist. Dies ist ein absoluter Schatz für alle, die verstehen wollen wie der ZX Spectrum entstanden ist.

Wir erhalten einfach faszinierende Einblicke in den Entstehungsprozess des Designs des Sinclair ZX Spectrum. Angefangen mit der Mehrfachbelegung der einzelnen Tasten und der Farbsprache der Elemente auf den Tasten. Dann wurde am Anfang eine Keilform wie beim ZX81 ins Auge gefasst bis sich dann das rechteckige Design mit dem erhöhtem hinterem Gehäuseteil herauskristallisierte. Auch eine abgesetzte Leertaste war in einem dieser Bilder angedeutet. Von all diesen Gehäuseformen wurden dann Modelle gebaut, damit man die Dimensionen besser einschätzen konnte. Die elegante Metallplatte über der Tastatur zeigt sich auch in diesen Fotos. Nicht nur auf den Tasten, sondern auch auf diese Metallplatte wurden die Beschriftungen positioniert. Die Tasten wurden bei diesen ersten Modellen einzeln aufgeklebt.

Für mich persönlich ist Rick Dickinson einer der großen Industriedesigner dieser Zeit gewesen. Auch sein Redesign des ZX Spectrum+ und die Gestaltung des Sinclair QL sind ein Nachweis seiner Kunst. Viele Jahre später war er auch in der beginnenden Retro-Welle noch aktiv und gestaltete das Design der ZX Vega+ und des ZX Spectrum Next. Auch hier gibt es zum Design von Rick Dickinson eine Seite auf Flickr zum ZX Spectrum Next, die ich jedem empfehlen möchte.

Herausfordernde Timeline bis zur Vorstellung des ZX Spectrum

Ein möglicher Name für den neuen Farbcomputer hätte durchaus ZX82 sein können. Aber Sinclair hatte den Sinclair ZX80 mit dem ZX81 ersetzt und die Produktion des ZX80 damit beendet. Bei dem neuen Computer sollte aber der ZX81 als weitere Einsteigerproduktlinie bestehen bleiben. Außerdem wollte man sich nicht von der Erwartungshaltung der Kunden unter Druck setzen lassen, daß im Frühling 1983 dann der ZX83 folgen würde. Kurzzeitig überlegte man diesen Computer „Not the BBC Micro“ zu benennen. Letztendlich war der Name ein unmittelbarer Hinweis auf seine Farbdarstellungsmöglichkeiten. Ein wunderschönes Farbspektrum oder Regenbogen war als Logo unten rechts auf dem Gehäuse aufgeklebt.

Laut Altwasser und Vickers waren die von Sinclair gesetzten Zieltermine unverrückbar. Dies bedeutete unter extremen Druck arbeiten zu müssen, ohne dabei einen Herzanfall zu bekommen.

Im September 1981 setzte Sinclair den Zieltermin auf die Earl’s Court Computer Show im April 1982. Zu diesem Termin sollte der Spectrum fertig in Produktion sein. Das bedeutete natürlich, daß Sinclair Research alle Entwicklungsarbeiten abgeschlossen hatte, alle Lieferanten ausgewählt waren und die Produktionsstrassen bei Timex aufgebaut waren. All das sollte unter größter Geheimhaltung erfolgen. Trotzdem brodelte natürlich die Gerüchteküche.

Im Gegensatz zum QL Launch hat dies dann auch funktioniert, obwohl zu diesem Zeitpunkt das ROM noch nicht vollständig war. Dieses konnte man dann spätestens mit der Einführung des Schatten-ROMs im ZX Interface 1 beheben, das erst 1983 zusammen mit dem Microdrive veröffentlicht wurde.

Die Computerwelt nach dem Launch des ZX Spectrum

Der Artikel, der die Stimmung vor und nach dem Launch des Sinclair ZX Spectrums am besten beschreibt ist von Ian Adamson und Richard Kennedy und hat den Titel Sinclair and the Sunrise Technology – the Spectrum of success. Unbedingt lesenswert.

Im Sinclair Research Leaflet von 1982 lieferte Sinclair Research der Presse eine Tabelle, wie sich der ZX Spectrum mit aktuellen Kontrahenten am Markt (BBC Micro Model A, VIC20, Atari 400, TI-99/4A und TRS80 Color) verglich. Gegen diese Computer schnitt der ZX Spectrum wirklich gut ab.

Vierzig Jahre später ist es schwer nachvollziehen, was der Launch des ZX Spectrum für einen Eindruck in der damaligen Computerwelt machte. Ich selbst bin erst 1983 zu meinem ersten Computer gekommen. Der Sinclair ZX Spectrum war damals noch nicht in Deutschland in großen Stückzahlen zu bekommen. Stattdessen habe ich damals mit dem ZX81 begonnen. Selbst der vergleichsweise günstige Preis des Spectrum war für mich unerreichbar teuer.

Die Presse über den neuen Computer

Bericht aus der Your Computer - Rekordbesuch beim Launch des Sinclair ZX Spectrum
Quelle: Bericht aus der Your Computer, Ausgabe Juni 1982 – Rekordbesuch beim Launch des Sinclair ZX Spectrum

Aber einen Hinweis auf die Wirkung des ZX Spectrums auf die britische Computerwelt erhält man schon, wenn man sich eine der einflussreichsten britischen Computerzeitschriften der damaligen Zeit anschaut: Your Computer. Ab der Juni-Ausgabe 1982 wurde erstmals über diesen neuen Computer von Sinclair berichtet, von dem man schon so viele Gerüchte gehört und gelesen hatte. Im Editorial versucht der Autor sich auszumalen, was für Auswirkungen dieser Computer auf die etablierten Konkurrenten am Markt haben mag. Er ist sich dabei nicht sicher, ob der ZX81 das erste Opfer sein würde, weil viele ZX81-Nutzer Farbdarstellung und Ton haben wollten. Sein Gefühl sagte ihm aber, daß die angekündigten Preisreduzierungen beim ZX81 dazu führen würden, daß es auch für den ZX81 weiterhin einen Markt geben werde.

Your Computer, Ausgabe Juni 1982 - Editorial zum neuen Sinclair ZX Spectrum
Quelle: Your Computer, Ausgabe Juni 1982 – Editorial zum neuen Sinclair ZX Spectrum

Andere Firmen, die Software, Hardware und weitere Peripheriegeräte für den ZX81 lieferten, berichteten schon von einem Einbruch in den Verkaufszahlen, seit es die ersten Gerüchte zum ZX Spectrum gab.

Ein weiteres Opfer sieht die Zeitschrift beim Commodore VC20, oder wie er international hieß, der VIC20. Preislich und leistungsmäßig sei der ZX Spectrum attraktiver.

Practical Computing Ausgabe Juni 1982 - Bericht über den Sinclair ZX Spectrum Launch
Quelle: Practical Computing Ausgabe Juni 1982 – Bericht über den Sinclair ZX Spectrum Launch

Aber auch die offensichtlichen Nachteile des neuen Gerätes, wie z.B. seine schreckliche Gummitastatur, wurden in die Betrachtung einbezogen. Der Autor hoffte letztendlich auf die bereits angekündigten Microdrives als schnellen und günstigen Massenspeicher für den ZX Spectrum. Wir wissen heute, daß die Microdrives nicht für den Erfolg des Specci wichtig waren und auch erst ein Jahr später auf den Markt kamen.

Der erste Review zum ZX Spectrum in der Your Computer

In einem ersten Review zum ZX Spectrum in der Your Computer 1982-06 (Seite 20-22) erfährt das Publikum erstmals mehr Details zu der Vorstellung des Computers auf der Earl’s Court Computer Show am 23.4.1982. Eine Neuigkeit für Sinclair-User war die Verwendung von Groß- und Kleinbuchstaben. Endlich gab es auch aussagekräftige Fehlermeldungen. Das erweiterte BASIC mit Zugriff auf die neuen Farbgrafik- und Soundmöglichkeiten war den Autoren einige Spalten wert.

Your Computer, Ausgabe Juni 1982, erste Review zum Sinclair ZX Spectrum
Quelle: Your Computer, Ausgabe Juni 1982, erster Review zum Sinclair ZX Spectrum

Die Verbesserungen beim Laden und Speichern von Daten wurden positiv bewertet. Die Tastatur mit ihrem Tastaturklick und Autorepeat kam auch überraschend gut in der Bewertung davon. Aber die neue Mehrfachbelegung mit zwei unterschiedlichen Shift-Tasten (Caps Shift und Symbol Shift) war erklärungsbedürftig für die Autoren. Die Autoren kommen letztendlich zu folgendem Fazit:

Despite minor faults, the Spectrum is way ahead of its competitors. There is certain to be a rush for orders.

Zitat aus der Your Computer, June 1982

Der ZX Spectrum löst eine goldene Ära des Homecomputers aus

Bereits in der Juli-Ausgabe der Your Computer war der ZX Spectrum dann auf dem Cover. Es gab einen ausführlichen Testbericht zu den grafischen Fähigkeiten des Computers. Und wir sehen in dieser Ausgabe auch das berühmte Interview mit Richard Altwasser, der zu diesem Zeitpunkt Sinclair bereits verlassen hatte. Am Tag nach seinem Abschied bei Sinclair veröffentlichte Sinclair Research bereits Stellenanzeigen und suchten darin den „den weltbesten Computerdesigner“ als Nachfolger für Richard Altwasser.

Mit der Veröffentlichung des Sinclair ZX Spectrum begann die heißeste Zeit der britischen Homecomputergeschichte. Nach diesem Computer kamen viele weitere Konkurrenten auf den Markt, was die nächste Grafik aufzeigt.

Zeitleiste mit den Veröffentlichungsterminen von neuen Homecomputern

Die Meinung von Stephen Adams in der Ausgabe Juli 1982 der Sinclair User gibt gut die damalige Stimmung zu diesem neuen Sinclair-Produkt wieder.

The Spectrum is real value for money and easy to use. It has some peculiarities but they do not seem important when you look at what it can offer. With disc, networking facilities and RS232 interface it is a great improvement on the ZX-81 but it cannot replace it, as the price of £129.95 will still be a little daunting to those who want to try a computer for the first time.

Stephen Adams, Sinclair User Juli 1982

Sinclair selbst war nicht nur gut im Marketing über seine doppelseitigen Anzeigen in Zeitschriften, sondern auch bei Fernsehwerbung. Als im Juni 1984 der Sinclair ZX Spectrum + vorgestellt wurde brachten sie eine heute ikonische Werbung heraus.

Werbung für den Sinclair ZX Spectrum + (Quelle: nouseforafknname auf YouTube)

Erfahrungsberichte zum ZX Spectrum

Ich persönlich fing mit dem Vorgänger, dem Sinclair ZX81 an und habe nach einigen Jahren den Übergang auf den 16bit-Computer Sinclair QL gemacht. Aus nostalgischen Gründen habe ich Mitte der neunziger Jahre einen kompletten Sinclair ZX Spectrum + mit Software gekauft, um meine eigenen Erfahrungen zu sammeln. Leider habe ich keine intensiven Erinnerungen an diese Zeit. Damals war ich schon zu tief mit meinem Atari Mega ST verbunden. Außer: Deathchase habe ich stundenlang gespielt. Ein Spiel mit Suchtcharakter. Selbst heute spiele ich es immer gerne auf Emulatoren für den ZX Spectrum.

Mangels eigener tiefgreifender Erfahrungen war ich gespannt, welche Erinnerungen andere User an die Zeit mit ihrem Sinclair ZX Spectrum haben.

Es war nicht einfach Erfahrungsberichte aus dem deutschen Sprachraum zu bekommen. Und in vielen dieser Berichte wird immer folgender Aspekt genannt. Es gab in Deutschland einfach zu wenige ZX Spectrum Nutzer. Man fand kaum andere mit denen man Software tauschen konnte, so wie das beim Commodore C64 möglich war. Für viele war der ZX Spectrum die günstige Alternative gegen den Marktführer C64.

Deshalb ist es mir auch heute, 40 Jahre später, nicht leicht gefallen solche Rückmeldungen zu bekommen. Bereits im Dezember habe ich einen Aufruf auf meinem Blog und zwei der bekanntesten Seiten für Sinclair-Fans in Deutschland gestartet: im Spectrum-Bereich des ZX Team Forum und im Sinclair-Bereich des Vereins zum Erhalt klassischer Computer.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die sich nach meinem Aufruf beteiligt haben und bereitwillig über ihre Erfahrungen berichtet haben. Ich bedanke mich auch, daß ich sie in der Folge zitieren darf.

Forum T. Lienhard

Schombi schreibt, daß für ihn der Spectrum eine finanzielle Vernunftentscheidung gewesen ist. Standardgeräte wie Fernseher und Kassettenrecorder konnten genutzt werden. Er teilte sich den Rechner mit seinem älteren Bruder und sie tippten gemeinsam lange Listings in den Computer. Kaufsoftware war schwierig zu bekommen. Es hat Spaß gemacht. Er hebt den besonderen Charme von Specci-Spielen wie Fred, Ant Attack oder Jet Pac hervor. Auch für ihn waren Emulatoren später die Möglichkeit die Erinnerung an diese Zeit hochleben zu lassen. Und er sammelte bis heute 40-50 Sinclair-Rechner, zwei Drittel davon waren Spectrums.

Luzie (Bernhard) hat mich auf seinen Beitrag in spectrumcomputing.co.uk hingewiesen. Er begann mit dem ZX81 und hatte dann den 48K ZX Spectrum. Auch er erwähnt, daß der C64 in Deutschland dominierte. Mit einem Freund veröffentlichte er in der CRASH einen Hack für unendliche Leben im Spiel Booty. Das Interesse am Spectrum hat er nie verloren. Über Emulatoren ist er dann später auch Besitzer eines Spectrum Next (Board Only und Accelerated) der ersten Kickstarter-Initiative geworden.

Von Eratosthenes habe ich auf dem Retro Computer Festival 2022 erfahren, dass er von seinem Nachbarn zu einem ZX Spectrum inspiriert wurde. Heute begeistert er sich für die Nachfolger dieses Computers, z.B. Spectrum Next.

Verein zum Erhalt klassischer Computer

Scouter 3D schreibt, daß er neidvoll auf den ZX Spectrum mit all seinen Möglichkeiten geschaut hat.

xesrjb berichtet von langen Spielsessions mit Atic Atac. Erst mit einem Farbfernseher konnte er erkennen, warum er nicht weiterkam. Türen und Schlüssel hatten unterschiedliche Farben 😉

Franky ist ein Spätberufener. Erst nach Emulator-Erfahrungen hat er sich nun selbst seinen Spectrum aus alten Teilen und neuen Komponenten (Harlequin 48K) zusammengebaut.

EntRie hatte das Glück in einem Ort zu wohnen, in dem es weitere ZX Spectrum Nutzer gab. Er sammelte Erfahrungen in der BASIC-Programmierung. Die Gummi-Tastatur störte dabei nicht. Für ihn wie für mich war das System mit den Keywords sehr komfortabel und machte das Programmieren schnell und effizient. Wie ich ist er dann später auf den Sinclair QL gewechselt.

Weitere Erfahrungsberichte

Eine weitere interessante Erfahrungsgeschichte habe ich auf Videospielgeschichten.de über den ZX Spectrum gefunden. Er ist eine unbedingte Pflichtlektüre, um nachzuvollziehen, welchen Eindruck dieser Computer auch in deutschen Kinderzimmern hinterlassen hat.

Und daybyter weist auf ein Buch hin mit dem Titel “It’s behind you: the making of a computer game”. Es ist auch als pdf herunterladbar. Dieses Dokument ist ein spannender Einblick in die Welt der englischen Softwarefirmen der damaligen Zeit. Der Entwickler Bob Pape hat das Activision-Spiel R-Type auf den Spectrum portiert.

Ich bin überzeugt, daß nach dem 23.4.2022 viele weitere ehemalige Spectrum-Nutzer sich nostalgisch an diese Zeit und ihre Erfahrungen aus der damaligen Zeit erinnern werden. Deshalb würde ich mich freuen, wenn ihr die Kommentarfunktion dieses Beitrags nutzt und mit uns allen eure Erinnerungen teilt.

Die Retro-Szene rund um den ZX Spectrum

Vierzig Jahre später lebt der Sinclair ZX Spectrum und seine Nachfolger immer noch fort. Als Nachfolger sehe ich auch die vielen Emulatoren auf allen Computerplattformen und auch Nachbauten wie den ZX Spectrum Vega, Vega+, ZX-Uno und Next an. Gerade auf die zweite Kickstarter-Initiative für den ZX Spectrum Next habe ich gesetzt und gehofft, daß sie zum vierzigsten Jubiläum des Jubilars die Geräte an die Backer verteilen. Leider mussten die Organisatoren mit ihrem 17. Update ankündigen, daß wegen unterschiedlicher Gründe frühestens Mitte 2023 eine Auslieferung möglich ist.

Sammler versuchen die alten Geräte der 80er-Jahre vor dem Schicksal als Elektronikmüll zu retten. Der Verein zum Erhalt klassischer Computer (VzEkC) versucht diese alten Geräte auch am Leben zu erhalten oder auch zu reaktivieren, damit künftige Generationen auch unsere Begeisterung nachvollziehen können.

Wo finde ich mehr Infos zum Sinclair ZX Spectrum?

Zeitschriften widmen ganze Ausgaben dem Spectrum und seiner Bedeutung. Zum Beispiel gibt es The ultimate collectors guide to the ZX Spectrum.

The ZX Spectrum Book

Die Webseite World of Spectrum ist die beste Quelle für alte Software und sonstige Informationen zum Spectrum. Sie nennen sich auch The official world archive for the Sinclair ZX Spectrum. Es gibt dort unter anderem 200 MB an möglichen Downloads.

Begeisterte Spectrum-Fans haben das LOAD ZX Spectrum Museum in Cantanhede, Portugal, gegründet. Sehr liebevoll haben sie die Sammlung über viele Jahre aufgebaut und aufbereitet. Dorthin möchte ich noch reisen. Hoffentlich übersteht das Museum die Corona-Pandemie.

Es gibt eine Kickstarter-Initiative für einen Film zum vierzigsten Geburtstag des Sinclair ZX Spectrum. Ausgerechnet eine der schlechtesten Eigenschaften dieses Gerätes haben sie sich als Titel gewählt: The rubber keyed wonder.

Und wer viele Stunden an YouTube-Material zum ZX Spectrum sucht, dem empfehle ich Paul Jenkinson und seine The Spectrum Show. Er stellt auch eine Liste aller Themen vor, die er in seinen Episoden verarbeitet hat. Faszinierend ist, daß er sich für jeden Monat der Lebensgeschichte des ZX Spectrum jeweils eine Episode Zeit genommen hat. Ein unglaublicher Fundus an Informationen.

Was sagen die Helden der Vergangenheit heute über den ZX Spectrum?

Die oben genannten Väter des Sinclair ZX Spectrum sind in den Jahren danach immer wieder gerne Interviewpartner gewesen. Sie lassen uns teilhaben an ihrer Sicht darauf, wie ihr Produkt die Welt verändert hat. In einem Interview vom 23.4.2012, ZX Spectrum’s chief designers reunited 30 years on kamen Richard Altwasser und Rick Dickinson zusammen. Folgende Zitate fand ich bemerkenswert.

„Part of that legacy is that we now have a generation of computer programmers who first got hooked by opening a box, looking at a screen and within a minute saying ‚hey I’ve done something‘, within five minutes they’d written their first program and then they were spending every evening and weekend programming. I think the legacy of that is to be seen in the software engineering population of this country.“

Richard Altwasser, 23.4.2021

„Sinclair products were born out of staggering innovation and clever shortcuts to get things into ever smaller packages at lower costs. Companies like Amstrad – which I have also worked for on a freelance basis – were more about taking existing technologies and finding special ways to stitch them together.
The Sinclair approach was far riskier as it was going out there and pretty well creating new markets. There was a purity in way the Sinclair products operated – raw access with pure simple code. And I think a lot of current day enthusiasts find that quite exciting compared to today’s offerings.“

Rick Dickinson, 23.4.2021

Fazit der Oliver Twins

Die berühmten Oliver-Zwillinge entwickelten zwischen 1986 und 1990 17 Spiele für den Sinclair ZX Spectrum. Sie kamen eigentlich vom Amstrad CPC und konvertierten ihre Spiele von dieser Plattform auf den Specci. Sie erinnern sich in einem Artikel:

So what was it about the Spectrum that made it such a success, and makes it still so fondly remembered by so many gamers 35 years later? We think it’s because it was a toy, simple to use, unintimidating, and at a price that most middle-class families could afford. It was a simple entry-level computer that turned out to be great for games. For most of a generation, this was their first experience of computer games. The variety of games was huge and after this, computers weren’t just for geeks; they became a mainstream home entertainment platform.
The ZX Spectrum will always hold a special place in our hearts, and in the hearts of many gamers and developers of our generation.

Philip und Andrew Oliver, Entwickler von Dizzy und Co-Gründer von Blitz Games und Radiant Worlds

Und mit diesen Worten möchte ich Sir Clive und seinen Mitstreitern auch nochmal Dankeschön sagen für dieses very british Computer-Produkt, das so vielen Menschen so viel Freude bereitet hat.

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