Computermuseum wegen Überfüllung geschlossen?

Letztes Wochenende habe ich im Süddeutschen Raum einen letzten (?) Computer für mein Computermuseum abgeholt. Ein Apple Macintosh Performa 5200. Ein Monster-All-in-One-Computer mit einem Gewicht von 21 Kilo.

Ein Transport war nur auf dem Beifahrersitz möglich. Das Ding ist einfach zu klobig.

Wie soll ich diesen Computer nur noch in mein Computermuseum unterbringen? Langsam wird es kritisch. Platz ist eigentlich schon lange nicht mehr vorhanden in meinem Wohnzimmer in den dafür vorgesehenen drei Ikea-Schränken.


Computermuseum ist voll!


Ich habe das Apple Cinema-Display auf meinen Schreibtisch neben meinem iMac G3 von 2001 und meinen aktuellen iMac 2017 versetzen müssen. Mittlerweile ist das schon sehr eng gedrängt.

An dessen Stelle ist nun der AIO-Mac Performa von 1995 gekommen. Dort steht auch der iMac G4 mit Harman Kardon-Boxen – ebenfalls ein AIO, wie alle iMacs nach 1998.

Alle drei Stellflächen auf den Ikea-Schränken sind dicht besetzt mit Computern. An oberster Position sind mein geliebter Atari Mega ST 2, die Megafile 30, der Monitor SM124, der Sinclair ZX Spectrum 128k, der QL und der Modemstack von Tandata zum QL.

Links daneben ist der großartige TI 99/4a mit einem eingeschobenen Softwaremodul, der Acorn Electron, ein Highscreen Laptop 386 SX von Vobis und ein Vaio P11Z von Sony. Das ist schon eine wilde Mischung aus 80er, 90er und 2000er.

Auf dem linken Schrank sind die beiden klassischen Macintosh SE und Colour Classic aufgestellt. Hinter diesen steht ein Schneider CPC464, ein Atari 260ST und die Tastatur von meinem Atari Mega ST.

Selbst der Platz links neben meiner Museumswand wird genutzt als Stellfläche für meine beiden Apple Mac Pros G3 und G4 aus den späten 90er Jahren.

Direkt rechts daneben sind zwei großartige Laptops in einem Fach untergebracht. Es ist mein erster Mac überhaupt, ein weißes MacBook von 2007. Direkt daneben steht ein iBook G3 im Tangerine-Look. Eine Verwandschaft ist nicht direkt erkennbar. Daneben stehen zwei ZX Spectrums. Wenn man beide von vorne betrachten würde, dann fällt einem kein Unterschied auf. Und doch liegen über 30 Jahre zwischen diesen beiden Geräten. Der eine ist ein Original-Gerät und das andere ein sogenannter ZX Spectrum Recreated, der als Bluetooth-Tastatur genutzt werden soll. Zusätzlich steht dort noch ein originalverpacktes ZX Microdrive und ein verschweißtes Windows 95 Software-Paket.

Auf der anderen Seite sind ein paar sehr bemerkenswerte Computer von Oric aufgestellt. Der Oric 1 und der Oric Atmos gehören zu den optischen Schmuckstücken meiner Sammlung. Daneben stehen zwei kompakte Macs. Ein Mac Mini von 2009 und der Urahn dazu, der Power Mac Cube. Die Box darunter enthält drei Commodore Computer, wobei der C64 mini von 2018 ist und nur eine kompakte, und nicht funktionsfähige Kopie des originalen Brotkastens ist. Im Grunde ist das Gerät nur ein Emulator und bietet einige Spiele bereits vorkonfiguriert zum Spielen an. Außerdem steht dort ein Amiga 600 und ein Commodore Plus/4, bei dem ich leider einige Tastaturkappen beim Reinigungsversuch beschädigt habe.

Links daneben ist die „neue mobile Welt“. Eine Vielzahl an Smartphones von Apple und Palm sowie Tablets von Apple und HP/Palm. Auch eine Apple Time Capsule ist dort vorhanden.

Weiter links daneben sind Beispiele für die „alte mobile Welt“. Eine Vielzahl an Mobiltelefonen von Nokia und Siemens stehen einigen Smartphones mit Windows Mobile-Betriebssystem gegenüber. Auch meine PSP ist vorhanden. Rechts daneben ist mein erster Computer, ein Sinclair ZX81 mit der Anstecktastatur von Memotech. Die Tastatur in meiner Sammlung ist in fancy hellblau, wobei ich vor mehr als dreißig Jahren die schwarze Memotech-Tastatur hatte.

Darüber ist die „mobile und kompakte PC-Welt“ zu finden. Dort befinden sich wirklich alte Rechner. Aus den 80er-Jahren sind dort vier Computer zu finden. Von Epson der großartige HX20, der ein mehrzeiliges Display, ein Mikro-Kassettenlaufwerk und einen Drucker enthält. Der erste wirklich mobile Rechner. Dann gibt es von Clive Sinclair den Cambridge Z88, der von Journalisten sehr häufig genutzt wurde. Unten rechts sieht man noch den Psion Organiser II. Einfach ein großartiges und wirklich mobiles Datenerfassungsterminal meiner Lieblingsfirma Psion.

Direkt daneben steht das Psion Netbook von 1999 und die Sinclair QL Software-Suite von Psion bestehend aus Quill, Abacus, Archive und Easel. Außerdem ist in dieser unteren Reihe noch ein Atari Portfolio aus den 80er Jahren sichtbar. Aus den 90er Jahren sind der HP 200LX, der Apple eMate 300 und das IBM Thinkpad 701 CS, welches eine großartige „faltbare“ Tastatur für ein kompakteres Gehäuse bietet. Darunter ist mein erstes Firmenlaptop, ein IBM Thinkpad aus den späten 90er Jahren zu sehen. Ein Beispiel für mobile und kompakte Rechner der UMPC-Generation ist das Sony Vaio UX aus dem Jahr 2008. Es integriert unglaublich viele Funktionen in einem ultrakompakten Gehäuse und besitzt eine eigene Dockingstation. Sogar eine (schlechte) Tastatur ist vorhanden, die aktiviert wird, wenn der Bildschirm nach oben geschoben wird. Mit seiner 7 Zoll-Bildschirmdiagonale und vollwertigem Windows-Betriebssystem ist das Gerät nicht wirklich praxisgerecht.

Die letzten Boxen in meiner Ikea-Schrankwand enthalten viele kompakte Geräte. Mein Lieblings Apple II ist der Apple IIc zusammen mit dem Monitor und dem Ständer dazu. In Ehren vergilbt war dieser Computer einer der leistungsfähigsten 8bit Apples. Nur der Apple IIgs hatte noch mehr zu bieten. Ebenfalls aus den 80er Jahren ist ein weiterer ZX81 mit einer speziellen Aufsatztastatur vorhanden. Diese Aufsatztastatur hatte ich damals auf die Folientastatur geklebt und liefert ein besseres Tip-Gefühl.

Daneben ist der ikonische und auch wiederum sehr skurille ZX Printer zu sehen. Hier wurden Ausdrucke auf Metallpapier gedampft. In derselben Box sieht man noch einen ZX Spectrum + und ein ZX Interface II für den Anschluß von Spielmodulen und zwei Joysticks. Unten links sind kompakte Organiser (Palm VX und Apple Newton Messagepad 120) gezeigt, einige Musicplayer (zwei Apple iPod Nanos, ein iPod U2 Sonderedition und ein Sony Walkman), sowie einige Uhren (Junghans Funkuhren und Apple Watches). Ganz besonders stolz bin ich auf die Casio C801, eine Taschenrechneruhr, die ich als Jugendlicher in der Schule getragen habe. Dieses Modell habe ich 2018 in Mexiko ersteigern können. Und in der letzten Box sind sowohl ein Apple Powerbook Titanium und ein Sony Vaio Subnotebook ausgestellt.

Zehn Jahre liegen zwischen diesen beiden PowerBooks

Bereits ausgelagert sind zwei Apple Laptops. Ein PowerBook 180 von 1992 und ein PowerBook G4 12“ von 2003. Es liegen mehr als 10 Jahre zwischen diesen beiden Geräten aber beide haben dieselbe Grundfläche. Aber schaut euch die Rechner im Vergleich an. Das sind Welten.

Update 4.9.2019: mittlerweile habe ich auch ein Apple Powerbook G3 „Wallstreet“ bekommen. Damit habe ich jetzt die Apple Notebooks in einem Schrank zusammengepackt und habe den kleinen Schrank wieder frei 🙂

Apple Laptops aus 20 Jahren

Fazit

Damit gibt es in diesem Computermuseum wirklich keinen freien Platz mehr. Aber es gibt noch so viele weitere sammelwürdige Computer. Da wären der Mac Pro 2013, der Atari Stacey, die Microdigital TK85 und TK90X (Sinclair Clones von ZX81 und Spectrum in Brasilien), ein Spielmodul für das ZX Interface II und auch die Zifferntastatur für den ZX Spectrum 128k.

Da ich nicht glaube, daß ich mich zurückhalten kann, wenn ich solch ein Angebot erhalten würde, wird das Computermuseum wachsen müssen. Eventuell wäre eine Auslagerung in einen größeren Raum denkbar.

Nachtrag 26.2.2020

Und da dachte ich Dummerchen, da passt nichts mehr rein 🙂

  • am 9.9.2019 ist ein Power Mac G5 (Link) hinzugekommen
  • am 21.10.2019 habe ich mein kaputtes Business Phone Nokia Lumia 920 (Link) dem Museum übergeben
  • am 25.11.2019 ist ein Vertreter europäischer PCs der frühen 80er Jahre, ein Apricot XI (Link) angekommen
  • auch am 25.11.2019 habe ich von meinem Apple-Freund Christoph eine Fliegende Untertasse, die Apple Airport Extreme (Link), bekommen
  • meine Jagd auf brasilianische Spectrum-Clones war erfolgreich und ich habe den Microdigital TK90X (Link) am 17.1.2020 mit nach Hause gebracht
  • endlich habe ich eines der seltenen Spielmodule für das ZX Interface 2 bekommen. Es ist PSSST (Link) geworden
  • und als ich meinen Artikel zu meinem einzigen selbstgeschriebenen Computerspiel ZX Fall (Link) geschrieben habe, fand ich per Zufall das Vorbild Activision Pitfall (Link).

Alle haben irgendwie doch noch Platz in meinem Computermuseum gefunden. Man kann alles immer noch umsortieren und umverteilen. Ein Kollege hat mich mal Messie genannt. Vielleicht hat er ja recht. Aber wenn ich die Sammlungen von einigen Mitgliedern aus dem VzEcK e.V. (Link) sehe, dann bin ich noch eine kleine Leuchte 😉

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